Auf die Schnelle

Die TÜV-Weiterbildungsstudie 2026 zeigt eine Lücke: 56 Prozent der befragten Unternehmen nutzen generative KI im Arbeitsalltag, aber nur 27 Prozent haben ihre Beschäftigten dafür geschult. Wer Werkzeuge einsetzt, ohne die Leute zu qualifizieren, riskiert Fehler und Datenschutz-Pannen.

Immer mehr Firmen nutzen KI, aber die wenigsten bereiten ihre Leute darauf vor. Diese Lücke belegt die TÜV-Weiterbildungsstudie 2026 mit klaren Zahlen. Für kleine Betriebe ist das ein Fingerzeig, denn ohne Schulung entstehen aus einem nützlichen Werkzeug schnell Fehler.

Was die Studie gemessen hat

Die TÜV-Weiterbildungsstudie 2026 beruht auf einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands. Befragt wurden 500 Unternehmen ab 20 Mitarbeitenden in Deutschland. Die Studie schaut darauf, wie verbreitet Weiterbildung ist und welche Rolle KI dabei spielt.

Das Ergebnis lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Die Nutzung von KI wächst schneller als die Qualifizierung dafür. Firmen greifen zu den Werkzeugen, aber das Schulen der Belegschaft hinkt hinterher. Diese Schere zwischen Nutzen und Können ist das Thema der Studie.

Repräsentativ heißt, dass die Ergebnisse ein Abbild der befragten Gruppe liefern, hier der Unternehmen ab 20 Mitarbeitenden. Für sehr kleine Betriebe mit einer Handvoll Leuten gelten die Zahlen nicht eins zu eins, das Muster dürfte dort aber ähnlich sein. Auch der kleinste Betrieb nutzt heute KI-Werkzeuge, oft ohne dass es jemand systematisch begleitet.

Die Zahlen im Überblick

56 Prozent der befragten Unternehmen nutzen bereits generative KI-Werkzeuge im Arbeitsalltag, also Programme wie ChatGPT, Gemini oder Copilot. Bei der Qualifizierung sieht es dünner aus: Nur 27 Prozent haben ihre Beschäftigten im Umgang mit KI geschult. 2024 waren es 12 Prozent, der Wert hat sich also mehr als verdoppelt, liegt aber weiterhin niedrig.

Der Blick nach vorn ändert das Bild wenig. 9 Prozent der Firmen planen konkrete KI-Weiterbildung, 17 Prozent ermitteln gerade den Bedarf, und 45 Prozent sehen aktuell keinen Bedarf. Zugleich schätzt jedes zweite Unternehmen, also 50 Prozent, den KI-Weiterbildungsbedarf insgesamt als hoch ein. Der Bedarf wird gesehen, aber selten in konkrete Schritte übersetzt.

Der Sprung von 12 auf 27 Prozent bei den Schulungen zeigt, dass sich etwas bewegt. Doch die Nutzung ist im selben Zeitraum stärker gewachsen, deshalb geht die Schere weiter auf. Man kann es so lesen: Firmen probieren KI aus, merken, dass sie funktioniert, und schieben die Frage nach der Qualifizierung auf. Das rächt sich, sobald ein Fehler passiert, der auffällt.

Warum die Lücke ein Risiko ist

Wer KI-Werkzeuge einsetzt, ohne die Leute zu schulen, geht ein Risiko ein. Mitarbeiter, die ein Tool auf eigene Faust ausprobieren, wissen oft nicht, wo die Grenzen liegen. Sie vertrauen einer Antwort, die falsch ist, oder geben Daten ein, die dort nichts zu suchen haben.

Zwei Gefahren stehen im Vordergrund. Die eine ist die Qualität: KI erfindet gelegentlich Fakten, und ohne geschultes Auge fällt das nicht auf. Die andere ist der Datenschutz: Wer Kundendaten oder Personaldaten in ein Tool tippt, ohne die Regeln zu kennen, kann gegen Vorschriften verstoßen. Beides lässt sich mit einer kurzen Einweisung deutlich entschärfen.

Ein Beispiel aus dem Alltag: Ein Sachbearbeiter lässt sich von einer KI eine Kündigungsfrist oder eine steuerliche Regel erklären und übernimmt die Antwort ungeprüft in ein Kundenschreiben. Wenn die KI hier daneben liegt, geht der Fehler direkt an den Kunden. Ein geschulter Mitarbeiter weiß, dass solche Auskünfte gegengeprüft gehören und dass die KI kein Ersatz für Fachwissen ist. Diese Wachsamkeit lässt sich lernen, aber nicht voraussetzen.

Weiterbildung bleibt oft ungeplant

Die Studie zeigt noch ein zweites Muster, das über KI hinausgeht. 87 Prozent der Unternehmen halten Weiterbildung generell für wichtig. Aber nur 29 Prozent haben eine schriftlich fixierte Weiterbildungsstrategie. Immerhin 75 Prozent bieten der gesamten Belegschaft die Möglichkeit zur Weiterbildung.

Zwischen "wichtig finden" und "planvoll umsetzen" klafft also eine Lücke. Weiterbildung passiert vielerorts nebenbei, wenn Zeit bleibt, statt nach einem festen Plan. Bei KI verschärft das die Lage, weil die Werkzeuge sich schnell ändern und laufend neue Fragen aufwerfen.

Was kleine Betriebe daraus machen

Für kleine Firmen ist die Botschaft handfest. Du musst kein großes Schulungsprogramm auflegen, um die Lücke zu schließen. Oft reicht ein niedrigschwelliger Einstieg: eine kurze interne Schulung, ein paar gemeinsame Regeln, welches Tool wofür genutzt wird und welche Daten hinein dürfen.

In unseren DigiMan-Kursen sehen wir, dass der größte Nutzen entsteht, wenn alle im Team denselben Wissensstand haben. Wenn einer heimlich mit ChatGPT arbeitet und ein anderer gar nicht weiß, was erlaubt ist, entstehen Fehler und Unsicherheit. Eine gemeinsame Grundlage sorgt dafür, dass KI zum Werkzeug wird, das alle sicher bedienen, statt zu einer Quelle von Pannen.

Die 45 Prozent, die aktuell keinen Bedarf sehen, verdienen einen zweiten Blick. Oft steckt dahinter weniger Desinteresse als der Eindruck, das Thema betreffe nur große Konzerne. Sobald aber im eigenen Betrieb jemand ChatGPT für Angebote oder Antworten nutzt, ist der Bedarf da, ob man ihn benennt oder nicht. Ehrlich hinzuschauen, wer im Haus schon mit KI arbeitet, ist der erste Schritt.

Wie du den Einstieg schaffst

Fang mit dem an, was schon genutzt wird. Frag im Team, wer welches KI-Tool wofür verwendet, und sammle die offenen Fragen. Daraus ergibt sich fast von selbst, wo Schulungsbedarf besteht. Lege einfache Regeln fest: keine Kundendaten ohne Prüfung, jedes Ergebnis von einem Menschen kontrollieren, bevor es hinausgeht.

Wichtig ist, dass eine Regel einfach genug ist, dass sich alle daran halten. Ein Satz wie "Keine echten Kundennamen ins Chatfenster" bleibt hängen, eine seitenlange Richtlinie liest niemand. Lieber wenige klare Regeln, die im Alltag ankommen, als ein dickes Dokument in der Schublade.

Für den nächsten Schritt gibt es Förderung. Eine strukturierte KI-Weiterbildung lässt sich in vielen Fällen über den Bildungsgutschein oder Programme für Beschäftigte fördern. Das senkt die Kosten und macht aus dem guten Vorsatz einen umsetzbaren Plan. Der beste Zeitpunkt dafür ist, bevor die erste Datenschutz-Panne passiert.

Quellen

Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: Juli 2026):

Häufige Fragen

Wie viele Firmen nutzen laut TÜV-Studie 2026 KI?

56 Prozent der befragten Unternehmen nutzen generative KI-Werkzeuge wie ChatGPT, Gemini oder Copilot im Arbeitsalltag. Die Studie beruht auf einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands unter 500 Unternehmen ab 20 Mitarbeitenden in Deutschland.

Wie viele Unternehmen schulen ihre Mitarbeiter im Umgang mit KI?

Nur 27 Prozent der Unternehmen haben ihre Beschäftigten im Umgang mit KI geschult. 2024 waren es noch 12 Prozent, der Wert hat sich also mehr als verdoppelt, liegt aber weiterhin deutlich unter der Nutzungsquote. 9 Prozent planen konkrete KI-Weiterbildung, 17 Prozent ermitteln gerade den Bedarf.

Warum ist die Lücke zwischen KI-Nutzung und Schulung ein Problem?

Wer Werkzeuge einsetzt, ohne die Leute zu schulen, riskiert zwei Dinge: schlechte Qualität, weil KI gelegentlich Fakten erfindet und das ohne geschultes Auge nicht auffällt, und Datenschutz-Verstöße, wenn Kundendaten oder Personaldaten unbedacht in ein Tool getippt werden. Eine kurze Einweisung entschärft beides.

Lässt sich KI-Weiterbildung fördern?

Ja, in vielen Fällen. Eine strukturierte KI-Weiterbildung lässt sich über den Bildungsgutschein oder Programme für Beschäftigte fördern. Das senkt die Kosten für den Betrieb. Sinnvoll ist es, zuerst den Bedarf im Team zu ermitteln und dann gezielt zu schulen, bevor jeder auf eigene Faust experimentiert.

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Zuletzt aktualisiert: 07. Juli 2026. Stand der Recherche: 07. Juli 2026.