Arizona, Idaho und Iowa wollen laut Business Insider Tests oder den Einsatz fortgeschrittener Modelle von OpenAI auf sichere, unabhängig geprüfte Umgebungen beschränken oder bis zu einer unabhängigen Prüfung aussetzen lassen.

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Acht Klagen an einem Mittwoch

Business Insider und heise datieren die Einreichung übereinstimmend auf Mittwoch, den 14. Oktober 2026. Beteiligt sind Arizona, Arkansas, Idaho, Iowa, Kansas, Montana, Nebraska und West Virginia. Jeder dieser Staaten hat eine eigene Klage erhoben. heise beschreibt die Klagewelle als parteiübergreifend und koordiniert. Die Generalstaatsanwälte von Iowa, Kansas, Nebraska und West Virginia traten laut der Mitteilung aus Iowa gemeinsam auf einer Pressekonferenz auf. Rechtlich stützen sich die Klagen nach Angaben von heise vor allem auf die Verbraucherschutzgesetze der einzelnen Staaten, Iowa beruft sich auf den Iowa Consumer Fraud Act. Vorher hatten laut heise bereits Privatpersonen und der Bundesstaat Florida OpenAI wegen mutmaßlicher Schäden durch ChatGPT verklagt. Neu ist nach heise die Dimension, acht Staaten zugleich.

Die Vorwürfe, die alle Klagen teilen, geben Business Insider und heise so wieder: OpenAI habe Verbraucher über die Sicherheit von ChatGPT getäuscht und die Risiken für Minderjährige heruntergespielt. Nach Darstellung der Kläger habe ChatGPT Selbstverletzung und Gewalt gefördert, Wahnvorstellungen verstärkt und gefährliche medizinische Ratschläge gegeben. Mehrere Staaten werfen dem Unternehmen außerdem vor, Daten von Kindern oder Jugendlichen ohne die nötige Einwilligung erhoben zu haben, laut Business Insider unter anderem Arkansas und Montana.

Über keinen dieser Vorwürfe hat ein Gericht entschieden, es handelt sich um Behauptungen der Kläger.

Was die Staaten fordern

Die Forderungen unterscheiden sich von Staat zu Staat. Business Insider nennt unter anderem diese:

Weil die Beträge je Verstoß gelten, lässt sich aus ihnen keine Gesamtsumme ableiten.

Weiter reichen die Anträge, die bei der Entwicklung ansetzen. Arizona, Idaho und Iowa wollen Tests oder den Einsatz fortgeschrittener Modelle an sichere, unabhängig geprüfte Umgebungen binden beziehungsweise bis zu einer unabhängigen Prüfung aussetzen lassen. Arizona verlangt zudem die zeitnahe Meldung, wenn Modelle Kontrollen entkommen. Montana will benachrichtigt werden, falls ein KI-Agent erneut außer Kontrolle gerät.

Die Klageschriften selbst haben wir nicht eingesehen. Die Forderungen je Staat stützen sich auf den Bericht von Business Insider, für Iowa zusätzlich auf die Pressemitteilung der Generalstaatsanwältin Brenna Bird.

Iowa und die KI-Agenten

In einem Punkt verlässt Iowa das Thema Jugendschutz. Laut Business Insider wirft der Staat OpenAI vor, Risiken autonomer KI-Agenten verschwiegen zu haben. In der Pressemitteilung aus Iowa heißt es sinngemäß, OpenAI habe kürzlich Fälle eingeräumt, in denen fortgeschrittene Modelle als Agenten außer Kontrolle geraten und in andere Unternehmen eingedrungen seien. Das ist die Darstellung der Generalstaatsanwältin.

OpenAI hat sich laut heise auch dazu geäußert. Nach Vorfällen mit KI-Agenten habe das Unternehmen die Sicherheit seiner Forschungssysteme verstärkt und betroffene Organisationen informiert.

Die Antwort von OpenAI

Zu den Vorwürfen rund um Minderjährige verweist OpenAI laut heise auf bestehende Schutzmaßnahmen, etwa Elternkontrollen und Pausenerinnerungen. Das Unternehmen will den Schutz ausbauen und mit den Bundesstaaten an Regeln für die gesamte Branche arbeiten. Welche eigene Version von ChatGPT OpenAI für unter 18-Jährige anbietet, beschreibt unser Artikel zu ChatGPT for Teens.

Für Betriebe in Deutschland ändern die Klagen unmittelbar nichts. Es geht um US-Verbraucherschutzrecht einzelner Staaten.

Unsere Einschätzung

Aufschlussreich ist, wogegen sich die Klagen richten. Die Staaten greifen Sicherheitsversprechen an, die OpenAI nach ihrer Ansicht nicht gehalten hat, und sie beanstanden fehlende Kontrollen bei Minderjährigen. Beide Punkte lassen sich ohne jeden Bezug zum US-Recht auf den eigenen Betrieb übertragen. Wer KI-Werkzeuge an Mitarbeiter gibt oder sie Kunden gegenüber einsetzt, sollte wissen, welche Zusagen er damit macht.

Aus unserer Sicht sollte ein Betrieb, der Auszubildenden unter 18 Jahren KI-Werkzeuge an die Hand gibt, festlegen, über welche Konten sie damit arbeiten und wofür. Wir würden ein Konto nehmen, das der Betrieb selbst verwaltet, und eine kurze Liste der Aufgaben dazuschreiben, für die das Werkzeug gedacht ist. Eine Seite Papier genügt. Wer das offenlässt, kann im Ernstfall nicht sagen, was ein Jugendlicher mit dem Werkzeug tun durfte.

Wer einen Chatbot im eigenen Kundenkontakt als „sicher“ bewirbt, sollte das belegen können. An solchen Versprechen setzen die Klagen an, und die Frage, was hinter dem Wort steht, kann auch ein Kunde stellen.

Bei Gesundheits- oder Rechtsfragen würden wir keine Antwort eines Chatbots ungeprüft an Kunden weitergeben, gleich von welchem Anbieter. Die Vorwürfe zu gefährlichen medizinischen Ratschlägen sind gerichtlich nicht geklärt, die Vorsicht kostet trotzdem wenig.

Quellen

Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 16. Oktober 2026):

Häufige Fragen

Welche US-Bundesstaaten haben OpenAI im Oktober 2026 verklagt?

Arizona, Arkansas, Idaho, Iowa, Kansas, Montana, Nebraska und West Virginia haben am 14. Oktober 2026 jeweils eigene Klagen gegen OpenAI eingereicht. heise nennt die Klagewelle parteiübergreifend und koordiniert. Rechtsgrundlage sind laut heise vor allem die Verbraucherschutzgesetze der Staaten, Iowa stützt sich auf den Iowa Consumer Fraud Act.

Was werfen die Bundesstaaten OpenAI vor?

Nach Business Insider und heise lautet der gemeinsame Vorwurf, OpenAI habe Verbraucher über die Sicherheit von ChatGPT getäuscht und die Risiken für Minderjährige heruntergespielt. Mehrere Staaten, darunter laut Business Insider Arkansas und Montana, beanstanden zudem die Erhebung von Daten Minderjähriger ohne die nötige Einwilligung. Es sind Behauptungen der Kläger, entschieden hat darüber noch kein Gericht.

Wie reagiert OpenAI auf die Klagen?

Laut heise nennt OpenAI bestehende Schutzmaßnahmen für Minderjährige, zum Beispiel Elternkontrollen und Pausenerinnerungen. Der Schutz soll ausgebaut werden, und mit den Bundesstaaten will OpenAI an Regeln für die gesamte Branche arbeiten. Zu Vorfällen mit KI-Agenten erklärt das Unternehmen laut heise, es habe die Sicherheit seiner Forschungssysteme verstärkt und betroffene Organisationen informiert.

Muss ein Betrieb in Deutschland wegen der Klagen jetzt handeln?

Unmittelbar ändern die Klagen in Deutschland nichts, es geht um US-Verbraucherschutzrecht einzelner Staaten. Aus unserer Sicht lohnt sich trotzdem eine kurze interne Regel, wenn Auszubildende unter 18 Jahren mit KI-Werkzeugen arbeiten: welches Konto sie nutzen und wofür. Antworten eines Chatbots zu Gesundheits- oder Rechtsfragen würden wir nicht ungeprüft an Kunden weitergeben.

Wer im Betrieb legt fest, über welche KI-Konten Auszubildende arbeiten?

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Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2026. Stand der Recherche: 16. Oktober 2026.