Microsoft AI-901 ersetzt ab dem 30. Juni 2026 die bisherige Einsteigerprüfung AI-900 für das Zertifikat "Azure AI Fundamentals". Wer schon AI-900 bestanden hat, behält das Zertifikat lebenslang. Wer es noch vor sich hat, sollte vorher entscheiden, ob die alte Prüfung bis Stichtag noch sinnvoll ist oder direkt der Umstieg auf AI-901. Der Artikel klärt was sich inhaltlich ändert, was es kostet und wie das Zertifikat in eine Weiterbildung zum Digitalisierungsmanager passt.

Auf einen Blick: AI-900 wird am 30.06.2026 eingestellt. Nachfolger ist AI-901, der seit dem 21.04.2026 in der Beta-Phase läuft und ab Juni allgemein verfügbar ist. Beide Prüfungen führen zum identischen Zertifikat "Azure AI Fundamentals". Wer AI-900 bereits hat, muss nichts tun. Prüfungsgebühr in Deutschland rund 99 Euro netto plus Umsatzsteuer.

Was AI-900 war und für wen es da war

AI-900 ist seit 2020 die Einstiegsprüfung in das Zertifikatsökosystem von Microsoft rund um KI auf Azure. Gedacht ist sie für Menschen, die KI im Beruf einsetzen wollen, ohne selbst Modelle zu trainieren. Also Quereinsteiger, KI-Manager, Berater, Projektleiter, Marketing-Leute, die einen handfesten Nachweis über grundlegendes KI-Wissen brauchen.

Geprüft wurden bisher fünf Themenblöcke: KI-Grundlagen und Verantwortung, Machine-Learning-Basics auf Azure, Computer Vision, Natural Language Processing und seit 2024 generative KI. Format ist Multiple Choice mit ergänzenden Aufgabentypen, etwa 40 bis 60 Fragen, rund 45 Minuten Bearbeitungszeit, 700 von 1000 Punkten zum Bestehen.

Selbststudium über Microsoft Learn ist kostenlos. Die Prüfung selbst kostet in Deutschland rund 99 Euro netto, mit Mehrwertsteuer landet man bei ungefähr 118 Euro. Studierende mit gültiger Bildungseinrichtung können über das Microsoft Learn for Students Programm bis zu 50 Prozent Rabatt bekommen. Prüfungsort ist Pearson VUE im Testcenter oder online beaufsichtigt von zuhause.

Warum Microsoft den Schnitt macht

Microsoft hat im April 2026 die Karten neu gemischt. Das Cert wechselt nicht den Namen, der Code wechselt: AI-900 raus, AI-901 rein. Begründung in der Sprache des Microsoft Skills Hub Blogs: Das Feld habe sich seit 2020 grundlegend verändert, KI sei nicht mehr ein Bündel einzelner Cognitive Services, sondern eine Plattform für Agenten und Anwendungen.

Die wichtigste inhaltliche Verschiebung: AI-900 hat KI auf Azure beschrieben, AI-901 prüft, ob du auf Microsoft Foundry kleine KI-Anwendungen und Agenten zusammenbauen kannst. Foundry ist Microsofts gebündelte Plattform für Modell-Deployment, Prompt-Management und Agenten-Orchestrierung. Wer schon mal mit Azure AI Studio gearbeitet hat, kennt den Vorgänger.

Konkret neu im Lehrplan:

Was rausfliegt oder schwächer gewichtet wird: Azure-Machine-Learning-Pipelines im Detail, einzelne Cognitive-Services-Namen, Transformer-Architektur. Microsoft erkennt damit an, dass die Mehrheit der Anwender heute mit fertigen Modellen arbeitet und nicht eigene trainiert.

Wer AI-901 nicht im Selbststudium machen will, sondern mit Coaching und einem strukturierten Curriculum drumherum, findet die Inhalte als integralen Bestandteil unserer Weiterbildung zum Digitalisierungsmanager. Dort werden AI-900- und AI-901-relevante Module mit Praxisprojekten kombiniert, statt sie als isolierte Prüfungsvorbereitung zu sehen.

Die wichtigsten Termine 2026

Microsoft hat mehrere Stichtage gleichzeitig geschoben. Die saubere Übersicht:

DatumWas passiert
21.04.2026AI-901 Beta-Phase startet, weltweit buchbar
06.05.2026Letzter Tag für 80%-Beta-Rabatt für die ersten 300 Teilnehmer
Juni 2026AI-901 wechselt in den regulären Modus (General Availability)
30.06.2026 23:59 CSTAI-900 wird stillgelegt, keine neuen Buchungen mehr möglich

Die deutschsprachige Version von AI-901 hängt erfahrungsgemäß ein bis zwei Monate hinter der englischen her. Wer die Prüfung in Deutsch ablegen will, sollte mit Spätsommer 2026 rechnen. AI-900 ist bis zum letzten Tag in allen 13 unterstützten Sprachen verfügbar, darunter Deutsch.

Wer jetzt was tun sollte

Drei Gruppen, drei Empfehlungen.

Du hast AI-900 schon bestanden. Glückwunsch, du musst gar nichts tun. Microsoft-Fundamentals-Zertifikate haben keine Verfallszeit und keine Renewal-Pflicht. Das Zertifikat heißt unverändert "Microsoft Certified: Azure AI Fundamentals", egal über welche Prüfungsroute du es bekommen hast. In deinem Lebenslauf steht dasselbe Wording wie bei jemandem, der 2027 AI-901 macht.

Du lernst gerade auf AI-900 und kommst vor dem 30.06.2026 zur Prüfung. Mach AI-900 fertig. Der Stoff ist bereits in deinem Kopf, die Vorbereitungsmaterialien existieren in Deutsch, die Erfolgswahrscheinlichkeit ist höher als bei einem Last-Minute-Wechsel auf das neue Curriculum.

Du fängst gerade erst an, ernsthaft zu lernen, oder hast Lust auf etwas Aktuelleres. Zielgerade auf AI-901. Die Materialien werden ab April 2026 schrittweise auf Microsoft Learn freigeschaltet, der Inhalt ist näher dran an dem, was Unternehmen 2026 und 2027 wirklich einsetzen. Außerdem winkt der 80-Prozent-Beta-Rabatt für die ersten 300 Teilnehmer, sofern man sich die englische Beta früh genug bucht.

Praxis-Einschätzung aus unseren Kursen

Wir sehen bei DigiMan-Teilnehmern, dass AI-900 oft das erste handfeste Zertifikat im Lebenslauf ist, mit dem ein Quereinsteiger in HR-Systemen überhaupt sichtbar wird. Ein Bewerbungsanschreiben mit "Microsoft Certified: Azure AI Fundamentals" wird in Recruiting-Tools anders verschlagwortet als ein generisches "habe an einer KI-Weiterbildung teilgenommen". Das ist kein Karrieretrick, das ist schlicht, wie Bewerbungstracking-Systeme heute funktionieren.

Die Prüfung selbst ist machbar. Mit 60 bis 80 Stunden gezielter Vorbereitung kommt man durch, sofern man Englisch zumindest passiv versteht. Wer die Prüfung in Deutsch macht, sollte Übungstests in Deutsch nutzen, weil die Übersetzungen einzelner Fachbegriffe manchmal eigenwillig sind. "Vorhersagedienst" für Cognitive Services Predictions zum Beispiel klingt im Lehrbuch fremder als "Prediction".

Was wir bei AI-901 erwarten: Die Beta-Aufgaben werden anspruchsvoller wirken als AI-900, weil sie Foundry-Bedienung verlangen. Wer KI nur theoretisch kennt, ohne je in einer Plattform geklickt zu haben, wird sich schwerer tun. Im Gegenzug ist das, was du am Tag nach der Prüfung wirklich anwendbar in den Job mitnimmst, deutlich höher.

Wie das in DigiMan reinpasst

Im Curriculum unserer Weiterbildung zum Digitalisierungsmanager taucht AI-900 (und ab Juni AI-901) nicht als isolierte Prüfungsvorbereitung auf, sondern als Modul innerhalb einer breiteren Logik. Wir bauen das so auf:

Erst kommen drei Wochen KI-Grundlagen ohne Plattform-Bezug, also Was-ist-Machine-Learning, Was-ist-ein-Sprachmodell, Wie-funktionieren-Embeddings. Damit ist die theoretische Hälfte des AI-900-Stoffes schon abgedeckt. Dann steigen wir in Microsoft Foundry und Azure AI Studio ein, weil das die Plattform ist, die der neue AI-901 prüft. Parallel laufen Hands-on-Übungen mit Claude und ChatGPT, weil viele Unternehmen in der Praxis nicht ausschließlich Microsoft einsetzen.

Wer die Prüfung am Ende ablegen will, kann das mit dem Voucher-Rabatt von Microsoft Learn for Educators tun. Pflicht ist es nicht. Manche Teilnehmer wollen nur das Zertifikat, andere brauchen einen breiteren Kompetenznachweis und nutzen das Portfolio aus dem Kurs. Wir machen beides möglich, aber wir verkaufen keine reinen Prüfungsvorbereitungs-Bootcamps. Das gibt es bei anderen Anbietern günstiger.

Eine Vermittlung in einen konkreten Job nach Abschluss können wir nicht garantieren, weil das vom Bewerbungsmarkt und der eigenen Bewerbungsstrategie abhängt. Was wir garantieren: Die Inhalte sind aktuell, die Prüfungsmaterialien werden gepflegt, und der Übergang von AI-900 zu AI-901 ist im Modulplan eingearbeitet, ohne dass Teilnehmer das selbst nachhalten müssen.

Was Bildungsgutschein-Empfänger wissen sollten

Wer den DigiMan über einen Bildungsgutschein der Arbeitsagentur finanziert, zahlt für die Weiterbildung selbst nichts. Die Microsoft-Prüfungsgebühr ist davon getrennt. Sie ist eine optionale Zusatzleistung, die du selbst tragen würdest, sofern keine speziellen Voucher-Aktionen laufen. Bei AI-901 lohnt sich der Blick auf die Beta-Phase: 80 Prozent Rabatt auf 99 Euro entspricht knapp 20 Euro für die Prüfung.

Bei bewilligtem Bildungsgutschein bleibt der Eigenanteil für die Weiterbildung also bei null Euro. Die Bewilligung selbst entscheidet die Arbeitsagentur im Einzelfall, das können wir als Bildungsträger nicht garantieren.

FAQ

Muss ich AI-900 nochmal machen, wenn ich das Zertifikat schon habe?

Nein. Microsoft-Fundamentals-Zertifikate haben keine Verfallszeit. Wer "Azure AI Fundamentals" über AI-900 erworben hat, behält den identischen Titel ohne Renewal-Pflicht. Im Lebenslauf taucht es genauso auf wie bei jemandem, der 2027 AI-901 ablegt.

Wann genau wird AI-900 abgeschaltet?

Am 30. Juni 2026 um 23:59 Uhr Central Standard Time, also nach deutscher Zeit am 1. Juli früh morgens. Bis dahin sind alle dreizehn Sprachversionen, inklusive Deutsch, voll buchbar. Wer noch lernen und prüfen will, sollte spätestens Mitte Mai einen Termin buchen, weil die letzten Wochen vor einem Retirement-Datum erfahrungsgemäß ausgebucht sind.

Was kostet AI-901 in Deutschland?

Microsoft hat den finalen GA-Preis noch nicht öffentlich gemacht. Die AI-900-Gebühr lag bei 99 Euro netto plus Umsatzsteuer. Realistisch wird AI-901 in derselben Größenordnung liegen. In der Beta bis zum 6. Mai 2026 gilt für die ersten 300 Teilnehmer ein Rabatt von 80 Prozent, also rund 20 Euro statt 99 Euro. Studierende und Teilnehmer mit Microsoft Cloud Skills Challenge können regelmäßig kostenlose Voucher bekommen.

Lohnt sich AI-901 für mich, wenn ich nicht im IT-Bereich arbeite?

Wenn du im Beruf KI-Tools strategisch oder organisatorisch einführen sollst, ja. AI-901 prüft Foundry-Grundlagen, Agenten-Logik und Prompt-Management. Das sind Themen, die in HR, Marketing, Vertrieb und Verwaltung zunehmend gefordert werden. Wer KI ausschließlich als Endnutzer von ChatGPT oder Copilot einsetzt, braucht das Zertifikat nicht zwingend, profitiert aber vom Lernpfad. Eine Garantie für höhere Gehaltschancen oder Vermittlung gibt es nicht, das hängt vom Marktumfeld und der eigenen Bewerbungsstrategie ab.

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