Ein Cyberangriff hat das Textilveredelungszentrum ZEGO aus Aschaffenburg in die Insolvenz getrieben. Das 1990 gegründete Unternehmen mit rund 60 Beschäftigten stellte Anfang Juli 2026 beim Amtsgericht Aschaffenburg einen Insolvenzantrag. Das berichten unter anderem t-online, it-daily und der Fachdienst Pleiteticker. Wenn du bei ZEGO arbeitest, ordnet dieser Leitfaden deine nächsten Schritte.
Vorab: Dieser Text ersetzt keine arbeitsrechtliche Beratung. Bei Fragen zu Insolvenzgeld, deinem Arbeitsverhältnis oder einem Aufhebungsvertrag ist der Insolvenzverwalter, die Mitarbeitervertretung oder ein Fachanwalt für Arbeitsrecht die richtige Adresse. Eine Vermittlung in einen neuen Job kann niemand garantieren, die Förderwege stehen dir aber offen.
Auf einen Blick: ZEGO Textilveredelungszentrum aus Aschaffenburg wurde am 29. März 2026 Ziel eines Cyberangriffs, der die Produktion fast sechs Wochen lahmlegte. Anfang Juli 2026 stellte das Unternehmen mit rund 60 Beschäftigten Insolvenzantrag beim Amtsgericht Aschaffenburg. Das Insolvenzgeld nach § 165 SGB III sichert bis zu drei Monate Nettoentgelt. Wer die Stelle verliert, sichert ALG 1 und kann eine geförderte Weiterbildung nutzen.
Was bei ZEGO gerade passiert
ZEGO Textilveredelungszentrum wurde 1990 gegründet und betreibt in Aschaffenburg eine eigene Stickerei, Näherei und Druckerei. Das Unternehmen ist auf die Veredelung von Arbeitskleidung sowie Lagerung und Logistik rund um Textilien spezialisiert und beschäftigt rund 60 Mitarbeitende.
Am 29. März 2026 traf ein Cyberangriff das Unternehmen so schwer, dass die Produktion nach eigenen Angaben fast sechs Wochen stillstand. Trotz erheblicher Anstrengungen konnte der entstandene Schaden nicht vollständig kompensiert werden. Anfang Juli 2026 stellte ZEGO deshalb beim Amtsgericht Aschaffenburg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Maximilian Maierhofer von der Kanzlei Ohly Zöller bestellt. Das Unternehmen will trotz des Insolvenzantrags die Produktion aufrechterhalten.
Für dich als Beschäftigten heißt das: Der Fall zeigt, wie schnell ein einzelner Vorfall wie ein Hackerangriff ein ganzes Unternehmen in wirtschaftliche Schieflage bringen kann. Umso wichtiger ist es, jetzt die eigenen Ansprüche zu kennen, während das Verfahren läuft.
Deine Gehälter sind über das Insolvenzgeld gesichert
Für die Zeit rund um das Insolvenzereignis greift das Insolvenzgeld nach § 165 SGB III. Es sichert bis zu drei Monate rückständiges Nettoentgelt ab. Den Antrag stellst du bei der Agentur für Arbeit, innerhalb von zwei Monaten nach dem Insolvenzereignis. Der Insolvenzverwalter unterstützt bei den nötigen Bescheinigungen.
Solltest du eine Kündigung oder ein Angebot für einen Aufhebungsvertrag erhalten, lass es vor der Unterschrift prüfen. Eine selbst herbeigeführte Beendigung kann eine Sperrzeit beim ALG 1 von bis zu zwölf Wochen auslösen.
Falls es zur Beendigung kommt: ALG 1 absichern
Endet dein Arbeitsverhältnis, meldest du dich innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis arbeitsuchend, sonst droht eine Sperre. Die Agentur für Arbeit erreichst du kostenlos unter 0800 4 5555 00.
ALG 1 beträgt 60 Prozent deines letzten Nettoentgelts, mit Kind 67 Prozent, gezahlt bis zu 24 Monate je nach Alter und Einzahldauer.
Die Zeit für eine geförderte Weiterbildung nutzen
Wer in Produktion, Näherei oder Logistik eines Textilveredlers gearbeitet hat, bringt handwerkliches Können und Prozesswissen mit, das sich gut auf digitale und automatisierte Rollen übertragen lässt. Der Bildungsgutschein nach § 81 SGB III übernimmt bei Bewilligung die kompletten Lehrgangskosten einer zugelassenen Weiterbildung.
Während einer abschlussorientierten Weiterbildung läuft dein ALG 1 nach § 144 SGB III weiter, dazu kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld pro Monat sowie 1.000 Euro bei der Zwischenprüfung und 1.500 Euro beim Abschluss (§ 87a SGB III). Kinderbetreuung wird mit 160 Euro je Kind und Monat bezuschusst (§ 87 SGB III).
Der Digitalisierungsmanager ist ein möglicher Weg: vier Monate, komplett online, mit Bildungsgutschein 0 Euro Eigenanteil, mit Fokus auf Prozessautomatisierung und den praktischen Einsatz von KI in Geschäftsprozessen. Wer eher in die kaufmännische Führung will, findet im Wirtschaftsfachwirt (IHK) eine Alternative über das Aufstiegs-BAföG.
Häufige Fragen
Wie viele Beschäftigte sind bei ZEGO betroffen?
Rund 60 Beschäftigte arbeiten bei ZEGO Textilveredelungszentrum in Aschaffenburg. Das Unternehmen will die Produktion trotz Insolvenzantrag aufrechterhalten.
Warum ist ZEGO insolvent geworden?
Auslöser war ein Cyberangriff am 29. März 2026, der die Produktion fast sechs Wochen lahmlegte. Der dadurch entstandene Schaden konnte nach Unternehmensangaben trotz erheblicher Anstrengungen nicht vollständig kompensiert werden.
Läuft die Produktion weiter?
Ja, nach den vorliegenden Berichten will das Unternehmen die Produktion trotz des Insolvenzantrags aufrechterhalten.
Was kostet mich der Digitalisierungsmanager?
Bei bewilligtem Bildungsgutschein nichts. Die Agentur für Arbeit übernimmt die Lehrgangskosten. Der Kurs dauert vier Monate und läuft komplett online.
Quellen
- t-online: Cyberangriff führt zur Insolvenz, Textil-Unternehmen aus Deutschland ist pleite
- it-daily: Cyberangriff zwingt Textilveredler ZEGO in die Insolvenz
- Pleiteticker: Sechs Wochen Stillstand, Aschaffenburger Textilbetrieb bricht unter Hackerangriff ein
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