Der Autozulieferer Magna schließt sein Werk im unterfränkischen Dorfprozelten früher als geplant. Rund 216 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz, die IG Metall spricht von einem Vertrauensbruch, weil das Aus schon Mitte 2027 kommen soll statt wie 2023 vereinbart erst Ende 2028. Das berichten unter anderem STIMME.de, t-online und auto motor und sport. Wenn du im Werk Dorfprozelten arbeitest, ordnet dieser Leitfaden deine nächsten Schritte.
Vorab: Dieser Text ersetzt keine arbeitsrechtliche Beratung. Bei Fragen zu einem Sozialplan, deinem Arbeitsverhältnis oder einer Kündigung sind dein Betriebsrat, die IG Metall oder ein Fachanwalt für Arbeitsrecht die richtige Adresse. Eine Vermittlung in einen neuen Job kann niemand garantieren, die Förderwege stehen dir aber offen.
Auf einen Blick: Magna schließt sein Werk in Dorfprozelten im Landkreis Miltenberg, betroffen sind rund 216 Beschäftigte. Am Standort werden Außen- und Rückspiegel für Fahrzeuge gefertigt. Die Schließung ist auf Mitte 2027 vorgezogen, obwohl 2023 mit der IG Metall ein Erhalt bis Ende 2028 vereinbart worden war. Magna begründet den Schritt mit anhaltend negativer Geschäfts- und Marktentwicklung, die Gewerkschaft kritisiert einen Bruch der Zusagen.
Was bei Magna in Dorfprozelten passiert
Am Standort Dorfprozelten stellt Magna Außen- und Rückspiegel für Fahrzeuge her. 2023 hatten sich Unternehmen und IG Metall darauf verständigt, den Betrieb bis Ende 2028 fortzuführen. Nun zieht Magna das Aus auf Mitte 2027 vor. Zur Begründung verweist der Konzern auf anhaltend negative Geschäfts- und Marktentwicklungen. Trotz Investitionen und Sparmaßnahmen lasse sich der Standort nicht halten.
Die IG Metall sieht das anders und spricht von einem erheblichen Schaden für das Vertrauen in verbindliche Zusagen. Entgegen der Vereinbarung von 2023 habe Magna keine neuen Produkte nach Dorfprozelten gebracht und auch keine Fertigung von anderen Standorten dorthin verlagert. Für dich als Beschäftigten ist wichtig: Eine Frist bis Mitte 2027 ist auch ein Vorlauf. Diese Zeit kannst du für Qualifizierung und Neuorientierung nutzen, bevor es soweit ist.
Sozialplan, Transfergesellschaft, Zeit
Bei einer Werksschließung dieser Größe verhandelt der Betriebsrat mit dem Unternehmen einen Interessenausgleich und einen Sozialplan. Darin geht es um Abfindungen, Fristen und häufig um eine Transfergesellschaft. In einer solchen Gesellschaft bleibst du befristet angestellt und beziehst Transferkurzarbeitergeld nach Paragraf 111 SGB III, statt direkt arbeitslos zu werden. Diese Konstellation ist ideal, um eine Weiterbildung unterzubringen. Kläre über die IG Metall und deinen Betriebsrat, was konkret geplant ist.
Wenn die Kündigung kommt
Sobald du von deinem Kündigungstermin erfährst, meldest du dich innerhalb von drei Tagen bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend, sonst droht eine Sperrzeit. Die kostenlose Hotline erreichst du unter 0800 4 5555 00. Das Arbeitslosengeld 1 beträgt 60 Prozent deines letzten Nettoentgelts, mit Kind sind es 67 Prozent. Einen Aufhebungsvertrag solltest du nie ungeprüft unterschreiben, er kann eine Sperrzeit von bis zu zwölf Wochen auslösen.
Von der Fertigung in die Prozessarbeit
Die Autoindustrie steht vor dem größten Umbau ihrer Geschichte, das spürt gerade die Zulieferbranche. Wer in der Fertigung gearbeitet hat, bringt genau die Grundlage mit, die für die nächste Phase gebraucht wird: das Verständnis für Prozesse, für Qualität, für Abläufe. Was fehlt, sind oft nur die digitalen Werkzeuge.
Der Digitalisierungsmanager schließt diese Lücke: vier Monate, 720 Unterrichtseinheiten, komplett online, ohne Programmierkenntnisse, mit Schwerpunkt auf Prozessautomatisierung und dem praktischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Der Bildungsgutschein nach Paragraf 81 SGB III übernimmt bei Bewilligung die kompletten Lehrgangskosten. Läuft die Weiterbildung über eine Transfergesellschaft, lässt sie sich mit der Transferzeit verbinden. Bist du bereits arbeitslos, läuft dein Arbeitslosengeld 1 während einer abschlussorientierten Weiterbildung nach Paragraf 144 SGB III weiter, dazu kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld pro Monat sowie 1.000 Euro bei der Zwischenprüfung und 1.500 Euro beim Abschluss (Paragraf 87a SGB III). Kinderbetreuung wird mit 160 Euro je Kind und Monat bezuschusst (Paragraf 87 SGB III).
Häufige Fragen
Wann schließt das Werk in Dorfprozelten?
Magna hat die Schließung auf Mitte 2027 vorgezogen. Ursprünglich war der Erhalt des Standorts bis Ende 2028 vereinbart. Der genaue Ablauf wird zwischen Unternehmen, Betriebsrat und IG Metall verhandelt.
Warum kommt das Aus früher als vereinbart?
Magna begründet das mit anhaltend negativer Geschäfts- und Marktentwicklung. Die IG Metall wertet das vorgezogene Aus als Bruch der Vereinbarung von 2023 und kritisiert, dass keine neuen Produkte an den Standort kamen.
Habe ich Anspruch auf eine Abfindung?
Ob und in welcher Höhe es Abfindungen gibt, regelt der Sozialplan, den der Betriebsrat verhandelt. Konkrete Auskünfte bekommst du über deinen Betriebsrat und die IG Metall.
Was kostet mich der Digitalisierungsmanager?
Bei bewilligtem Bildungsgutschein nichts. Die Agentur für Arbeit übernimmt die Lehrgangskosten. Der Kurs dauert vier Monate und läuft komplett online.
Quellen
- STIMME.de: Magna schließt Werk in Dorfprozelten, rund 200 Mitarbeiter betroffen
- t-online: Autozulieferer schließt Werk in Deutschland
- auto motor und sport: Magna schließt deutsches Werk vorzeitig
Bereit für deinen nächsten Karriereschritt?
Lass dich kostenlos beraten. Wir finden die passende Weiterbildung und Förderung für dich.