Wer in Kalifornien vom 1. Januar 2029 an einen erfassten KI-Audit anbieten oder durchführen will, muss in einem staatlichen Verzeichnis stehen.

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Was AB 1405 anordnet

Das Gesetz stammt von der Abgeordneten Rebecca Bauer-Kahan (Demokraten, Orinda) und wurde am 9. September 2026 beim Secretary of State eingereicht. Es beauftragt die California Government Operations Agency, bis zum 1. Januar 2029 ein Register für KI-Prüfer auf ihrer Website einzurichten. Von diesem Datum an darf einen erfassten KI-Audit nur noch anbieten und durchführen, wer dort eingetragen ist, und dasselbe gilt für den Verkauf einer solchen Prüfung. Neben dem Verzeichnis legt AB 1405 Standards für die Unabhängigkeit, Transparenz und Integrität der Prüfer fest.

Dazu kommt ein Meldeweg. Natürliche Personen dürfen nach dem Gesetz Fehlverhalten eingetragener Prüfer anzeigen.

Zwei Daten, die auseinanderliegen

Als Inkrafttreten der beiden Gesetze wird der 1. Januar 2027 angegeben.

Die Registerpflicht und das Verbot für nicht eingetragene Prüfer greifen erst zwei Jahre später, am 1. Januar 2029. Beide Termine gehören zusammengelesen, weil sie unterschiedliche Adressaten haben: Der frühere richtet sich an die Behörde, die das Verzeichnis aufbauen muss, der spätere an die Prüfer, die dann darin stehen sollen. Wer die Meldung so liest, als sei ab 2027 alles geregelt, verschiebt den eigentlichen Stichtag um zwei Jahre nach vorn.

SB 813 und die Verifizierungsorganisationen

Das zweite Gesetz stammt von Senator Jerry McNerney (Demokraten, Pleasanton) und setzt an einer anderen Stelle an. Es schafft einen Rahmen für unabhängige Verifizierungsorganisationen, die KI-Systeme und KI-Modelle daraufhin prüfen, ob sie staatliches Recht einhalten. Wer als solche Organisation zugelassen wird und nach welchen Regeln sie arbeitet, legt ebenfalls die Government Operations Agency fest. Newsoms Büro bezeichnet die beiden Gesetze als erste Standards dieser Art in den USA für unabhängige Prüfungen und Bewertungen von KI durch Dritte, und Newsom fordert die Bundesebene auf, ihren Teil beizutragen. Bauer-Kahan sagt, das Gesetz schaffe erstmals einen Mechanismus für glaubwürdige Prüfungen durch Dritte und lege die Grundlage für sinnvolle Aufsicht. Prüfer sollen nach ihrer Darstellung Risiken erkennen und Behauptungen überprüfen. Und sie sollen Entwickler an Standards binden. Erklärtes Ziel der Regelung ist, dass KI-Firmen über ihre eigene Technik nicht länger allein urteilen. Die kalifornische Legislaturperiode endete am 31. August 2026, unterzeichnet wurden die Gesetze danach.

Was daraus für einen Betrieb in Deutschland folgt

Unmittelbar nichts. Beides ist Recht eines US-Bundesstaates und verpflichtet niemanden in Bayreuth, Bochum oder Bremen.

Wichtiger als die geografische Grenze ist die Frage, wen die Pflicht überhaupt trifft. Sie richtet sich an die Prüfer und an die Anbieter, deren Systeme geprüft werden. Ein Betrieb, der ein KI-Werkzeug im Alltag einsetzt, ist Betreiber und kommt in dieser Rolle in beiden Gesetzen nicht vor. Für Betreiber in der EU bleibt der bekannte Rahmen maßgeblich, und der verlangt nach Artikel 4 der KI-Verordnung, die Entwicklung der KI-Kompetenz des eigenen Personals zu unterstützen. Eine Nachweispflicht ist damit nicht verbunden, eine Zertifikatspflicht ebenso wenig, und eine Pflicht zum Audit für Betreiber gibt es dort gar nicht. Wie sich die Verantwortung verteilt, wenn ein KI-Werkzeug im Betrieb Schaden anrichtet, haben wir im Beitrag zur Haftung beim Einsatz von KI-Agenten aufgeschrieben.

Unsere Einschätzung

Die interessante Wirkung dieser Gesetze liegt jenseits der Rechtspflicht.

Wenn in Kalifornien ein Markt für unabhängige KI-Prüfung entsteht, entstehen dort auch Prüfberichte. Und ein Prüfbericht ist etwas, wonach man beim Einkauf fragen kann, so wie heute nach einem Zertifikat zur Informationssicherheit gefragt wird. Diese Frage kostet einen Satz im Gespräch, und die Antwort sortiert Anbieter schneller als jede Funktionsliste. Wer auf die Frage nach einer unabhängigen Prüfung eine Marketingbroschüre schickt, hat sie beantwortet.

In der Praxis sehen wir regelmäßig, dass die Auswahl eines KI-Werkzeugs über Funktionsumfang und Preis läuft und die Frage nach unabhängiger Überprüfung überhaupt nicht gestellt wird. Das liegt selten an Nachlässigkeit. Es liegt daran, dass es bis heute nichts Vergleichbares gibt, wonach man fragen könnte, und dass die Selbstauskunft des Anbieters die einzige verfügbare Quelle ist. Genau diese Lücke adressiert Kalifornien. Ob das Verzeichnis am Ende trägt, wird sich frühestens zeigen, wenn es 2029 existiert und die ersten Einträge darin stehen.

Bis dahin ändert sich für einen Betrieb in Deutschland an den Hausaufgaben nichts. Personal, das versteht, was ein KI-Werkzeug kann und wo es danebenliegt, bleibt die wirksamste Prüfinstanz im eigenen Haus, und Transparenz gegenüber Kunden darüber, wo KI im Spiel ist, bleibt Pflicht des Betreibers.

Quellen

Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 10. September 2026):

Häufige Fragen

Was regeln AB 1405 und SB 813?

Gouverneur Gavin Newsom hat beide Gesetze am 9. September 2026 unterzeichnet. AB 1405 von der Abgeordneten Rebecca Bauer-Kahan schafft ein staatliches Register für KI-Prüfer und legt Standards für deren Unabhängigkeit, Transparenz und Integrität fest. SB 813 von Senator Jerry McNerney schafft einen Rahmen für unabhängige Verifizierungsorganisationen, die KI-Systeme und KI-Modelle darauf prüfen, ob sie staatliches Recht einhalten.

Ab wann gilt die Registerpflicht für KI-Prüfer in Kalifornien?

Als Inkrafttreten der Gesetze wird der 1. Januar 2027 angegeben. Die California Government Operations Agency muss das Register aber erst bis zum 1. Januar 2029 auf ihrer Website einrichten. Von diesem späteren Datum an darf einen erfassten KI-Audit nur noch anbieten, verkaufen oder durchführen, wer dort eingetragen ist.

Gelten die kalifornischen Regeln auch für Betriebe in Deutschland?

Es handelt sich um Recht des US-Bundesstaates Kalifornien, für einen Betrieb in Deutschland folgt daraus unmittelbar keine Pflicht. Die Vorgaben richten sich außerdem an die Prüfer und an die Anbieter, deren Systeme geprüft werden. Ein Betrieb, der ein KI-Werkzeug im Alltag einsetzt, ist Betreiber und kommt in beiden Gesetzen in dieser Rolle nicht vor.

Was sollte ein Betrieb jetzt regeln?

Aus den kalifornischen Gesetzen ergibt sich für einen deutschen Betrieb kein Handlungsbedarf. Für Betreiber in der EU bleibt der bekannte Rahmen maßgeblich: Nach Artikel 4 der KI-Verordnung ist die Entwicklung der KI-Kompetenz des eigenen Personals zu unterstützen, eine Nachweis- oder Zertifikatspflicht besteht dafür nicht und eine Auditpflicht für Betreiber ebenso wenig. Beim Einkauf lässt sich schon heute fragen, ob ein Anbieter seine Angaben von einer unabhängigen Stelle prüfen lässt.

Wer im Betrieb entscheidet eigentlich, welchem KI-Anbieter man glaubt?

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Zuletzt aktualisiert: 10. September 2026. Stand der Recherche: 10. September 2026.