Ein Prompt ist das, was du in das Eingabefeld einer KI schreibst. Ob „Fass diese Mail in drei Sätzen zusammen“ oder eine halbe Seite mit Anweisungen und Beispielen: Alles davon ist der Prompt, und von ihm hängt ab, was die KI zurückgibt. Hier steht, was das Wort bedeutet, aus welchen Bausteinen ein brauchbarer Prompt besteht, fünf Beispiele aus dem Büro und was man besser nicht hineinschreibt.
Herkunft und Bedeutung
Der Duden führt den Prompt als „[meist natürlichsprachliche] Eingabe, die als Aufgabenbeschreibung für generative Modelle künstlicher Intelligenz zur Erzeugung von Texten oder Bildern dient“. Als Herkunft nennt er das englische prompt, Aufforderung. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik beschreibt Sprachmodelle in seinem Papier „Generative KI-Modelle“ als Modelle, die textuelle Eingaben, sogenannte Prompts, verarbeiten und darauf basierend Textausgaben erzeugen.
Ein Prompt kann eine Frage sein, ein Auftrag, ein Text zum Bearbeiten oder eine Bildbeschreibung.
Das Modell kennt nur, was im Prompt steht und was es beim Training gelernt hat. Es weiß nicht, wer du bist, für wen der Text gedacht ist oder welche Vorlage in deiner Firma gilt, solange du es nicht sagst.
Woraus ein guter Prompt besteht
Gute Prompts beantworten die Fragen, die ein neuer Kollege auch stellen würde. Nicht jeder Prompt braucht alle Bausteine, aber je wichtiger das Ergebnis, desto mehr davon gehören hinein.
| Baustein | Frage dahinter | Beispiel |
|---|---|---|
| Aufgabe | Was genau soll herauskommen? | „Schreib eine Antwort auf diese Kundenmail.“ |
| Kontext | Wer schreibt, an wen, worum geht es? | „Ich arbeite im Kundenservice eines Möbelhauses, der Kunde wartet seit drei Wochen auf ein Sofa.“ |
| Material | Womit soll die KI arbeiten? | Die Mail selbst, dazu der Liefertermin aus dem System. |
| Format und Ton | Wie lang, in welcher Form, wie förmlich? | „Höchstens fünf Sätze, Sie-Form, freundlich, ohne Floskeln.“ |
| Beispiel | Wie sieht ein gutes Ergebnis aus? | Eine frühere Antwort, die gut ankam. |
| Grenzen | Was darf nicht passieren? | „Versprich keinen neuen Liefertermin.“ |
Am leichtesten übersieht man den Kontext, weil man ihn selbst im Kopf hat.
Fünf Beispiele für Prompts im Arbeitsalltag
- „Fass das folgende Protokoll in fünf Stichpunkten zusammen. Nenne zuerst die Beschlüsse, dann die offenen Aufgaben mit Namen und Frist.“
- „Formuliere aus diesen Notizen eine Mail an einen Lieferanten, der zum zweiten Mal zu spät geliefert hat. Sachlich, Sie-Form, mit der Bitte um einen verbindlichen Termin bis Freitag.“
- „Hier sind 20 Kundenanfragen. Ordne jede einer dieser Kategorien zu: Reklamation, Angebot, Termin, Sonstiges. Gib das Ergebnis als Tabelle mit zwei Spalten aus.“
- „Erkläre einem neuen Auszubildenden in einfachen Worten, wie unsere Reisekostenabrechnung abläuft. Nutze dafür nur die angehängte Richtlinie und schreib dazu, wenn dort etwas fehlt.“
- „Prüfe diesen Text auf Rechtschreibung und Zeichensetzung. Ändere nichts am Inhalt und markiere jede Korrektur.“
Alle fünf nennen die Aufgabe im ersten Satz und sagen, in welcher Form das Ergebnis kommen soll. Das vierte Beispiel tut noch etwas: Es beschränkt die KI auf eine Quelle und bittet sie, Lücken offen zu benennen. Weitere Vorlagen sammeln die Beiträge 50 ChatGPT-Prompts fürs Büro und 20 Prompt-Vorlagen für den Büroalltag.
Prompt, Prompting, Prompt Engineering
Prompting ist das Schreiben von Prompts, im Alltag oft schlicht das Arbeiten mit einem Chatprogramm. Prompt Engineering nennt man es, wenn Prompts planvoll entworfen, getestet und verbessert werden, etwa damit sie in einem automatisierten Ablauf bei jeder Eingabe verlässlich dasselbe Format liefern. Dazu gehören Techniken wie Beispiele im Prompt, schrittweises Vorgehen oder feste Ausgabeformate. Ein Prompt, der im Chat gut funktioniert, tut das in einem Ablauf nicht automatisch. Dort fehlt der Mensch, der eine schiefe Antwort bemerkt und nachfragt. Wer tiefer einsteigen will, findet den Einstieg im Beitrag Prompt Engineering lernen und sieben Techniken in Prompt Engineering für Fortgeschrittene. Wie ein Team seine Prompts sammelt und pflegt, beschreibt Prompt Engineering für Unternehmen.
Was nicht in einen Prompt gehört
Was du in ein Chatprogramm tippst, geht an die Server des Anbieters, sofern du kein Modell auf dem eigenen Rechner nutzt. Namen von Kunden, Gesundheitsdaten, Kontonummern oder Betriebsgeheimnisse gehören deshalb nur in ein Werkzeug, das dein Arbeitgeber dafür freigegeben hat. Wo das nicht geklärt ist, ersetzt man echte Namen durch Platzhalter.
Eine zweite Gefahr kommt von außen. Das BSI beschreibt in seinem Papier „Generative KI-Modelle“ (Version 2.0 vom 17.01.2025) Prompt Injections: Eingaben, die ein Sprachmodell dazu bringen sollen, sein vorgegebenes Verhalten zu ändern. Bei indirekten Prompt Injections steckt die Manipulation in ungeprüften Drittquellen, etwa einer Webseite oder einem Dokument, das die KI lesen soll, und nicht in der Eingabe der Person selbst. Mehr dazu im Beitrag Prompt Injection bei KI-Agenten.
Aus unserer Sicht ist der wichtigste Teil eines Prompts das, was danach kommt: das Prüfen. Eine KI formuliert flüssig, auch wenn sie falschliegt. Wer Zahlen, Namen und Fristen im Ergebnis nicht gegenliest, übernimmt Fehler, die in einem sauberen Satz besonders glaubwürdig aussehen. Das BSI nennt dieses zu große Vertrauen in die Ausgaben Automation Bias.
Wo du Prompts im Kurs übst
Im KI-Schnupperkurs, für den keine Kosten entstehen, schreibst du in Lektion 2 deinen ersten guten Auftrag an eine KI, nachdem du sie beim Erfinden erwischt hast; der Kurs hat fünf Lektionen und dauert im Kern rund 90 Minuten. Wer KI-Werkzeuge sicher im Büro einsetzen will, lernt das im KI-Praktiker mit 240 Unterrichtseinheiten, live online, förderbar mit dem Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder für Beschäftigte nach § 82 SGB III. Wer Prompts in automatisierte Abläufe einbauen will, findet das im Digitalisierungsmanager für Prozessautomatisierung und Künstliche Intelligenz mit 720 Unterrichtseinheiten.
Häufige Fragen
Was heißt Prompt auf Deutsch?
Das Wort kommt laut Duden aus dem Englischen, wo prompt Aufforderung bedeutet. Im Deutschen ist der Prompt heute die Eingabe an ein KI-Modell, also der Auftrag, den du ihm gibst. Eine feste deutsche Entsprechung hat sich nicht durchgesetzt, man sagt Prompt.
Wie lang sollte ein Prompt sein?
So lang, wie die Aufgabe es braucht. Für eine einfache Frage reicht ein Satz, für einen Text mit festem Zweck gehören Ziel, Leser, Ton, Format und das Material dazu, das die KI verwenden soll. Zu kurze Prompts liefern meist allgemeine Antworten, weil das Modell die Lücken selbst füllt.
Was ist ein Systemprompt?
Ein Systemprompt ist eine Anweisung, die vor dem eigentlichen Gespräch steht und für alle weiteren Eingaben gilt, etwa „Antworte immer auf Deutsch und im Sie“. Anbieter und Unternehmen nutzen ihn, um einem Assistenten Rolle, Regeln und Grenzen mitzugeben. In vielen Chatprogrammen lässt er sich als eigene Anweisung hinterlegen.
Muss man Prompt Engineering lernen, um KI im Beruf zu nutzen?
Für den Alltag reichen wenige Grundregeln: Aufgabe klar nennen, Kontext mitgeben, Format vorgeben, Ergebnis prüfen. Wer KI in Abläufe einbaut, die ohne Aufsicht laufen, braucht mehr, denn dort muss ein Prompt bei hundert verschiedenen Eingaben verlässlich funktionieren.
Zuletzt geprüft: 01.11.2026. Quellen: Duden online (Eintrag Prompt), BSI „Generative KI-Modelle: Chancen und Risiken für Industrie und Behörden“, Version 2.0 vom 17.01.2025.
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