Auf die Schnelle

Laut der DIHK-Digitalisierungsumfrage 2026 setzen 35 Prozent der Unternehmen bereits KI ein, 34 Prozent planen den Einsatz in den nächsten drei Jahren. Am häufigsten wird KI zur Erzeugung von Texten, Bildern und Code genutzt, mit 78 Prozent Nennungen. Größtes Hemmnis ist mit 31 Prozent die Akzeptanz und der Weiterbildungsbedarf im eigenen Unternehmen, noch vor fehlenden IT-Fachkräften. Bei der Abhängigkeit von KI-Anbietern sehen sich rund zwei Drittel der Unternehmen weitgehend oder vollkommen abhängig.

Wie steht der deutsche Mittelstand tatsächlich zu künstlicher Intelligenz? Die DIHK-Digitalisierungsumfrage 2026 mit dem Titel „Künstliche Intelligenz, Souveränität und Resilienz" liefert dazu belastbare Zahlen, und die zeigen ein Bild, das differenzierter ist als die üblichen Schlagzeilen.

Die Umfrage im Überblick

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer hat für ihre Digitalisierungsumfrage 2026 erhoben, wie es um KI-Einsatz, digitale Souveränität und Resilienz in deutschen Unternehmen steht. Das Ergebnis zum reinen Einsatz: 35 Prozent der befragten Unternehmen haben KI bereits im Einsatz, 34 Prozent planen den Einsatz innerhalb der nächsten drei Jahre, und 31 Prozent haben KI weder im Einsatz noch in Planung.

Diese Verteilung zeigt ein Land in der Mitte einer Umstellung. Fast zwei Drittel der Unternehmen haben sich bereits mit KI beschäftigt oder tun es konkret vor, ein knappes Drittel steht noch ganz am Anfang oder hat sich gegen einen Einsatz entschieden. Für einen Betrieb, der selbst noch zögert, heißt das vor allem: Er befindet sich mit dieser Zurückhaltung nicht allein, aber auch nicht mehr in der Mehrheit.

Wofür Unternehmen KI heute einsetzen

Bei der Frage nach den konkreten Anwendungsfeldern, mit Mehrfachnennung möglich, führt die Erzeugung von Texten, Bildern, Code und ähnlichen Inhalten mit 78 Prozent klar die Liste an. Danach folgen Kundenansprache und Kundensupport mit 43 Prozent sowie Qualitätssicherung und Prozessüberwachung mit 38 Prozent.

Weitere Anwendungsfelder sind Produktentwicklung und -optimierung mit 34 Prozent, Risikoanalyse mit 22 Prozent, Prozesse in der Personalabteilung mit 18 Prozent, Logistik mit 15 Prozent und automatische Wartung mit 12 Prozent. Elf Prozent nannten sonstige Anwendungen. Die Verteilung zeigt, dass KI in vielen Unternehmen zunächst dort ankommt, wo Texte und Inhalte entstehen, und sich von dort aus in weitere Bereiche des Betriebs ausbreitet.

Diese Reihenfolge deckt sich mit dem, was viele Betriebe als niedrigste Einstiegshürde erleben: Ein Textentwurf lässt sich leicht erzeugen und ebenso leicht von einem Menschen gegenlesen. Bereiche wie Logistik oder automatische Wartung erfordern dagegen oft eine engere technische Anbindung an bestehende Systeme, was den Einstieg dort aufwendiger macht.

Für einen Betrieb, der noch am Anfang steht, ist diese Reihenfolge ein brauchbarer Fahrplan: Erst dort anfangen, wo KI ohne tiefe technische Anbindung nützlich ist, etwa bei Texten und Kundenkommunikation, und die technisch anspruchsvolleren Bereiche wie Logistik oder Wartung erst angehen, wenn im Betrieb bereits Erfahrung mit KI-Werkzeugen vorhanden ist.

Das größte Hemmnis liegt nicht bei der Technik

Interessant ist, was Unternehmen als größtes Hindernis für den KI-Einsatz nennen. Mit 31 Prozent steht die Akzeptanz und der Weiterbildungsbedarf im eigenen Unternehmen an erster Stelle, noch vor fehlenden IT-Fachkräften mit 29 Prozent. Die Akzeptanz bei Kunden und Geschäftspartnern folgt mit deutlichem Abstand bei 14 Prozent.

Das größte Hindernis ist damit nicht die Technik selbst. Es ist die Qualifikation der eigenen Belegschaft, verbunden mit der Frage, ob und wie Mitarbeitende ein neues Werkzeug annehmen. Das ist eine Verschiebung gegenüber dem Bild, das oft über KI-Einführung gezeichnet wird, in dem technische Hürden im Vordergrund stehen.

Wie abhängig sich Unternehmen von KI-Anbietern fühlen

Neben dem Einsatz von KI fragte die Umfrage auch nach der wahrgenommenen Abhängigkeit von Anbietern. Bei KI sehen sich 36 Prozent der Unternehmen weitgehend abhängig und 32 Prozent vollkommen abhängig, zusammen also rund zwei Drittel. Nur 14 Prozent halten sich für vollkommen unabhängig, weitere 19 Prozent für weitgehend unabhängig.

Im Vergleich zu anderen Technologiebereichen ist diese Abhängigkeit bei KI nicht die höchste: Bei Hardware und Betriebssystemen liegt die wahrgenommene Abhängigkeit mit rund 77 beziehungsweise 76 Prozent weitgehend oder vollkommen Abhängigen noch höher. Am niedrigsten schätzen Unternehmen ihre Abhängigkeit bei Maschinensoftware ein, dort liegt der Wert bei rund 30 Prozent.

Diese Einordnung relativiert die Sorge um KI-Abhängigkeit etwas, ohne sie zu entkräften. Ein Betrieb, der sich bei Hardware und Betriebssystemen längst an einige wenige große Anbieter gewöhnt hat, steht bei KI in einer ähnlichen, wenn auch nicht ganz so ausgeprägten Situation.

Was diese Zahlen für deinen Betrieb bedeuten

Die Umfrage bestätigt, was sich in der Praxis oft zeigt: Ein KI-Projekt scheitert seltener an der Technik als an der Frage, ob die Belegschaft mitzieht. Wer ein neues Werkzeug einführt, ohne die Mitarbeitenden mitzunehmen, bekommt am Ende ein teures Programm, das kaum genutzt wird.

In unseren DigiMan-Kursen sehen wir diese Beobachtung regelmäßig bestätigt. Betriebe, die zuerst in die Technik investieren und die Weiterbildung als nachrangig behandeln, kämpfen häufiger mit halbherzig genutzten Werkzeugen als Betriebe, die beides von Anfang an zusammen denken.

Was du konkret gegen das Qualifikations-Hemmnis tun kannst

Wenn die eigene Belegschaft der größte Engpass ist, lohnt sich, dort zuerst anzusetzen, statt zuerst ein Werkzeug zu kaufen und die Schulung später nachzuschieben. Plane von Beginn an Zeit und Budget für Weiterbildung ein. Das gehört als fester Bestandteil in jedes KI-Projekt, nicht als nachträglicher Zusatz.

Starte mit kleinen, verständlichen Anwendungsfällen, die Mitarbeitende selbst ausprobieren können, statt gleich ein komplexes System einzuführen. Wer früh Erfolgserlebnisse mit KI hat, etwa beim Zusammenfassen eines langen Dokuments oder beim Formulieren eines Angebots, entwickelt eher Vertrauen in das Werkzeug als jemand, der nur eine Ankündigung von oben bekommt.

Beziehe außerdem gezielt die Mitarbeitenden ein, die zunächst am skeptischsten sind. Wer die Bedenken einer erfahrenen Kollegin oder eines erfahrenen Kollegen ernst nimmt und darauf konkret eingeht, gewinnt oft mehr Akzeptanz im Team als jede allgemeine Ankündigung, dass KI künftig zum Alltag gehört.

Ein einfacher Test für den eigenen Betrieb: Frage in der nächsten Teambesprechung offen, wer schon eigenständig ein KI-Werkzeug ausprobiert hat und wer nicht. Diese kurze Bestandsaufnahme zeigt oft schneller als jede Umfrage, wo im eigenen Team der Weiterbildungsbedarf tatsächlich liegt.

Quellen

Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 12. Juli 2026):

Häufige Fragen

Wie viele Unternehmen nutzen laut DIHK bereits KI?

Nach der DIHK-Digitalisierungsumfrage 2026 haben 35 Prozent der Unternehmen KI im Einsatz. Weitere 34 Prozent planen den Einsatz innerhalb der nächsten drei Jahre. 31 Prozent haben KI weder im Einsatz noch in Planung.

Wofür wird KI im Betrieb eingesetzt?

Mit Abstand am häufigsten für die Erzeugung von Texten, Bildern und Code, das nennen 78 Prozent. Es folgen Kundenansprache und Kundensupport mit 43 Prozent, Qualitätssicherung und Prozessüberwachung mit 38 Prozent sowie Produktentwicklung mit 34 Prozent. Personalprozesse liegen bei 18 Prozent.

Was bremst die Unternehmen am meisten?

Das größte Hemmnis ist nicht die Technik. Akzeptanz und Weiterbildungsbedarf im eigenen Unternehmen nennen 31 Prozent, fehlende IT-Fachkräfte 29 Prozent. Die Akzeptanz bei Kunden und Geschäftspartnern spielt mit 14 Prozent eine deutlich kleinere Rolle. Der Engpass sitzt also in der eigenen Belegschaft.

Wie abhängig sehen sich die Unternehmen bei KI?

36 Prozent sehen sich weitgehend abhängig, 32 Prozent vollkommen abhängig, zusammen rund zwei Drittel. Nur 14 Prozent halten sich für vollkommen unabhängig. Bei Hardware und Betriebssystemen ist die Abhängigkeit sogar noch höher, bei Maschinensoftware am niedrigsten.

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Zuletzt aktualisiert: 13. Juli 2026. Stand der Recherche: 12. Juli 2026.