Hinter dem Stichwort PANDION Insolvenz 2026 steht bislang ein Antrag: Die PANDION AG hat am 10. August 2026 beim Insolvenzgericht Köln die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt, zeitgleich mit fünf weiteren Konzerngesellschaften. Rund 160 Beschäftigte an vier Standorten sind davon betroffen. Dieser Leitfaden sagt, was belegt ist, welches Geld nach Unternehmensangaben gesichert ist und welche Fristen ab jetzt zählen.

Dieser Text ersetzt keine arbeitsrechtliche Beratung. Für verbindliche Auskünfte zum eigenen Arbeitsverhältnis, zu einer Kündigung oder zu einem Aufhebungsvertrag sind der Betriebsrat, die zuständige Gewerkschaft und ein Fachanwalt für Arbeitsrecht die richtige Adresse. Eine Vermittlung in einen neuen Job kann niemand garantieren, wir auch nicht. Die Förderwege für Weiterbildung und Neuorientierung stehen unabhängig davon offen.

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Wer den Antrag gestellt hat

Antragsteller sind sechs Gesellschaften: die PANDION AG selbst sowie die PANDION Real Estate GmbH, die PANDION Vertriebsgesellschaft mbH, die PANDION Design GmbH, die PANDION Projektmanagement GmbH und die PANDION Engineering GmbH. Alle sechs Anträge gingen am 10. August 2026 beim Insolvenzgericht Köln ein.

Die einzelnen Projekt- und Objektgesellschaften tragen ebenfalls den Namen PANDION, stehen nach Unternehmensangaben aber nicht auf dieser Liste. Eine pauschale Aussage über den ganzen Konzern trägt deshalb nicht.

Für dich heißt das: Sieh im Arbeitsvertrag und auf der Lohnabrechnung nach, welche Gesellschaft dort als Arbeitgeber steht. Das ist die Angabe, an der später alles hängt, von der Zuständigkeit des Verfahrens bis zum Insolvenzgeld.

Und weil der Name im Netz mehrfach vergeben ist, gehört auch das hierher: Pandion Therapeutics aus der US-Biotechnologie, Pandion Inc. aus der US-Paketlogistik, die Pandion Optimization Alliance als US-Einkaufsverbund und Pandion Partners aus der Investmentberatung in Bilbao haben mit dem Kölner Projektentwickler nichts zu tun. Wer nach Meldungen sucht, landet schnell bei einem dieser Unternehmen.

Was am 10. August passiert ist

Die Ad-hoc-Mitteilung ging um 12:15 Uhr heraus, die ausführliche Unternehmensmitteilung desselben Tages um 15:51 Uhr. Vorstand und Alleineigentümer der PANDION AG ist Reinhold Knodel.

Als Auslöser nennt das Unternehmen den Wegfall eines wesentlichen Finanzierungsbausteins, gemeldet am 3. August 2026. Die am 5. August 2026 fällige Zinszahlung auf die Unternehmensanleihe 2021/28 über 45 Millionen Euro mit einem Kupon von 8,00 Prozent wurde nicht fristgerecht geleistet.

Die rund 160 Beschäftigten arbeiten in Köln, München, Berlin und Stuttgart. Nach eigenen Angaben entwickelt das Unternehmen rund 3.800 geplante oder im Bau befindliche Wohnungen und etwa 200.000 Quadratmeter Bürofläche mit einem Gesamtverkaufsvolumen von über 4,8 Milliarden Euro.

Die laufenden Bauvorhaben sollen fortgeführt werden. An der Berliner Baustelle PANDION LVL UP am Halleschen Ufer liefen die Arbeiten am 11. August 2026 unverändert weiter.

Was in den Suchergebnissen aus den Monaten davor auftaucht, gehört nicht zum aktuellen Vorgang und sollte nicht damit vermengt werden: die Neuordnung der Unternehmensfinanzierung am 24. Februar 2026, eine Projektfinanzierung durch einen Apollo-Fonds über 240 Millionen Euro für ein Münchner Projekt am 9. März 2026 und der Teilverkauf am Düsseldorfer Albertussee an GARBE Urban Real Estate am 18. Mai 2026. Ein früheres Insolvenzverfahren der PANDION AG gibt es nicht.

Eigenverwaltung, Insolvenzgeld und die Frist, die noch nicht läuft

In der Eigenverwaltung bleibt die bisherige Geschäftsführung im Amt und stimmt wesentliche Entscheidungen mit einem gerichtlich bestellten Sachwalter ab. In der Regelinsolvenz übernimmt dagegen ein Insolvenzverwalter die Verfügungsbefugnis. Beantragt ist hier die Eigenverwaltung.

Entschieden ist darüber noch nichts. Es liegt der Antrag vom 10. August 2026 vor, das Gericht muss ihn erst prüfen. Ein Aktenzeichen ist öffentlich nicht bekannt, ein Sachwalter ist nicht benannt, und die Abfrage der amtlichen Insolvenzbekanntmachungen liefert keinen Treffer. Das ist bei einer beantragten Eigenverwaltung ohne bekanntmachungspflichtige Sicherungsmaßnahme nach Paragraf 23 InsO der Normalfall und kein Warnsignal.

Für die Gehälter bedeutet das nach Unternehmensangaben: August, September und Oktober 2026 sind über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung gesichert. Wie es danach weitergeht, hängt am weiteren Verlauf des Verfahrens.

Der wichtigste Punkt für die eigene Planung steckt im Zeitpunkt. Das Insolvenzgeld nach Paragraf 165 SGB III deckt die drei Monate ab, die dem Insolvenzereignis vorausgehen. Dieses Insolvenzereignis tritt erst mit der Eröffnung des Verfahrens ein, nicht mit dem Antrag. Erst ab der Eröffnung läuft die Zwei-Monats-Frist des Paragrafen 324 Absatz 3 SGB III, innerhalb derer der Antrag auf Insolvenzgeld gestellt sein muss. Solange nicht eröffnet ist, läuft diese Frist also noch gar nicht. Ein konkretes Datum kann heute niemand nennen, wohl aber den Auslöser. Mit der Eröffnung des Verfahrens beginnt die Frist zu laufen. Behalte die Eröffnungsentscheidung deshalb im Blick und kläre früh, über welchen Weg dein Antrag bei der Agentur für Arbeit eingereicht wird.

Sollte es im eröffneten Verfahren zu Kündigungen kommen, ist die Kündigungsfrist nach Paragraf 113 InsO auf drei Monate zum Monatsende gedeckelt, auch wenn im Vertrag eine längere Frist steht.

Die Fristen, die unabhängig vom Verfahren gelten

Drei Tage. So lange hast du Zeit, dich arbeitsuchend zu melden, sobald du von einer Beendigung deines Arbeitsverhältnisses erfährst. Die Meldung ist kostenfrei möglich über 0800 4 5555 00, und wer sie versäumt, riskiert eine Sperrzeit.

Kommt eine Kündigung, läuft die Frist für eine Kündigungsschutzklage: drei Wochen ab Zugang, Paragraf 4 KSchG. Diese Frist ist hart, sie gilt auch in einem Insolvenzverfahren, und sie läuft weiter, während man noch überlegt.

Bei einem Aufhebungsvertrag droht eine Sperrzeit von bis zu zwölf Wochen, auch dann, wenn eine Abfindung gezahlt wird. Vor der Unterschrift zum Fachanwalt, nicht danach.

Das Arbeitslosengeld 1 beträgt rund 60 Prozent des letzten Nettoentgelts, mit Kind 67 Prozent.

Was in Projektentwicklung, Vertrieb und Engineering an Können steckt

Die rund 160 sitzen in Projektentwicklung, Vertrieb, Design, Projektmanagement und Engineering. Wer dort arbeitet, steuert mehrjährige Bauvorhaben über Terminpläne, Meilensteine und Abhängigkeiten, verfolgt Kosten und Nachträge gegen Budgets, schreibt aus und vergibt über Leistungsverzeichnisse, hält Plan- und Dokumentenstände in Bauwerksdatenmodellierung und Dokumentenmanagementsystemen sauber, führt Reservierungsstrecken für Wohnungen mit Interessentenverwaltung, Notarterminen, Kaufpreisraten und Zahlungsplänen und hält die Kommunikation mit Behörden samt Fristen und Auflagen zusammen.

Das sind strukturierte, regelbasierte Abläufe mit vielen Schnittstellen und sehr viel Tabellenkalkulation. Genau aus dieser Ausgangslage heraus machen Prozessautomatisierung, saubere Datenmodelle und automatisiertes Dokumentenauslesen einen messbaren Unterschied, weil die Regeln längst existieren und bisher nur von Menschen abgearbeitet werden.

Der Digitalisierungsmanager für Prozessautomatisierung und Künstliche Intelligenz setzt an dieser Stelle an. Vier Monate, 720 Unterrichtseinheiten, komplett online, ohne Programmierkenntnisse als Voraussetzung, DEKRA-zertifiziert. Bei bewilligtem Bildungsgutschein nach Paragraf 81 SGB III trägt die Agentur für Arbeit die Lehrgangskosten, der Eigenanteil liegt dann bei 0 Euro. Über die Bewilligung entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.

Während einer abschlussorientierten Weiterbildung läuft das Arbeitslosengeld 1 nach Paragraf 144 SGB III weiter. Dazu kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat sowie 1.000 Euro bei der Zwischenprüfung und 1.500 Euro beim Abschluss nach Paragraf 87a SGB III, für Kinderbetreuung 160 Euro je Kind und Monat nach Paragraf 87 SGB III. Ob dieser Weg passt, entscheidet jeder für sich, er ist eine Option unter mehreren. Wie sich die Lage über einzelne Betriebe hinaus darstellt, steht in unserer Übersicht zum Stellenabbau, branchennah in unserem Ratgeber zur Lage in der Bauwirtschaft.

Der zweite Suchradius

Wer aus der Projektentwicklung kommt, unterschätzt oft, wie übertragbar die eigene Arbeit ist, weil das Berufsbild an Immobilien hängt. Der Kern der Tätigkeit ist Steuerung unter Unsicherheit, mit harten Terminen und vielen Beteiligten, die alle etwas anderes wollen. Dafür werden auch außerhalb der Immobilienbranche Leute gesucht. Der Fehler, den wir regelmäßig sehen: Betroffene bewerben sich monatelang ausschließlich in derselben Branche, in der gerade alle sparen, und wundern sich über die Rücklaufquote. Ein zweiter Suchradius kostet nichts außer der Mühe, die eigenen Projekte einmal ohne Immobilienvokabular zu beschreiben.

Häufige Fragen

Ist das Insolvenzverfahren eröffnet?

Nein. Bislang liegt der Antrag vom 10. August 2026 auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung vor, über den das Insolvenzgericht Köln noch entscheiden muss. Ein Aktenzeichen und ein Sachwalter sind öffentlich nicht benannt, und die amtlichen Insolvenzbekanntmachungen führen dazu keinen Eintrag. Das ist bei einer beantragten Eigenverwaltung ohne bekanntmachungspflichtige Sicherungsmaßnahme nach Paragraf 23 InsO üblich.

Sind alle Gesellschaften mit dem Namen PANDION betroffen?

Nein. Antragsteller sind die PANDION AG und fünf weitere Konzerngesellschaften: Real Estate, Vertriebsgesellschaft, Design, Projektmanagement und Engineering. Die einzelnen Projekt- und Objektgesellschaften sind nach Unternehmensangaben nicht Antragsteller. Gleichnamige Unternehmen wie Pandion Therapeutics, Pandion Inc., die Pandion Optimization Alliance und Pandion Partners haben mit dem Kölner Projektentwickler nichts zu tun.

Bis wann ist mein Gehalt gesichert?

Nach Unternehmensangaben sind Löhne und Gehälter für August, September und Oktober 2026 über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung gesichert. Rechtsgrundlage des Insolvenzgeldes ist Paragraf 165 SGB III, es deckt die drei Monate ab, die dem Insolvenzereignis vorausgehen. Was danach kommt, hängt am weiteren Verlauf des Verfahrens.

Wann muss ich Insolvenzgeld beantragen?

Die Zwei-Monats-Frist nach Paragraf 324 Absatz 3 SGB III beginnt mit dem Insolvenzereignis, und das ist die Eröffnung des Verfahrens. Solange nur der Antrag vorliegt, läuft diese Frist noch nicht. Behalte die Eröffnungsentscheidung im Blick, denn ab ihr zählen zwei Monate, und die Frist ist eine Ausschlussfrist.

Wird auf den Baustellen weitergearbeitet?

Die laufenden Bauvorhaben sollen nach Unternehmensangaben fortgeführt werden, die Projekt- und Objektgesellschaften gehören nicht zu den Antragstellern. Am Berliner Vorhaben PANDION LVL UP am Halleschen Ufer liefen die Arbeiten am 11. August 2026 unverändert weiter. Weitergehende Angaben zum Fortgang einzelner Bauvorhaben liegen öffentlich nicht vor.

Quellen

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