Auf die Schnelle

Am 5. August 2026 hat Sundar Pichai mitgeteilt, dass Demis Hassabis die operative Leitung von Google DeepMind abgibt und Chair of GDM sowie Chief Scientist von Alphabet wird. Koray Kavukcuoglu übernimmt als SVP of Google DeepMind und berichtet direkt an Pichai. Jeff Dean verlässt Google nach 27 Jahren und gründet mit Sanjay Ghemawat eine unabhängige Benefit Corporation, an der Google als Gründungsinvestor und Cloud-Partner beteiligt ist.

Zwei der bekanntesten Namen der KI-Forschung geben an einem Tag ihre operativen Rollen bei Google ab. Für kleine Betriebe ist die Personalie selbst bedeutungslos, die Frage dahinter nicht.

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Was Google mitgeteilt hat

Sundar Pichai hat die Änderungen am 5. August 2026 in einer eigenen Mitteilung beschrieben. Demis Hassabis, der Google DeepMind aufgebaut hat, gibt die Tagesarbeit ab. Seine neue Rolle heißt dort wörtlich "Chair of GDM and Chief Scientist of Alphabet, while continuing to lead Isomorphic Labs".

Koray Kavukcuoglu übernimmt die operative Verantwortung. Pichai bezeichnet ihn als "SVP of Google DeepMind, reporting to me". Er verantwortet die Entwicklung der Gemini-Modelle, die Frontier-AI-Forschung sowie die Teams für die Gemini-App und für Entwickler. Zuvor war er Chief Technology Officer von Google DeepMind und Chief AI Architect.

An dieser Stelle lohnt eine Randbemerkung, weil mehrere Medien Kavukcuoglu als neuen CEO von Google DeepMind bezeichnet haben. Googles eigene Mitteilung sagt SVP. Wir halten uns an den Wortlaut des Unternehmens.

Jeff Dean verlässt Google nach 27 Jahren. Er gründet zusammen mit Sanjay Ghemawat eine unabhängige Public Benefit Corporation für maschinelles Lernen und Wissenschaft. Google ist laut Pichai "founding investor and Cloud partner".

Discovery Loop

Den Namen des neuen Unternehmens nennt Pichais Mitteilung nicht. Er stammt aus der Berichterstattung von TechCrunch und aus der Mitteilung des Investors Radical Ventures: Discovery Loop.

Nach diesen Quellen sind neben Dean und Ghemawat auch Oriol Vinyals und Quoc Le beteiligt, ebenfalls langjährige Google-Forscher. Der Zweck ist die Automatisierung von Experimenten in maschinellem Lernen, Technik und Wissenschaft. Zu den Investoren zählen laut Berichten unter anderem Radical Ventures und Khosla Ventures, dazu Alphabet als Gründungsinvestor und Cloud-Partner.

Die Alphabet-Aktie gab nach Berichten nach.

Warum das für einen Betrieb überhaupt eine Rolle spielt

Auf den ersten Blick gar nicht. Wer Gemini nutzt, um Angebote vorzuformulieren oder Protokolle zusammenzufassen, merkt von einer Umbesetzung in Kalifornien nichts, und es gibt keinen Grund, deswegen irgendetwas zu ändern.

Der Anlass taugt trotzdem für eine Frage, die in den meisten Betrieben nie gestellt wird: welcher Arbeitsablauf steht still, wenn dieses eine Werkzeug morgen anders funktioniert?

Nicht "wenn es abgeschaltet wird", das passiert selten. Sondern wenn sich das Verhalten ändert. Wenn eine Funktion in einen teureren Tarif wandert, wenn eine Ausgabe plötzlich anders formatiert ist, wenn eine Zusatzfunktion verschwindet. Solche Änderungen kommen regelmäßig, und sie treffen Betriebe unvorbereitet, weil niemand aufgeschrieben hat, wo überall dieses Werkzeug im Spiel ist.

Wie man die Abhängigkeit beziffert

Eine Liste reicht. Schreib auf, welche Abläufe im Betrieb heute ohne ein bestimmtes KI-Werkzeug nicht mehr laufen würden, und schätze für jeden, wie lange es dauert, ihn ohne das Werkzeug zu erledigen.

Was dabei herauskommt, ist meistens beruhigend. Die meisten Abläufe lassen sich von Hand erledigen, nur eben langsamer. Wo das nicht gilt, hast du eine echte Abhängigkeit gefunden, und dann lohnt eine dokumentierte Alternative: welcher andere Dienst könnte das übernehmen, wie kommen die eigenen Daten und Vorlagen dort hin, wer kennt sich damit aus.

Unsere Einschätzung aus der Praxis: für die meisten kleinen Betriebe ist die realistische Vorsorge nicht der Anbieterwechsel, sondern die Frage, ob der Laden auch drei Tage ohne das Werkzeug weiterläuft. Wer das mit Ja beantworten kann, muss sich um Personalien bei Anbietern nicht kümmern. Wer es nicht beantworten kann, hat ein Risiko, das er nie beziffert hat.

Der zweite Google-Termin in derselben Woche

Zufällig oder nicht, in dieselbe Woche fällt eine Ankündigung, die Nutzer direkt trifft: der Google Assistant wird ab dem 4. September 2026 abgeschaltet, Gemini übernimmt auf Android und Wear OS. Details dazu stehen im Beitrag über die Abschaltung des Google Assistant.

Zusammengenommen ergibt das ein brauchbares Beispiel für den Unterschied zwischen einer Meldung, die man zur Kenntnis nimmt, und einer, bei der ein Termin im Kalender steht. Die Personalie ist die erste Sorte. Der 4. September ist die zweite.

Wie stark die großen Anbieter untereinander verflochten sind und welche Summen dabei für Rechenleistung bewegt werden, steht im Beitrag über Milliarden-Deals für Rechenleistung und Anbieterbindung.

Quellen

Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 7. August 2026):

Häufige Fragen

Was hat sich bei Google DeepMind geändert?

Am 5. August 2026 hat Sundar Pichai mitgeteilt, dass Demis Hassabis die operative Leitung abgibt und „Chair of GDM and Chief Scientist of Alphabet“ wird, bei fortgesetzter Leitung von Isomorphic Labs. Koray Kavukcuoglu übernimmt als „SVP of Google DeepMind“ und berichtet direkt an Pichai.

Ist Kavukcuoglu jetzt CEO von Google DeepMind?

Mehrere Medien haben ihn so bezeichnet. Googles eigene Mitteilung nennt die Rolle „SVP of Google DeepMind“. Er verantwortet die Gemini-Modellentwicklung, die Frontier-AI-Forschung sowie die Teams für die Gemini-App und für Entwickler.

Was ist Discovery Loop?

Jeff Dean verlässt Google nach 27 Jahren und gründet mit Sanjay Ghemawat eine unabhängige Public Benefit Corporation. Der Name Discovery Loop steht nicht in Pichais Mitteilung, sondern ist über TechCrunch und die Mitteilung von Radical Ventures belegt. Beteiligt sind laut diesen Quellen auch Oriol Vinyals und Quoc Le. Google ist Gründungsinvestor und Cloud-Partner.

Ändert sich dadurch etwas an Gemini?

Zu Produktänderungen liegt nichts vor. Der Anlass eignet sich aber für eine Bestandsaufnahme: welche Abläufe im Betrieb würden stillstehen, wenn ein bestimmtes KI-Werkzeug morgen anders funktioniert, und wie lange dauert der jeweilige Ablauf ohne das Werkzeug.

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Zuletzt aktualisiert: 8. August 2026. Stand der Recherche: 7. August 2026.