Der Leipziger Softwarehersteller Deskcenter AG steht seit dem 24. Juni 2026 unter vorläufiger Insolvenzverwaltung. Die 48 Beschäftigten arbeiten weiter, der Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt fort. Das berichten unter anderem ChannelPartner, CRN und der Fachverlag INDat. Wenn du bei Deskcenter arbeitest, ordnet dieser Leitfaden deine nächsten Schritte.
Vorab: Dieser Text ersetzt keine arbeitsrechtliche Beratung. Bei Fragen zu Insolvenzgeld, deinem Arbeitsverhältnis oder einem Aufhebungsvertrag ist der Insolvenzverwalter, die Mitarbeitervertretung oder ein Fachanwalt für Arbeitsrecht die richtige Adresse. Eine Vermittlung in einen neuen Job kann niemand garantieren, die Förderwege stehen dir aber offen.
Auf einen Blick: Deskcenter aus Leipzig steht seit dem 24. Juni 2026 unter vorläufiger Insolvenzverwaltung, 48 Beschäftigte sind betroffen. Auslöser war eine gescheiterte Finanzierungsrunde bei gleichzeitig gestiegenen Betriebskosten. Der Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter, Verträge und Lizenzen bestehen unverändert fort. Das Insolvenzgeld nach § 165 SGB III sichert bis zu drei Monate Nettoentgelt. Wer die Stelle verliert, sichert ALG 1 und kann eine geförderte Weiterbildung nutzen.
Was bei Deskcenter gerade passiert
Deskcenter entwickelt Software zur Verwaltung und Steuerung von IT-Ausstattung über den gesamten Lebenszyklus in Unternehmen, rund 600 Kunden setzen die Lösungen direkt oder über 40 Partnerfirmen ein. Am 24. Juni 2026 ordnete das Amtsgericht Leipzig die vorläufige Insolvenzverwaltung an, Rechtsanwalt Dr. Stephan Thiemann von der Kanzlei Pluta wurde als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt.
Als Ursachen nennt das Unternehmen eine gescheiterte Finanzierungsrunde, zusammen mit deutlich gestiegenen Betriebskosten und einer zurückhaltenden Investitionsbereitschaft im Softwaresektor insgesamt. Der Geschäftsbetrieb läuft nach Unternehmensangaben uneingeschränkt weiter, Verträge, Lizenzen und Leistungen sollen unverändert fortgesetzt werden. Der Insolvenzverwalter führt derzeit erste Gespräche mit Kunden, Partnern und möglichen Investoren, um eine tragfähige Perspektive zu entwickeln.
Für die 48 Beschäftigten heißt das: Der laufende Betrieb ist stabil, die langfristige Zukunft des Unternehmens hängt aber vom Ausgang der Investorengespräche ab. Genau deshalb lohnt es sich, die eigenen Ansprüche schon jetzt zu kennen.
Deine Gehälter sind über das Insolvenzgeld gesichert
Für die Zeit rund um das Insolvenzereignis greift das Insolvenzgeld nach § 165 SGB III. Es sichert bis zu drei Monate rückständiges Nettoentgelt ab. Den Antrag stellst du bei der Agentur für Arbeit, innerhalb von zwei Monaten nach dem Insolvenzereignis. Der Insolvenzverwalter unterstützt bei den nötigen Bescheinigungen.
Solltest du eine Kündigung oder ein Angebot für einen Aufhebungsvertrag erhalten, lass es vor der Unterschrift prüfen. Eine selbst herbeigeführte Beendigung kann eine Sperrzeit beim ALG 1 von bis zu zwölf Wochen auslösen.
Falls es zur Beendigung kommt: ALG 1 absichern
Endet dein Arbeitsverhältnis, meldest du dich innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis arbeitsuchend, sonst droht eine Sperre. Die Agentur für Arbeit erreichst du kostenlos unter 0800 4 5555 00.
ALG 1 beträgt 60 Prozent deines letzten Nettoentgelts, mit Kind 67 Prozent, gezahlt bis zu 24 Monate je nach Alter und Einzahldauer.
Die Zeit für eine geförderte Weiterbildung nutzen
Wer bei einem IT-Softwarehersteller in Entwicklung, Support oder Vertrieb gearbeitet hat, bringt bereits starke digitale Kompetenzen mit. Genau diese Fähigkeiten sind branchenübergreifend gefragt, gerade wenn es um Prozessautomatisierung und den praktischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen geht. Der Bildungsgutschein nach § 81 SGB III übernimmt bei Bewilligung die kompletten Lehrgangskosten einer zugelassenen Weiterbildung.
Während einer abschlussorientierten Weiterbildung läuft dein ALG 1 nach § 144 SGB III weiter, dazu kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld pro Monat sowie 1.000 Euro bei der Zwischenprüfung und 1.500 Euro beim Abschluss (§ 87a SGB III). Kinderbetreuung wird mit 160 Euro je Kind und Monat bezuschusst (§ 87 SGB III).
Der Digitalisierungsmanager passt gut zu einem technischen IT-Hintergrund: vier Monate, komplett online, mit Bildungsgutschein 0 Euro Eigenanteil, mit Fokus auf Prozessautomatisierung und den praktischen Einsatz von KI in Geschäftsprozessen. Wer eher in die kaufmännische Führung will, findet im Wirtschaftsfachwirt (IHK) eine Alternative über das Aufstiegs-BAföG.
Häufige Fragen
Warum ist Deskcenter insolvent geworden?
Auslöser war eine gescheiterte Finanzierungsrunde, zusammen mit deutlich gestiegenen Betriebskosten und einer zurückhaltenden Investitionsbereitschaft im Softwaresektor.
Läuft der Geschäftsbetrieb weiter?
Ja, der Betrieb läuft nach Unternehmensangaben uneingeschränkt weiter. Verträge, Lizenzen und Leistungen für die rund 600 Kunden sollen unverändert fortgesetzt werden.
Wie viele Beschäftigte sind betroffen?
48 Beschäftigte arbeiten bei Deskcenter in Leipzig. Der Insolvenzverwalter führt derzeit Gespräche mit Kunden, Partnern und möglichen Investoren.
Was kostet mich der Digitalisierungsmanager?
Bei bewilligtem Bildungsgutschein nichts. Die Agentur für Arbeit übernimmt die Lehrgangskosten. Der Kurs dauert vier Monate und läuft komplett online.
Quellen
- ChannelPartner: Deskcenter ist insolvent
- CRN: So geht es weiter bei insolventer Deskcenter
- INDat: PLUTA Rechtsanwalt Dr. Thiemann zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Deskcenter AG bestellt
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