Auf die Schnelle

Auf der Entwicklerkonferenz Build 2026 stellte Microsoft am 2. Juni 2026 seinen zweiten topologischen Quantenchip Majorana 2 vor. Ein neuer Materialaufbau soll Qubits rund 1000-fach zuverlässiger machen als beim Vorgänger, Microsoft rechnet nun mit einem skalierbaren Quantencomputer bereits 2029.

Ein Qubit, das eine Minute lang stabil bleibt, klingt nach wenig. In der Quantenwelt ist es eine Ansage. Am 2. Juni 2026 hat Microsoft auf der Build-Konferenz Majorana 2 vorgestellt, den Nachfolger des ersten topologischen Quantenchips aus dem Februar 2025. Der neue Chip soll deutlich stabiler und zuverlässiger arbeiten als sein Vorgänger.

Was sich am Material geändert hat

Microsoft nennt einen neuen Materialaufbau, der die Zuverlässigkeit der Qubits um das rund Tausendfache verbessert. Konkret erreicht Majorana 2 eine mittlere Qubit-Lebensdauer von 20 Sekunden, einzelne Instanzen halten sogar bis zu einer Minute. Zum Vergleich: Bei vielen gängigen Quantenchip-Ansätzen wird die Lebensdauer eines Qubits in Mikrosekunden gemessen, nicht in Sekunden.

Entwickelt wurde der Chip unter Mitwirkung von Microsoft Discovery, der eigenen agentischen KI-Plattform des Unternehmens für wissenschaftliche Forschung. KI-Systeme kommen hier also nicht nur in Chatbots zum Einsatz, sondern direkt in der Materialforschung für Hardware der nächsten Generation.

Skepsis bleibt

Trotz der verbesserten Werte reagiert die Fachwelt zurückhaltend. Kritische Physikerinnen und Physiker, die bereits den ersten Majorana-Chip infrage gestellt hatten, zeigen sich auch von der zweiten Generation nicht vollständig überzeugt. Topologische Qubits gelten grundsätzlich als vielversprechender, aber schwer nachweisbarer Ansatz, unabhängige Bestätigung der Microsoft-Ergebnisse steht weiterhin aus.

Microsoft selbst zeigt sich zuversichtlich und hat die eigene Zeitschiene deutlich verkürzt: Statt der ursprünglich anvisierten längeren Frist rechnet der Konzern nun mit einem skalierbaren Quantencomputer bereits 2029.

Was das für KMU bedeutet

Für den täglichen Betrieb eines kleinen oder mittleren Unternehmens ändert sich durch Majorana 2 zunächst gar nichts, Quantencomputer im großen Stil sind noch Jahre entfernt. Interessant ist die Entwicklung trotzdem als Signal: Die großen Tech-Konzerne investieren parallel zu klassischer KI massiv in Rechenkapazität der nächsten Generation, weil sie damit rechnen, dass heutige Modelle an Grenzen stoßen werden.

Wer langfristig plant, etwa bei IT-Infrastruktur-Entscheidungen mit mehrjährigem Horizont, sollte das Thema Quantencomputing nicht komplett ausblenden, auch wenn konkrete Anwendungsfälle für den Mittelstand noch weit weg sind. Für die nächsten Jahre bleibt der praktische Fokus aber klar bei klassischer KI und Automatisierung.

Häufige Fragen

Was ist an Majorana 2 neu gegenüber dem ersten Chip?

Ein neuer Materialaufbau verbessert die Zuverlässigkeit der Qubits laut Microsoft um das rund Tausendfache. Majorana 2 erreicht eine mittlere Qubit-Lebensdauer von 20 Sekunden, einzelne Instanzen halten bis zu einer Minute, während viele andere Ansätze nur Mikrosekunden erreichen.

Wann stellte Microsoft den Chip vor?

Microsoft präsentierte Majorana 2 am 2. Juni 2026 auf der eigenen Entwicklerkonferenz Build. Entwickelt wurde er unter Mitwirkung von Microsoft Discovery, der agentischen KI-Plattform des Unternehmens für wissenschaftliche Forschung.

Wie reagiert die Fachwelt auf die Ankündigung?

Zurückhaltend. Kritische Physikerinnen und Physiker, die bereits den ersten Majorana-Chip infrage gestellt hatten, sind auch von der zweiten Generation nicht vollständig überzeugt. Unabhängige Bestätigung der Microsoft-Ergebnisse steht weiterhin aus.

Wann rechnet Microsoft mit einem nutzbaren Quantencomputer?

Microsoft hat die eigene Zeitschiene deutlich verkürzt und rechnet nun mit einem skalierbaren Quantencomputer bereits 2029, statt wie ursprünglich geplant erst deutlich später.

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Zuletzt aktualisiert: 12.07.2026. Stand der Recherche: 12.07.2026.

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