Wer in ChatGPT Anzeigen schaltet, hat bis Ende Oktober Zeit, eine Einstellung zu prüfen, die OpenAI nach eigener Ankündigung selbst einschalten will.
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Was die Mail vom 20. Oktober ankündigt
Der Autor von Search Engine Roundtable hat die Mail selbst erhalten und gibt ihren Wortlaut wieder. Danach will OpenAI ab Freitag, dem 30. Oktober 2026, die „creative enhancements“ für neue und bestehende Self-Serve-Kampagnen einschalten. Self-Serve heißt: Kampagnen, die der Werbekunde selbst im Ads Manager anlegt und steuert.
Beim Datum gibt es zwei Angaben. Laut ppc.land nennt die verlinkte Hilfeseite, die am 21. Oktober geprüft wurde und kurz zuvor aktualisiert worden sei, stattdessen Donnerstag, den 29. Oktober. Die Hilfeseite selbst war für uns nicht abrufbar, deshalb steht der 29. Oktober hier nur laut ppc.land. Ob es bei einem der beiden Tage bleibt, ist offen, „Ende Oktober“ trifft beide. Wer plant, Kampagnen in dieser Woche anzulegen oder zu ändern, sollte beide Daten im Kalender haben und nicht auf den späteren verlassen.
Was sich an einer Anzeige ändern kann
OpenAI nennt vier Bereiche. Überschriften und Beschreibungen können neu formuliert oder angepasst werden. Bildgrößen können sich ändern. Die Zielseite kann auf eine passendere Seite der eigenen Website gelenkt werden. Und die Anzeige kann in andere Sprachen übersetzt werden.
Als Grundlage nennt OpenAI das Gesprächsumfeld oder die Interessen der Nutzer, die vorhandene Anzeige und die Inhalte der Zielseite. Die Varianten können vorab oder in Echtzeit entstehen. Nach der Mail betrifft das sowohl Anzeigen, die schon laufen, als auch solche, die erst angelegt werden. Zweck ist laut OpenAI, dass Anzeigen besser zum Gespräch passen und der Aufwand für mehrere Versionen sinkt.
Der heikelste Satz der Mail steht dazwischen: Die Anzeigen können laut Mail automatisch laufen, ohne dass jede Version geprüft oder freigegeben wird.
Abschalten und was offen bleibt
Ausschalten lässt sich die Funktion vor dem 30. Oktober oder jederzeit danach in den Einstellungen des Ads Manager. Bestehende Abschaltungen auf Konto- und Kampagnenebene bleiben erhalten, und die Einstellung der Kampagne hat Vorrang vor dem Standard des Kontos. Im Konto des Autors von Search Engine Roundtable stand der Schalter auf „An“. Laut ppc.land gilt er für alle vier Änderungsarten zusammen, eine Einzelauswahl gibt es demnach nicht. Eine Vorschau aller Varianten nennt die Hilfeseite laut ppc.land nicht.
Mehrere Punkte lassen die Quellen unbeantwortet. Weder die Mail noch ppc.land nennen Länder für diese Einstellung, ob sie also in Deutschland gilt, steht nirgends. Dass ChatGPT-Anzeigen nach Angaben von OpenAI laut ppc.land in 89 Ländern verkauft werden und seit dem Start mehr als 100.000 Werbetreibende Kampagnen geschaltet haben (kumuliert, ohne die Zahl der aktiven), ersetzt keine Länderliste für diese Funktion. Was ChatGPT-Anzeigen hierzulande allgemein betrifft, behandelt der Artikel ChatGPT-Werbung in Deutschland: was Betriebe wissen sollten.
Ebenfalls offen: ob über Vertrieb oder Partner gebuchte Kampagnen dazugehören, denn die Mail spricht nur von Self-Serve. Laut ppc.land ist unklar, ob Nutzer erfahren, dass ein Anzeigentext von OpenAI geschrieben oder übersetzt wurde. Berichte, die Original und Variante trennen, hat OpenAI laut ppc.land nicht veröffentlicht. Wie die Ersatzseite für die Zielseite gewählt wird und ob sich Seiten ausschließen lassen, nennen die Quellen nicht. Wer für Aussagen in automatisch erzeugten Varianten einsteht, klären sie ebenfalls nicht.
Unsere Einschätzung
Aus unserer Sicht ist die Technik hier das kleinere Thema. Entscheidend ist, ob ein Betrieb jeden Satz, der unter seinem Namen läuft, selbst gelesen haben will.
Ein Handwerker mit festen Konditionen oder ein Händler mit Lieferzusagen hat dabei mehr zu verlieren als jemand, der nur Reichweite sucht. Preisangaben, Leistungsversprechen und Produkteigenschaften in einer umgeschriebenen Überschrift stehen dann auf dem Anzeigenplatz, ohne dass der Inhaber sie je gesehen hat. Wir würden deshalb vor dem 29. Oktober einmal in die Einstellungen schauen und bewusst entscheiden, statt den Schalter stehen zu lassen, wie er steht.
Die Änderung der Zielseite würden wir als Erstes prüfen. Sie bestimmt, welche Seite der Interessent nach dem Klick sieht, und die Quellen sagen nicht, nach welchen Regeln die Ersatzseite gewählt wird. Wer eine feste Landingpage mit festem Angebot hat, sollte wissen, ob sie ersetzt werden kann.
Ob die Automatik sich lohnt, lässt sich im Moment schwer beurteilen. Ohne Bericht, der Original und Variante trennt, fehlt die Vergleichsbasis, und das ist eine Abwägung für jeden Betrieb, kein Pauschalurteil. Rechtlich einordnen können wir die Haftungsfrage nicht; sie gehört zu denen, die vor dem Einschalten mit Berater oder Anwalt zu klären sind.
Wer gar nicht in ChatGPT wirbt, kann den Vorgang als Beispiel lesen. Ein Plattformbetreiber kündigt an, eine Automatik einzuschalten, und lässt das Abschalten zu. Auf die Frist achten muss dann der Werbekunde.
Quellen
Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 22. Oktober 2026):
- Search Engine Roundtable: OpenAI Auto Enabling Creative Enhancements In ChatGPT Ads
- PPC Land: OpenAI to rewrite ChatGPT ads by default as advertisers get days to opt out
Häufige Fragen
Was sind „creative enhancements“ in ChatGPT-Anzeigen?
OpenAI kann damit Überschriften und Beschreibungen, Bildgrößen, die Zielseite und die Sprache einer Anzeige anpassen. Grundlage sind laut OpenAI das Gesprächsumfeld oder Nutzerinteressen, die vorhandene Anzeige und die Inhalte der Zielseite. Die Varianten können vorab oder in Echtzeit entstehen.
Ab wann will OpenAI die Funktion einschalten?
Laut Mail an Werbekunden vom 20. Oktober 2026 soll das am Freitag, 30. Oktober, geschehen. Die Hilfeseite nennt nach Angaben von ppc.land den Donnerstag, 29. Oktober. Betroffen sind neue und bestehende Self-Serve-Kampagnen, also Kampagnen, die der Werbekunde selbst im Ads Manager anlegt.
Muss ich jede angepasste Anzeige vorher freigeben?
Laut Mail können die Anzeigen automatisch laufen, ohne dass jede Version geprüft oder freigegeben wird. Eine Vorschau aller Varianten nennt die Hilfeseite laut ppc.land nicht. Abschalten lässt sich die Funktion im Ads Manager, auf Konto- oder Kampagnenebene, wobei die Kampagneneinstellung Vorrang hat.
Was sollte ein Betrieb mit ChatGPT-Anzeigen jetzt prüfen?
Aus unserer Sicht lohnt sich vor dem 29. Oktober ein Blick in die Einstellungen des Ads Manager. Dort lässt sich entscheiden, ob die Funktion an oder aus sein soll. Ob sie für Deutschland gilt, nennen Mail und ppc.land nicht, ebenso wenig, wer für Aussagen in automatisch erzeugten Varianten einsteht.
Wer im Betrieb liest, was unter dem Firmennamen als Anzeige läuft?
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Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2026. Stand der Recherche: 22. Oktober 2026.