Die Reiseversicherungssparte Allianz Partners baut wegen des wachsenden Einsatzes von Künstlicher Intelligenz bis zu 1.800 Stellen europaweit ab, davon rund 80 bis 100 in Deutschland, vor allem am Standort München. Der Vorstandschef von Allianz Partners bestätigte eine entsprechende Einigung mit den Betriebsräten. Das berichten unter anderem Bloomberg, onvista und IT-Boltwise. Wenn du bei Allianz Partners arbeitest, ordnet dieser Leitfaden deine nächsten Schritte.

Vorab: Dieser Text ersetzt keine arbeitsrechtliche Beratung. Bei Fragen zu Freiwilligenprogramm, Sozialplan oder Abfindung ist der Betriebsrat, Verdi oder ein Fachanwalt für Arbeitsrecht die richtige Adresse. Eine Vermittlung in einen neuen Job kann niemand garantieren, die Förderwege stehen dir aber offen.

Auf einen Blick: Allianz Partners baut europaweit bis zu 1.800 Stellen ab, in Deutschland sind rund 80 bis 100 Stellen betroffen, vor allem in München. Der Grund ist der Einsatz von KI-Bots in Callcentern, die künftig einen Teil der Kundenanfragen und Schadenmeldungen übernehmen. Der Betriebsrat hat einer Umsetzung über ein Freiwilligenprogramm zugestimmt. Wer die Stelle verliert, sichert ALG 1 und kann eine geförderte Weiterbildung nutzen.

Was bei Allianz Partners gerade passiert

Allianz Partners beschäftigt weltweit mehr als 22.000 Menschen, rund 14.000 davon beantworten am Telefon Kundenanfragen und nehmen Schadenmeldungen im Reiseversicherungsgeschäft entgegen. Am 8. Juli 2026 bestätigte der Chef von Allianz Partners, Tomas Kunzmann, eine Einigung mit den Betriebsräten des Münchner Versicherungsunternehmens über einen Stellenabbau von bis zu 1.800 Arbeitsplätzen europaweit.

In Deutschland sind nach den vorliegenden Berichten rund 80 bis 100 Stellen betroffen, andere Berichte nennen mehr als 120 Stellen speziell am Standort München. Betroffen sind vor allem Callcenter-Tätigkeiten, bei denen künftig teilweise automatisierte KI-Bots die telefonische Kundenbetreuung übernehmen sollen. Kunzmann kündigte an, den Abbau über ein Freiwilligenprogramm umsetzen zu wollen, statt über betriebsbedingte Kündigungen.

Für Beschäftigte heißt das: Ein Freiwilligenprogramm bietet Wahlmöglichkeiten, aber jedes Angebot solltest du vor der Unterschrift genau prüfen lassen, bevor du dich entscheidest.

Dein erster Schritt: ALG 1 absichern

Sobald absehbar ist, dass dein Arbeitsverhältnis endet, meldest du dich innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis arbeitsuchend, sonst droht eine Sperre. Die Agentur für Arbeit erreichst du kostenlos unter 0800 4 5555 00.

ALG 1 beträgt 60 Prozent deines letzten Nettoentgelts, mit Kind 67 Prozent, gezahlt bis zu 24 Monate je nach Alter und Einzahldauer.

Freiwilligenprogramm und Aufhebungsvertrag prüfen lassen

Ein Freiwilligenprogramm läuft in aller Regel über einen Aufhebungsvertrag mit Abfindung. Das kann finanziell attraktiv sein, kann beim ALG 1 aber eine Sperrzeit von bis zu zwölf Wochen auslösen, weil du die Beendigung selbst mit herbeiführst. Ob im Einzelfall eine Sperrzeit droht, hängt von den genauen Umständen und der Formulierung im Vertrag ab. Lass dir das vom Betriebsrat, von Verdi oder einem Fachanwalt für Arbeitsrecht erklären, bevor du unterschreibst.

Die Zeit für eine geförderte Weiterbildung nutzen

Wer im Kundenservice einer Versicherung gearbeitet hat, bringt strukturiertes Arbeiten unter Zeitdruck und Erfahrung im Umgang mit Software-Systemen mit. Genau diese Grundlage lässt sich gut auf digitale Rollen übertragen, gerade wenn es um Prozessautomatisierung und den praktischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen geht. Der Bildungsgutschein nach § 81 SGB III übernimmt bei Bewilligung die kompletten Lehrgangskosten einer zugelassenen Weiterbildung.

Während einer abschlussorientierten Weiterbildung läuft dein ALG 1 nach § 144 SGB III weiter, dazu kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld pro Monat sowie 1.000 Euro bei der Zwischenprüfung und 1.500 Euro beim Abschluss (§ 87a SGB III). Kinderbetreuung wird mit 160 Euro je Kind und Monat bezuschusst (§ 87 SGB III).

Der Digitalisierungsmanager passt gut zu einem Hintergrund aus dem Versicherungs-Kundenservice: vier Monate, komplett online, mit Bildungsgutschein 0 Euro Eigenanteil, mit Fokus auf Prozessautomatisierung und den praktischen Einsatz von KI in Geschäftsprozessen. Wer eher in die kaufmännische Führung will, findet im Wirtschaftsfachwirt (IHK) eine Alternative über das Aufstiegs-BAföG.

Häufige Fragen

Wie viele Stellen fallen bei Allianz Partners in Deutschland weg?

Nach den vorliegenden Berichten sind rund 80 bis 100 Stellen in Deutschland betroffen, andere Berichte nennen mehr als 120 Stellen speziell am Standort München.

Warum baut Allianz Partners Stellen ab?

Der Konzern setzt künftig teilweise auf automatisierte KI-Bots in der telefonischen Kundenbetreuung und Schadenbearbeitung. Der Stellenabbau soll über ein Freiwilligenprogramm umgesetzt werden.

Drohen betriebsbedingte Kündigungen?

Nach den Aussagen des Vorstandschefs soll der Abbau über ein Freiwilligenprogramm erfolgen, nicht über betriebsbedingte Kündigungen. Details zur konkreten Umsetzung klärt der Betriebsrat.

Was kostet mich der Digitalisierungsmanager?

Bei bewilligtem Bildungsgutschein nichts. Die Agentur für Arbeit übernimmt die Lehrgangskosten. Der Kurs dauert vier Monate und läuft komplett online.

Quellen

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