Die Karte, um die es geht, wird in China mit über 250.000 Yuan angezeigt, und der Aufschlag geht nach dem Bericht auf ein Bauteil zurück, das in der Überschrift gar nicht vorkommt.

Die Zahlen, die im Bericht stehen

Reuters meldete am 10. September 2026, dass chinesische KI-Chiphersteller die Preise für aktuelle und kommende Prozessoren deutlich angehoben haben. Genannt werden Huawei Technologies und Cambricon. Bei Huawei liegt der angezeigte Preis der Beschleunigerkarte Ascend 950DT dem Bericht zufolge über 250.000 Yuan. Umgerechnet sind das rund 37.255 US-Dollar, wobei diese Umrechnung aus dem Bericht selbst stammt und vom Wechselkurs abhängt. Gegenüber den Preisen, die zwei Monate zuvor genannt wurden, ist das ein Sprung von 20 bis 50 Prozent. Die Ascend 950PR stieg von rund 60.000 Yuan auf über 80.000 Yuan, also um etwa 30 Prozent. Die ältere Karte Ascend 910C stieg von etwa 90.000 Yuan auf über 110.000 Yuan. Cambricon aus Peking hat seinen kommenden Chip 690 um 20 bis 30 Prozent über den Werten von vor zwei Monaten neu bepreist.

Die Spanne bei Huawei bleibt eine Spanne. Der Bericht nennt 20 bis 50 Prozent, und wer daraus eine einzelne Zahl macht, gibt etwas wieder, das dort nicht steht.

Zu unterscheiden ist auch, worum es sich handelt: um angezeigte Preise aus einer Meldung, die sich auf Quellen beruft. Amtliche Preislisten sind das nicht, bestätigte Abschlüsse ebenso wenig. Was am Ende tatsächlich über den Tisch geht, steht in dem Bericht nicht.

Der Engpass sitzt beim Speicher

Ursache der Aufschläge sind nach dem Bericht stark gestiegene Kosten für hochbandbreitigen Speicher. An dieser Stelle weist die Meldung über China hinaus. Ein KI-Beschleuniger besteht aus dem Rechenwerk und dem Speicher, der es füttert, und teurer geworden ist dem Bericht zufolge der zweite Teil. Speicher dieser Bauart steckt in jedem Rechenzentrum, in dem KI-Modelle laufen, unabhängig davon, wessen Logo auf der Karte klebt. Ein Engpass bei einem solchen Bauteil bleibt deshalb selten auf einen Hersteller beschränkt.

Die Preiserhöhungen verteuern den Aufbau von KI-Rechenkapazität und zeigen nach dem Bericht einen wachsenden Engpass bei den chinesischen Herstellern.

Wie lange dieser Engpass anhält, sagt die Meldung nicht, und hier steht dazu auch nichts. Zu Lieferzeiten enthält der Bericht keine Angabe, zur weiteren Preisentwicklung ebenfalls keine. Belegt ist der Stand von Anfang September, mehr nicht.

Warum diese Hersteller überhaupt gefragt sind

Die chinesischen Anbieter hatten von einer Lücke im heimischen Markt für KI-Chips profitiert. Dessen Volumen wird im Bericht mit 50 Milliarden US-Dollar angegeben. Entstanden war die Lücke, nachdem US-Ausfuhrkontrollen den Zugang zu den fortschrittlichsten Prozessoren von Nvidia beschränkt hatten. Das ist der Sachverhalt, den der Bericht beschreibt, und eine Bewertung dieser Ausfuhrkontrollen gehört an dieser Stelle nicht hinein.

Interessant ist an dieser Konstellation etwas anderes. Ein Markt, der über Ausfuhrregeln von einem Teil des Angebots abgeschnitten wird, richtet sich auf die verbleibenden Anbieter aus, und deren Engpässe schlagen dort dann ungebremst durch.

Kein Beschaffungsthema, trotzdem eine Kostenfrage

Kein Handwerksbetrieb und keine Steuerkanzlei in Deutschland kauft eine Ascend-Karte. Diese Chips sind hier kein Beschaffungsthema, und dieser Artikel behauptet nichts anderes.

Die Verbindung läuft über die Rechnung, die am Monatsende kommt. Wer ein KI-Werkzeug im Abo bezieht, bezahlt darin Rechenzeit, die jemand anders eingekauft hat. Wird diese Rechenzeit teurer, weil ein Bauteil knapp ist, wandert das früher oder später in die Preise der Dienste. Wann das geschieht und in welcher Höhe, sagt diese Meldung nicht, und niemand sollte es aus ihr ableiten. Was steigende Speicherpreise für die Hardware eines Betriebs bedeuten, steht in einem eigenen Artikel dazu.

Unsere Einschätzung

Die praktische Folge dieser Meldung hat mit Chips wenig zu tun. Sie lautet: Wer KI produktiv einsetzt, sollte wissen, was der Betrieb dafür monatlich ausgibt, und zwar als Zahl. In den Kursen fragen wir das regelmäßig ab, und die Antwort ist meistens eine Schätzung mit großer Spannweite. Zwei Abos bei einem Anbieter, eines beim nächsten, dazu eine Schnittstelle, die nach Verbrauch abrechnet und deren Rechnung auf einer Kreditkarte der Geschäftsführung landet. Wer diese Posten einmal auf ein Blatt schreibt, findet dort regelmäßig eine Position, die längst niemand mehr benutzt, und eine zweite, die stärker gewachsen ist als gedacht.

Diese Aufstellung kostet eine halbe Stunde und veraltet nur langsam. Sie ist auch der einzige Weg, eine Preisänderung zu bemerken, bevor sie im Jahresabschluss auffällt.

Nur wer die heutige Zahl kennt, merkt überhaupt, wenn sie sich verdoppelt. Ohne diese Zahl bleibt jede Veränderung ein Gefühl.

Quellen

Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 11. September 2026):

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Häufige Fragen

Welche Preise haben Huawei und Cambricon angehoben?

Nach einer Exklusivmeldung von Reuters vom 10. September 2026 liegt der angezeigte Preis der Huawei-Karte Ascend 950DT über 250.000 Yuan, laut Bericht umgerechnet rund 37.255 US-Dollar. Die Ascend 950PR stieg von rund 60.000 auf über 80.000 Yuan, die ältere Ascend 910C von etwa 90.000 auf über 110.000 Yuan. Cambricon aus Peking hat seinen kommenden Chip 690 um 20 bis 30 Prozent über den Werten von vor zwei Monaten neu bepreist.

Um wie viel Prozent sind die Huawei-Preise gestiegen?

Der Bericht nennt für die Ascend 950DT einen Sprung von 20 bis 50 Prozent gegenüber den Preisen, die zwei Monate zuvor genannt wurden. Das bleibt eine Spanne und wird im Bericht nicht auf eine einzelne Zahl festgelegt. Für die Ascend 950PR wird der Anstieg mit etwa 30 Prozent angegeben.

Warum steigen die Preise für diese KI-Prozessoren?

Als Grund nennt der Bericht stark gestiegene Kosten für hochbandbreitigen Speicher, kurz HBM. Die Preiserhöhungen verteuern damit den Aufbau von KI-Rechenkapazität und zeigen nach dem Bericht einen wachsenden Engpass bei den chinesischen Herstellern. Angaben zu Lieferzeiten oder zur weiteren Preisentwicklung enthält der Bericht nicht.

Muss ein Betrieb in Deutschland deswegen jetzt etwas tun?

Diese Karten sind für Betriebe in Deutschland kein Beschaffungsthema, ein unmittelbarer Handlungsbedarf folgt aus der Meldung also nicht. Sinnvoll ist etwas anderes: einmal aufschreiben, was der Betrieb im Monat für KI-Werkzeuge und Schnittstellen tatsächlich ausgibt. Wer diese Zahl kennt, bemerkt eine Preisänderung bei seinen Diensten, wenn sie kommt. Wann und in welcher Höhe Rechenkosten in Abopreise durchschlagen, sagt der Bericht nicht.

Was gibt der Betrieb aktuell im Monat für KI-Werkzeuge aus, als Zahl?

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Zuletzt aktualisiert: 11. September 2026. Stand der Recherche: 11. September 2026.