Der Elektronikhändler Pollin Electronic aus Pförring hat einen Insolvenzantrag gestellt. Wenn dich die Pollin Electronic Insolvenz 2026 betrifft, ordnet dieser Leitfaden deine nächsten Schritte. 140 Beschäftigte sind betroffen, der Geschäftsbetrieb läuft nach Angaben des Insolvenzverwalters zunächst uneingeschränkt weiter.
Dieser Text ersetzt keine arbeitsrechtliche Beratung. Für verbindliche Auskünfte zu deinem Arbeitsverhältnis, zu einem Sozialplan oder einem Aufhebungsvertrag sind dein Betriebsrat, die zuständige Gewerkschaft und ein Fachanwalt für Arbeitsrecht die richtige Adresse. Eine Vermittlung in einen neuen Job kann niemand garantieren, die Förderwege für Weiterbildung und Neuorientierung stehen dir aber offen.
Auf einen Blick: Die Pollin Electronic GmbH mit Sitz in Pförring im Landkreis Eichstätt hat am 30. Juli 2026 beim Amtsgericht Ingolstadt einen Insolvenzantrag gestellt. Zum Insolvenzverwalter wurde der Nürnberger Rechtsanwalt Joachim Exner bestellt, der nach eigenen Angaben das Ziel verfolgt, das Unternehmen fortzuführen. Betroffen sind 140 Beschäftigte, deren Löhne und Gehälter nach aktuellem Stand bis Oktober 2026 gesichert sind. Der Geschäftsbetrieb läuft zunächst uneingeschränkt weiter, Onlineshop und Ladengeschäft in Pförring bleiben vorerst geöffnet. Zu den Gründen für den Insolvenzantrag gab es zum Recherchestand keine belastbaren Angaben.
Was bisher bekannt ist
Die Pollin Electronic GmbH aus Pförring im Landkreis Eichstätt hat am 30. Juli 2026 einen Insolvenzantrag gestellt. Zuständig ist das Amtsgericht Ingolstadt, das den Nürnberger Rechtsanwalt Joachim Exner zum Insolvenzverwalter bestellt hat.
Betroffen sind 140 Beschäftigte. Ihre Löhne und Gehälter sind nach aktuellem Stand bis Oktober 2026 gesichert. Der Insolvenzverwalter verfolgt nach eigenen Angaben das Ziel, das Unternehmen fortzuführen.
Der Geschäftsbetrieb läuft zunächst uneingeschränkt weiter. Sowohl der Onlineshop als auch das Ladengeschäft in Pförring bleiben vorerst geöffnet und nehmen weiter Bestellungen an.
Zu den Ursachen für den Insolvenzantrag gab es zum Zeitpunkt dieser Recherche keine belastbaren Angaben. In der Berichterstattung hieß es ausdrücklich, es sei noch zu früh, sich zu den Gründen zu äußern. Wir spekulieren an dieser Stelle nicht.
Was das Verfahren für dich bedeutet
Ein Insolvenzantrag beendet dein Arbeitsverhältnis nicht. Es besteht fort, du arbeitest weiter, und du hast weiterhin Anspruch auf dein Entgelt.
Die Aussage, dass die Löhne bis Oktober 2026 gesichert sind, verweist auf das Insolvenzgeld. Es deckt bis zu drei Monate Nettoentgelt vor der Eröffnung des Verfahrens ab und wird von der Agentur für Arbeit gezahlt. Für dich heißt das: In den kommenden Monaten steht dein Einkommen, unabhängig davon, wie das Verfahren ausgeht.
Was danach kommt, ist offen. Der erklärte Wille zur Fortführung ist ein gutes Zeichen, aber keine Zusage. In der Praxis hängt viel davon ab, ob sich ein Investor findet oder ob das Geschäft aus eigener Kraft trägt.
Deine ersten Schritte
Sortiere deine Unterlagen: Arbeitsvertrag, die letzten Lohnabrechnungen, Nachweise über Urlaub und Überstunden, alle Schreiben des Arbeitgebers.
Gibt es einen Betriebsrat, ist er die erste Anlaufstelle. Er wird im Verfahren beteiligt und erfährt in der Regel früher, wie es weitergehen soll.
Im Handel ist ver.di die zuständige Gewerkschaft. Sie berät Mitglieder in Insolvenzverfahren und kennt die Abläufe. Auch ohne Mitgliedschaft lohnt ein Anruf, um die eigenen Möglichkeiten zu klären.
Beim Insolvenzgeld kommt es auf die Frist an: Der Antrag muss innerhalb von zwei Monaten nach Eröffnung des Verfahrens gestellt werden. Meist organisiert der Insolvenzverwalter das gebündelt für die Belegschaft, prüf aber nach, ob dein Antrag tatsächlich gestellt wurde.
Erhältst du eine Kündigung, hast du drei Wochen Zeit für eine Kündigungsschutzklage. Diese Frist gilt auch im Insolvenzverfahren.
Geld: Insolvenzgeld, Arbeitslosengeld, Sperrzeit
Das Insolvenzgeld nach Paragraf 165 SGB III sichert bis zu drei Monate Nettoentgelt vor der Verfahrenseröffnung. Es wird von der Agentur für Arbeit gezahlt, nicht vom Arbeitgeber.
Sollte für dein Arbeitsverhältnis ein Enddatum feststehen, meldest du dich innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis arbeitsuchend, sonst droht eine Sperrzeit. Die kostenlose Hotline ist 0800 4 5555 00.
Das Arbeitslosengeld 1 beträgt danach rund 60 Prozent des letzten Nettoentgelts, mit Kind 67 Prozent. Ein Aufhebungsvertrag kann eine Sperrzeit von bis zu zwölf Wochen auslösen. Prüf ein solches Angebot vor der Unterschrift mit Betriebsrat, ver.di oder einem Fachanwalt.
Was der Fall über den Elektronikhandel sagt
Pollin gehört seit vielen Jahrzehnten zu den bekannten Namen im deutschen Elektronikhandel und ist über den Onlineshop und das Ladengeschäft weit über die Region hinaus ein Begriff, besonders bei Bastlern, Funkamateuren und in der Ausbildung.
Der Fachhandel für Bauteile und Elektronik steht seit Jahren unter Druck. Internationale Plattformen liefern dieselben Bauteile direkt aus Asien, die Margen im Kleinteilegeschäft sind dünn, und Lagerhaltung über tausende Artikel bindet Kapital. Wer daneben ein Ladengeschäft betreibt, trägt zusätzlich Miete und Personal für eine Fläche, die immer weniger Kunden ansteuern.
Das ist keine Aussage über die Ursachen in diesem konkreten Fall, denn dazu liegt nichts vor. Es ist der Rahmen, in dem sich die Branche bewegt, und er erklärt, warum ein solcher Fall nicht überrascht.
Wohin dein Können sonst noch passt
Im Elektronikhandel arbeiten Menschen mit technischem Verständnis: Kundenberatung zu Bauteilen und Messtechnik, Wareneingang und Lager, Kommissionierung, Retourenbearbeitung, Artikelpflege im Shopsystem, Buchhaltung, Versandlogistik. Das ist eine Mischung aus Fachwissen und Prozessroutine, die sich gut übertragen lässt.
Handel und Logistik automatisieren gerade genau diese Abläufe. Bestellungen und Retouren automatisch verarbeiten, Artikeldaten und Beschreibungen pflegen, Bestände vorhersagen, Kundenanfragen vorsortieren, Rechnungen auslesen: Vieles davon läuft inzwischen über KI-gestützte Systeme. Wer den Betrieb aus eigener Erfahrung kennt und dazu die Werkzeuge beherrscht, ist an einer nützlichen Schnittstelle einsetzbar.
Der Digitalisierungsmanager setzt genau dort an. Die Weiterbildung dauert vier Monate, umfasst 720 Unterrichtseinheiten und läuft komplett online. Programmierkenntnisse brauchst du nicht. Der Schwerpunkt liegt auf Prozessautomatisierung und dem praktischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Die Weiterbildung ist DEKRA-zertifiziert. Der Bildungsgutschein nach Paragraf 81 SGB III übernimmt bei Bewilligung die kompletten Lehrgangskosten, dein Eigenanteil liegt dann bei 0 Euro. Ob ein Bildungsgutschein bewilligt wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.
Während einer abschlussorientierten Weiterbildung läuft dein Arbeitslosengeld 1 nach Paragraf 144 SGB III weiter. Dazu kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld pro Monat sowie 1.000 Euro bei der Zwischenprüfung und 1.500 Euro beim Abschluss (Paragraf 87a SGB III). Hast du Kinder, wird die Betreuung mit 160 Euro je Kind und Monat bezuschusst (Paragraf 87 SGB III).
Weiterbildung ist eine Option, kein Muss
Ob dieser Weg zu dir passt, entscheidest du. Solange der Betrieb weiterläuft und die Löhne gesichert sind, besteht kein Anlass zu übereilten Schritten. Es spricht aber nichts dagegen, sich in dieser Zeit zu orientieren.
Wer technisches Verständnis mitbringt, hat auf dem Arbeitsmarkt Möglichkeiten, von der Industrie über die Logistik bis zum technischen Vertrieb. Eine Weiterbildung lohnt sich vor allem dann, wenn du dich ohnehin neu ausrichten wolltest.
Der Weg zum Bildungsgutschein führt über deinen Vermittler bei der Agentur für Arbeit. Einen automatischen Anspruch gibt es nicht, es ist eine Ermessensentscheidung. Es hilft, im Gespräch klar zu sagen, warum die Weiterbildung zu deinem beruflichen Ziel passt.
Häufige Fragen
Ist Pollin geschlossen?
Nein. Der Geschäftsbetrieb läuft nach Angaben des Insolvenzverwalters zunächst uneingeschränkt weiter, Onlineshop und Ladengeschäft in Pförring bleiben vorerst geöffnet. Der Insolvenzverwalter verfolgt nach eigenen Angaben das Ziel, das Unternehmen fortzuführen.
Wie viele Beschäftigte sind betroffen?
Die Fachberichterstattung nennt übereinstimmend 140 Beschäftigte. Ihre Löhne und Gehälter sind nach aktuellem Stand bis Oktober 2026 gesichert.
Warum hat Pollin Insolvenz angemeldet?
Dazu gab es zum Recherchestand keine belastbaren Angaben. In der Berichterstattung hieß es ausdrücklich, es sei noch zu früh, sich zu den Gründen zu äußern. Verlässliche Auskünfte gibt in dieser Phase der Insolvenzverwalter.
Muss ich selbst Insolvenzgeld beantragen?
In der Regel organisiert der Insolvenzverwalter die Anträge gebündelt für die Belegschaft. Verlass dich aber nicht darauf: Die Frist beträgt zwei Monate nach Eröffnung des Verfahrens, und ein versäumter Antrag lässt sich später nicht heilen. Frag aktiv nach, ob dein Antrag gestellt wurde.
Quellen
- heise online: Pollin Electronic fights for survival
- Golem: Geschäftsbetrieb läuft weiter, Elektronikhändler Pollin meldet Insolvenz an
- DARC: Elektronikhändler Pollin stellt Insolvenzantrag
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