Für das Fünffache des Standardpreises verkauft OpenAI seinen Firmenkunden ab sofort die Freiheit von der Nutzungsbremse.
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Zweite Sitzklasse für ChatGPT Business
Bisher gab es in ChatGPT Business genau eine Sorte Sitz: 25 US-Dollar je Nutzer und Monat, bei Jahresabrechnung 20 US-Dollar. Mit der Ankündigung aus der Woche vom 10. August 2026 tritt daneben ein Premium-Sitz für 125 US-Dollar je Nutzer und Monat, bei Jahresabrechnung sind es 100 US-Dollar. Am Standardsitz ändert sich nach den vorliegenden Berichten nichts, weder am Preis noch am Umfang.
Der Aufpreis kauft Kapazität. Laut OpenAI bietet der Premium-Sitz das fünffache Nutzungskontingent eines Standard-Sitzes, und die Fünf-Stunden-Sperre, an der intensive Nutzer bisher regelmäßig hingen, fällt weg.
Das Kontingent setzt sich wöchentlich zurück. Wer an zwei Arbeitstagen viel verbraucht, verliert also nicht den Monat, muss aber trotzdem bis zum Wochenbeginn haushalten.
Die Begründung heißt Agenten
OpenAI begründet den Schritt sinngemäß damit, dass Teams zunehmend komplexe, agentische Aufgaben erledigen, und die verbrauchen deutlich mehr Kapazität als ein einzelner Prompt. Ein Auftrag, den das Werkzeug in vielen Schritten selbstständig abarbeitet, zieht ein Vielfaches dessen, was eine kurze Frage kostet. Die alte Sperre traf damit ausgerechnet die Nutzer, die das Werkzeug am ernsthaftesten einsetzen.
Wohin die Reise bei den Firmenkonten geht, war schon vor dieser Preisrunde zu erkennen, wir hatten die Agentenfunktionen in OpenAIs Arbeitskonten bereits eingeordnet. Die neue Sitzklasse liefert dazu jetzt das Preisschild.
Beide Sitzklassen im selben Workspace
Administratoren können Standard- und Premium-Sitze im selben Workspace mischen und je Person zuweisen. Niemand muss also die ganze Firma hochstufen, weil zwei Leute an die Sperre stoßen. Die Zuordnung lässt sich an der tatsächlichen Nutzung ausrichten statt an der Abteilungszugehörigkeit.
Genau diese Stelle verdient im Betrieb einen zweiten Blick. Ein Verwaltungsklick entscheidet künftig über 100 Dollar Unterschied je Kopf und Monat.
Ein Rechenbeispiel mit den Listenpreisen macht den Hebel sichtbar. Ein Betrieb mit zehn Standard-Sitzen zahlt 250 Dollar im Monat. Stuft er die zwei Vielnutzer im Haus auf Premium hoch, sind es 450 Dollar, also 200 Dollar Aufpreis für genau die beiden Arbeitsplätze, an denen die Sperre bisher Arbeit unterbrochen hat. Bucht derselbe Betrieb dagegen alle zehn Sitze in Premium, stehen 1.250 Dollar im Monat auf der Rechnung, und die Differenz von 800 Dollar kauft in acht Fällen Kapazität ohne Abnehmer. Bei Jahresabrechnung verschieben sich die Beträge auf 100 und 20 Dollar je Sitz, das Verhältnis von eins zu fünf bleibt.
Unsere Einschätzung
125 Dollar je Kopf und Monat gehören nicht als Softwarelizenz gerechnet, sondern als Werkzeugbudget je Mitarbeiter. Bei einer Lizenz fragt man, ob die Firma sie braucht. Bei einem Budget fragt man, wer im Haus es tatsächlich verbraucht, und diese Frage lässt sich beantworten, bevor Geld fließt. In den meisten Betrieben, die wir in Kursen und Projekten sehen, brauchen zwei oder drei Leute das große Kontingent, weil sie täglich lange Aufgaben durch das Werkzeug schieben, während der Rest mit dem Standardsitz nie an eine Grenze kommt. Für diese wenigen ist der Premium-Sitz schlicht der Preis funktionierender Arbeit, denn eine Sperre mitten in einer laufenden Aufgabe kostet mehr als der Aufpreis. Für alle anderen ist er bezahlte Kapazität, die niemand abruft. Die eigentlich brauchbare Neuerung ist deshalb die Mischbarkeit im selben Workspace, nicht die neue Preisstufe selbst. Wer flächendeckend Premium bucht, hat keine KI-Strategie, er hat eine ungeprüfte Rechnung.
Praktisch heißt das: erst einen Monat lang festhalten, wer wie oft an die Fünf-Stunden-Sperre läuft, dann gezielt hochstufen. Die Zahlen dafür liefert der Arbeitsalltag von selbst, man muss sie nur notieren, eine Strichliste im Team reicht. Und die Zuweisung ist keine Einmalentscheidung. Wer ein Vierteljahr lang nirgends ans Kontingent stößt, kann zurück auf den Standardsitz, dann wandert das Budget dorthin, wo tatsächlich Last anfällt.
Ein Punkt bleibt offen. Die Preise sind US-Dollar-Listenpreise, und was ein deutscher Betrieb am Ende brutto zahlt, gehört vor der Entscheidung ins eigene Abrechnungsportal geschaut, nicht aus Berichten übernommen.
Quellen
Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 19. August 2026):
- OpenAI: Premium seats are coming to ChatGPT Business
- The Decoder: OpenAI introduces 125 dollar Premium Seats for ChatGPT Business
- Techtimes: ChatGPT Business Adds 125 Premium Seat for Power Users
Häufige Fragen
Was kostet ein Premium-Sitz in ChatGPT Business?
Ein Premium-Sitz kostet 125 US-Dollar je Nutzer und Monat, bei Jahresabrechnung 100 US-Dollar. Der Standard-Sitz bleibt bei 25 US-Dollar je Nutzer und Monat, bei Jahresabrechnung bei 20 US-Dollar. Angekündigt wurde die neue Sitzklasse in der Woche vom 10. August 2026.
Was bietet der Premium-Sitz mehr als der Standard-Sitz?
Laut OpenAI enthält er das fünffache Nutzungskontingent eines Standard-Sitzes, und die Fünf-Stunden-Sperre für intensive Nutzer entfällt. Das Kontingent setzt sich wöchentlich zurück. OpenAI begründet den Schritt sinngemäß damit, dass agentische Aufgaben deutlich mehr Kapazität verbrauchen als einzelne Anfragen.
Lassen sich Standard- und Premium-Sitze im selben Workspace kombinieren?
Ja. Administratoren können beide Sitzklassen im selben Workspace mischen und je Person zuweisen. Ein Betrieb kann also gezielt einzelne Vielnutzer hochstufen, während alle anderen beim Standardsitz bleiben.
Was sollte ein Betrieb jetzt regeln?
Zuerst einen Monat lang festhalten, wer überhaupt an die Fünf-Stunden-Sperre oder ans Kontingent stößt. Nur für diese Nutzer lohnt der Premium-Sitz, der Rest bleibt auf Standard. Die genannten Preise sind US-Dollar-Listenpreise, der tatsächliche Bruttobetrag gehört vor der Buchung im eigenen Abrechnungsportal geprüft.
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Zuletzt aktualisiert: 19. August 2026. Stand der Recherche: 19. August 2026.