Wer in ChatGPT eine Anzeige sieht, soll ihr künftig eine Frage stellen können und eine Antwort zurückbekommen.
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Was ein Sponsored Agent sein soll
Das Format sitzt zwischen Anzeige und Verkaufsgespräch. Aus einer Anzeige heraus beginnt ein Nutzer laut den Berichten eine eigene, deutlich gekennzeichnete Unterhaltung mit einem Agenten, den der Werbetreibende bezahlt. Dort kann er nachfragen und am Ende einem Link zur Website des Unternehmens folgen. Dieses Gespräch ist laut OpenAI getrennt von den unabhängigen Antworten von ChatGPT und getrennt von der ursprünglichen Unterhaltung, aus der es gestartet wurde.
Getestet wird das mit ausgewählten Werbetreibenden in den USA. Für Deutschland ist nichts angekündigt.
Als frühe Werbetreibende nennt Unite.AI Newegg, Best Buy, Lowe's und VistaPrint. Ob solche Agenten auch Nutzern in bezahlten Tarifen erscheinen, geht aus den Berichten nicht hervor.
Der Einstieg läuft über HubSpot und Shopify
HubSpot ist laut OpenAI der erste CRM-Partner. Unternehmen, die ihre Kunden dort verwalten, können seit dem 16. September ein ChatGPT-Ads-Konto verbinden, im selben Fenster Anzeigen anlegen und deren Leistung verfolgen, ohne die Oberfläche zu wechseln. Auch das Nachfassen bei Leads bleibt laut Bericht in diesem Werkzeug. Shopify ist laut Unite.AI der erste Handelspartner. Die kostenlose ChatGPT-Ads-App im Shopify App Store ist laut ppc.land bereits am 3. September 2026 erschienen, zunächst für Händler in den USA. Der internationale Start ist für den 23. September 2026 vorgesehen, in den Märkten, in denen ChatGPT Ads läuft. Die App gleicht den Produktkatalog ab und setzt das Shopify-Pixel, die Auswertungen erscheinen im Händlerbereich. Laut ppc.land nennt die Beschreibung im App Store als Berechtigungen unter anderem Namen, E-Mail-Adressen, IP-Adressen und Surfverhalten von Kunden sowie das Ändern von Marketing-Ereignissen und Pixeln.
Aus unserer Sicht gehört diese Berechtigungsliste gelesen, bevor jemand die App im eigenen Shop installiert.
Drei weitere Werkzeuge richten sich direkt an Werbetreibende. Über ein Ads-Manager-Plugin lässt sich eine Kampagne in natürlicher Sprache direkt in ChatGPT anlegen, Änderungen und Auswertungen laufen über denselben Weg. Ein Assistent schlägt Texte und Bilder auf Basis der Zielseite und des Kampagnenziels vor, die vor dem Einsatz von Menschen geprüft werden müssen. Eine Einstellung zum Aktivieren passt vorhandene Überschriften und Beschreibungen an den Gesprächskontext an und übersetzt sie automatisch in die bevorzugte Sprache des Nutzers.
Ist diese Einstellung aktiv, weicht der ausgespielte Wortlaut von dem ab, der einmal hinterlegt wurde.
In Europa laufen die Anzeigen, der Agententest nicht
Gewöhnliche ChatGPT-Anzeigen sind in Europa längst unterwegs. Nach der Ausweitung auf 31 europäische Märkte am 24. August und auf Indien am 29. August laufen sie laut ppc.land in mehr als 40 Märkten. Laut ppc.land hat die EU-Kommission ChatGPT am 31. August 2026 als sehr große Online-Suchmaschine eingestuft. Für Anzeigen in Europa werden laut ppc.land nur das Thema des Chats, der ungefähre Standort und der Gerätetyp zur Auswahl herangezogen. Wie diese Ausweitung angelaufen ist, steht im Artikel ChatGPT-Werbung in Europa.
Zur Größenordnung nennt ppc.land zwei Zahlen. Nach einem Bericht vom 31. August 2026 erreichte ChatGPT Ads einen auf das Jahr hochgerechneten Umsatz von 1 Milliarde US-Dollar in weniger als 200 Tagen. Eine Auswertung von Similarweb vom 17. August 2026 fand, dass 26 Prozent der Antworten, die Nutzern der Stufen Free und Go gezeigt wurden, eine gesponserte Platzierung enthielten.
Was die Berichte offen lassen
Eine eigene Mitteilung von OpenAI war am 17. September 2026 nicht einsehbar, openai.com lieferte den Fehlercode 403. Alle Angaben in diesem Artikel stammen deshalb aus den beiden Berichten von ppc.land und Unite.AI vom 16. September 2026.
Vier Punkte bezeichnet ppc.land ausdrücklich als ungeklärt: welche Daten ein Werbetreibender aus einem Gespräch mit einem Sponsored Agent erhält, welches Modell diese Agenten betreibt, wer die Anweisungen für sie schreibt und wie die Abrechnung funktioniert. An diesen vier Punkten hängt für einen Betrieb, was er hier eigentlich bucht.
Unsere Einschätzung
Werbung wandert dorthin, wo die Kaufrecherche passiert. Für Betriebe mit Onlineverkauf senken die beiden Anbindungen die Einstiegshürde deutlich, weil das Werkzeug dort ansetzt, wo die Kundendaten ohnehin liegen. Das ist der bequeme Teil der Nachricht.
Der zweite Teil zieht in die andere Richtung. Aus unserer Sicht trägt, wer einen Agenten im eigenen Namen sprechen lässt, auch das, was dieser Agent sagt. Ein Gespräch ist kein Banner. Eine falsche Preisauskunft in einem Anzeigentext bleibt eine ungenaue Anzeige, dieselbe Auskunft in einer Unterhaltung ist eine Aussage gegenüber einem konkreten Interessenten, der danach gehandelt hat. Dasselbe gilt für ein Versprechen zur Lieferzeit, zur Verfügbarkeit oder zu einer Leistung, die der Betrieb so gar nicht erbringt.
Wir würden vor dem ersten Einsatz schriftlich festhalten, welche Angaben ein solcher Agent machen darf und wer die Gespräche mitliest. Dazu gehört ein Weg, auf dem eine Beschwerde aus einem solchen Gespräch bei einem Menschen landet, und zwar bevor der erste Interessent ihn sucht.
Die automatische Übersetzung der Anzeigentexte verdient dabei eigene Aufmerksamkeit. Wer Preise, Fristen oder rechtlich relevante Formulierungen in seinen Überschriften führt, sollte wissen, dass diese Formulierungen im Gesprächskontext angepasst und in eine andere Sprache übertragen werden können, wenn die Einstellung aktiv ist. Geprüft hat diese Fassung dann niemand im Betrieb.
Bis die vier offenen Punkte beantwortet sind, bleibt Sponsored Agents das, was die Berichte beschreiben: ein Test mit ausgewählten Werbetreibenden in einem einzigen Land.
Quellen
Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 17. September 2026):
- ppc.land: OpenAI lets advertisers run ChatGPT ads from HubSpot and Shopify
- Unite.AI: OpenAI Tests Sponsored Agents and Rolls Out AI Tools for ChatGPT Ads
Häufige Fragen
Was sind Sponsored Agents in ChatGPT?
Sponsored Agents sind ein Werbeformat, das OpenAI am 16. September 2026 laut Berichten von ppc.land und Unite.AI vorgestellt hat. Wer eine Anzeige in ChatGPT sieht, kann daraus ein deutlich gekennzeichnetes Gespräch mit einem Agenten beginnen, den der Werbetreibende bezahlt, Rückfragen stellen und danach einem Link zur Website des Unternehmens folgen. Dieses Gespräch ist laut OpenAI getrennt von den unabhängigen Antworten von ChatGPT und getrennt von der ursprünglichen Unterhaltung. Eine eigene Mitteilung von OpenAI war am 17. September 2026 nicht abrufbar.
Können Betriebe in Deutschland Sponsored Agents buchen?
Nein. Sponsored Agents werden laut den Berichten derzeit mit ausgewählten Werbetreibenden in den USA getestet, für Deutschland ist dazu nichts angekündigt. Gewöhnliche ChatGPT-Anzeigen laufen dagegen bereits in Europa, nach der Ausweitung auf 31 europäische Märkte am 24. August und auf Indien am 29. August laut ppc.land in mehr als 40 Märkten.
Was ändert sich für Händler mit Shopify oder HubSpot?
HubSpot ist laut OpenAI der erste CRM-Partner: Wer seine Kunden dort verwaltet, kann seit dem 16. September 2026 ein ChatGPT-Ads-Konto verbinden und ohne Wechsel der Oberfläche Anzeigen anlegen und auswerten. Shopify ist laut Unite.AI der erste Handelspartner, die kostenlose ChatGPT-Ads-App erschien laut ppc.land am 3. September 2026 zunächst für Händler in den USA. Der internationale Start ist für den 23. September 2026 in den Märkten vorgesehen, in denen ChatGPT Ads läuft. Die App gleicht den Produktkatalog ab und setzt das Shopify-Pixel.
Was sollte ein Betrieb jetzt regeln?
Aus unserer Sicht gehört vor jedem Einsatz eines Agenten im eigenen Namen schriftlich festgelegt, welche Angaben er machen darf und wer die Gespräche mitliest. Sinnvoll ist außerdem ein Weg, auf dem eine Beschwerde aus einem solchen Gespräch bei einem Menschen landet. Wer die Shopify-App erwägt, sollte die Berechtigungen im App Store vorher lesen: genannt werden laut ppc.land unter anderem Namen, E-Mail-Adressen, IP-Adressen und Surfverhalten von Kunden sowie das Ändern von Marketing-Ereignissen und Pixeln.
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Zuletzt aktualisiert: 17. September 2026. Stand der Recherche: 17. September 2026.