Mehr als 230 Millionen URLs umfasst der Suchindex, den OpenAI seinem neuen Rechtswerkzeug mitgibt, und alles, was die Berichte über seinen Inhalt sagen, betrifft amerikanisches Recht.
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GPT-6 Astra mit juristischem Suchindex
Astra for Law ist laut den Berichten von SiliconANGLE und LawSites eine Konfiguration von GPT-6 Astra, also kein eigenes neues Modell. OpenAI verbindet das Modell mit einem juristischen Suchindex und gibt ihm Anweisungen und Werkzeuge für Recherche und Entwürfe mit.
Der Index umfasst laut den Berichten mehr als 230 Millionen URLs mit US-amerikanischer Rechtsprechung, Gesetzen, Verordnungen, Verfahrensregeln und Verwaltungsentscheidungen. Täglich kommt Neues hinzu. Die Rechtsprechung stammt aus CourtListener, der Datenbank des gemeinnützigen Free Law Project. Eine Abdeckung außerhalb der USA erwähnen beide Berichte nicht, und für deutsches oder europäisches Recht ist nichts angekündigt.
Für alle Angaben in diesem Artikel gilt eine Einschränkung: Die Mitteilung von OpenAI selbst war bei der Recherche nicht abrufbar, openai.com lieferte den Fehlercode 403. Was hier steht, stammt aus den beiden Berichten vom 17. September 2026.
Die Messwerte stammen von OpenAI
Zur Qualität der Antworten nennt OpenAI eigene Zahlen. Grundlage waren 200 Fragen, laut LawSites aus dem Legal Research Bench von Vals AI. Astra for Law beantwortete nach Angaben des Anbieters 54 Prozent davon korrekt, GPT-6 Astra mit gewöhnlicher Websuche 38,7 Prozent. Außerdem fand Astra for Law laut OpenAI 24 Prozent mehr Fundstellen und bis zu 54 Prozent mehr passende Textstellen.
Unabhängige Messungen dieser Werte liegen nicht vor, alle genannten Zahlen sind Angaben des Anbieters. Wie OpenAI die Antworten bewertet hat und was dabei als korrekt zählte, lässt sich ohne die eigene Mitteilung des Anbieters nicht nachvollziehen.
Zugang zunächst für ausgewählte Kanzleien
Freigeschaltet wird Astra for Law vorerst über das Programm Trusted Access, laut LawSites für ausgewählte Kanzleien aus der Am-Law-200-Liste. Nutzbar ist es laut SiliconANGLE in ChatGPT und in Codex. Eine API-Version soll später folgen. Einen Termin dafür nennen die Berichte nicht, Preise wurden ebenfalls nicht genannt. Als Zielgruppe gelten große Kanzleien und Anbieter von Rechtssoftware, als API-Kunden werden Harvey und Legora genannt. Beide Namen tauchen weiter unten ein zweites Mal auf, diesmal als Anbieter von Partner-Plugins.
Zu den Daten heißt es in den Berichten, dass bei Nutzung über die API nichts gespeichert wird, im Englischen Zero Data Retention. In ChatGPT Enterprise ist die Nutzung standardmäßig von der Prüfung durch Mitarbeiter von OpenAI ausgenommen. Ob das den berufsrechtlichen Anforderungen einer Kanzlei genügt, muss jede Kanzlei selbst prüfen.
Erweitern lässt sich Astra for Law über 26 Partner-Plugins, laut LawSites unter anderem von Thomson Reuters, iManage, Harvey, Legora, DeepJudge und Intapp. Hinzu kommen 9 Community-Plugins mit 47 anpassbaren Skills. Mit den Rechts-Connectoren von Anthropic hat sich ein eigener Beitrag bei uns befasst.
ChatGPT for Word am selben Tag
Am 17. September 2026 ist laut beiden Berichten auch ChatGPT for Word allgemein verfügbar geworden. Zu Tarifen und Funktionsumfang nennen die Berichte keine Einzelheiten. Für Betriebe außerhalb der Rechtsbranche dürfte das die näherliegende der beiden Nachrichten sein, denn Astra for Law richtet sich an große Kanzleien und Anbieter von Rechtssoftware.
Unsere Einschätzung
Für eine deutsche Kanzlei oder ein Steuerbüro bringt Astra for Law aus unserer Sicht vorerst nichts, solange der Index nach allem Berichteten nur amerikanisches Recht abdeckt.
Lehrreich ist die Zahl dahinter. In beiden Messungen arbeitet GPT-6 Astra, den Unterschied machen der juristische Suchindex und die Anweisungen und Werkzeuge, die OpenAI dazugibt. Mit diesem Paket kommt das Modell laut Anbieter auf 54 Prozent korrekte Antworten, mit gewöhnlicher Websuche auf 38,7 Prozent. Selbst in der Darstellung des Anbieters ist also fast jede zweite Antwort nicht korrekt. Das betrifft jeden Betrieb, der KI für fachliche Recherche nutzt, ob zu Verträgen, Förderbedingungen oder Steuerfragen. Wir würden bei jedem solchen Werkzeug zuerst fragen, auf welche Quellen es zugreift und wer diese Quellen pflegt. Und wir würden verlangen, dass jede Antwort mit ihrer Fundstelle kommt, damit ein Mensch sie in wenigen Minuten nachschlagen kann. Eine Fundstelle zu prüfen kostet Minuten, einen falschen Satz in einem verschickten Schreiben wieder einzufangen deutlich mehr. Bei einer Quote von 54 Prozent taugt eine Antwort ohne Fundstelle höchstens als Hinweis, wo man weitersuchen könnte.
Bei ChatGPT for Word würden wir vor dem Einsatz klären, in welchem Tarif es im Betrieb läuft und was mit den Dokumenten geschieht, die darin bearbeitet werden. Wer dort Verträge oder Personalunterlagen bearbeiten lassen will, sollte beides vorher schriftlich haben. Die Berichte nennen zu den Tarifen keine Einzelheiten, die Antwort muss jeder Betrieb deshalb in seinem eigenen Vertrag suchen.
Ob OpenAI einen Index für deutsches Recht nachreicht, ist offen, angekündigt ist dazu bisher nichts. Die Frage nach der Fundstelle lässt sich an jedes Werkzeug schon heute stellen.
Quellen
Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 18. September 2026):
- SiliconANGLE: OpenAI launches Astra for Law, a GPT-6 configuration for legal research
- LawSites: OpenAI Releases Astra for Law, A GPT-6 Model Tailored for Legal Work
Häufige Fragen
Was ist Astra for Law von OpenAI?
Astra for Law ist ein Angebot von OpenAI für juristische Recherche und Entwürfe, vorgestellt am 17. September 2026. Laut SiliconANGLE und LawSites handelt es sich um eine Konfiguration des Modells GPT-6 Astra mit einem juristischen Suchindex, eigenen Anweisungen und Werkzeugen. Ein neues Modell ist es laut den Berichten nicht.
Deckt Astra for Law deutsches Recht ab?
Davon ist in den Berichten keine Rede. Der Index umfasst mehr als 230 Millionen URLs mit US-amerikanischer Rechtsprechung, Gesetzen, Verordnungen, Verfahrensregeln und Verwaltungsentscheidungen, eine Abdeckung außerhalb der USA erwähnen die Berichte nicht. Für deutsches oder europäisches Recht ist nichts angekündigt.
Wie zuverlässig sind die Antworten von Astra for Law?
Nach Angaben von OpenAI beantwortete Astra for Law 54 Prozent von 200 Testfragen korrekt, GPT-6 Astra mit gewöhnlicher Websuche 38,7 Prozent. Die Fragen stammen laut LawSites aus dem Legal Research Bench von Vals AI. Unabhängige Messungen liegen nicht vor, alle Werte sind Anbieterangaben.
Was sollte ein Betrieb jetzt regeln, der KI für Fachrecherche nutzt?
Aus unserer Sicht zuerst die Frage, auf welche Quellen ein Werkzeug zugreift, und die Regel, dass jede Antwort mit Fundstelle kommt und vor der Weiterverwendung geprüft wird. Wer ChatGPT for Word einsetzen will, das laut Berichten seit dem 17. September 2026 allgemein verfügbar ist, sollte vorher klären, in welchem Tarif es läuft und was mit den Dokumenten geschieht. Kanzleien prüfen berufsrechtliche Fragen dabei selbst.
Mit welcher Fundstelle kommen die Antworten, die im Betrieb aus dem KI-Werkzeug übernommen werden?
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Zuletzt aktualisiert: 18. September 2026. Stand der Recherche: 18. September 2026.