Die Weiterbildung zum Lohnbuchhalter kostet je nach Anbieter und Umfang schnell einen vierstelligen Betrag. Ob du davon am Ende etwas selbst zahlst, entscheidet weniger der Kurs als deine Ausgangslage: arbeitsuchend, angestellt oder auf dem Weg zu einem Aufstiegsabschluss. Für jede dieser drei Lagen gibt es einen eigenen Förderweg mit eigenen Regeln. Dieser Beitrag geht sie der Reihe nach durch und zeigt, wo Anträge typischerweise scheitern.
Erst das Ziel klären, dann den Förderweg
Welche Förderung passt, hängt davon ab, welche Weiterbildung du machen willst. Im KI-Schnupperkurs lernst du in fünf Lektionen den Digitalisierungsmanager kennen, der über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden kann. So gehst du mit einem konkreten Ziel in das Beratungsgespräch.
Kostenlos reinschnuppernDer Schnupperkurs ist gratis. Ob die Weiterbildung über den Bildungsgutschein gefördert wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.
Erst die Ausgangslage klären
Förderung für berufliche Weiterbildung ist in Deutschland nach Personengruppen sortiert. Die Agentur für Arbeit fördert Arbeitsuchende über den Bildungsgutschein und Beschäftigte über das Qualifizierungschancengesetz. Das Aufstiegs-BAföG hängt dagegen am angestrebten Abschluss, egal ob du arbeitest oder nicht. Wer das verwechselt, stellt den Antrag an der falschen Stelle.
| Deine Lage | Passender Weg | Wichtigste Bedingung |
|---|---|---|
| arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht | Bildungsgutschein, § 81 SGB III | Weiterbildung notwendig für die Eingliederung, Träger und Maßnahme zugelassen |
| angestellt, Arbeitgeber unterstützt | Qualifizierungschancengesetz, § 82 SGB III | mehr als 120 Stunden, Antrag durch den Arbeitgeber vor Beginn |
| Ziel ist eine Fortbildungsprüfung | Aufstiegs-BAföG | öffentlich-rechtlich geregelte Prüfung, in der Regel mindestens 400 Unterrichtsstunden |
Umschulung in die Lohnbuchhaltung mit Bildungsgutschein
Für Menschen ohne Stelle ist der Bildungsgutschein der übliche Weg. Er wird von der Agentur für Arbeit ausgestellt, auch wenn du Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld) beziehst und zuerst mit deinem Jobcenter sprichst. Bewilligt wird er, wenn die Weiterbildung notwendig ist, um dich wieder in Arbeit zu bringen. Bei Bewilligung übernimmt er die Lehrgangskosten.
Zwei Dinge musst du vorbereiten. Erstens einen Lehrgang, bei dem sowohl der Träger als auch die konkrete Maßnahme nach AZAV zugelassen sind, sonst kann der Gutschein nicht eingelöst werden. Zugelassene Lehrgänge findest du in den Suchportalen der Bundesagentur. Zweitens eine Begründung, warum gerade Lohnbuchhaltung deine Chancen verbessert. Stellenanzeigen aus deiner Region, in denen Kenntnisse in Entgeltabrechnung verlangt werden, sind dafür das stärkste Argument.
Wer eine kaufmännische Ausbildung hat, argumentiert mit der Spezialisierung. Wer aus einem anderen Beruf kommt, braucht mehr Vorlauf.
Angestellt: Förderung über den Arbeitgeber
Arbeitest du schon, etwa in der Buchhaltung eines Mittelständlers, und sollst künftig auch die Löhne abrechnen, dann ist das Qualifizierungschancengesetz der passende Rahmen. Den Antrag stellt dein Arbeitgeber beim Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit, und zwar bevor der Lehrgang beginnt. Die Maßnahme muss mehr als 120 Stunden dauern, Träger und Maßnahme müssen zugelassen sein, und dein Berufsabschluss liegt in der Regel mindestens zwei Jahre zurück.
Wie viel die Agentur übernimmt, richtet sich nach der Betriebsgröße. Bei weniger als 50 Beschäftigten sind es bis zu 100 Prozent der Lehrgangskosten und bis zu 75 Prozent Zuschuss zum Arbeitsentgelt, bei 50 bis unter 500 Beschäftigten 50 Prozent der Lehrgangskosten, ab 500 Beschäftigten 25 Prozent. In Betrieben unter 500 Beschäftigten soll auf den Eigenanteil des Arbeitgebers verzichtet werden, wenn du bei Beginn mindestens 45 Jahre alt oder schwerbehindert bist.
Sprich deinen Arbeitgeber mit einer Zahl an. Ein Unternehmen mit insgesamt 30 Beschäftigten kann die Lehrgangskosten vollständig erstattet bekommen und einen Zuschuss zu deinem Gehalt für die Kurszeit. Das Argument wiegt oft schwerer als jede Beschreibung des Kursinhalts.
Erst das Ziel klären, dann den Förderweg
Welche Förderung passt, hängt davon ab, welche Weiterbildung du machen willst. Im KI-Schnupperkurs lernst du in fünf Lektionen den Digitalisierungsmanager kennen, der über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden kann. So gehst du mit einem konkreten Ziel in das Beratungsgespräch.
Kostenlos reinschnuppernDer Schnupperkurs ist gratis. Ob die Weiterbildung über den Bildungsgutschein gefördert wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.
Aufstiegs-BAföG: nur mit dem richtigen Abschluss
Hier passieren die meisten Missverständnisse. Das Aufstiegs-BAföG fördert Lehrgänge, die gezielt auf eine öffentlich-rechtlich geregelte Fortbildungsprüfung vorbereiten, und verlangt dafür grundsätzlich mindestens 400 Unterrichtsstunden, in Vollzeit wie in Teilzeit. Viele Lehrgänge zur Lohn- und Gehaltsabrechnung sind kürzer oder enden mit einem Zertifikat des Anbieters. Dann greift das Aufstiegs-BAföG nicht. Ob dein konkreter Lehrgang förderfähig ist, entscheidet das Amt für Ausbildungsförderung, frag dort vor der Anmeldung.
Wer die Entgeltabrechnung als Teil einer größeren Laufbahn sieht, landet oft bei der Fortbildung zum Geprüften Personalfachkaufmann. Die Prüfung ist bundesweit geregelt, die Entgeltabrechnung gehört zum Stoff, und die Vorbereitung ist in aller Regel über das Aufstiegs-BAföG förderfähig: 50 Prozent Zuschuss zu Lehrgangs- und Prüfungsgebühren, der Rest als Darlehen, von dem bei bestandener Prüfung die Hälfte erlassen wird. Wir bieten den Personalfachkaufmann berufsbegleitend und online an.
Weitere Geldquellen, die oft vergessen werden
Unter 25 und mit sehr gutem Ausbildungsabschluss kommt das Weiterbildungsstipendium der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung in Frage, das bis zu 9.135 Euro in drei Jahren mit 10 Prozent Eigenanteil je Maßnahme zahlt. Und was du selbst trägst, setzt du als Werbungskosten in der Steuererklärung an, wenn die Weiterbildung beruflich veranlasst ist.
Unsere Einschätzung aus der Beratung: Wer sich für die Lohnbuchhaltung entscheidet, sollte die Software nicht dem Zufall überlassen. Achte bei der Kurswahl darauf, dass mit einem Programm gearbeitet wird, das in Kanzleien und Betrieben deiner Region verbreitet ist. Ein geförderter Kurs, der nur Theorie vermittelt, hilft bei der Bewerbung wenig. Welche Abschlüsse im Beruf zählen, welche Software du lernen solltest und was Lohnbuchhalter verdienen, beschreibt unser Beitrag Lohnbuchhalter werden mit Abschluss, DATEV und Gehalt.
Häufige Fragen
Zahlt die Agentur für Arbeit eine Umschulung zum Lohnbuchhalter?
Bei Arbeitslosigkeit oder drohender Arbeitslosigkeit kann die Agentur einen Bildungsgutschein ausstellen, wenn die Weiterbildung für die Eingliederung notwendig ist. Träger und Lehrgang müssen dafür nach AZAV zugelassen sein.
Bekomme ich Aufstiegs-BAföG für einen Lohnbuchhalter-Lehrgang?
Nur wenn der Lehrgang auf eine öffentlich-rechtlich geregelte Fortbildungsprüfung vorbereitet und in der Regel mindestens 400 Unterrichtsstunden umfasst. Kürzere Zertifikatslehrgänge erfüllen das meist nicht, im Zweifel entscheidet das Amt für Ausbildungsförderung.
Kann mein Arbeitgeber die Weiterbildung in der Lohnbuchhaltung fördern lassen?
Ja, über das Qualifizierungschancengesetz, wenn die Maßnahme mehr als 120 Stunden dauert und zugelassen ist. Den Antrag stellt der Arbeitgeber vor Beginn beim Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit.
Kann ich die Kosten von der Steuer absetzen?
Selbst getragene Kosten einer beruflich veranlassten Weiterbildung kannst du als Werbungskosten angeben. Zuschüsse, die du erhalten hast, mindern dabei die absetzbaren Kosten.
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