Die Lufthansa macht beim Stellenabbau in der Verwaltung ernst. Wenn dich der Lufthansa Stellenabbau 2026 betrifft, ordnet dieser Leitfaden deine nächsten Schritte. Mit dem Programm New Ways sollen bei der Deutsche Lufthansa AG zunächst bis zu 550 Vollzeitstellen wegfallen, ausschließlich in Verwaltungsfunktionen der Kernmarke Lufthansa und zunächst auf freiwilliger Basis.

Dieser Text ersetzt keine arbeitsrechtliche Beratung. Für verbindliche Auskünfte zu deinem Arbeitsverhältnis, zu einem Sozialplan oder einem Aufhebungsvertrag sind dein Betriebsrat, die zuständige Gewerkschaft und ein Fachanwalt für Arbeitsrecht die richtige Adresse. Eine Vermittlung in einen neuen Job kann niemand garantieren, die Förderwege für Weiterbildung und Neuorientierung stehen dir aber offen.

Auf einen Blick: Die Lufthansa startet das Programm New Ways bei der Deutsche Lufthansa AG. Zunächst sollen bis zu 550 Vollzeitstellen wegfallen, bis Ende 2028 und ausschließlich in Verwaltungsfunktionen der Kernmarke in Deutschland. Das ist ein Teil des Plans, im Konzern bis 2030 rund 4.000 Verwaltungsstellen abzubauen. Zusätzlich sollen etwa 1.500 Vollzeitstellen an andere internationale Konzernstandorte verlagert werden, die Zentrale in Frankfurt ist überproportional betroffen. Der Abbau läuft zunächst freiwillig über Aufhebungsverträge mit Abfindung sowie ein Modell mit bezahlter Freistellung bis zum Vertragsende. Der Konzern will damit rund 300 Millionen Euro pro Jahr sparen.

Was bei der Lufthansa gerade passiert

Die Lufthansa hat ihren angekündigten Abbau in der Verwaltung konkretisiert. Über das Programm New Ways sollen bei der Deutsche Lufthansa AG zunächst bis zu 550 Vollzeitstellen wegfallen, bis Ende 2028 und ausschließlich in Verwaltungsfunktionen der Kernmarke Lufthansa in Deutschland. Der Flugbetrieb und das fliegende Personal sind davon nicht gemeint.

Diese 550 Stellen sind ein erster Schritt. Insgesamt will der Konzern bis 2030 rund 4.000 Verwaltungsstellen abbauen, ein Plan, den die Lufthansa vor etwa einem Jahr angekündigt hatte. Zusätzlich sollen rund 1.500 Vollzeitstellen an andere internationale Konzernstandorte verlagert werden. Das trifft die Zentrale in Frankfurt überproportional.

Der Abbau läuft zunächst freiwillig. Die Lufthansa bietet klassische Aufhebungsverträge mit Abfindung an sowie ein Modell mit bezahlter, unwiderruflicher Freistellung bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses, in der Beschäftigte auch außerhalb des Konzerns arbeiten dürfen. Der Konzern will über die Maßnahmen rund 300 Millionen Euro pro Jahr sparen, die einmaligen Kosten vor allem für Abfindungen werden auf mehrere Hundert Millionen Euro veranschlagt.

Für dich als Beschäftigten ist wichtig: Dein Arbeitsverhältnis läuft weiter. Ein Angebot ist ein Angebot, keine Kündigung.

Deine ersten Schritte

Ordne zuerst deine Papiere. Arbeitsvertrag, Lohnabrechnungen, Nachweise über Urlaub und Überstunden, Betriebsvereinbarungen. Diese Unterlagen brauchst du, sobald über Zahlen gesprochen wird.

Dein Betriebsrat ist die erste Anlaufstelle. Er kennt die Regelungen zu New Ways und begleitet die Gespräche. Für Verwaltungsbeschäftigte im Lufthansa-Konzern ist in der Regel ver.di die zuständige Gewerkschaft und unterstützt ihre Mitglieder mit Beratung und, wenn nötig, mit Rechtsschutz.

Ein freiwilliges Ausscheiden klingt attraktiv, hat aber Fallstricke. Ein Aufhebungsvertrag kann eine Sperrzeit von bis zu zwölf Wochen beim Arbeitslosengeld auslösen, in der du kein Geld bekommst und die deine Bezugsdauer verkürzt. Auch das Freistellungsmodell will genau gelesen sein. Unterschreib deshalb nichts sofort, sondern lass jedes Angebot vorher von Betriebsrat, Gewerkschaft oder einem Fachanwalt für Arbeitsrecht prüfen.

Abfindung, Sperrzeit und Arbeitslosengeld

Weil der Abbau freiwillig läuft, stehen für dich Abfindung, das Freistellungsmodell und die Frage nach der Sperrzeit im Vordergrund. Wie sich eine Abfindung steuerlich auswirkt und was das Freistellungsmodell für deine Sozialversicherung bedeutet, klärst du am besten vorab.

Sobald ein Enddatum für dein Arbeitsverhältnis feststeht, meldest du dich innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend. Versäumst du diese Frist, droht eine Sperrzeit. Die kostenlose Hotline erreichst du unter 0800 4 5555 00.

Das Arbeitslosengeld 1 beträgt danach rund 60 Prozent deines letzten Nettoentgelts, mit Kind 67 Prozent. Kläre außerdem, ob eine Transfergesellschaft angeboten wird. Über das Transfer-Kurzarbeitergeld nach Paragraf 111 SGB III lässt sich der Übergang in einen neuen Job abfedern, und Qualifizierungen sind dort oft schon eingeplant.

Vom Verwaltungs-Wissen zur Digitalisierung

Wer in der Verwaltung eines großen Konzerns arbeitet, kennt Planung, Steuerung, Controlling, Einkauf, Kundenbetreuung, Projektarbeit und komplexe Abläufe über viele Abteilungen hinweg. Das ist Bürowissen auf hohem Niveau, das nicht verschwindet, nur weil eine Abteilung schrumpft. Die Frage ist, wohin du es als Nächstes trägst.

Gerade Verwaltung und Büro sind die Bereiche, in denen KI-gestützte Systeme am schnellsten Einzug halten. Dokumente auswerten, Berichte erstellen, Anfragen beantworten, wiederkehrende Prozesse automatisieren: Wer diese Abläufe aus eigener Erfahrung kennt und zugleich die neuen Werkzeuge beherrscht, wird nicht ersetzt, sondern gebraucht. Genau an dieser Schnittstelle entstehen neue Rollen.

Der Digitalisierungsmanager greift diesen Bedarf auf. Die Weiterbildung dauert vier Monate, umfasst 720 Unterrichtseinheiten und läuft komplett online. Programmierkenntnisse brauchst du nicht. Der Schwerpunkt liegt auf Prozessautomatisierung und dem praktischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Die Weiterbildung ist DEKRA-zertifiziert. Der Bildungsgutschein nach Paragraf 81 SGB III übernimmt bei Bewilligung die kompletten Lehrgangskosten, dein Eigenanteil liegt dann bei 0 Euro. Ob ein Bildungsgutschein bewilligt wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.

Während einer abschlussorientierten Weiterbildung läuft dein Arbeitslosengeld 1 nach Paragraf 144 SGB III weiter. Dazu kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld pro Monat sowie 1.000 Euro bei der Zwischenprüfung und 1.500 Euro beim Abschluss (Paragraf 87a SGB III). Hast du Kinder, wird die Betreuung mit 160 Euro je Kind und Monat bezuschusst (Paragraf 87 SGB III).

Weiterbildung ist eine Option, kein Muss

Ob du diesen Weg gehst, entscheidest du. Kaufmännische und verwaltende Fachkräfte werden in vielen Branchen gesucht, ein direkter Wechsel ist für viele die naheliegende Lösung. Eine Weiterbildung lohnt sich vor allem dann, wenn du dich beruflich neu ausrichten willst und nicht nur eine Lücke überbrücken möchtest.

Der Weg zum Bildungsgutschein führt über deinen Vermittler bei der Agentur für Arbeit. Einen automatischen Anspruch gibt es nicht, es ist eine Ermessensentscheidung. Es hilft, im Gespräch klar zu sagen, warum die Weiterbildung zu deinem beruflichen Ziel passt.

Lass dir Zeit für die Entscheidung. Sprich mit deinem Betriebsrat, mit der Agentur und mit Menschen, die das Berufsfeld kennen. Der Digitalisierungsmanager ist eine Möglichkeit unter mehreren, kein Zwang.

Häufige Fragen

Ist vom Stellenabbau auch das fliegende Personal betroffen?

Nach den vorliegenden Angaben nicht. Das Programm New Ways betrifft ausschließlich Verwaltungsfunktionen bei der Kernmarke Lufthansa in Deutschland. Zunächst geht es um bis zu 550 Vollzeitstellen bis Ende 2028, als Teil eines Abbaus von rund 4.000 Verwaltungsstellen im Konzern bis 2030.

Läuft der Abbau über Kündigungen?

Zunächst läuft er freiwillig. Die Lufthansa bietet Aufhebungsverträge mit Abfindung sowie ein Modell mit bezahlter Freistellung bis zum Vertragsende an. Ein solches Angebot solltest du dennoch vorher prüfen lassen, weil ein Aufhebungsvertrag eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld auslösen kann.

Was passiert mit den 1.500 verlagerten Stellen?

Rund 1.500 Vollzeitstellen sollen an andere internationale Konzernstandorte verlagert werden. Die Zentrale in Frankfurt ist davon überproportional betroffen. Ob und wie sich das auf deinen Arbeitsplatz auswirkt, klärst du am besten mit deinem Betriebsrat.

Passt eine KI-Weiterbildung zu einem Verwaltungsbeschäftigten?

Ja, denn Programmierkenntnisse sind nicht nötig. Gerade in Büro und Verwaltung halten KI-gestützte Systeme schnell Einzug. Der Digitalisierungsmanager setzt auf Prozessautomatisierung und praktischen KI-Einsatz, und dein Verwaltungswissen ist dabei ein Vorteil. Die Weiterbildung dauert vier Monate, läuft komplett online und ist DEKRA-zertifiziert. Bei bewilligtem Bildungsgutschein trägst du keine Kosten.

Quellen

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