Die Laufzeit, auf der Microsoft seine eigenen Copilot-Agenten ausführt, sollen laut Microsoft nun auch Entwickler und Unternehmenskunden für eigene Agenten nutzen können.

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Was Microsoft anbietet

Im Microsoft-Blog vom 28. Oktober 2026 beschreiben Tina Schuchman von Foundry und Vladimir Fedorov von GitHub das Microsoft Copilot harness. Laut Microsoft ist das Harness alles um das Modell herum: Anweisungen, Kontext, Ausführungsumgebung und Kontrollen. Es treibt nach Angaben von Microsoft Copilot Code, Copilot Studio, die GitHub-Copilot-App, die Kommandozeile und VS Code an, und die Entwickler von GitHub haben es mitgebaut. Microsoft hat es nach eigener Darstellung unternehmensweit übernommen und stellt es nun über Foundry bereit.

Zwei Wege nennt der Beitrag. Entweder wird ein SDK heruntergeladen und selbst betrieben, oder die Laufzeit läuft in der Cloud und wird von Foundry verwaltet. In diesem zweiten Fall führt laut Microsoft der Anbieter die Agentenschleife und die Sandbox aus, während der Kunde Anweisungen, Skills, Werkzeuge und die Modellwahl liefert. Als Modellangebot nennt Microsoft „20+ frontier models plus bring your own key“.

Ein Preis und ein Vorschaustatus stehen im Beitrag von Microsoft nicht.

Vorschau, Grenzen und Preis laut The New Stack

Den Status liefert The New Stack am 29. Oktober 2026: Das Harness steht als öffentliche Vorschau im Foundry Agent Service bereit. Das Medium nennt dazu mehrere Einschränkungen des verwalteten Betriebs. Das Harness muss beim Anlegen eines Agenten gewählt werden und lässt sich danach nicht mehr ändern. Microsoft bestimmt, wie viel CPU und Speicher ein Agent bekommt und wie lange er im Leerlauf bleibt. Wer mehr Kontrolle will, kann laut The New Stack auf gehostete Foundry-Agenten ausweichen.

Beim Preis gilt derselbe Vorbehalt: Er stammt aus der Presse, nicht aus dem Microsoft-Beitrag. Bis zum 1. Dezember 2026 ist der Betrieb laut The New Stack kostenlos, Modellaufrufe und manche Werkzeuge werden gesondert berechnet. Danach fallen 0,0994 US-Dollar je vCPU-Stunde und 0,0118 US-Dollar je GiB-Stunde an. Die Preise können laut The New Stack je nach Region und Kundenvertrag abweichen. TechTimes formuliert das Ende der Gratisphase anders, nämlich ohne Gebühr bis 30. November und abrechnungsbasiert ab 1. Dezember. Euro-Preise nennt keine der Quellen.

Eigene Modelle: drei Quellen, drei Aussagen

Beim Thema eigene Modelle widersprechen sich die Quellen.

Microsoft schreibt „bring your own key“, was nach einem eigenen Schlüssel für einen Modellzugang klingt. The New Stack hält dagegen fest, dass eigene Modelle mit dem verwalteten Harness nicht unterstützt sind. TechTimes wiederum spricht von „bring-your-own-model“-Konfigurationen. Alle drei Angaben stehen so in den Quellen, und welche für den verwalteten Betrieb in der Cloud gilt, lässt sich aus ihnen nicht ableiten.

Welche Skills und Werkzeuge ein Kunde in die Laufzeit mitbringt, ist eine eigene Frage; zu Erweiterungen für Agenten gibt es im Blog den Artikel Agent Plugins 1.0: der offene Standard für Erweiterungen von Agenten.

Für wen das gedacht ist

Der Beitrag richtet sich an Entwickler und Unternehmenskunden. Wo die Daten eines Agenten liegen, in welcher Region die Sandbox läuft und welche datenschutzrechtlichen Zusagen für das Foundry-Angebot gelten, nennen die Quellen für dieses Angebot nicht. Einen Nutzen für Betriebe ohne eigene Entwicklung behaupten sie ebenfalls nicht.

Unsere Einschätzung

Ein Betrieb ohne eigene Entwicklung baut diese Agenten nicht selbst. Relevant wird die Meldung, wenn ein IT-Dienstleister oder Softwareanbieter ein Angebot auf dieser Laufzeit aufsetzt. Die Entscheidungen aus dieser Meldung trifft dann der Dienstleister, die Rechnung bezahlt am Ende der Betrieb, und es sind seine Daten, die der Agent verarbeitet.

Aus unserer Sicht gehört dann zuerst die Frage auf den Tisch, was beim Anlegen eines Agenten festgelegt wird und später nicht mehr zu ändern ist, etwa die Wahl des Harness. Danach kommt der Preis, der in der Vorschau laut The New Stack noch nicht anfällt. Die Angaben je vCPU-Stunde und GiB-Stunde sind Einzelwerte, aus denen sich ohne die Laufzeit des Agenten keine Monatssumme ergibt, und Modellaufrufe kommen laut The New Stack obendrauf. Wer ein Angebot bekommt, sollte sich die Rechnung für den eigenen Fall nach dem Ende der Gratisphase vorrechnen lassen. Offen ist auch das Modell: Ist ein eigenes vorgesehen oder nicht? Die Quellen geben darauf keine einheitliche Antwort, deshalb gehört die Frage schriftlich an den Dienstleister.

Wir würden außerdem die Datenfrage schriftlich stellen, weil die Quellen sie offen lassen. Wo liegen die Daten, die der Agent verarbeitet, und wer kann sie einsehen? Ein Dienstleister, der darauf keine schriftliche Antwort hat, hat aus unserer Sicht noch nicht genug geprüft.

Für Betriebe ohne eigene Entwicklung reicht es, diese Fragen bereitzuhalten, wenn ein Dienstleister ein Agentenangebot auf Basis von Microsoft Foundry vorlegt.

Quellen

Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 30. Oktober 2026):

Häufige Fragen

Was ist das Microsoft Copilot harness?

Laut Microsoft ist das Harness alles um das Modell herum: Anweisungen, Kontext, Ausführungsumgebung und Kontrollen. Es treibt Copilot Code, Copilot Studio, die GitHub-Copilot-App, die Kommandozeile und VS Code an. Microsoft hat es am 28. Oktober 2026 für Foundry angekündigt.

Ist das Angebot schon allgemein verfügbar und was kostet es?

Laut The New Stack läuft es als öffentliche Vorschau im Foundry Agent Service. Im Beitrag von Microsoft steht dazu nichts. Nach Angaben von The New Stack ist es bis 1. Dezember 2026 kostenlos, danach kosten 0,0994 US-Dollar je vCPU-Stunde und 0,0118 US-Dollar je GiB-Stunde, Modellaufrufe und manche Werkzeuge kommen gesondert hinzu. TechTimes nennt als Ende der Gratisphase den 30. November.

Lassen sich eigene Modelle verwenden?

Die Quellen widersprechen sich. Microsoft nennt „bring your own key“, The New Stack schreibt, eigene Modelle seien mit dem verwalteten Harness nicht unterstützt, und TechTimes spricht von „bring-your-own-model“-Konfigurationen. Welche Angabe für den verwalteten Betrieb gilt, geht aus den Quellen nicht hervor.

Muss ein Betrieb jetzt handeln?

Der Beitrag richtet sich an Entwickler und Unternehmenskunden, einen Nutzen für Betriebe ohne eigene Entwicklung nennen die Quellen nicht. Bietet ein Dienstleister einen Agenten auf dieser Laufzeit an, würden wir fragen, was nach dem Anlegen nicht mehr änderbar ist, was der Betrieb nach der Gratisphase kostet und wo die verarbeiteten Daten liegen.

Wer im Betrieb kann beurteilen, was ein KI-Agent des Dienstleisters nach der Testphase kostet und mit welchen Daten er arbeitet?

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Zuletzt aktualisiert: 30. Oktober 2026. Stand der Recherche: 30. Oktober 2026.