Das Preisschild, das DeepSeek in etliche Firmen-Workflows gebracht hat, ist Geschichte: Die neuen API-Tarife liegen beim Vielfachen der alten.

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Was auf der Preisseite steht

Die folgenden Zahlen stammen direkt von der Preisseite in der DeepSeek-API-Dokumentation, abgerufen am 19. August 2026, alle Werte in US-Dollar je Million Token. Abgerechnet wird nach Tageszeit: Zur Spitzenzeit gilt der volle Tarif, in der Nebenzeit die Hälfte. Dazu kommt die Unterscheidung, ob eine Eingabe aus dem Cache bedient wird, also Teile der Anfrage dem System bereits bekannt sind, oder nicht.

Zur Nebenzeit halbieren sich die Werte. Die Ausgabe kostet dann 0,66 US-Dollar bei deepseek-v4-flash und 1,98 US-Dollar bei deepseek-v4-pro, die Eingabe ohne Cache-Treffer 0,22 beziehungsweise 0,66 US-Dollar, mit Cache-Treffer 0,007 beziehungsweise 0,022 US-Dollar.

Auffällig ist der Abstand zwischen den Cache-Stufen. Bei deepseek-v4-flash kostet die Eingabe mit Cache-Treffer zur Spitzenzeit 0,014 US-Dollar, ohne Treffer 0,44 US-Dollar. Bei deepseek-v4-pro sind es 0,044 gegenüber 1,32 US-Dollar. Wer seine Anfragen so baut, dass der gleichbleibende Teil, etwa die immer identische Arbeitsanweisung am Anfang, unverändert wiederkehrt, erhöht die Chance auf Cache-Treffer und zahlt für diesen Teil nur einen Bruchteil. Für Betriebe mit vielen gleichförmigen Aufrufen ist das der wirksamste Stellhebel auf der neuen Preisliste.

Ein Gültigkeitsdatum oder die alten Preise nennt die Seite nicht. Dort steht nur der Vorbehalt, dass DeepSeek Preise anpassen kann.

Laut Berichten das Vierfache binnen zwei Wochen

Die Vorgeschichte liefert die Presse. Nach Berichten unter anderem von PC Games Hardware und Telepolis hat DeepSeek die Erhöhung am 6. August 2026 angekündigt, zunächst ohne konkrete Zahlen. Seit dem 16. August 2026 gelten demnach die neuen Tarife.

Die alten Preise lagen laut diesen Berichten bei 0,14 US-Dollar für die Eingabe und 0,28 US-Dollar für die Ausgabe bei V4 Flash sowie bei 0,435 und 0,87 US-Dollar bei V4 Pro. Der Ausgabepreis zur Spitzenzeit hat sich damit vervielfacht, bei Flash von 0,28 auf 1,32 US-Dollar, bei Pro von 0,87 auf 3,96 US-Dollar. PC Games Hardware spricht von einer Vervierfachung binnen zwei Wochen nach dem Start der V4-Modelle.

Dass DeepSeek damit den Preiskampf beendet, ist eine Einordnung der Presse und keine Aussage des Anbieters.

Dieselben Namen, neue Modellstände

Parallel wurden laut der API-Dokumentation die Modelle hinter den Bezeichnungen aktualisiert: deepseek-v4-flash steht jetzt für DeepSeek-V4-Flash-0731, deepseek-v4-pro für DeepSeek-V4-Pro-0813. Wer die Modelle über ihre Kurznamen anspricht, bekommt damit einen neuen Modellstand und ein neues Preisschild, ohne selbst eine Zeile geändert zu haben.

Genau diese Bequemlichkeit macht die Sache für Betriebe heikel. Eine Anbindung, die seit Monaten unauffällig läuft, kostet laut Berichten seit dem 16. August ein Vielfaches, und im Haus hat niemand etwas angefasst.

Unsere Einschätzung

Etliche Betriebe haben DeepSeek genau wegen des Kampfpreises in ihre Abläufe verdrahtet, vom Chat-Baustein bis zur automatischen Zusammenfassung im Posteingang. Für sie ist diese Woche eine unbequeme, aber nützliche Lehre. Ein Anbieter, der Preise binnen zwei Wochen vervielfachen kann, gehört in jede Kalkulation mit einem Wechselpfad. Praktisch heißt das: den Modellnamen als Konfigurationswert führen und nicht fest in den Code schreiben, dazu die monatlichen Kosten je Anwendungsfall notieren, damit ein Preissprung am ersten Tag auffällt und nicht erst auf der Abrechnung. Dazu gehört auch, den eigenen Anteil an Cache-Treffern zu kennen, denn ob eine Eingabe bei deepseek-v4-pro mit 0,044 oder mit 1,32 US-Dollar je Million Token abgerechnet wird, entscheidet über die Monatsrechnung mit. Ist beides vorhanden, bleibt ein Anbieterwechsel ein Nachmittag und wird kein Projekt. Wer sich von fremden Preisschildern ganz unabhängig machen will, kann die offenen V4-Gewichte auf eigener Hardware betreiben, wie das geht, steht in unserem Artikel zum Selbst-Hosten der offenen DeepSeek-V4-Modelle.

Verlassen sollte sich auf einen Kampfpreis ohnehin niemand. Er gewinnt Kunden, ein Versprechen für die Zukunft war er noch nie.

Wer heute nicht sagen kann, was die eigene DeepSeek-Anbindung im Monat kostet, sollte es diese Woche nachrechnen.

Quellen

Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 19. August 2026):

Häufige Fragen

Was hat DeepSeek an den API-Preisen geändert?

Laut Presseberichten gelten seit dem 16. August 2026 deutlich höhere Tarife, angekündigt am 6. August zunächst ohne Zahlen. Auf der Preisseite kostet die Ausgabe von deepseek-v4-pro zur Spitzenzeit 3,96 US-Dollar je Million Token, bei deepseek-v4-flash 1,32 US-Dollar. Die alten Ausgabepreise lagen laut Berichten bei 0,87 beziehungsweise 0,28 US-Dollar.

Wie funktioniert das Spitzen- und Nebenzeitenmodell von DeepSeek?

Die Preisseite unterscheidet Spitzenzeit und Nebenzeit, die Nebenzeit-Tarife liegen bei der Hälfte der Spitzenzeit-Tarife. Zusätzlich zählt, ob eine Eingabe aus dem Cache bedient wird: Bei deepseek-v4-flash kostet die Eingabe mit Cache-Treffer zur Spitzenzeit 0,014 US-Dollar je Million Token statt 0,44 US-Dollar ohne Cache-Treffer.

Gelten die neuen DeepSeek-Preise dauerhaft?

Die Preisseite nennt kein Gültigkeitsdatum und keine alten Preise, nur den Vorbehalt, dass DeepSeek Preise anpassen kann. Die Erhöhung kam laut PC Games Hardware binnen zwei Wochen nach dem Start der V4-Modelle. Betriebe sollten die Tarife deshalb als veränderlich einplanen.

Was sollten Betriebe mit DeepSeek-Anbindung jetzt regeln?

Zuerst die laufenden Kosten je Anwendungsfall mit den neuen Tarifen nachrechnen. Danach den Modellnamen als Konfigurationswert führen statt ihn fest in den Code zu schreiben, dann bleibt ein Anbieterwechsel überschaubar. Als Alternative lässt sich prüfen, die offenen V4-Gewichte auf eigener Hardware zu betreiben.

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Zuletzt aktualisiert: 19. August 2026. Stand der Recherche: 19. August 2026.