Laut Stepstone wollen 77 Prozent der Unternehmen ihre Auswahlkriterien ändern und Kompetenzen stärker gewichten als formale Abschlüsse. 64 Prozent stellen gezielt Quereinsteiger ein. Treiber sind KI und Demografie. Für Menschen, die sich weiterbilden, ist das eine gute Nachricht.
In ihrer Analyse zum Arbeitsmarkt 2026, veröffentlicht im Dezember 2025, beschreibt die Jobplattform Stepstone eine Verschiebung, die leise klingt und viel bewegt. Arbeitgeber schauen seltener auf das Zeugnis und häufiger auf das, was jemand tatsächlich kann. Skills-based Hiring nennt sich das. Wer gerade über eine Weiterbildung nachdenkt, sollte genau hinhören.
Was Skills-based Hiring bedeutet
Die Zahl, um die es geht, ist deutlich. 77 Prozent der von Stepstone befragten Unternehmen wollen ihre Auswahlkriterien anpassen und Kompetenzen stärker gewichten. Der Abschluss verliert an Gewicht, das nachweisbare Können gewinnt.
Praktisch heißt das, dass eine Bewerberin mit einem passenden Zertifikat und echten Projekten an einer Stelle landen kann, für die früher ein bestimmtes Studium verlangt wurde. Geprüft wird, ob jemand die Aufgabe beherrscht, nicht, welchen Weg er dahin genommen hat.
Die Erhebung dahinter, das halbjährliche Hiring Trends Update, befragte über tausend Recruiter und fast siebentausend Arbeitnehmer und gilt als repräsentativ für die deutsche Erwerbsbevölkerung. Das ist kein Stimmungsbild einer Nische.
Grenzenlos ist der Trend trotzdem nicht. Wo Gesetze einen bestimmten Abschluss verlangen, etwa in vielen Gesundheits- oder Rechtsberufen, bleibt das Zeugnis Pflicht. Im großen Feld der kaufmännischen, organisatorischen und digitalen Tätigkeiten aber wächst der Spielraum für Menschen, die ihr Können auf anderem Weg erworben haben.
Warum gerade jetzt
Zwei Kräfte schieben die Entwicklung an. Die erste ist die Demografie. 2026 treten laut Stepstone erstmals weniger Menschen in den Arbeitsmarkt ein, als ihn verlassen. Wer Stellen besetzen muss, kann es sich schlicht nicht mehr leisten, gute Leute am fehlenden Abschluss scheitern zu lassen.
Die zweite Kraft ist die KI. Sie übernimmt zunehmend administrative und organisatorische Routine, also genau die Tätigkeiten, die viele Bürojobs ausmachen. Dadurch verändern sich die gefragten Fähigkeiten, und neue Wege in einen Beruf öffnen sich.
Das schlägt sich im Verhalten der Suchenden nieder. Die Suchanfragen nach einem Quereinstieg in Büro- und kaufmännische Jobs stiegen laut Stepstone um 107 Prozent, und 64 Prozent der Unternehmen wollen gezielt Quereinsteiger einstellen. Beide Seiten bewegen sich aufeinander zu.
KI sitzt auf beiden Seiten des Tisches
Im Bewerbungsprozess selbst ist die KI längst Mitspieler. Unternehmen lassen Lebensläufe vorsortieren und Kandidaten zu Anforderungen matchen. Bewerber wiederum schreiben Anschreiben und optimieren Lebensläufe mit KI-Hilfe.
Das hat eine unangenehme Nebenwirkung. Wenn auf beiden Seiten Maschinen formulieren, gleichen sich die Bewerbungen an und werden austauschbar. Was am Ende heraussticht, ist der echte, belegbare Nachweis von Können: ein Projekt, ein Zertifikat, eine Aufgabe, die jemand sichtbar gelöst hat.
Genau das spielt dem Skills-Gedanken in die Hände. Ein hübsch formuliertes Anschreiben kann heute jeder erzeugen. Ein nachgewiesenes Können nicht.
Was das für dich bedeutet
Für jeden, der über einen Wechsel oder einen Neustart nachdenkt, ist diese Entwicklung eine Einladung. Der fehlende passende Abschluss ist seltener ein Ausschlussgrund, wenn du das Können mitbringst und belegen kannst. Eine gezielte Weiterbildung mit anerkanntem Zertifikat und echten Projekten ist damit oft der direktere Weg in einen neuen Job als ein zweites Studium. Dass die Richtung stimmt, zeigt eine letzte Zahl von Stepstone: Die Suchanfragen nach dem Begriff KI-Manager stiegen um 174 Prozent. Der Markt sucht Leute, die mit KI umgehen können, und fragt dabei zuerst nach der Fähigkeit. Wer sich diese Fähigkeit aneignet, am besten gefördert über einen Bildungsgutschein, bewirbt sich 2026 aus einer deutlich stärkeren Position. Die Tür steht offen, man muss nur das Können mitbringen, das hindurchpasst.
Häufige Fragen
Was bedeutet Skills-based Hiring?
Arbeitgeber gewichten das nachweisbare Können stärker als den formalen Abschluss. Laut der Stepstone-Analyse zum Arbeitsmarkt 2026 wollen 77 Prozent der Unternehmen ihre Auswahlkriterien anpassen und Kompetenzen stärker berücksichtigen. Geprüft wird, ob jemand die Aufgabe beherrscht.
Warum setzt sich Skills-based Hiring gerade durch?
Zwei Kräfte treiben es an. 2026 treten laut Stepstone erstmals weniger Menschen in den Arbeitsmarkt ein, als ihn verlassen, und KI übernimmt zunehmend Routine. 64 Prozent der Unternehmen wollen gezielt Quereinsteiger einstellen, und die Suchen danach stiegen um 107 Prozent.
Hilft KI bei Bewerbungen weiter?
Auf beiden Seiten. Unternehmen lassen Lebensläufe vorsortieren, Bewerber schreiben Anschreiben mit KI. Dadurch gleichen sich die Bewerbungen an und werden austauschbar. Heraus sticht der echte, belegbare Nachweis von Können, etwa ein Projekt oder ein Zertifikat.
Was heißt das für eine Weiterbildung?
Der fehlende passende Abschluss ist seltener ein Ausschlussgrund. Eine gezielte Weiterbildung mit anerkanntem Zertifikat und echten Projekten ist oft der direktere Weg in einen neuen Job. Dass die Richtung stimmt, zeigt der Anstieg der Suchanfragen nach KI-Manager um 174 Prozent.
Mehr über KI im Mittelstand lernen?
Im kostenlosen KI-Schnupperkurs zeigen wir in fünf Lektionen, wie kleine und mittlere Firmen KI praktisch und wirtschaftlich einsetzen. Vollkurs Digitalisierungsmanager mit Bildungsgutschein. Förderwege: Bildungsgutschein, QCG und AFBG im Vergleich.
Für Geschäftsführer und HR: KI-Compliance-Pflichten für KMU als kostenloser Step-by-Step-Guide.
Zuletzt aktualisiert: 11.06.2026. Stand der Recherche: 11.06.2026.