An einem Samstag hat DeepSeek zwei Dinge auf einmal freigegeben: die Gewichte eines neuen Modells zum Herunterladen und den Zugang zur eigenen Suchmaschine für Agenten, die im Netz recherchieren.
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Versprechen aus eigenen Tests
Die Mitteilung trägt das Datum 2026/10/17 und nennt das Modell DeepSeek-V4.1-Flash-1017. Laut DeepSeek steht es auf Website und App bereit und ist über die API abrufbar. The Decoder, das am selben Tag berichtet, beschreibt DeepSeek als chinesisches KI-Unternehmen. Gegenüber der Vorversion soll das Modell in Benchmarks besser abschneiden und Aufgaben schneller erledigen, auch die Ausgaben sollen kürzer ausfallen.
Trainiert hat DeepSeek das Modell nach eigenen Angaben mit Reinforcement Learning mit Selbst-Feedback, damit es ganze Projekte von Grund auf bauen kann. Konkrete Zahlen nennt The Decoder aus einer Kostengrafik des Anbieters zum Benchmark DeepSWE. Dort erreicht das neue Modell 77,0 Prozent bei durchschnittlichen Kosten von knapp unter 0,20 US-Dollar je Aufgabe. Die Vorversion kam auf 74,2 Prozent bei rund 0,50 US-Dollar.
Beide Werte stammen aus DeepSeeks eigenen Tests, unabhängige Benchmarks stehen laut The Decoder noch aus. Wie gut das Modell Deutsch kann, geht aus den ausgewerteten Quellen ebenfalls nicht hervor.
Gewichte unter MIT-Lizenz
Wer das Modell selbst betreiben will, findet die Gewichte auf Hugging Face und ModelScope. Laut Modellkarte stehen Repository und Gewichte unter der MIT-Lizenz, empfohlen wird ein Kontextfenster von 1 Million Tokens. Welche Hardware ein Betrieb dafür braucht, steht auf der Modellkarte nicht. Sie verweist auf Anleitungen im Repository.
Die Grundfrage, ob sich der Eigenbetrieb eines offenen Modells lohnt oder die API reicht, behandelt unser Beitrag zu DeepSeek V4 mit offenen Gewichten und Selbstbetrieb.
API-Preise mit Spitzenzeit in UTC
In der API heißt das Modell deepseek-flash, die Preisseite ordnet ihm die Version DeepSeek-V4.1-Flash-1017 zu. Abgerechnet wird je 1 Million Tokens, und der Preis hängt von der Uhrzeit ab. Für die Eingabe ohne Cache-Treffer verlangt DeepSeek 0,15 US-Dollar außerhalb der Spitzenzeit und 0,30 US-Dollar in der Spitzenzeit. Die Ausgabe kostet 0,60 bzw. 1,20 US-Dollar. Laut Preisseite sind die Preise außerhalb der Spitzenzeit halb so hoch. Als Spitzenzeit gelten montags bis freitags 01:00 bis 04:00 Uhr und 06:00 bis 10:00 Uhr UTC, chinesische Feiertage ausgenommen. Die Kontextlänge gibt die Seite mit 1M an, die maximale Ausgabe mit 384K. Preisänderungen behält sich DeepSeek vor.
Auch die alten Modellnamen deepseek-v4-flash und deepseek-v4-flash-vision-exp nimmt die API laut Preisseite weiter an. Bedient werden solche Anfragen aber vom neuen Modell, abgerechnet zum Flash-Preis. Eine Automation, in der einer der alten Namen fest eingetragen ist, arbeitet damit auf V4.1-Flash-1017, ohne dass im Betrieb jemand etwas umgestellt hat.
Search und Fetch für Agenten
Der zweite Teil der Freigabe betrifft die Recherche im Netz. DeepSeek öffnet seine Schnittstellen für Websuche (Search) und Seitenabruf (Fetch) für alle. Sie beruhen nach Angaben des Anbieters auf einer eigenen Suchmaschine, die weltweit täglich Hunderte Millionen Anfragen bedient. Fetch liefert laut Leitfaden eine einzelne Webseite als Markdown. Jeder der beiden Endpunkte kostet 0,75 US-Dollar je 1.000 Aufrufe.
Kostenlos sind die Aufrufe derzeit nur für Nutzer der DeepSeek-API, und auch für sie nur über die serverseitigen Werkzeuge in DeepSeek Harness, Claude Code und Codex. Die Abrechnung soll laut DeepSeek am 31. Oktober 2026 um 16:00 Uhr UTC beginnen.
Wo Anfragen verarbeitet werden, die über diese Schnittstellen oder über die Modell-API laufen, geht aus den ausgewerteten Unterlagen nicht hervor.
Unsere Einschätzung
Aus unserer Sicht stecken in dieser Freigabe zwei Nachrichten, die wenig miteinander zu tun haben. Das Modell mit offenen Gewichten spricht Betriebe an, die ihre Daten im eigenen Haus halten wollen. Das geht nur mit eigener Hardware, und welche das sein muss, nennt die Modellkarte nicht. Auf ihr steht die MIT-Lizenz. Vor einem gewerblichen Einsatz würden wir den Lizenztext trotzdem selbst lesen.
Die Such-API ist ein Baustein für Agenten, die selbst recherchieren. Bei 0,75 US-Dollar je 1.000 Aufrufe tauchen die Kosten in einer Testphase kaum in der Abrechnung auf. Wir würden deshalb vor dem ersten Einsatz wissen wollen, welche Daten ein Agent dabei an DeepSeek schickt und wo sie verarbeitet werden. Die Unterlagen beantworten das nicht. Wer die Suche jetzt kostenlos über eines der genannten Werkzeuge mitlaufen lässt, trägt sich den 31. Oktober, 16:00 Uhr UTC, am besten gleich in den Kalender, damit die erste Abrechnung niemanden kalt erwischt.
Bleiben die Leistungszahlen. Ein Benchmarkwert aus den Tests des Anbieters sagt wenig darüber, wie das Modell eine deutsche Kundenanfrage beantwortet. Wir würden es an einer eigenen, deutschsprachigen Aufgabe aus dem Betrieb prüfen, bevor jemand einen Ablauf umstellt, und das gilt auch für Automationen, die über einen alten Modellnamen schon auf dem neuen Modell laufen.
Quellen
Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 17. Oktober 2026):
- DeepSeek API Docs: DeepSeek-V4.1-Flash-1017: Wish-Driven Programming Made Real
- DeepSeek API Docs: Models & Pricing
- DeepSeek API Docs: Search & Fetch
- Hugging Face (deepseek-ai): DeepSeek-V4.1-Flash-1017
- The Decoder: Deepseek veröffentlicht V4.1-Flash: Schneller, besser und günstiger als der Vorgänger
Häufige Fragen
Unter welcher Lizenz stehen die Gewichte von DeepSeek-V4.1-Flash-1017?
Laut Modellkarte auf Hugging Face stehen Repository und Gewichte unter der MIT-Lizenz. Die Gewichte liegen auf Hugging Face und ModelScope. Welche Hardware der Eigenbetrieb braucht, nennt die Modellkarte nicht, sie verweist auf Anleitungen im Repository.
Was kostet DeepSeek-V4.1-Flash-1017 über die API?
Die Preisseite führt das Modell unter dem Namen deepseek-flash. Je 1 Million Tokens kostet die Eingabe ohne Cache-Treffer 0,15 US-Dollar außerhalb und 0,30 US-Dollar in der Spitzenzeit, die Ausgabe 0,60 bzw. 1,20 US-Dollar. Spitzenzeit ist montags bis freitags von 01:00 bis 04:00 Uhr und von 06:00 bis 10:00 Uhr UTC, chinesische Feiertage ausgenommen. Preisänderungen behält sich DeepSeek vor.
Was leistet die Search & Fetch API von DeepSeek, und was kostet sie?
Search ist die Schnittstelle für die Websuche, Fetch liefert laut Leitfaden eine einzelne Webseite als Markdown. Beide beruhen nach Angaben von DeepSeek auf einer eigenen Suchmaschine. Der Preis liegt bei 0,75 US-Dollar je 1.000 Aufrufe je Endpunkt.
Muss ein Betrieb wegen des 31. Oktober jetzt etwas regeln?
Wer als Nutzer der DeepSeek-API die Such- und Abrufaufrufe derzeit kostenlos über die serverseitigen Werkzeuge in DeepSeek Harness, Claude Code oder Codex nutzt, sollte wissen, dass die Abrechnung laut DeepSeek am 31. Oktober 2026 um 16:00 Uhr UTC beginnen soll. Aus unserer Sicht gehört vor den ersten Einsatz außerdem die Klärung, welche Daten an den Anbieter gehen und wo sie verarbeitet werden, denn dazu sagen die ausgewerteten Quellen nichts. Die Leistungswerte stammen aus DeepSeeks eigenen Tests, unabhängige Benchmarks stehen laut The Decoder noch aus.
Wer im Betrieb weiß, welche Daten ein KI-Agent bei einer Websuche an den Anbieter schickt?
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Zuletzt aktualisiert: 17. Oktober 2026. Stand der Recherche: 17. Oktober 2026.