KI-Kurse sind steuerlich nichts Besonderes, und genau das ist die gute Nachricht. Für einen Prompting-Workshop, eine Copilot-Schulung oder eine mehrmonatige Weiterbildung zur Prozessautomatisierung gelten dieselben Regeln wie für jede andere berufliche Fortbildung. Knifflig wird es an drei Stellen: bei der Frage, ob der Kurs beruflich oder privat motiviert ist, bei den Fahrtkosten und bei KI-Abos, die du auch am Wochenende nutzt.
Die allgemeinen Grundlagen zu Werbungskosten, zur Anlage N und zum Zusammenspiel mit dem Aufstiegs-BAföG stehen ausführlich in unserem Beitrag Werbungskosten für Weiterbildung in der Steuererklärung. Hier geht es um das, was bei KI- und Digitalisierungskursen anders aussieht.
Vom Fachartikel zur eigenen Anwendung
Über Digitalisierung zu lesen ist das eine, sie im Arbeitsalltag umzusetzen das andere. Der KI-Schnupperkurs zeigt in fünf kurzen Lektionen, wie Prozesse mit KI und Automatisierung konkret aussehen. Wer danach tiefer einsteigen will, findet im Digitalisierungsmanager die Weiterbildung dazu, bei bewilligtem Bildungsgutschein ohne Kosten für dich.
Kostenlos reinschnuppernDer Schnupperkurs ist gratis. Ob die Weiterbildung über den Bildungsgutschein gefördert wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.
Wann ein KI-Kurs als beruflich gilt
Werbungskosten sind nach § 9 Abs. 1 EStG Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen. Bei KI-Kursen ist der Bezug meist leicht zu begründen, weil Textassistenten, Automatisierung und Datenauswertung inzwischen in vielen Büro-, Vertriebs- und Verwaltungsjobs vorkommen.
Schwieriger wird es, wenn der Kurs nach Freizeit klingt. Ein Wochenendseminar „KI-Kunst für Einsteiger“ wird eine Buchhalterin kaum als Fortbildung durchbekommen. Eine Schulung zur automatischen Belegerfassung dagegen schon. Hilfreich ist ein Satz des Arbeitgebers, dass die Inhalte für deine Aufgaben gebraucht werden, oder eine Stellenanzeige, die genau diese Kenntnisse verlangt, wenn du den Job wechseln willst.
Eine Hürde gilt nur für die Erstausbildung: Nach § 9 Abs. 6 EStG sind Kosten einer ersten Berufsausbildung oder eines ersten Studiums nur dann Werbungskosten, wenn du vorher schon eine Erstausbildung abgeschlossen hast oder die Ausbildung im Rahmen eines Dienstverhältnisses stattfindet. Eine KI-Weiterbildung ist eine Fortbildung und davon nicht betroffen.
Fahrtkosten: 0,30 oder 0,38 Euro
Hier liegt der häufigste Fehler in der Steuererklärung. Welcher Satz gilt, hängt davon ab, ob der Kurs neben dem Job läuft oder deine Hauptbeschäftigung ist.
| Situation | Was du ansetzt | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Abendkurs oder Samstagsseminar neben dem Job | 0,30 Euro je gefahrenem Kilometer, Hin- und Rückweg | § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4a EStG mit Bundesreisekostengesetz |
| Vollzeitige Bildungsmaßnahme außerhalb eines Dienstverhältnisses | Entfernungspauschale 0,38 Euro je Entfernungskilometer, nur einfache Strecke | § 9 Abs. 4 Satz 8 und Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG |
| Online-Kurs von zu Hause | keine Fahrtkosten | kein Weg angefallen |
Die 0,38 Euro gelten seit dem 1. Januar 2026 ab dem ersten Kilometer, eingeführt mit dem Steueränderungsgesetz 2025. Vorher gab es bis zum 20. Kilometer nur 0,30 Euro.
Ein Beispiel: Du fährst an 20 Samstagen zu einem Präsenzkurs, einfache Strecke 25 Kilometer. Das sind 50 Kilometer je Kurstag mal 0,30 Euro, also 15 Euro am Tag und 300 Euro im Jahr.
KI-Abos, Laptop und Software als Arbeitsmittel
Viele Kurse setzen voraus, dass du mit einem eigenen Zugang übst. Die monatlichen Kosten für ein KI-Abo, das du für den Kurs und für die Arbeit nutzt, sind Werbungskosten. Nutzt du es auch privat, setzt du nur den beruflichen Anteil an und solltest die Aufteilung plausibel begründen können, etwa über den Anteil der Arbeitstage.
Für Computer, Zubehör und Software gilt eine Vereinfachung der Finanzverwaltung: Die Nutzungsdauer kann mit einem Jahr angesetzt werden, die Anschaffung wirkt dann in einem Steuerjahr. Das betrifft auch den Laptop, den du dir für einen Online-Kurs kaufst, soweit du ihn beruflich nutzt.
Unsere Beobachtung aus Gesprächen mit Teilnehmern: Die Kursgebühr trägt fast jeder ein, die kleinen Posten vergessen viele. Ein Jahr KI-Abo, ein Headset, ein zweiter Monitor und ein Fachbuch summieren sich schnell auf einen dreistelligen Betrag. Wer die Belege von Anfang an in einem Ordner sammelt, spart sich im Frühjahr das Suchen.
Wenn der Arbeitgeber die KI-Schulung bezahlt
Für den Betrieb ist die Schulung eine Betriebsausgabe. Für dich als Mitarbeiter stellt sich die Frage, ob du einen geldwerten Vorteil versteuern musst. In aller Regel nicht. § 3 Nr. 19 EStG stellt Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers steuerfrei, wenn sie der Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit dienen oder zu den Maßnahmen nach § 82 und § 82a SGB III gehören. Die Grenze zieht das Gesetz beim Belohnungscharakter. Eine Fernreise mit einem Tag KI-Seminar fällt nicht darunter.
Übernimmt die Agentur für Arbeit einen Teil der Kosten, weil der Betrieb die Weiterbildung über das Qualifizierungschancengesetz nach § 82 SGB III fördern lässt, bleibt die Steuerfreiheit für den Mitarbeiter bestehen. Absetzen kannst du dann allerdings nur, was du tatsächlich selbst getragen hast.
Bildungsgutschein: was dann noch übrig bleibt
Wer arbeitssuchend ist und eine Weiterbildung mit Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit macht, zahlt die Lehrgangskosten nicht selbst. Also gibt es dafür auch nichts abzusetzen. Dasselbe gilt für Fahrtkosten, soweit die Agentur sie erstattet.
Übrig bleiben Ausgaben, die niemand ersetzt. Das sind zum Beispiel ein Laptop, ein Fachbuch oder der Teil eines KI-Abos, den du beruflich nutzt. Sie wirken vor allem im Jahr der Arbeitsaufnahme, wenn wieder Lohnsteuer anfällt. Fallen in einem Jahr ohne Einnahmen Werbungskosten an, kann das Finanzamt daraus einen Verlustvortrag feststellen, der spätere Steuerjahre mindert (§ 10d EStG). Unsere Weiterbildung zum Digitalisierungsmanager läuft 4 Monate komplett online; bei bewilligtem Bildungsgutschein fallen für Teilnehmer keine Lehrgangskosten an, Fahrtkosten entstehen nicht.
Vom Fachartikel zur eigenen Anwendung
Über Digitalisierung zu lesen ist das eine, sie im Arbeitsalltag umzusetzen das andere. Der KI-Schnupperkurs zeigt in fünf kurzen Lektionen, wie Prozesse mit KI und Automatisierung konkret aussehen. Wer danach tiefer einsteigen will, findet im Digitalisierungsmanager die Weiterbildung dazu, bei bewilligtem Bildungsgutschein ohne Kosten für dich.
Kostenlos reinschnuppernDer Schnupperkurs ist gratis. Ob die Weiterbildung über den Bildungsgutschein gefördert wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.
Häufige Fragen
Kann ich mein ChatGPT-Abo von der Steuer absetzen?
Ja, soweit du es beruflich nutzt, zum Beispiel für die Arbeit oder für eine berufliche Weiterbildung. Bei gemischter Nutzung setzt du nur den beruflichen Anteil an. Die Aufteilung solltest du nachvollziehbar begründen können.
Welcher Kilometersatz gilt für Fahrten zum KI-Kurs?
Läuft der Kurs neben dem Job, setzt du 0,30 Euro je gefahrenem Kilometer für Hin- und Rückweg an. Bei einer vollzeitigen Bildungsmaßnahme außerhalb eines Dienstverhältnisses gilt die Entfernungspauschale von 0,38 Euro je Kilometer der einfachen Strecke.
Muss ich eine vom Arbeitgeber bezahlte KI-Schulung versteuern?
In der Regel nicht. Nach § 3 Nr. 19 EStG sind Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers steuerfrei, wenn sie der Beschäftigungsfähigkeit dienen und keinen überwiegenden Belohnungscharakter haben.
Was kann ich bei einer Weiterbildung mit Bildungsgutschein absetzen?
Nur, was du selbst zahlst und niemand erstattet, etwa Arbeitsmittel oder Fachliteratur. Die Lehrgangskosten übernimmt die Agentur für Arbeit, sie sind deshalb kein eigener Aufwand.
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