Eine Pressemitteilung bringt kleinen Betrieben kostenlose Aufmerksamkeit in der Lokalzeitung oder im Branchenblatt. KI hilft dir beim Aufbau und Formulieren, wenn du dich mit dem Schreiben schwertust. Die Nachricht selbst, die Fakten und die Glaubwürdigkeit kommen aber von dir. Wer sachlich bleibt und alle Angaben prüft, hat gute Chancen auf eine Veröffentlichung.
Der Hofladen Brunner aus dem Nachbarort hat sein 25-jähriges Bestehen im Wochenblatt stehen, mit Foto und Inhaberzitat. Gekostet hat das nichts. Geschrieben hat die Pressemitteilung niemand vom Fach, die Tochter hat sie an einem Abend mit einem KI-Werkzeug entworfen und am nächsten Morgen an die Redaktion geschickt. Solche Veröffentlichungen sind für kleine Betriebe oft wertvoller als jede bezahlte Anzeige, weil eine redaktionelle Nachricht mehr Vertrauen schafft als Werbung. Die Hürde liegt selten am Anlass, sie liegt am leeren Blatt.
Warum sich eine Pressemitteilung für kleine Betriebe lohnt
Redaktionen von Lokalzeitungen, Stadtmagazinen und Branchenportalen suchen ständig nach Stoff aus der Region. Eine gut gemachte Pressemitteilung liefert ihnen fertige Inhalte: einen Aufhänger, Fakten, ein Zitat. Wenn die Nachricht ins Blatt passt, wird sie oft fast unverändert übernommen. Du bekommst damit Reichweite bei Menschen, die du über Anzeigen kaum so günstig erreichst, und zwar in einem Umfeld, dem die Leser glauben.
Der Unterschied zur klassischen Werbung ist wichtig. Eine Anzeige erkennt jeder als bezahlt, eine redaktionelle Meldung wird als unabhängige Information gelesen. Genau deshalb sind Redaktionen so vorsichtig: Sie veröffentlichen keine reine Reklame, weil sie sonst ihre eigene Glaubwürdigkeit beschädigen. Für dich heißt das, du musst eine echte Nachricht haben, kein Verkaufsversprechen.
Der Aufwand ist überschaubar. Eine Pressemitteilung ist meist nur eine halbe bis ganze Seite lang. Das Problem für viele Inhaber ist nicht die Länge, es ist die Form. Welche Überschrift zieht? Was gehört in den ersten Absatz? Wie klingt das nicht zu werblich? An dieser Stelle kann KI dir den Einstieg deutlich erleichtern.
Was eine Pressemitteilung enthalten muss
Der Aufbau folgt einem festen Schema, das du dir einmal merken kannst. Ganz oben steht eine aussagekräftige Überschrift, die in wenigen Worten sagt, worum es geht. Direkt darunter folgt der wichtigste Absatz, der die Kernbotschaft enthält. Eine Redaktion entscheidet in den ersten zwei Sätzen, ob sie weiterliest, also packst du das Wesentliche nach vorne, nicht ans Ende.
Im Kern beantwortest du die fünf W-Fragen: Wer macht etwas, was passiert, wann, wo und warum. Beim Handwerksbetrieb Sailer wäre das zum Beispiel: Die Schreinerei Sailer aus Hollfeld feiert am 12. Juli ihr 25-jähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür, weil der Gründer den Betrieb 2001 als Ein-Mann-Werkstatt startete und heute zwölf Mitarbeiter beschäftigt. Diese fünf Antworten in zwei oder drei Sätzen bilden das Gerüst.
Dazu gehören ein kurzes Zitat des Inhabers, das der Meldung eine persönliche Stimme gibt, sowie ein knapper Faktenteil mit Gründungsjahr, Mitarbeiterzahl oder Angebot. Ans Ende kommen die Kontaktangaben: Name, Telefonnummer, E-Mail und Adresse, damit eine Redaktion bei Rückfragen weiß, an wen sie sich wendet. Ein Termin oder ein Bildhinweis runden die Mitteilung ab.
Wo KI dir konkret hilft
Der größte Nutzen liegt im ersten Entwurf. Du gibst dem KI-Werkzeug deine Stichpunkte (Anlass, die fünf W-Fragen, ein paar Fakten) und bittest um einen sachlichen, nachrichtlichen Pressetext mit dem oben beschriebenen Aufbau. In Sekunden steht ein Rohtext, an dem du weiterarbeiten kannst. Das ist viel leichter, als vor dem leeren Blatt zu sitzen.
KI ist außerdem stark bei Varianten. Lass dir fünf verschiedene Überschriften vorschlagen und wähle die treffendste aus. Bitte um eine sachlichere und eine etwas lebendigere Fassung des ersten Absatzes, dann vergleichst du. Wenn du dieselbe Nachricht an die Lokalzeitung und an ein Branchenportal schickst, kannst du den Text mit wenigen Anweisungen für beide Empfänger leicht anpassen, etwa fachlicher fürs Branchenblatt, allgemeinverständlicher für die Tageszeitung.
In unseren DigiMan-Kursen sehen wir, dass viele Teilnehmer genau hier zum ersten Mal merken, wie sehr KI eine Schreibhürde senkt. Wer sonst zwei Stunden an einem Text feilt, hat mit Stichpunkten und einem guten Entwurf in zwanzig Minuten eine brauchbare Fassung. Auch ein kurzes Anschreiben an die Redaktion oder eine erste Idee für einen kleinen Presseverteiler lässt sich so vorbereiten. Die KI liefert das Gerüst, du füllst es mit deiner Substanz.
Der häufigste Fehler: zu werblich
Wenn ein KI-Werkzeug einen Text über deinen eigenen Betrieb schreibt, neigt es schnell zu Lob. Plötzlich ist dein Angebot das beste der Region, dein Service erstklassig, deine Qualität unübertroffen. Solche Formulierungen sind das sichere Aus für jede Pressemitteilung. Redaktionen werfen reine Werbung weg, und übertriebenes Eigenlob beschädigt deine Glaubwürdigkeit auch dann, wenn es doch gedruckt wird.
Lies den KI-Entwurf deshalb mit der Frage durch: Würde das auch ein Außenstehender so schreiben? Streiche Superlative und Wertungen. Statt "unser herausragendes Team bietet erstklassige Beratung" schreibst du "fünf Mitarbeiter beraten Kunden im Werkstattgespräch". Fakten überzeugen, Adjektive nicht. Ein nüchterner Ton wirkt seriöser und wird eher übernommen.
Bitte die KI ausdrücklich um einen sachlichen, nachrichtlichen Stil ohne Werbesprache. Das hilft beim Entwurf schon viel. Den letzten Durchgang machst du aber selbst, weil nur du weißt, welche Aussagen über deinen Betrieb wirklich stimmen und welche bloß gut klingen.
Fakten und Zitate selbst prüfen
KI erfindet gelegentlich plausibel klingende Details: ein falsches Gründungsjahr, eine geschätzte Mitarbeiterzahl, einen Preis, der nie genannt wurde. In einem Marketingtext fällt das vielleicht nicht weiter auf. In einer Pressemitteilung, die unter deinem Namen an eine Redaktion geht, ist eine falsche Zahl ein ernstes Problem. Prüfe jede Angabe: Gründungsjahr, Mitarbeiterzahl, Daten, Namen, Beträge. Nichts davon darf aus der KI stammen, ohne dass du es bestätigt hast.
Das gilt besonders für Zitate. Ein Zitat des Inhabers soll dessen Stimme treffen, nicht eine erfundene Aussage in den Mund legen. Wenn die KI ein Zitat vorschlägt, lies es der zitierten Person vor und lass sie es freigeben oder umformulieren. Beim Hofladen Brunner würde der Satz "Wir setzen seit 25 Jahren auf regionale Qualität, das schätzen unsere Kunden" nur dann ins Blatt kommen, wenn der Inhaber ihn auch so unterschreiben würde.
Wo Personen genannt oder zitiert werden oder ein Foto mitgeht, brauchst du deren Einwilligung. Das Recht am eigenen Wort und am eigenen Bild und der Datenschutz gelten auch bei einer kleinen Meldung. Hol dir die Freigabe lieber einmal zu viel als zu wenig, besonders bei Mitarbeitern auf Fotos.
So gehst du Schritt für Schritt vor
Lege zuerst den Anlass und die Kernbotschaft in einem Satz fest. Hast du wirklich eine Nachricht? Eröffnung, Jubiläum, ein neues Angebot, eine Auszeichnung, ein neuer Standort, lokales Engagement oder ein Meilenstein bei der Mitarbeiterzahl sind klare Anlässe. Der bloße Hinweis, dass es deinen Betrieb gibt, ist keiner. Wenn die Kernbotschaft in einem Satz steht, hast du den Kern für den ersten Absatz.
Sammle dann die fünf W-Fragen und ein paar Fakten als Stichpunkte. Lass die KI daraus einen Entwurf mit Überschrift und dem beschriebenen Aufbau bauen. Geh den Text durch und entschärfe alle werblichen Stellen. Prüfe danach alle Fakten und lass das Inhaberzitat freigeben. Ergänze die Kontaktdaten am Ende und einen Hinweis, ob Bildmaterial verfügbar ist.
Zum Schluss schickst du die fertige Mitteilung an einen passenden, kleinen Verteiler. Für einen Ortsbetrieb reichen oft die Lokalredaktion der Tageszeitung, das kostenlose Wochenblatt und ein bis zwei einschlägige Branchen- oder Regionalportale. Eine persönliche, kurze Mail mit dem Pressetext im Anhang oder direkt im Text funktioniert besser als ein anonymer Massenversand. Wer die Redaktion vor Ort kennt, schreibt den Ansprechpartner direkt an. Auch dieses Anschreiben kannst du dir von der KI vorbereiten lassen und mit deinen eigenen Worten persönlich machen.
Häufige Fragen
Kann KI meine Pressemitteilung schreiben?
KI kann dir einen guten ersten Entwurf liefern, wenn du Stichpunkte zum Anlass und die fünf W-Fragen vorgibst. Sie hilft beim Aufbau, formuliert aus Stichpunkten einen Text und schlägt Überschriften vor. Die Nachricht selbst, alle Fakten und die Freigabe der Zitate kommen aber von dir. Den letzten Durchgang machst du immer selbst.
Was macht eine gute Pressemitteilung aus?
Sie hat eine aussagekräftige Überschrift, die Kernbotschaft im ersten Absatz und beantwortet die fünf W-Fragen: wer, was, wann, wo und warum. Dazu gehören ein kurzes Zitat des Inhabers, ein knapper Faktenteil und die Kontaktangaben am Ende. Der Ton ist sachlich und nachrichtlich, nicht werblich.
Warum darf eine Pressemitteilung nicht zu werblich sein?
Redaktionen veröffentlichen keine reine Reklame, weil sie damit ihre eigene Glaubwürdigkeit beschädigen würden. Übertriebenes Eigenlob mit Superlativen landet im Papierkorb. Fakten und konkrete Angaben überzeugen, Wertungen und Werbesprache schaden. Ein nüchterner Ton wird eher übernommen und wirkt seriöser.
Was muss ich vor dem Versand prüfen?
Prüfe jede Zahl und jedes Detail selbst, denn KI erfindet manchmal plausibel klingende Angaben wie ein falsches Gründungsjahr oder eine geschätzte Mitarbeiterzahl. Lass das Inhaberzitat von der zitierten Person freigeben. Wo Personen genannt, zitiert oder fotografiert werden, brauchst du deren Einwilligung wegen des Rechts am eigenen Wort und Bild und des Datenschutzes.
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Zuletzt aktualisiert: 21.06.2026. Stand der Recherche: 21.06.2026.