Die insolvente Allgäuer Supermarktkette Feneberg bekommt eine neue Zukunft: Rewe und die neu gegründete LEH-Allgäu GmbH übernehmen gemeinsam alle 72 Standorte. Für die meisten der rund 3.000 Beschäftigten sollen die bestehenden Arbeitsverträge unverändert weiterlaufen, in der Verwaltung zeichnen sich aber einzelne Stellenkürzungen ab. Das berichten unter anderem t-online, Business Insider und die Rewe Group selbst. Wenn du bei Feneberg arbeitest, ordnet dieser Leitfaden deine nächsten Schritte.
Vorab: Dieser Text ersetzt keine arbeitsrechtliche Beratung. Bei Fragen zu deinem Arbeitsverhältnis, dem Insolvenzplan oder einem möglichen Stellenabbau in der Verwaltung ist der Betriebsrat, Verdi oder ein Fachanwalt für Arbeitsrecht die richtige Adresse. Eine Vermittlung in einen neuen Job kann niemand garantieren, die Förderwege stehen dir aber offen.
Auf einen Blick: Feneberg ist seit dem 1. April 2026 in Insolvenz in Eigenverwaltung, am 7. Juli 2026 wurde eine Investorenvereinbarung mit Rewe und der neuen LEH-Allgäu GmbH unterzeichnet. Alle 72 Standorte bleiben erhalten, die Hälfte geht an Rewe, die andere Hälfte an LEH-Allgäu unter der Marke Feneberg. Für die meisten der rund 3.000 Beschäftigten sollen die Arbeitsverträge unverändert weiterlaufen, in der Verwaltung sind einzelne Kürzungen möglich. Der Insolvenzplan braucht noch die Zustimmung der Gläubiger.
Was bei Feneberg gerade passiert
Feneberg befindet sich seit dem 1. April 2026 in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Am 7. Juli 2026 unterzeichneten die Eigenverwaltung, Rewe Group und die neu gegründete LEH-Allgäu GmbH eine Investorenvereinbarung, die die Zukunft aller 72 Standorte sichern soll.
Der Plan sieht vor, dass rund die Hälfte der Märkte künftig direkt zu Rewe gehört, die andere Hälfte übernimmt die neue LEH-Allgäu GmbH und führt sie unter der bekannten Marke Feneberg weiter. Für Beschäftigte in den Rewe-Märkten sollen bestehende Arbeitsverträge unverändert bestehen bleiben, ebenso für Beschäftigte in den künftigen LEH-Allgäu-Märkten. Lediglich im Verwaltungsbereich rechnet das Unternehmen mit einzelnen Stellenkürzungen, eine genaue Zahl steht noch nicht fest.
Für dich als Beschäftigten heißt das: Die Grundrichtung ist positiv, dein Arbeitsplatz im Markt selbst ist mit hoher Wahrscheinlichkeit gesichert. Der Insolvenzplan muss aber noch von den Gläubigern von Feneberg bestätigt werden, endgültig entschieden ist deshalb noch nichts.
Falls du in der Verwaltung arbeitest: ALG 1 absichern
Solltest du zu den Beschäftigten in der Verwaltung gehören und von einer Kürzung betroffen sein, meldest du dich innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis arbeitsuchend, sonst droht eine Sperre. Die Agentur für Arbeit erreichst du kostenlos unter 0800 4 5555 00.
ALG 1 beträgt 60 Prozent deines letzten Nettoentgelts, mit Kind 67 Prozent, gezahlt bis zu 24 Monate je nach Alter und Einzahldauer.
Aufhebungsvertrag und Abfindung prüfen lassen
Solltest du ein Angebot für einen Aufhebungsvertrag bekommen, unterschreib nichts ungeprüft. Eine selbst herbeigeführte Beendigung kann eine Sperrzeit beim ALG 1 von bis zu zwölf Wochen auslösen. Lass dir das Angebot vom Betriebsrat, von Verdi oder einem Fachanwalt für Arbeitsrecht erklären, bevor du unterschreibst.
Die Zeit für eine geförderte Weiterbildung nutzen
Wer im Einzelhandel in Verwaltung, Einkauf oder Warenwirtschaft gearbeitet hat, bringt praktisches Prozesswissen mit, das sich gut auf digitale Rollen übertragen lässt, gerade wenn es um Prozessautomatisierung und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Handelsunternehmen geht. Der Bildungsgutschein nach § 81 SGB III übernimmt bei Bewilligung die kompletten Lehrgangskosten einer zugelassenen Weiterbildung.
Während einer abschlussorientierten Weiterbildung läuft dein ALG 1 nach § 144 SGB III weiter, dazu kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld pro Monat sowie 1.000 Euro bei der Zwischenprüfung und 1.500 Euro beim Abschluss (§ 87a SGB III). Kinderbetreuung wird mit 160 Euro je Kind und Monat bezuschusst (§ 87 SGB III).
Der Digitalisierungsmanager ist ein möglicher Weg: vier Monate, komplett online, mit Bildungsgutschein 0 Euro Eigenanteil, mit Fokus auf Prozessautomatisierung und den praktischen Einsatz von KI in Geschäftsprozessen. Wer eher in die kaufmännische Führung will, findet im Wirtschaftsfachwirt (IHK) eine Alternative über das Aufstiegs-BAföG.
Häufige Fragen
Was passiert mit meinem Arbeitsplatz bei Feneberg?
Für Beschäftigte in den Märkten sollen die bestehenden Arbeitsverträge unverändert weiterlaufen, egal ob der Standort zu Rewe oder zur neuen LEH-Allgäu GmbH gehört. In der Verwaltung sind einzelne Kürzungen möglich.
Bleiben alle 72 Standorte erhalten?
Ja, nach der Investorenvereinbarung vom 7. Juli 2026 sollen alle 72 Standorte weiterbetrieben werden, aufgeteilt zwischen Rewe und der neuen LEH-Allgäu GmbH.
Ist der Deal schon endgültig?
Noch nicht vollständig. Die Investorenvereinbarung muss über einen Insolvenzplan umgesetzt werden, der noch die Zustimmung der Gläubiger von Feneberg benötigt.
Was kostet mich der Digitalisierungsmanager?
Bei bewilligtem Bildungsgutschein nichts. Die Agentur für Arbeit übernimmt die Lehrgangskosten. Der Kurs dauert vier Monate und läuft komplett online.
Quellen
- t-online: Rewe will große Teile von Supermarkt-Kette nach Insolvenz übernehmen
- Business Insider: Alle 72 Standorte bleiben, Rewe übernimmt insolvente Supermarkt-Kette
- Rewe Group: Eigenverwaltung der Feneberg Lebensmittel GmbH und LEH-Allgäu GmbH unterzeichnen Investorenvereinbarung
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