Ein gesprochener Satz genügt jetzt, damit ChatGPT eine E-Mail verschickt oder im Kalender nachsieht, wann der nächste Termin ansteht.

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Drei Neuerungen an einem Tag

Verkündet hat OpenAI die Neuerung am 23. September 2026 über einen Beitrag auf X, so berichten es The Decoder, 9to5Mac und Runtime Wire übereinstimmend. Die erste Änderung betrifft die Plugins. Sie funktionieren nun im Sprachmodus, als Beispiele nennt OpenAI E-Mail, Kalender und Slack. Die zweite betrifft die Modelle: ChatGPT Voice arbeitet mit GPT-6 Astra, GPT-6 Sol und GPT-6 Luna. Sol und Luna hat OpenAI laut Runtime Wire am 22. September 2026 vorgestellt, also einen Tag vor der Voice-Ankündigung. Die dritte Neuerung bringt Voice in ChatGPT Work, im Web und auf dem Handy. 9to5Mac beschreibt ChatGPT Work als das cloudbasierte, agentische System von OpenAI.

Laut The Decoder ist das Ganze weltweit verfügbar, ab sofort in der neuesten Version der App.

Was die Sprachbefehle können sollen

Die Anwendungsbeispiele, die The Decoder und Runtime Wire wiedergeben, reichen weit über das Vorlesen von Terminen hinaus. Genannt werden das Nachsehen im Kalender, das Verschicken von E-Mails und das Zusammenfassen von Slack-Unterhaltungen. Dazu kommen doppelte Abbuchungen, die ChatGPT in Finanz-Apps finden soll. Dokumente, Präsentationen und Tabellen lassen sich laut den Berichten per Sprache erstellen, bis hin zu einer Website mit Bezahlseite.

Das sind Beispiele aus der Ankündigung, keine unabhängig getesteten Abläufe.

Nach Tarif unterscheidet Runtime Wire so: Plus und Pro erhalten auf dem Handy den vollen Work-Zugang, also Dokumente erstellen, Mails entwerfen und Nachrichten zusammenfassen. Free und Go bekommen Zugang zu Plugins und verbundenen Apps. Wie sich das im Einzelnen abgrenzt, geht aus den gelesenen Berichten nicht genauer hervor.

Kontrollen, und was dazu offen bleibt

Für den Einsatz im Unternehmen ist ein Teil der Meldung interessanter als die Beispiele. Laut Runtime Wire steuern Administratoren eines Arbeitsbereichs, welche Apps, Daten und Aktionen überhaupt verfügbar sind. Aufgaben können anhalten, um nach einer Eingabe, einer Anmeldung oder einer Bestätigung zu fragen. Die Berechtigungen der einzelnen verbundenen Apps gelten weiter.

Ob jede einzelne Aktion vorher bestätigt werden muss, etwa jeder Mailversand, sagt keine der Quellen eindeutig. Belegt ist nur, dass eine Aufgabe für eine Bestätigung anhalten kann. Ebenso wenig äußern sich die gelesenen Berichte zur Verfügbarkeit in der EU, zum Datenschutz und zu den Tarifdetails. The Decoder schreibt „weltweit“. Eine Einschränkung für Europa nennen die Quellen nicht, sie schließen sie aber auch nicht aus. Wer die Funktion im Betrieb einplant, sollte diese Lücken kennen und im Zweifel bei OpenAI nachfragen, bevor Firmenkonten verbunden werden.

Unsere Einschätzung

Bequemlichkeit ist hier das eigentliche Risiko. Wer am Schreibtisch eine Mail mit KI entwirft, sieht den Text auf dem Bildschirm, bevor er auf Senden drückt. Wer im Auto oder auf der Baustelle einen Satz ins Handy spricht, sieht in der Regel gar nichts. Der Empfänger bekommt dann womöglich eine Nachricht, die niemand gegengelesen hat, mit einem falschen Preis oder dem falschen Anhang. Bei einer Terminabfrage ist das harmlos, im schlimmsten Fall fragt man ein zweites Mal nach. Bei einer Zusage an einen Kunden oder einer Antwort an ein Amt ist es das nicht. Dass eine Aufgabe für eine Bestätigung anhalten kann, hilft nur, wenn diese Bestätigung auch eingestellt ist und der Mitarbeiter sie ernst nimmt. Aus unserer Sicht sollte ein Betrieb deshalb klären, was per Sprache nur vorbereitet und was tatsächlich ausgelöst werden darf, bevor die Funktion auf den Diensthandys ankommt.

Wir würden dafür eine kurze schriftliche Regel aufsetzen, eine Seite reicht. Darin steht, welche Konten überhaupt verbunden werden dürfen, ob das Firmenpostfach dazugehört und welche Aktionen nur als Entwurf laufen. Ebenso gehört hinein, wer die Verbindungen im Arbeitsbereich verwaltet.

Heikler ist die Datenfrage. Ob Kunden- oder Personaldaten aus dem Postfach über den Dienst laufen dürfen, entscheidet der Datenschutzbeauftragte und nicht der Mitarbeiter mit dem Handy in der Hand. Eine Rechtsauskunft ersetzt dieser Hinweis nicht. Er soll nur sicherstellen, dass die Frage gestellt wird, bevor die Verbindung steht.

Wer einen Firmenarbeitsbereich bei OpenAI verwaltet, sollte die Einstellungen für Apps und Aktionen jetzt prüfen. Dort lässt sich laut Runtime Wire festlegen, was verfügbar ist, und das ist einfacher, bevor sich alle an die Funktion gewöhnt haben. Dieselbe Abwägung stellte sich schon bei ChatGPT Appshots, das Fensterinhalte unter Windows liest; was dort zum Datenschutz beim Mitlesen von Fensterinhalten gilt, trifft auf das Postfach erst recht zu.

Ein Assistent, der handeln kann, braucht im Betrieb vorher eine Antwort auf die Frage, wer seine Aktionen freigibt.

Quellen

Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 24. September 2026):

Häufige Fragen

Was hat OpenAI am 23. September 2026 für ChatGPT Voice angekündigt?

OpenAI hat drei Neuerungen angekündigt. Plugins wie E-Mail, Kalender und Slack funktionieren im Sprachmodus, ChatGPT Voice arbeitet mit den Modellen GPT-6 Astra, GPT-6 Sol und GPT-6 Luna, und Voice ist in ChatGPT Work im Web und auf dem Handy nutzbar.

Welche Aufgaben soll ChatGPT Voice per Sprachbefehl erledigen?

Laut The Decoder und Runtime Wire gehören dazu Termine im Kalender nachsehen, E-Mails verschicken und Slack-Unterhaltungen zusammenfassen. Genannt werden außerdem das Finden doppelter Abbuchungen in Finanz-Apps sowie das Erstellen von Dokumenten, Präsentationen und Tabellen per Sprache. Es handelt sich um Beispiele aus der Ankündigung, nicht um unabhängige Tests.

Ist die Funktion in Deutschland und der EU verfügbar?

The Decoder spricht von einer weltweiten Verfügbarkeit in der neuesten App-Version. Eine Einschränkung für Europa nennen die gelesenen Quellen nicht, sie schließen sie aber auch nicht aus. Zum Datenschutz äußern sich die Berichte ebenfalls nicht.

Was sollte ein Betrieb jetzt regeln?

Aus unserer Sicht gehört vor die Einführung eine kurze Regel: welche Konten verbunden werden dürfen, welche Aktionen nur als Entwurf laufen und wer die Verbindungen im Arbeitsbereich verwaltet. Laut Runtime Wire können Administratoren steuern, welche Apps, Daten und Aktionen verfügbar sind. Ob Kunden- oder Personaldaten über den Dienst laufen dürfen, klärt der Datenschutzbeauftragte.

Wer im Betrieb entscheidet, welche Aktion ein KI-Assistent ohne Gegenlesen auslösen darf?

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Zuletzt aktualisiert: 24. September 2026. Stand der Recherche: 24. September 2026.