Im Menü Erweiterungen von Google Docs, Sheets und Slides kann seit Dienstag, 6. Oktober 2026, ein Eintrag für Claude stehen, vorerst als öffentliche Beta.
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Eine Seitenleiste neben der Datei
Freigegeben hat Anthropic das Add-on unter dem Namen Claude for Google Workspace, und zwar für alle bezahlten Claude-Tarife. Nach Angaben des Anbieters öffnet sich Claude in einer Seitenleiste neben der Datei, liest das geöffnete Dokument, erkennt die markierte Stelle und ändert direkt in der Datei. In Sheets schreibt Claude laut Anthropic Formeln, baut Pivot-Tabellen und Diagramme und legt neue Tabellenblätter an. In Slides entstehen neue Folien aus den Layouts und dem Design der vorhandenen Präsentation.
Dazu kommt ein zweiter Weg, ebenfalls als Beta. Neue Connectoren für Docs, Sheets und Slides erlauben es, Google-Dateien aus dem Claude-Chat heraus anzulegen und zu bearbeiten.
Davon zu unterscheiden sind Claude Docs und Claude Slides, Anthropics eigene Werkzeuge im Chatfenster, um die es in unserem früheren Artikel Claude Docs und Slides: Dokumente und Folien entstehen jetzt im Chatfenster ging. Die Meldung vom 6. Oktober betrifft Googles Programme und die Dateien, die dort liegen.
Wer gibt eine Änderung frei?
Voreingestellt ist der Modus „Ask before edits“. Jede Änderung erscheint als Karte mit einer Zusammenfassung, und Claude wartet auf die Freigabe. Wer auf „Accept all edits“ umstellt, lässt Claude die Aufgabe ohne Halt abarbeiten.
Für einen Briefentwurf mag das gleichgültig sein. Für eine Tabelle mit Preisen oder Stunden ist es das aus unserer Sicht nicht.
Zwei Beschreibungen derselben Rechte
Laut Anthropic entspricht Claudes Zugriff den bestehenden Google-Freigaben des Nutzers. Der Hilfeartikel sagt es so: Claude kann nur Dateien öffnen und ändern, auf die das Google-Konto Zugriff hat. Reworked setzt bei der Einrichtung an und beschreibt einen weiteren Punkt. Beim Einrichten werde standardmäßig voller Lese-, Schreib- und Löschzugriff vergeben, ohne sichtbare Möglichkeit, das von Beginn an einzuschränken. Claude frage aber vor jeder Aktion nach, schreibt Reworked weiter. Das ist die Angabe dieses einen Berichts. Ein Widerspruch zur Aussage von Anthropic muss darin aus unserer Sicht nicht liegen, denn der Anbieter spricht davon, welche Dateien Claude erreicht, und Reworked davon, was bei der Installation eingeräumt wird. Welche der beiden Beschreibungen den Alltag besser trifft, lässt sich aus den Quellen nicht entscheiden. Trifft die Angabe von Anthropic zu, reicht das Add-on jedenfalls so weit wie das Google-Konto, mit dem es eingerichtet wurde.
Bezogen wird das Add-on laut Reworked über den Google Workspace Marketplace, geöffnet über das Menü Erweiterungen. Administratoren können es über die Google-Admin-Konsole für die ganze Domain oder für einzelne Gruppen bereitstellen. In Team- und Enterprise-Tarifen muss ein Inhaber die Connectoren erst freischalten, und laut Hilfeartikel muss der Workspace-Administrator Claude unter Umständen als vertrauenswürdige Anwendung zulassen.
Für Enterprise-Tarife nennt Anthropic Kontrollen wie Compliance-API, kundenverwaltete Schlüssel und Audit-Export, die auch für das Add-on gelten sollen.
Was in der Beta offen bleibt
Ein Datum für die allgemeine Verfügbarkeit nennt Anthropic nicht. Der Hilfeartikel weist darauf hin, dass Funktionen eingeschränkt sein oder nicht zuverlässig arbeiten können. Nutzer und Claude können gleichzeitig in derselben Datei arbeiten. Claude liest dem Hilfeartikel zufolge vor jeder Änderung den aktuellen Stand neu, in einer viel bearbeiteten Datei solle man das Ergebnis prüfen. Kommentare und Vorschläge in Google Docs sieht Claude, Bilder sieht es nicht.
Wo die Daten verarbeitet werden, steht in keiner der vier Quellen, und Angaben zur EU fehlen ebenso.
Zum Training enthält der Hilfeartikel eine Regel für die Verbraucherprodukte, genannt sind Claude Free, Pro und Max. Inhalte, die über die Google-Connectoren in den Chat gelangen, können dort zur Verbesserung der Modelle genutzt werden, wenn der Nutzer der Nutzung seiner Chats für das Training zugestimmt hat. Ob das auch für Inhalte gilt, die über die Seitenleiste verarbeitet werden, sagt der Hilfeartikel nicht ausdrücklich. Er spricht von Inhalten aus den Connectoren.
Unsere Einschätzung
Aus unserer Sicht gehört die Entscheidung über dieses Add-on zum Inhaber, und sie sollte fallen, bevor der erste Mitarbeiter es im Marketplace anklickt.
Manche kleinen Betriebe arbeiten mit Google Workspace und haben niemanden, der hauptberuflich die Admin-Konsole pflegt. Dort entscheidet sich aber, ob ein Mitarbeiter das Add-on allein installieren kann. Wir würden deshalb einmal festlegen, wer es nutzen darf, mit welchem Claude-Tarif und in welchen Ordnern. Der Tarif ist dabei mehr als eine Kostenfrage. Arbeitet ein Mitarbeiter mit seinem privaten Pro-Konto, gilt dessen Training-Einstellung, die der Firma gilt dann nicht.
Den Modus mit Freigabe je Änderung würden wir als Standard belassen, solange das Ganze Beta heißt. In einer Kalkulationstabelle ist eine stille Änderung teurer als ein Klick mehr. Dass Claude nach eigener Darstellung des Anbieters in einer viel bearbeiteten Datei nachgeprüft werden soll, spricht ebenfalls dafür, die Karten mit den Änderungen zu lesen und sie nicht wegzuklicken.
Wegen der weiten Standardfreigabe, die Reworked beschreibt, würden wir das Add-on zuerst mit einem Google-Konto ausprobieren, das nur auf wenige Ordner zugreift. Die offenen Punkte, vor allem der Ort der Datenverarbeitung, gehören vor einem breiteren Einsatz als Frage an den Anbieter.
Quellen
Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 9. Oktober 2026):
- Anthropic (Claude): Claude now works with Google Docs, Sheets, and Slides
- Claude Help Center: Use Google Workspace connectors
- 9to5Google: Claude gets Google Docs, Sheets, and Slides integration
- Reworked: Anthropic Opens Claude for Google Workspace in Public Beta
Häufige Fragen
Was ist Claude for Google Workspace und seit wann gibt es das Add-on?
Anthropic hat Claude for Google Workspace am 6. Oktober 2026 als öffentliche Beta freigegeben. Das Add-on bringt Claude in Google Docs, Sheets und Slides und steht allen bezahlten Claude-Tarifen offen. Ein Datum für die allgemeine Verfügbarkeit nennt Anthropic nicht.
Ändert Claude Dateien in Google Docs, Sheets und Slides ohne Rückfrage?
Voreingestellt ist der Modus „Ask before edits“: Jede Änderung erscheint als Karte mit Zusammenfassung, und Claude wartet auf die Freigabe. Im Modus „Accept all edits“ arbeitet Claude die Aufgabe ohne Halt ab. Laut Hilfeartikel können Funktionen in der Beta eingeschränkt sein oder nicht zuverlässig arbeiten.
Auf welche Google-Dateien kann Claude über das Add-on zugreifen?
Laut Anthropic entspricht der Zugriff den bestehenden Google-Freigaben des Nutzers, Claude kann also nur Dateien öffnen und ändern, auf die das Google-Konto Zugriff hat. Reworked berichtet, beim Einrichten werde standardmäßig voller Lese-, Schreib- und Löschzugriff vergeben, ohne sichtbare Möglichkeit, das von Beginn an einzuschränken. Wo die Daten verarbeitet werden, nennt keine der Quellen.
Was sollte ein Betrieb mit Google Workspace jetzt regeln?
Administratoren können das Add-on über die Google-Admin-Konsole für die ganze Domain oder für Gruppen bereitstellen, und in Team- und Enterprise-Tarifen muss ein Inhaber die Connectoren erst freischalten. Aus unserer Sicht sollte der Inhaber festlegen, wer das Add-on nutzen darf, mit welchem Claude-Tarif und in welchen Ordnern. Bei Claude Free, Pro und Max können Inhalte aus den Google-Connectoren laut Hilfeartikel für das Training genutzt werden, wenn der Nutzer dem für seine Chats zugestimmt hat.
Wer im Betrieb legt fest, welche Add-ons im Google-Konto der Firma installiert werden dürfen?
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Zuletzt aktualisiert: 9. Oktober 2026. Stand der Recherche: 9. Oktober 2026.