Auf die Schnelle

Das Institut für Mittelstandsforschung Bonn sieht in seiner Befragung 2026 Digitalisierung und KI als Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg. KI ersetzt keine Fachkräfte eins zu eins, sie entlastet sie und macht den Betrieb als Arbeitgeber attraktiver. Rund jedes vierte KMU nutzte 2025 bereits KI.

Der Fachkräftemangel ist für viele Mittelständler längst das größte Tagesgeschäft-Problem, noch vor Bürokratie und Energiekosten. Eine aktuelle Befragung des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn rückt KI in diesem Zusammenhang in ein neues Licht. Sie wird darin nicht als Spielerei behandelt, sondern als Voraussetzung dafür, wettbewerbsfähig zu bleiben, wenn Personal knapp ist. Was das praktisch heißt, lohnt sich anzuschauen, gerade für kleine Betriebe.

Was die Befragung sagt

Das IfM Bonn nennt die Sicherung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit als größte Herausforderung des Mittelstands. Und es macht in der Pressemeldung zur Befragung 2026 klar, dass Digitalisierung und KI dafür inzwischen als Voraussetzung gelten und nicht mehr als nettes Extra durchgehen.

Dahinter steht eine ausführlichere Untersuchung mit dem Titel Chancen künstlicher Intelligenz für die Deckung des Fachkräftebedarfs im Mittelstand. Sie wurde im März 2026 als IfM-Materialien 312 veröffentlicht. Die Forscher unterscheiden zwei Wege, wie KI auf den Personalbedarf wirkt: Sie kann Arbeit übernehmen, also Tätigkeiten ersetzen, oder sie kann bestehende Kräfte ergänzen und entlasten. Beide Richtungen zusammen verändern, welche Qualifikationen ein Betrieb künftig braucht.

Wie verbreitet KI im Mittelstand wirklich ist

Hier lohnt ein Blick auf die Zahlen, weil sie oft missverstanden werden. Laut IfM und Auswertungen für 2025 setzte rund jedes vierte KMU in Deutschland KI-Verfahren ein, also etwa 25 Prozent.

Das liegt über dem EU-Schnitt von rund 19 Prozent und deutlich über dem Wert von 2024, der ebenfalls bei etwa 19 Prozent lag. Wer höhere Zahlen liest, etwa die rund 54 Prozent aus der ifo-Erhebung, muss aufpassen: Die ifo-Zahl umfasst alle Unternehmen quer durch alle Größen. Das IfM misst gezielt den Mittelstand und damit enger. Beide Zahlen widersprechen sich nicht, sie schauen nur auf unterschiedliche Gruppen. Für einen kleinen Betrieb ist die ehrlichere Bezugsgröße der Mittelstandswert: Ein Viertel ist dabei, drei Viertel noch nicht.

Wo KI Fachkräfte entlastet

Der größte Nutzen steckt in der Routine, nicht in den spektakulären Anwendungen. KI nimmt zeit- und ressourcenintensive Aufgaben ab, die jeden Arbeitstag fressen.

Das IfM nennt Beispiele quer durch die Branchen. In der Steuerberatung übernimmt KI Buchungen und Belegverarbeitung. Im Handwerk unterstützen digitale Assistenzsysteme bei Routenplanung, Telefonannahme und Auftragsverwaltung. Überall dort wird kein Mensch ersetzt, sondern Zeit frei für das, was Fachwissen wirklich braucht. Spannend ist ein zweiter Gedanke aus der Studie: KI kann gezielt eingesetzt werden, um die Arbeitgeberattraktivität zu steigern. Ein Betrieb, der seine Leute von stumpfer Tipparbeit befreit, wird für Nachwuchs interessanter. Gerade in einem engen Arbeitsmarkt ist das ein echter Hebel.

Woran der Einsatz oft scheitert

Die Studie ist ehrlich genug, auch die Bremsen zu benennen. Und die liegen selten an der Technik.

Genannt werden Unsicherheit in der Führung darüber, welche Anwendung überhaupt zum eigenen Betrieb passt, eine unzureichende Dateninfrastruktur, mangelnde Datenqualität und unklare Datenschutzvorgaben. Das deckt sich mit dem, was wir in der Praxis sehen. Viele Inhaber wissen, dass KI helfen könnte, aber niemand im Betrieb hat die Zeit oder das Wissen, das passende erste Projekt auszuwählen und sauber aufzusetzen. Genau an diesem Punkt versickert die meiste gute Absicht. Meist fehlt weder der Wille noch das Geld, sondern jemand, der die Brücke von der Idee zum laufenden Werkzeug bauen kann.

Was das für KMU bedeutet

Die zentrale Botschaft ist beruhigend und fordernd zugleich. KI nimmt dir nicht die Fachkraft weg, sondern hilft dir, mit weniger Personal die gleiche Arbeit zu schaffen und die verbliebenen Leute bei Laune zu halten.

Der sinnvolle Einstieg ist klein. Such die eine Tätigkeit, die am meisten Zeit kostet und am wenigsten Fachwissen braucht, oft ist das die Verwaltung rund um Termine, Belege oder Standardanfragen. Dann setz dort ein Werkzeug an, lass es eine Weile laufen und prüf das Ergebnis, bevor du das nächste Feld angehst. Genauso wichtig wie die Software ist die Datenbasis: Wer chaotische Daten hat, bekommt chaotische KI-Ergebnisse.

Was am Ende den Unterschied macht, ist das Können im Haus. Eine Studie kann zeigen, dass KI gegen den Fachkräftemangel hilft, aber sie setzt sich nicht von selbst um. Wer einen Mitarbeiter oder sich selbst befähigt, KI-Anwendungen auszuwählen, einzuführen und zu kontrollieren, löst genau das Hemmnis, an dem die Studie den Einsatz scheitern sieht. Dieses übertragbare Können vermitteln wir im Vollkurs Digitalisierungsmanager, der mit Bildungsgutschein gefördert werden kann.

Häufige Fragen

Was sagt die IfM-Studie 2026 zu KI im Mittelstand?

Das Institut für Mittelstandsforschung Bonn nennt die Sicherung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit als größte Herausforderung und sieht Digitalisierung und KI als Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg. Die zugehörige Untersuchung IfM-Materialien 312 wurde im März 2026 veröffentlicht und behandelt KI zur Deckung des Fachkräftebedarfs.

Wie viele KMU nutzen bereits KI?

Laut IfM setzte 2025 rund jedes vierte KMU in Deutschland KI-Verfahren ein, also etwa 25 Prozent. Das liegt über dem EU-Schnitt von rund 19 Prozent und deutlich über dem Wert von 2024. Höhere Zahlen wie die rund 54 Prozent aus der ifo-Erhebung umfassen alle Unternehmensgrößen, das IfM misst den Mittelstand enger.

Ersetzt KI Fachkräfte im Mittelstand?

Nicht eins zu eins. Laut Studie übernimmt KI Routinearbeit und entlastet bestehende Kräfte, sodass eine knappe Belegschaft die gleiche Arbeit schafft. Zugleich kann KI gezielt die Arbeitgeberattraktivität steigern, weil Mitarbeiter von stumpfer Tipparbeit befreit werden. Das hilft bei der Nachwuchsgewinnung.

Woran scheitert der KI-Einsatz oft?

Laut IfM an Unsicherheit in der Führung über die passende Anwendung, an unzureichender Dateninfrastruktur, mangelnder Datenqualität und unklaren Datenschutzvorgaben. In der Praxis fehlt selten der Wille oder das Geld, sondern jemand, der die Brücke von der Idee zum laufenden Werkzeug bauen kann.

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Zuletzt aktualisiert: 10.06.2026. Stand der Recherche: 10.06.2026.