Wer eine Aufstiegsfortbildung plant, stößt online auf widersprüchliche Zahlen: veraltete Prozentsätze, Sammelartikel, die Handwerks- und IHK-Förderung vermischen, und Landkarten, die seit der letzten Erhöhung nicht mehr aktualisiert wurden. Diese Seite bündelt die Fördersätze, Meisterprämien, Kosten und Laufzeiten der drei Förderwege, die für unsere Kurse relevant sind, jede Zahl mit der Quelle und dem Datum der letzten Prüfung.

Fördersätze je Förderweg

Aufstiegs-BAföG, Bildungsgutschein und Qualifizierungschancengesetz sind rechtlich getrennte Instrumente mit eigener zuständiger Stelle. Sie werden nie gemischt: Wer sich für den Wirtschaftsfachwirt über das Aufstiegs-BAföG fördern lässt, hat keinen Zugang zum Bildungsgutschein für dieselbe Maßnahme, und umgekehrt stellt die Agentur für Arbeit für eine Aufstiegsfortbildung kein AFBG aus.

FörderwegFördersatzZuständige StelleQuelle
Aufstiegs-BAföG (AFBG)50 % Zuschuss + 50 % Darlehen auf Lehrgangs- und Prüfungsgebühren (bis 15.000 EUR), bei bestandener Prüfung 50 % Erlass des noch nicht fälligen DarlehensanteilsLandesamt für AusbildungsförderungBMBF, aufstiegs-bafoeg.de, geprüft 11.09.2026
Bildungsgutschein (BG)Übernahme der Weiterbildungskosten nach Einzelfallprüfung, bei Bewilligung 100 % der LehrgangsgebührAgentur für Arbeit bzw. Jobcenter§ 81 SGB III, gesetze-im-internet.de, geprüft 11.09.2026
Qualifizierungschancengesetz (§ 82 SGB III)Unter 50 Beschäftigte: 100 % Lehrgangskosten · 50 bis 499: 50 % · ab 500: 25 % (je minus 5 Prozentpunkte mit Betriebsvereinbarung/Tarifvertrag)Agentur für Arbeit (Antrag durch Arbeitgeber)§ 82 SGB III, gesetze-im-internet.de, geprüft 11.09.2026

Meisterprämien je Bundesland

Acht Bundesländer zahlen eine Prämie, die ausdrücklich auch IHK-Fortbildungsabschlüsse wie den Wirtschaftsfachwirt auf DQR-Niveau 6 einschließt. Die Beträge und Stichtage ändern sich häufiger als man denkt, drei der acht Länder haben ihre Prämie erst zum Jahreswechsel 2025/26 verändert.

BundeslandPrämieProgrammSeitQuelle
Hessen3.500 EURHessische Aufstiegsprämie01.06.2024wirtschaft.hessen.de, geprüft 11.09.2026
Bayern3.000 EURMeisterbonusRichtlinie gültig bis 31.12.2027stmwi.bayern.de, geprüft 11.09.2026
Rheinland-Pfalz2.000 EURAufstiegsbonus Ilaufend, Frist 4 Monate nach Prüfungmwtek.rlp.de, geprüft 11.09.2026
Saarland2.000 EURAufstiegsbonus (2026 verdoppelt)rückwirkend 01.01.2026, bis Ende 2028saarland.ihk.de, geprüft 11.09.2026
Thüringen2.000 EURMeisterbonus (2026 erhöht von 1.000 EUR)01.01.2026hwk-suedthueringen.de, geprüft 11.09.2026
Hamburg1.300 EURMeisterprämie01.01.2025hamburg.de, geprüft 11.09.2026
Bremen1.300 EURAufstiegsfortbildungs-Prämie (2025 gekürzt von 4.000 EUR)01.03.2025senatspressestelle.bremen.de, geprüft 11.09.2026
Sachsen-Anhalt1.000 EURMeisterbonus PLUSlaufend, Antrag binnen 1 Jahrib-sachsen-anhalt.de, geprüft 11.09.2026

In den übrigen acht Bundesländern gibt es entweder keine vergleichbare Prämie oder sie ist ausdrücklich auf Handwerksmeister beschränkt. Weil Landesrichtlinien sich unterjährig ändern, wie die drei Erhöhungen zum Jahreswechsel 2025/26 zeigen, lohnt sich vor der Anmeldung ein Blick auf die aktuelle Richtlinie der zuständigen Landeskammer.

Wir sehen in Beratungsgesprächen regelmäßig, dass Interessenten mit falschen Erwartungen an die Meisterprämie kommen, meist weil eine ältere oder bundesweite Übersicht Handwerks- und IHK-Förderung nicht sauber trennt. Wer seine Finanzierung fest auf eine Landesprämie plant, sollte sich die Zusage schriftlich von der zuständigen Kammer holen, nicht auf eine Drittquelle verlassen, auch nicht auf diese Seite hier.

Kosten und Eigenanteile je Weg

KursLehrgangskostenFörderungTypischer Eigenanteil
Wirtschaftsfachwirt (IHK)3.997 EURAufstiegs-BAföG, 50 % Zuschuss + 50 % Darlehen, davon 50 % Erlass bei Bestehenrund 1.000 EUR, abhängig vom Einzelfall
Digitalisierungsmanager für Prozessautomatisierung und Künstliche Intelligenz9.662,40 EURBildungsgutschein, bei Bewilligung 100 %0 EUR bei bewilligtem Bildungsgutschein. Die Bewilligung selbst kann nicht garantiert werden, sie liegt im Ermessen des Vermittlers.
Digitale Grundkompetenzen im Arbeitsalltag5.114,88 EUR§ 82 SGB III (QCG), Antrag durch den Arbeitgeber, gestaffelt nach Betriebsgrößeabhängig von der Betriebsgröße des Arbeitgebers, siehe Staffel oben

Dauer und Unterrichtsumfang

KursDauerUmfangKundenpreis je Einheit
Wirtschaftsfachwirt (IHK)12 Monate, 100 AbendeDi und Do 18 bis 21 Uhr, komplett online39,97 EUR je Unterrichtsabend
Digitalisierungsmanager für Prozessautomatisierung und Künstliche Intelligenz16 Wochen, 80 Unterrichtstage720 UE, Vollzeit Mo bis Fr 08 bis 16 Uhr13,42 EUR je UE
Digitale Grundkompetenzen im Arbeitsalltag32 Wochen576 UE, Teilzeit, 2 Lerntage je Woche8,88 EUR je UE

Preis je Einheit ist der öffentlich nachrechenbare Kundenpreis (Lehrgangskosten geteilt durch die Gesamtzahl der Unterrichtseinheiten bzw. -abende), keine interne Kalkulationsgrundlage.

Häufige Fragen

Bekommt jeder Wirtschaftsfachwirt eine Meisterprämie vom Land?
Nein. Acht der 16 Bundesländer zahlen eine Prämie, die IHK-Abschlüsse wie den Wirtschaftsfachwirt einschließt: Hessen, Bayern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Thüringen, Hamburg, Bremen und Sachsen-Anhalt. In den übrigen Ländern gibt es entweder keine vergleichbare Prämie oder sie ist auf Handwerksmeister beschränkt. Maßgeblich ist immer die aktuelle Richtlinie der zuständigen Landeskammer.
Wie hoch ist der Eigenanteil beim Wirtschaftsfachwirt mit Aufstiegs-BAföG?
Bei Lehrgangskosten von 3.997 Euro übernimmt das Aufstiegs-BAföG 50 Prozent als nicht rückzahlbaren Zuschuss und finanziert die restlichen 50 Prozent über ein zinsgünstiges Darlehen. Wird die Prüfung bestanden, erlässt das Amt auf Antrag die Hälfte des noch nicht fälligen Darlehensanteils. Real bleiben dadurch häufig rund 1.000 Euro Eigenanteil, die genaue Summe hängt vom Einzelfall ab.
Ist der Digitalisierungsmanager wirklich kostenlos?
Bei bewilligtem Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters trägt die Förderung die vollen Lehrgangskosten, für den Teilnehmer entstehen dann keine Kosten. Die Bewilligung erfolgt im Einzelfall durch den Vermittler, eine Zusage können wir nicht geben.
Nach welcher Regel staffelt das Qualifizierungschancengesetz seinen Zuschuss?
Nach § 82 SGB III richtet sich die Förderquote nach der Betriebsgröße: Unter 50 Beschäftigten übernimmt die Agentur für Arbeit die vollen Lehrgangskosten, bei 50 bis 499 Beschäftigten 50 Prozent, ab 500 Beschäftigten 25 Prozent. Mit Betriebsvereinbarung oder einschlägigem Tarifvertrag sinkt die Arbeitgeberbeteiligung um weitere 5 Prozentpunkte.

Stand dieser Seite: 11.09.2026. Meisterprämien und Fördersätze ändern sich unterjährig, wie die drei Erhöhungen zum Jahreswechsel 2025/26 zeigen. Bei Fragen zur Förderung für den Wirtschaftsfachwirt oder den Digitalisierungsmanager beraten wir im kostenlosen Erstgespräch.