DIN 5008 ist die Norm, an der sich jeder professionelle Geschäftsbrief in Deutschland misst. Adressfeld 9 Zeilen, Bezugszeile 4 Felder, Anrede, Betreff, Text, Schlussformel, Unterschrift. Wer das auswendig formatiert, braucht für ein einfaches Schreiben 10 Minuten. Mit KI dauert es 3.

Auf einen Blick: Du brauchst Claude Pro oder ChatGPT Plus für 23 Euro im Monat und einen strukturierten Prompt mit DIN-5008-Vorgaben. Die KI generiert Inhalt und Struktur in einem Schritt, du fügst die Daten ein. Linker Rand 2,5 cm, rechter 2 cm, oberer 4,5 cm bis Briefkopf. Schriftart serifenlos in 11 oder 12 Punkt. Datum rechts oben. Wer regelmäßig Geschäftsbriefe schreibt, sollte sich eine Word-Vorlage mit DIN-5008-Maßen anlegen und nur den Inhalt vom LLM generieren lassen.

Warum DIN 5008 überhaupt?

DIN 5008 ist keine gesetzliche Pflicht. Du darfst auch außerhalb der Norm Briefe schreiben. Aber die Norm ist seit Jahrzehnten Standard im deutschen Geschäftsverkehr und Empfänger erwarten sie unbewusst. Ein Brief, der davon abweicht, wirkt unprofessionell, auch wenn der Inhalt stimmt.

Die aktuelle Fassung ist DIN 5008:2020-03. Sie hat einige Auflockerungen gegenüber älteren Versionen gebracht, etwa bei Telefonnummern (Leerzeichen statt Schrägstrich) und Datumsangaben. Was bleibt sind die strukturellen Vorgaben für Adressfeld, Ränder und Schriftarten.

Pflicht ist DIN 5008 nicht, aber bestimmte inhaltliche Pflichtangaben auf Geschäftsbriefen sind gesetzlich vorgeschrieben. Einzelkaufleute brauchen nach § 37a HGB Firmenname, Rechtsform, Sitz, zuständiges Registergericht und Handelsregisternummer. Eine GmbH zusätzlich Geschäftsführer (§ 35a GmbHG). Eine OHG braucht alle Gesellschafter wenn nicht im Handelsregister eingetragen (§ 125a HGB). Diese Angaben gehören in den Briefkopf oder Fußbereich, nicht in den Brief-Text.

Welche Tools sich eignen

Tool Stärke Preis (April 2026)
ChatGPT Plus Schnell, kennt DIN 5008 wenn explizit gefragt 23 Euro pro Monat
Claude Pro Sehr saubere deutsche Formulierung, längeres Kontextfenster 23 Euro pro Monat
Microsoft Copilot in Word Direkt im Dokument, kann Formatierung anwenden rund 30 Euro pro Nutzer und Monat (Microsoft 365 Copilot)
Lokales Modell (Mistral, Llama) DSGVO-sicher, läuft offline einmalige Hardware, keine laufenden Kosten

Für die meisten Geschäftsbriefe reicht ein Pro-Account. Sobald personenbezogene Daten (Klarname, Adresse, Vertragsdetails) in den Prompt einfließen, brauchst du entweder Anonymisierung mit Platzhaltern oder einen Workspace-Account mit Auftragsverarbeitungsvertrag.

Microsoft Copilot in Word ist die bequemste Lösung für Vielschreiber, weil er direkt im Dokument arbeitet und Word die DIN-5008-Vorlage übernehmen kann. Aber er kostet pro Nutzer das Doppelte.

DIN 5008 in 60 Sekunden

Was die Norm vorgibt.

Seitenränder: Links 2,5 cm. Rechts 2 cm. Oben 4,5 cm bis Beginn des Briefkopfs (oder 1,69 cm wenn der Briefkopf bei 4,5 cm endet). Unten 2,5 cm.

Briefkopf: Im oberen Bereich, mit Firmenname, Logo, Adresse, Kontaktdaten. Maximal 4,5 cm hoch. Pflichtangaben (HGB) können auch im Fußbereich stehen.

Adressfeld: 9 Zeilen, beginnt bei 5,08 cm vom oberen Rand. 8,5 cm breit, 4,5 cm hoch. Erste 3 Zeilen für Zusatzangaben (Postvermerk, Anrede), Zeilen 4 bis 9 für Anschrift. Wichtig: keine Leerzeile zwischen Postleitzahl-Stadt und Land bei Auslandsbriefen.

Bezugszeile: Eine Zeile mit "Ihre Zeichen / Ihre Nachricht vom / Unser Zeichen / Datum". Optional. Datum allein rechts oben ist heute üblicher.

Anrede: "Sehr geehrte Frau Müller" oder "Sehr geehrter Herr Schmidt". Keine Anrede ohne Komma am Ende. Erste Zeile des Brieftextes beginnt mit Kleinbuchstaben (außer Substantiv).

Betreff: Vor der Anrede, ohne das Wort "Betreff". Fett oder normal. Keine Punkte am Ende.

Brieftext: Nach der Anrede eine Leerzeile, dann der Text. Schriftart serifenlos (Arial, Helvetica, Open Sans, Calibri) in 11 oder 12 Punkt. Zeilenabstand 1,15 oder einzeilig. Linksbündig, kein Blocksatz im Geschäftsbrief.

Schlussformel: "Mit freundlichen Grüßen", komma am Ende. Drei bis vier Leerzeilen für die Unterschrift, dann Name in Druckschrift, optional Funktion.

Unterschrift: Handschriftlich oder digital. Bei digitalen Briefen reicht ein eingebundenes Bild der Unterschrift.

Schritt für Schritt: Ein DIN-5008-Brief in 3 Minuten

Schritt 1. Eine Word- oder Pages-Vorlage mit den richtigen Maßen anlegen. Das machst du einmal, dann nutzt du sie immer wieder. Templates dafür gibt es kostenlos bei der IHK oder als Microsoft-Office-Vorlage. Wichtig: Briefkopf, Adressfeld und Pflichtangaben einmal sauber einrichten.

Schritt 2. Den passenden Vorlage-Prompt verwenden (siehe unten). Die KI generiert nur den Text-Inhalt zwischen Anrede und Schlussformel. Die Struktur drumherum hast du in der Word-Vorlage.

Schritt 3. Output prüfen. Stimmt die Tonalität (formell, höflich, sachlich)? Fehlen wichtige Inhalte? Sind Beträge und Daten korrekt?

Schritt 4. In die Word-Vorlage einfügen. Adressfeld manuell ausfüllen (oder per Seriendruck), Datum oben rechts, Betreff vor der Anrede. Der KI-Output kommt direkt nach der Anrede.

Schritt 5. Korrekturlesen. KI-generierte Texte haben gelegentlich Wendungen, die zu generisch klingen. Ein bis zwei manuelle Anpassungen machen den Brief persönlicher.

Fünf Profi-Prompts zum Kopieren

Prompt 1: Angebotsanschreiben

Du schreibst ein Angebotsanschreiben für ein Geschäftsangebot.
Tonalität: professionell, freundlich, ohne Marketing-Floskeln.
Strenge DIN 5008.

Daten:
- Empfänger: [Anrede + Name]
- Bezug: [Anfrage vom Datum / Telefonat / Messekontakt]
- Angebot: [konkrete Leistung]
- Preis: [Betrag inkl./exkl. USt nennen]
- Gültigkeit: [Datum]
- Nächster Schritt: [z.B. Rückruf, Auftrag erteilen]

Format: nur der Brieftext zwischen Anrede und Schlussformel.
Maximal 150 Worte. Anrede mit Sehr geehrte/r [Name].
Keine Werbeversprechen. Konkrete Mehrwerte (drei bis vier Stück)
in einem Absatz, nicht als Aufzählung. Schluss mit klarer
Handlungsaufforderung. Mit freundlichen Grüßen,
[mein Name]. Verwende generisches Maskulinum.

Prompt 2: Auftragsbestätigung

Du schreibst eine Auftragsbestätigung. Tonalität: sachlich,
konkret, vollständig. Strenge DIN 5008.

Daten:
- Empfänger: [Anrede + Name]
- Auftrag vom: [Datum]
- Leistung: [Beschreibung]
- Preis: [Betrag inkl. USt]
- Lieferung/Leistungstermin: [Datum]
- Zahlungsziel: [Tage]

Format: nur der Brieftext, maximal 120 Worte. Erste Zeile:
Bestätigung des Auftrags mit Datum. Tabellarisch im Fließtext
die Eckdaten. Hinweis auf AGB. Mit freundlichen Grüßen,
[mein Name]. Keine Floskeln, keine Wiederholungen.

Prompt 3: Höfliche Absage einer Bewerbung

Du schreibst eine Absage an einen Bewerber. Tonalität:
respektvoll, klar, ohne falsche Hoffnung. Strenge DIN 5008.

Daten:
- Empfänger: [Anrede + Name]
- Beworben auf: [Position]
- Bewerbungsdatum: [Datum]
- Grund (intern, nicht in den Brief): [andere Wahl, Profil
  passt nicht, Stelle bereits besetzt]

Format: nur der Brieftext, maximal 100 Worte. Anerkennung der
Mühe in einem Satz. Klare Absage in einem zweiten. Wertschaetzender
Schluss ohne Phrase wie 'für Ihren weiteren Lebensweg viel Erfolg'.
Keine spezifischen Schwächen des Bewerbers nennen. Mit freundlichen
Grüßen, [mein Name]. Verwende generisches Maskulinum.

Prompt 4: Vertragsanschreiben mit Anlagen

Du schreibst ein Anschreiben zu einem versendeten Vertrag.
Tonalität: seriös, sachlich, ohne Marketing.

Daten:
- Empfänger: [Anrede + Name]
- Vertragstyp: [z.B. Dienstleistungsvertrag, Lizenzvertrag]
- Anlagen: [Liste aller Anlagen]
- Frist Rückmeldung: [Datum]
- Ansprechpartner: [Name + Telefon]

Format: nur der Brieftext, maximal 120 Worte. Hinweis auf den
beigefuegten Vertrag. Aufforderung zur Prüfung. Frist nennen.
Hinweis auf Ansprechpartner bei Rückfragen. Anlagenverzeichnis
am Ende. Mit freundlichen Grüßen, [mein Name].

Prompt 5: Mahnschreiben (zweite Stufe)

Du schreibst eine zweite Mahnung. Tonalität: bestimmt aber
sachlich, mit Verzugszinsen-Hinweis, ohne juristische Drohung.
Strenge DIN 5008.

Daten:
- Empfänger: [Anrede + Name]
- Rechnungsnummer: [Nummer]
- Rechnungsdatum: [Datum]
- Fälligkeitsdatum: [Datum]
- Betrag: [Betrag]
- Verzugstage: [Zahl]
- Verzugszinssatz: [5 Prozentpunkte über Basiszinssatz bei B2C,
  9 bei B2B]

Format: nur der Brieftext, maximal 120 Worte. Hinweis auf die
erste Mahnung. Forderung der Zahlung innerhalb von 7 Tagen.
Hinweis auf Verzugszinsen ab Fälligkeitsdatum. Bei B2B Hinweis
auf 40-Euro-Pauschale nach 288 Abs. 5 BGB. Mit freundlichen
Grüßen, [mein Name].

Was KI gut kann, was sie schlecht kann

KI ist sehr gut darin, einen sauber strukturierten Brieftext zu schreiben, der den DIN-5008-Konventionen entspricht. Sie trifft die richtige Tonalität (sachlich, höflich, klar) zuverlässiger als die meisten Mitarbeiter unter Zeitdruck. Sie generiert in 30 Sekunden drei Varianten, du wählst die beste.

Sie ist schlecht darin, branchenspezifische Konventionen zu treffen, die nicht im Prompt stehen. Wenn deine Branche zum Beispiel erwartet, dass Mahnschreiben mit einer Geste der Verständnis beginnen ("Ihre Lage ist uns bekannt"), musst du das explizit nennen.

Sie ist mittelmäßig bei der Auswahl der richtigen rechtlichen Hinweise. Sie kennt § 286 BGB, aber die Frage, ob in deinem konkreten Fall Verzug schon eingetreten ist oder erst durch deine Mahnung eintritt, beantwortet sie unsicher. Lass solche Einschätzungen bei dir oder deinem Anwalt.

Sie ist sehr schlecht bei den DIN-5008-Maßangaben. Wenn du sie bittest, einen Brief mit korrekten Rändern zu generieren, gibt sie dir manchmal Werte aus älteren Normen oder erfundene Maße. Lass die Norm-Formatierung in der Word-Vorlage, lass den LLM nur den Inhalt schreiben.

In der Praxis sehen wir, dass KMU mit etablierten Word-Vorlagen plus KI-Inhaltsgenerator pro Brief 5 bis 8 Minuten sparen. Bei 30 Briefen pro Monat sind das 2,5 bis 4 Stunden. Bei einer Sekretariatsstelle mit 30 Euro pro Stunde Vollkosten amortisiert sich Claude Pro oder ChatGPT Plus in der ersten Woche.

Pflichtangaben im Geschäftsbrief: Die rechtliche Grundlage

Die KI vergisst gelegentlich, dass dein Briefkopf gesetzliche Pflichtangaben enthalten muss. Das musst du im Briefkopf der Word-Vorlage selbst einrichten und kontrollieren.

Einzelkaufleute (§ 37a HGB): Firmenname, Rechtsform (e.K. oder e.Kfm./e.Kfr.), Sitz, Registergericht, Handelsregisternummer.

OHG (§ 125a HGB): Firmenname, Rechtsform, Sitz, Registergericht, HR-Nummer. Plus Vor- und Zuname mindestens eines persönlich haftenden Gesellschafters wenn nicht eingetragen.

KG (§ 177a HGB): Wie OHG plus Hinweis auf die Kommanditgesellschaft als Rechtsform.

GmbH (§ 35a GmbHG): Firmenname, Rechtsform, Sitz, Registergericht, HR-Nummer, Geschäftsführer mit Vor- und Zuname. Bei Aufsichtsrat dessen Vorsitzender.

AG (§ 80 AktG): Firmenname, Rechtsform, Sitz, Registergericht, HR-Nummer, Vorstandsmitglieder mit Vor- und Zuname, Vorsitzender des Aufsichtsrats.

UG haftungsbeschränkt: Wie GmbH, mit Zusatz "(haftungsbeschränkt)".

Diese Angaben gehören in den Briefkopf oder den Fußbereich. Bei E-Mails reicht eine entsprechende Signatur. Eine fehlende Pflichtangabe ist nicht direkt strafbar, kann aber bei Streitigkeiten als wettbewerbswidrig (§ 5a UWG) gelten und Abmahnungen nach sich ziehen.

Häufige Fragen

Welche Schriftart entspricht DIN 5008?

DIN 5008 schreibt keine konkrete Schriftart vor, empfiehlt aber serifenlose Schriften wie Arial, Helvetica, Open Sans oder Calibri in 11 oder 12 Punkt. Times New Roman ist im Geschäftsbrief weniger üblich, aber nicht falsch. Wichtiger als die Wahl der Schrift ist die Konsistenz: Briefkopf und Brieftext sollten dieselbe Schriftart verwenden.

Muss ich DIN 5008 zwingend einhalten?

Nein. DIN 5008 ist eine Empfehlung, kein Gesetz. Aber sie ist seit Jahrzehnten Standard in Deutschland und Empfänger erwarten sie unbewusst. Wer davon abweicht, wirkt unprofessionell, auch wenn der Inhalt stimmt. Die gesetzlichen Pflichtangaben nach HGB, GmbHG, AktG sind dagegen Pflicht.

Wo soll das Datum auf einem DIN-5008-Brief stehen?

Klassisch in der Bezugszeile in der Spalte "Datum". Heute üblicher: rechtsbündig auf Höhe der ersten Zeile des Adressfelds oder unmittelbar darüber. Format: Tag.Monat.Jahr (z.B. 25.04.2026) oder ausgeschrieben (25. April 2026). Der Ortsname davor ("Bayreuth, 25.04.2026") ist gestattet aber nicht zwingend.

Wie schreibe ich eine professionelle Anrede ohne den Namen zu kennen?

"Sehr geehrte Damen und Herren" ist DIN-5008-konform und in formellen Geschäftsbriefen weiterhin zulässig. Wer den Namen kennt, sollte ihn aber nutzen. "Sehr geehrtes Team" oder "Hallo zusammen" sind unprofessionell und gehören nicht in einen Geschäftsbrief, auch nicht in einer E-Mail an einen Kunden.

Kann ich DIN 5008 mit ChatGPT direkt umsetzen?

Den Inhalt ja, die Formatierung nein. ChatGPT kann den Brieftext zwischen Anrede und Schlussformel zuverlässig generieren. Die DIN-5008-Maße (Seitenränder, Adressfeld-Position, Schriftgröße) musst du in einer Word- oder Pages-Vorlage selbst einrichten. ChatGPT-Outputs in einer Standard-Word-Datei sind technisch nicht DIN-konform, auch wenn der Text korrekt aussieht.

Eigene Einschätzung aus der Praxis

Wer Geschäftsbriefe schreibt, weiß: Die Form macht 30 Prozent, der Inhalt 70 Prozent. KI ist im Inhalt mittlerweile so gut, dass eine Stunde manuelles Schreiben in 5 Minuten erledigt ist, wenn die Word-Vorlage steht. Das eigentliche Investment liegt in der einmaligen Vorlage. Wer die nicht hat, scheitert nicht an der KI, sondern an inkonsistenter Formatierung. Lade dir eine IHK-Vorlage oder eine Office-Vorlage einmal sauber herunter, richte deinen Briefkopf mit den Pflichtangaben ein, dann wird KI zum echten Beschleuniger. Ohne Vorlage bleibt es Stückwerk.

Zuletzt geprüft am 25. April 2026.


Über den Autor

Dr. Jens Aichinger ist promovierter Wirtschaftspädagoge und Gründer von Skill-Sprinters, einem DEKRA-zertifizierten Bildungsträger in Bayreuth. Er und sein Team begleiten Berufstätige und Unternehmen bei Digitalisierung, KI-Einsatz und IHK-Weiterbildungen.

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