Auf die Schnelle

Das ZIM-Programm des Bundeswirtschaftsministeriums fördert KI-Entwicklung im Mittelstand mit bis zu 310.500 Euro Zuschuss. Neu 2026: bis zu 35 Prozent der Personalkosten für externe KI-Fachkräfte sind anrechenbar. ZIM zahlt aber nur für echte Entwicklung mit technischem Risiko, nicht für Software-Kauf oder Schulung.

Die ZIM-Förderung 2026 ist für viele Mittelständler der wichtigste Weg zu einem nicht rückzahlbaren Zuschuss, wenn sie etwas Eigenes mit KI entwickeln wollen. Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWE) ist technologieoffen, gibt also keine Software vor, und zahlt bei Einzelprojekten bis zu 310.500 Euro. Die spannendste Änderung für dieses Jahr betrifft Betriebe, die selbst keine KI-Spezialisten im Haus haben.

Was ZIM ist und was es zahlt

ZIM ist kein neues Programm. Es gibt das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand seit Jahren, technologieoffen und für nahezu jede Branche. Gefördert werden Forschungs- und Entwicklungsprojekte als Zuschuss, den du nicht zurückzahlen musst.

Bei einem Einzelprojekt liegt die maximale Berechnungsgrundlage bei 690.000 Euro förderfähigen Kosten. Die Förderquote bewegt sich je nach Unternehmensgröße zwischen 25 und 45 Prozent. Daraus ergibt sich für kleine Betriebe der oft zitierte Höchstwert von rund 310.500 Euro Zuschuss, also 45 Prozent der vollen Berechnungsgrundlage. Kooperationsprojekte mit Forschungseinrichtungen oder anderen Firmen können deutlich höher liegen. Diese Zahlen gelten nach der aktuellen ZIM-Richtlinie für 2026, prüfe vor einem Antrag immer den Stand auf zim.de, weil sich Quoten und Obergrenzen mit jeder Richtlinienfassung ändern können.

Förderfähig sind im Kern die Personalkosten deiner am Projekt beteiligten Leute, dazu projektbezogene Aufträge an Dritte und Material. Ein Antrag wird vor Projektbeginn gestellt und vom Projektträger fachlich geprüft, der Innovationshöhe und technisches Risiko bewertet. Wer schon angefangen hat zu entwickeln, ist zu spät dran, denn ein bereits begonnenes Vorhaben ist nicht mehr förderfähig.

Die Neuerung 2026: 35 Prozent für externe KI-Fachkräfte

Hier liegt der Punkt, der ZIM für KI-Vorhaben gerade jetzt interessant macht. Bis 2025 waren projektbezogene Drittleistungen, also Freelancer oder externe Labore, nur bis zu 25 Prozent der eigenen Personalkosten anrechenbar. Für 2026 ist dieser Anteil laut Förderübersichten auf 35 Prozent angehoben worden.

Das klingt nach einer trockenen Quotenänderung, ist aber genau das, was vielen Mittelständlern bisher den Zugang verbaut hat. Die meisten kleinen Betriebe haben branchenexpertise und eine konkrete Idee, aber keinen eigenen KI-Entwickler auf der Gehaltsliste. Mit der höheren Quote kannst du einen spezialisierten Freelancer oder eine KI-Beratung stärker ins Projekt holen und trotzdem gefördert bekommen. Das BMWE hat damit eingeräumt, dass KI-Tiefenkompetenz im Mittelstand selten vorhanden ist und ein Vorhaben ohne externe Hilfe oft gar nicht erst startet.

Wichtig ist die Abgrenzung trotzdem. Das Honorar einer externen KI-Fachkraft ist nur dann förderfähig, wenn die Arbeit inhaltlich zum Entwicklungsprojekt gehört, also Konzept, Architektur oder Umsetzung. Eine reine KI-Strategieberatung ohne anschließende Entwicklung zählt nicht.

Wofür ZIM nicht da ist

Das ist der Teil, an dem die meisten Erwartungen zerbrechen. ZIM fördert Forschung und Entwicklung mit echtem technischem Risiko. Es fördert nicht die Anschaffung fertiger KI-Software und auch nicht die Schulung deiner Mitarbeiter.

Wenn dein Plan lautet, eine ChatGPT-Lizenz zu kaufen und ein paar Workflows einzurichten, dann ist das kein ZIM-Projekt. Beratung für solche Standardumsetzungen ist ausdrücklich nicht förderfähig, reiner Hardware-Kauf ebenso wenig. ZIM verlangt einen echten Innovationssprung mit einem technischen Problem, dessen Lösung beim Start nicht feststeht. Allgemeine Risiken oder Dinge, die durch saubere Planung vermeidbar gewesen wären, gelten dabei nicht als technisches Risiko. Du musst also etwas entwickeln, das es so noch nicht von der Stange gibt, ein eigenes KI-Verfahren, ein neues Produkt, eine neue Methode in deinem Prozess.

Wer dagegen Köpfe qualifizieren oder Standard-Technik einführen will, braucht andere Wege. Die Weiterbildung deiner Leute läuft über Bildungsgutschein oder das Qualifizierungschancengesetz (QCG), nicht über ZIM. Die Anschaffung von Standard-Digitaltechnik fördern die Bundesländer über ihre jeweiligen Digitalbonus-Programme, wobei deren Töpfe regional unterschiedlich gefüllt und teils ausgeschöpft sind. Wenn du dir nicht sicher bist, welcher dieser Wege zu deinem Vorhaben passt, hilft ein nüchterner Blick auf den Vergleich von Bildungsgutschein, QCG und AFBG, denn die Töpfe für Technik und für Köpfe sind getrennt und lassen sich oft sogar parallel nutzen.

In der Praxis sieht ein sauberer Förder-Mix für ein KI-Vorhaben deshalb oft so aus: Die Entwicklung selbst läuft über ZIM, eine externe KI-Fachkraft kommt über die 35-Prozent-Quote mit ins Boot, und parallel werden die eigenen Mitarbeiter, die später mit dem fertigen System arbeiten sollen, über das QCG geschult. Das eine schließt das andere nicht aus, im Gegenteil. Genau diese Trennung verstehen viele Antragsteller nicht und packen Schulungskosten oder den Kauf einer Standardlösung mit in den ZIM-Antrag, wo sie dann gestrichen werden. Wer die Wege von Anfang an sauber zuordnet, holt am Ende mehr Förderung heraus und spart sich Nachfragen vom Projektträger.

Worauf das BMWE 2026 achtet

Zwei Kriterien sind dieses Jahr stärker geworden. Das erste ist digitale Souveränität. Das Ministerium bevorzugt Lösungen, die die Abhängigkeit von ausschließlich außereuropäischen Anbietern verringern. Wenn dein Vorhaben auf europäische oder selbst gehostete Komponenten setzt, ist das ein Pluspunkt in der Bewertung.

Das zweite Kriterium ist die KI-Compliance. Laut Förderberatungen musst du im Antrag darlegen, wie du Transparenz, Bias-Vermeidung und Datenschutz sicherstellst. Das hängt direkt am EU AI Act zusammen, dessen Kompetenzpflicht nach Artikel 4 bereits seit dem 2. Februar 2025 gilt und dessen Marktüberwachung ab dem 2. August 2026 startet. Wer ein KI-Projekt entwickelt, sollte die Compliance-Frage also nicht als Formalie behandeln, sondern als Teil der Lösung mitdenken.

Beide Punkte sind für einen Mittelständler keine Schikane. Wer von Anfang an überlegt, woher seine Modelle und Daten kommen und wie er Datenschutz und Nachvollziehbarkeit löst, baut ein Produkt, das später leichter zu betreiben und zu verkaufen ist. Im Antrag punktet genau dieser durchdachte Ansatz, weil er zeigt, dass du das Vorhaben zu Ende gedacht hast und nicht nur einem Trend hinterherläufst.

Was das für KMU bedeutet

Sei ehrlich zu dir selbst, bevor du Zeit in einen ZIM-Antrag steckst. Die häufigste Enttäuschung entsteht, weil ein Betrieb glaubt, ZIM zahle die KI-Einführung, und dann am Antrag scheitert, weil das Vorhaben gar keine Entwicklung ist. ZIM lohnt sich, wenn du wirklich etwas Neues baust, etwa ein eigenes KI-gestütztes Produkt, ein Verfahren oder eine Software für deinen speziellen Prozess. Für den deutlich häufigeren Fall, dass du KI im Alltag nutzen und dein Team fit machen willst, ist der Hebel ein anderer: Qualifizierung über Bildungsgutschein und Förderprogramme für Standard-Technik.

Wer überhaupt erst herausfinden will, ob im eigenen Betrieb ein echtes Entwicklungsthema steckt oder nur ein Einführungsthema, fängt am besten klein an. Im kostenlosen KI-Schnupperkurs siehst du an konkreten Beispielen, was sich im Mittelstand mit vorhandenen Werkzeugen schon heute machen lässt, und wo der Punkt liegt, an dem es sich lohnt, etwas Eigenes zu entwickeln. Das spart dir im Zweifel den Aufwand für einen Antrag, der ohnehin abgelehnt worden wäre.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der ZIM-Zuschuss für ein KI-Projekt 2026?

Bei einem Einzelprojekt liegt die maximale Berechnungsgrundlage bei 690.000 Euro förderfähigen Kosten, die Förderquote zwischen 25 und 45 Prozent je nach Unternehmensgröße. Für kleine Betriebe ergibt sich daraus ein Höchstzuschuss von rund 310.500 Euro. Kooperationsprojekte können höher liegen. Der Zuschuss ist nicht rückzahlbar.

Was ist 2026 neu bei der ZIM-Förderung?

Neu ist, dass bis zu 35 Prozent der eigenen Personalkosten für externe KI-Fachkräfte wie Freelancer oder spezialisierte Beratungen angerechnet werden können. Vorher lag dieser Anteil bei 25 Prozent. Das Honorar ist nur förderfähig, wenn die Arbeit inhaltlich zum Entwicklungsprojekt gehört, also Konzept, Architektur oder Umsetzung, nicht eine reine Strategieberatung ohne anschließende Entwicklung.

Kann ich mit ZIM die Anschaffung von KI-Software oder die Schulung meiner Mitarbeiter fördern?

Nein. ZIM fördert Forschung und Entwicklung mit echtem technischem Risiko, nicht den Kauf fertiger KI-Software und nicht die reine Schulung. Wer Köpfe qualifizieren will, nutzt Bildungsgutschein oder das Qualifizierungschancengesetz. Wer Standard-Technik anschaffen will, nutzt die Digitalbonus-Programme der Bundesländer. Diese Wege laufen oft parallel zu ZIM.

Worauf achtet das BMWE 2026 bei der Bewertung besonders?

Zwei Kriterien sind 2026 stärker gewichtet: digitale Souveränität, also Lösungen, die die Abhängigkeit von ausschließlich außereuropäischen Anbietern verringern, und KI-Compliance. Im Antrag musst du laut Förderberatungen darlegen, wie du Transparenz, Bias-Vermeidung und Datenschutz sicherstellst. Das knüpft direkt an den EU AI Act an, dessen Kompetenzpflicht seit dem 2. Februar 2025 gilt.

Mehr über KI im Mittelstand lernen?

Im kostenlosen KI-Schnupperkurs zeigen wir in fünf Lektionen, wie kleine und mittlere Firmen KI praktisch und wirtschaftlich einsetzen. Vollkurs Digitalisierungsmanager mit Bildungsgutschein. Förderwege: Bildungsgutschein, QCG und AFBG im Vergleich.


Zuletzt aktualisiert: 12.06.2026. Stand der Recherche: 12.06.2026.