Die AMI Förder- und Lagertechnik GmbH aus Luckenbach im Westerwald ist insolvent. Nach den unten genannten Berichten der Rhein-Zeitung stellte der Spezialist für Förder- und Lagertechnik im April 2026 einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Montabaur, rund 160 Arbeitsplätze sind betroffen. AMI gilt als größter Arbeitgeber der Gemeinde. Zunächst wurde ein Verkauf angestrebt, doch der mögliche Investor sprang ab, sodass der Firma ohne Übernahme das Aus drohte. Wenn du dort arbeitest, hilft dir dieser Leitfaden weiter.
Vorab, damit das klar ist: Dieser Artikel ist keine arbeitsrechtliche Beratung. Bei Sozialplan, Kündigung oder Abfindung sind der Betriebsrat, die IG Metall und ein Fachanwalt für Arbeitsrecht zuständig. Eine Vermittlung in einen neuen Job kann niemand garantieren. Die Förderwege dagegen sind klar geregelt.
Auf einen Blick: Bleibt Lohn aus, sichert das Insolvenzgeld nach Paragraf 165 SGB III bis zu drei Monatsentgelte, Antrag binnen zwei Monaten. Sobald dein Arbeitsverhältnis endet, meldest du dich innerhalb von drei Tagen arbeitsuchend (0800 4 5555 00). ALG 1 ersetzt rund 60 Prozent deines letzten Nettos, mit Kind 67 Prozent. Über den Bildungsgutschein nach Paragraf 81 SGB III zahlt die Agentur eine Weiterbildung wie den Digitalisierungsmanager zu 100 Prozent.
Was bei AMI gerade passiert
Nach dem Insolvenzantrag stand das Unternehmen unter vorläufiger Insolvenzverwaltung, und ein Verkauf wurde gesucht. Nachdem der Investor abgesprungen ist, ist die Lage angespannt. Für die rund 160 Beschäftigten geht es jetzt darum, die eigenen Ansprüche zu kennen und die nächsten Schritte vorzubereiten.
Für dich heißt das praktisch: Klär früh, wie dein Lohn über das Insolvenzgeld abgesichert ist, und bereite parallel eine Weiterbildung vor. Wer das tut, kommt deutlich stärker aus der Übergangsphase heraus.
Eine ehrliche Einordnung: Erfahrung in Fördertechnik, Montage und Anlagenbau ist solide handwerkliche Substanz. Wer sie um digitale Kompetenzen ergänzt, wird für viele Industrie- und Logistikbereiche interessant, die genau solche Profile suchen.
Schritt 1: Insolvenzgeld und ALG 1 sichern
Zwei Dinge sind jetzt wichtig. Erstens das Insolvenzgeld: Bleiben Löhne aus, sichert das Insolvenzgeld nach Paragraf 165 SGB III rückwirkend bis zu drei Monatsentgelte. Den Antrag stellst du bei der Agentur für Arbeit, in der Regel innerhalb von zwei Monaten nach Insolvenzeröffnung. Der Insolvenzverwalter und der Betriebsrat informieren dazu meist von sich aus.
Zweitens das Arbeitslosengeld: Sobald dein Arbeitsverhältnis endet, musst du dich innerhalb von drei Tagen arbeitsuchend melden, telefonisch unter 0800 4 5555 00 oder online. Das ALG 1 beträgt rund 60 Prozent deines letzten Nettoentgelts, mit mindestens einem Kind 67 Prozent.
Einen Aufhebungsvertrag solltest du vor der Unterschrift prüfen lassen. Er kann eine Sperrzeit von bis zu zwölf Wochen auslösen.
Schritt 2: Den Bildungsgutschein verstehen
Der Bildungsgutschein ist das Instrument, mit dem die Agentur für Arbeit Weiterbildungen finanziert. Rechtsgrundlage ist Paragraf 81 SGB III. Verbessert die Weiterbildung deine Chancen am Arbeitsmarkt, übernimmt die Agentur die Lehrgangskosten zu 100 Prozent. Der Anspruch gilt auch für Menschen, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind.
Während einer abschlussorientierten Weiterbildung läuft dein ALG 1 nach Paragraf 144 SGB III weiter. Mit Kindern gibt es nach Paragraf 87 SGB III zusätzlich 160 Euro pro Kind und Monat für die Kinderbetreuung.
Schritt 3: Welche Weiterbildung für AMI-Beschäftigte passt
Du kommst aus Fertigung, Montage, Anlagenbau, Lagertechnik oder Verwaltung. Statt bei null anzufangen, erweiterst du dein Wissen um Prozessautomatisierung und den praktischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz, also genau die Themen, die quer durch alle Branchen gefragt sind.
Der Digitalisierungsmanager für Prozessautomatisierung und Künstliche Intelligenz dauert vier Monate, läuft komplett online, umfasst 720 Unterrichtseinheiten und ist mit Bildungsgutschein für dich kostenlos. Du lernst, Geschäftsprozesse zu analysieren, mit Werkzeugen wie n8n zu automatisieren und Sprachmodelle einzubinden. Wer aus der Lagertechnik kommt, kennt Materialflüsse und Abläufe ohnehin.
Im Bereich Digitalisierung und KI sind bundesweit weit über 100.000 Stellen offen, das Einstiegsgehalt liegt bei rund 60.000 Euro. Falls dein Hintergrund eher kaufmännisch ist, kann auch der Wirtschaftsfachwirt (IHK) ein Weg sein, der über das Aufstiegs-BAföG läuft, nicht über den Bildungsgutschein.
Schritt 4: Bewerbung neu aufstellen
Bewerbungen aus der Industrie zählen oft nur Stationen auf. Was zählt, ist das Ergebnis: Hast du eine Anlage zuverlässiger gemacht, einen Materialfluss optimiert oder eine Montage beschleunigt?
In deine Unterlagen gehören messbare Ergebnisse, die Breite deiner Erfahrung und deine laufende Weiterbildung. Ein Satz wie "aktuell in Weiterbildung zum Digitalisierungsmanager mit Schwerpunkt KI-Automatisierung" zeigt, dass du dich aktiv neu aufstellst. Im Westerwald und im Raum Koblenz suchen Arbeitgeber erfahrene Technik- und Logistikleute.
Schritt 5: Wo du dich konkret meldest
Für die rechtliche Seite sind der Betriebsrat und die IG Metall die erste Anlaufstelle. Sie begleiten das Verfahren und kennen die Details.
Für die Förderung gehst du zur Agentur für Arbeit, persönlich oder über die Hotline 0800 4 5555 00. Sprich Insolvenzgeld und Bildungsgutschein an.
Wenn du erst einmal unverbindlich ausprobieren willst, ob eine KI-Weiterbildung zu dir passt, schau dir unseren kostenlosen Schnupperkurs an. Fünf Lektionen, eine Live-Demo pro Woche, keine Verpflichtung.
Was du in den ersten 14 Tagen erledigen solltest
Mit dem Betriebsrat klären, wie das Insolvenzgeld beantragt wird. Bei einer Beendigung deines Vertrags innerhalb von drei Tagen arbeitsuchend melden. Einen eventuellen Aufhebungsvertrag prüfen lassen. Termin bei der Agentur für Arbeit machen und Bildungsgutschein ansprechen. Eine passende Weiterbildung aussuchen.
Häufige Fragen
Der Investor ist abgesprungen, was bedeutet das für mich?
Ohne Übernahme ist die Fortführung schwieriger. Konkret heißt das für dich: Kläre früh dein Insolvenzgeld, melde dich rechtzeitig arbeitsuchend und bereite eine Weiterbildung vor, damit du nicht erst am letzten Tag reagierst. Der Betriebsrat und die IG Metall informieren über den aktuellen Stand.
Was ist Insolvenzgeld und wie bekomme ich es?
Das Insolvenzgeld nach Paragraf 165 SGB III ersetzt ausgefallenen Lohn für bis zu drei Monate vor der Insolvenzeröffnung. Du beantragst es bei der Agentur für Arbeit, in der Regel innerhalb von zwei Monaten. Betriebsrat und Insolvenzverwalter helfen beim Ablauf.
Verliere ich mein ALG 1, wenn ich eine Weiterbildung mache?
Nein. Während einer von der Agentur geförderten, abschlussorientierten Weiterbildung läuft dein Arbeitslosengeld 1 nach Paragraf 144 SGB III weiter.
Lohnt sich eine Weiterbildung in meiner Situation?
Ja. Eine Qualifikation in Prozessautomatisierung und KI macht dein technisches Profil breiter einsetzbar und öffnet dir Branchen über die Fördertechnik hinaus. Gerade wenn ein Standort wegfällt, zählt jede zusätzliche Kompetenz.
Quellen
Die genannten Zahlen stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: Juni 2026):
- Rhein-Zeitung: AMI-Insolvenz schockt die Gemeinde Luckenbach
- Rhein-Zeitung: Luckenbacher Firma AMI muss zum 1. Juni schließen
- WW-Kurier: AMI Förder- und Lagertechnik in Luckenbach insolvent, Verkauf wird angestrebt
Bereit für deinen nächsten Karriereschritt?
Lass dich kostenlos beraten. Wir finden die passende Weiterbildung und Förderung für dich.