Seit dem 25. August 2026 kann ein Plus-Konto bei Codex und ChatGPT Work an eine Grenze stoßen, obwohl das Kontingent für die laufende Woche noch längst nicht aufgebraucht ist.
Zwei Obergrenzen, die nebeneinander laufen
Angekündigt hat die Rückkehr Thibault Sottiaux am 24. August 2026 auf X, laut den Berichten technischer Leiter für Codex und ChatGPT Work bei OpenAI. Einen Tag später griff sie. Betroffen sind Plus-Konten in beiden Produkten.
Entscheidend an der Meldung ist das Verhältnis der beiden Grenzen zueinander. Das Fünf-Stunden-Limit tritt neben das Wochenkontingent, es ersetzt es nicht. Ein Plus-Abonnent arbeitet seit dem 25. August gegen zwei Obergrenzen gleichzeitig, eine in einem rollierenden Fenster von fünf Stunden und eine über die ganze Woche. Wer das kurze Fenster ausschöpft, wartet, bis es weiterläuft, und zwar auch dann, wenn die Woche noch reichlich hergibt. Wer das Wochenkontingent ausschöpft, wartet auf die neue Woche. Beide Zähler laufen unabhängig voneinander weiter. In den Wochen davor hatten Nutzer allein gegen das Wochenkontingent gearbeitet, ein langer Arbeitstag lief also gegen einen einzigen Zähler.
Für die Planung im Betrieb verschiebt das die Zeitskala. Eine Wochengrenze lässt sich über eine Woche verteilen, ein rollierendes Fenster von fünf Stunden entscheidet sich am laufenden Vormittag.
Die Begründung des Anbieters
Nach Angaben von OpenAI glättet das kurze Fenster die Rechenlast. Es verhindert, dass einzelne Nutzer ein ganzes Wochenkontingent in einem Schub verbrauchen, und genau dadurch könne das Wochenkontingent großzügig bleiben.
Der Gedanke ist nachvollziehbar. Für ein Konto, das mitten in der Arbeit gegen die Grenze läuft, bleibt es trotzdem eine Einschränkung.
Für die Pro-Tarife gilt sie zunächst nicht
Bei den Pro-Tarifen zu 100 und 200 US-Dollar bleibt die zurückgeholte Grenze laut den Berichten für einige Monate außen vor. Wie es danach dort weitergeht, sagen die Berichte nicht.
Wenn ein Arbeitsschritt an einem Abo hängt
Ein Betrieb merkt von einer solchen Umstellung erst dann etwas, wenn ein Arbeitsschritt fest darauf steht. Solange jemand das Werkzeug gelegentlich öffnet, ist eine Obergrenze eine Randnotiz. Sobald die Angebotserstellung, die Auftragserfassung oder ein Prüflauf am Konto hängt, wird daraus ein Wartetermin, den niemand im Betrieb gesetzt hat.
Verschoben wurde die Grenze innerhalb weniger Wochen in beide Richtungen, ohne Vorlauf für die Nutzer.
Die Frage, wie weit ein Abo für Dauerbetrieb taugt, haben wir bei Cloud-Agenten im Abo schon einmal aufgemacht. Sie stellt sich hier neu, weil die Rechnung diesmal nicht am Monatspreis hängt, sondern am Verhalten während eines einzigen Vormittags.
Wer den Zeitpunkt einer solchen Umstellung sucht, findet ihn im Kalender des Anbieters, nicht im eigenen. Das gilt für jede Leistung, die als Abo bezogen wird, und es fällt bei KI-Werkzeugen nur deshalb stärker auf, weil sie im Tagesgeschäft schnell zur Gewohnheit werden.
Unsere Einschätzung
Wer einen Arbeitsschritt fest auf ein Abo stützt, hat dessen Verfügbarkeit nicht in der Hand.
Das ist die eigentliche Lehre aus dieser Meldung, und sie hat wenig mit dem einzelnen Anbieter zu tun. Eine Obergrenze, die binnen weniger Wochen in beide Richtungen wandert, taugt schlecht als Planungsgröße. Sie trifft außerdem gerade die intensiven Nutzer, also die, bei denen das Werkzeug tatsächlich Arbeit abnimmt. Wer es zum gelegentlichen Ausprobieren öffnet, merkt von alldem nichts.
Daraus folgt eine schlichte Prüfung für jeden Ablauf, in dem KI mitarbeitet. Bleibt er stehen, wenn ein Konto in die Grenze läuft? Wenn ja, braucht er entweder eine Abrechnung über die Programmierschnittstelle, wo die Kosten mitlaufen und kalkulierbar sind, oder einen zweiten Weg ohne KI. Beides kostet Vorbereitung. Beides ist billiger als ein Vormittag, an dem die Angebote liegen bleiben, weil ein Zähler abgelaufen ist.
Und die Frage, wer im Betrieb welches Konto nutzt, wird an dem Tag wichtig, an dem eine Grenze greift. Ein geteiltes Konto verteilt eine Obergrenze auf mehrere Leute, ohne dass einer von ihnen sieht, wie viel davon die anderen schon verbraucht haben. Bei unseren Teilnehmern ist das regelmäßig der Moment, in dem auffällt, dass der Werkzeugeinsatz im Betrieb nirgends festgehalten ist.
Quellen
Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 26. August 2026):
- 9to5Mac: OpenAI restores 5-hour Codex and Work limits for ChatGPT Plus users
- The Mac Observer: OpenAI Brings Back Five-Hour Usage Limit for ChatGPT Plus Users
- Softonic: ChatGPT Plus gets the five-hour cap back on August 25
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Häufige Fragen
Was hat OpenAI am 24. August 2026 zu Codex und ChatGPT Work angekündigt?
Thibault Sottiaux, laut den Berichten technischer Leiter für Codex und ChatGPT Work bei OpenAI, kündigte auf X an, dass das Fünf-Stunden-Limit für beide Produkte auf Plus-Konten zurückkehrt. Wirksam wurde die Grenze am 25. August 2026. In den Wochen davor hatten Nutzer allein gegen das Wochenkontingent gearbeitet.
Ersetzt das Fünf-Stunden-Limit das Wochenkontingent?
Nein. Das Fünf-Stunden-Limit tritt neben das Wochenkontingent. Ein Plus-Abonnent hat damit zwei Obergrenzen gleichzeitig, eine in einem rollierenden Fenster von fünf Stunden und eine über die ganze Woche. Beide Zähler laufen unabhängig voneinander, ein Konto kann also anstoßen, obwohl das Kontingent für die Woche noch nicht verbraucht ist.
Warum holt OpenAI die kurze Grenze zurück?
Nach Angaben von OpenAI glättet das kurze Fenster die Rechenlast und verhindert, dass einzelne Nutzer ein ganzes Wochenkontingent in einem Schub verbrauchen. Genau dadurch könne das Wochenkontingent großzügig bleiben. Für die Pro-Tarife zu 100 und 200 US-Dollar gilt die zurückgeholte Grenze laut den Berichten zunächst für einige Monate nicht.
Was sollte ein Betrieb jetzt regeln?
Zwei Dinge. Erstens die Frage, ob ein Arbeitsschritt stehen bleibt, wenn ein Konto in seine Grenze läuft; wenn ja, braucht er eine Abrechnung über die Programmierschnittstelle mit mitlaufenden Kosten oder einen zweiten Weg ohne KI. Zweitens die Frage, wer im Betrieb welches Konto nutzt, denn ein geteiltes Konto verteilt eine Obergrenze auf mehrere Leute, ohne dass einer den Verbrauch der anderen sieht.
Welcher Arbeitsschritt im Betrieb bleibt stehen, wenn ein KI-Konto in seine Grenze läuft?
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Zuletzt aktualisiert: 26. August 2026. Stand der Recherche: 26. August 2026.