Die Automobilindustrie ist in Deutschland weiterhin der größte Abnehmer neuer Industrieroboter, ihr Anteil an den Installationen ist zwischen 2020 und 2025 aber von 40 auf 23 Prozent gefallen.

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Die Zahlen für Deutschland

Herausgeber des Berichts ist die International Federation of Robotics mit Sitz in Frankfurt am Main, Präsidentin ist Jane Heffner. Für Deutschland nennt die deutsche Pressemeldung vom 24. September 2026 exakt 24.800 neu installierte Industrieroboter im Jahr 2025, heise online übernimmt diese Zahl. Die globale Mitteilung desselben Tages spricht dagegen nur von weniger als 25.000 Einheiten. Wir verwenden hier den genauen Wert aus der deutschen Meldung.

Der Absatz ging damit um 8 Prozent zurück. Über fünf Jahre betrachtet, von 2020 bis 2025, wuchsen die Installationen im Schnitt um 2 Prozent pro Jahr.

Im europäischen Vergleich bleibt das Gewicht erheblich. Auf Deutschland entfallen laut IFR 41 Prozent aller Installationen in der EU, weltweit liegt das Land auf Platz fünf hinter China, den USA, Japan und Korea.

Stärker als die Installationen ist die Herstellung eingebrochen. In Deutschland wurden 2025 laut IFR 23.700 Industrieroboter produziert, ein Minus von 24 Prozent. Die Exporte fielen um 37 Prozent auf 15.100 Einheiten.

Wo die Roboter hingehen

Die Automobilindustrie installierte 2025 in Deutschland 5.800 Roboter und kommt damit auf 23 Prozent aller Installationen. Im Jahr 2020 lag ihr Anteil noch bei 40 Prozent. Die Metallverarbeitung stellte 5.300 Einheiten auf, 13 Prozent weniger als im Vorjahr. Chemie und Kunststoff kamen auf 3.000 Roboter, ein Rückgang um 5 Prozent.

Für die Autoindustrie nennt die Meldung keine Veränderung zum Vorjahr, nur den geschrumpften Anteil. Die beiden anderen Branchen liegen klar im Minus.

Weltweit ein Rekord, getragen von China

Außerhalb Deutschlands zeichnet der Bericht ein anderes Bild. Der weltweite Bestand an Industrierobotern stieg 2025 um 9 Prozent auf 5 Millionen Einheiten, laut IFR ein Rekordwert. Neu installiert wurden mehr als 600.000 Roboter, 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Auf China entfallen 59 Prozent der weltweiten Installationen.

Für 2026 rechnet die IFR weltweit mit einem Plus von 9 Prozent auf 655.000 Installationen, für 2029 mit 806.000. Als Treiber nennt der Verband unter anderem Fortschritte bei künstlicher Intelligenz, Bildverarbeitung und Sensorik sowie eine einfachere Programmierung.

Warum der Verband den Mittelstand umwirbt

Für Deutschland erwartet die IFR 2026 erneut eine rückläufige Nachfrage. Ab 2027 rechnen Experten laut Verband wieder mit steigenden Zahlen.

Die Hoffnung richtet sich auf kleine und mittlere Unternehmen, deren Entwicklung die IFR „vielversprechend“ nennt. Gemeint sind benutzerfreundliche Roboter mit weniger Programmieraufwand, kostengünstige Geräte und Mietmodelle unter dem Stichwort „Robot-as-a-Service“, kurz RaaS. Solche Modelle sollen nach Darstellung des Verbands die Gesamtbetriebskosten senken. Mietpreise oder konkrete Anbieter nennen die Quellen nicht. Wie die einfachere Programmierung auf der Softwareseite aussehen kann, haben wir am Beispiel einer frei gegebenen Roboter-Software beschrieben, im Beitrag zu Intrinsic Core und der Maschinenbeschickung.

Wer hier spricht, gehört zur Einordnung dazu. Die IFR beschreibt sich selbst als „Sprachrohr der weltweiten Robotikindustrie“. Die Prognosen für 2026, 2027 und 2029 und die Einschätzung zum Mittelstand sind damit Aussagen der Branche über ihren eigenen Markt, und so sollten sie gelesen werden. Falsch macht sie das nicht, es erklärt aber den zuversichtlichen Ton gegenüber einer Zielgruppe, um die der Verband ausdrücklich wirbt.

Unsere Einschätzung

Dass der Verband so ausdrücklich um den Mittelstand wirbt, lesen wir als Folge der Zahlen: Die großen Abnehmer halten sich zurück, der Anteil der Autoindustrie schrumpft, die Metallverarbeitung installiert weniger. Für einen Betrieb mit zehn oder fünfzig Mitarbeitern ist das aus unserer Sicht zunächst eine brauchbare Verhandlungslage. Anbieter, die weniger absetzen, dürften gesprächsbereiter sein, und ein Mietmodell senkt die Hürde für einen ersten Versuch. Vorarbeit ersetzt das allerdings nicht. Wir würden vor jedem Anbietergespräch aufschreiben, welcher Arbeitsschritt sich tatsächlich jeden Tag gleich wiederholt, mit denselben Teilen in derselben Lage. Ein Handgriff, der an drei Tagen im Monat anfällt oder bei dem jedes Werkstück anders aussieht, trägt keinen Roboter. Auch einen gemieteten nicht. Erst wenn diese Liste steht, lohnt der Vergleich von Angeboten. Dazu gehören eine grobe Stückzahl je Tag und die Angabe, wer die Teile heute von Hand einlegt und wie lange das dauert.

Unbequemer ist die zweite Frage: Wer im Betrieb rüstet die Anlage um, wenn sich das Teil ändert?

Fehlt diese Person, steht auch ein einfach zu programmierender Roboter nach der ersten Produktänderung still, und die Miete läuft weiter. Das gilt für eine gekaufte Anlage genauso. Die Schulung dieser einen Person gehört deshalb aus unserer Sicht in die Kalkulation, bevor der erste Vertrag unterschrieben ist.

Und die Prognose für 2027 bleibt eine Prognose. Planen würden wir mit den Ist-Zahlen von 2025.

Quellen

Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 25. September 2026):

Häufige Fragen

Wie viele Industrieroboter wurden 2025 in Deutschland neu installiert?

Laut der deutschen Pressemeldung der International Federation of Robotics (IFR) vom 24. September 2026 waren es 24.800 Einheiten, 8 Prozent weniger als im Vorjahr. Die globale Mitteilung der IFR nennt weniger als 25.000. Deutschland stellt damit 41 Prozent aller Installationen in der EU und liegt weltweit auf Platz fünf.

Welche Branchen installieren in Deutschland die meisten neuen Roboter?

Größter Abnehmer bleibt laut IFR die Automobilindustrie mit 5.800 neuen Robotern im Jahr 2025, das sind 23 Prozent der Installationen. Im Jahr 2020 lag ihr Anteil bei 40 Prozent. Die Metallverarbeitung installierte 5.300 Einheiten (minus 13 Prozent), Chemie und Kunststoff 3.000 (minus 5 Prozent).

Was meint die IFR mit „Robot-as-a-Service“?

Gemeint sind Mietmodelle für Roboter, die nach Darstellung des Verbands die Gesamtbetriebskosten senken sollen. Die IFR nennt sie zusammen mit benutzerfreundlichen und kostengünstigen Robotern als Grund, warum sie die Entwicklung bei kleinen und mittleren Unternehmen „vielversprechend“ findet. Preise oder Anbieter nennen die Quellen nicht, und die Einschätzung stammt vom Verband der Robotikindustrie selbst.

Sollte ein kleiner Betrieb jetzt einen Roboter mieten?

Aus unserer Sicht erst nach zwei Klärungen: welcher Arbeitsschritt sich wirklich jeden Tag gleich wiederholt und wer im Betrieb die Anlage umrüsten kann, wenn sich das Werkstück ändert. Die Prognose der IFR, dass die Nachfrage in Deutschland ab 2027 wieder steigt, ist eine Verbandsprognose. Für die eigene Rechnung taugen eher die Ist-Zahlen und die eigenen Stückzahlen.

Welcher Arbeitsschritt im Betrieb wiederholt sich jeden Tag gleich, und wer könnte ihn automatisieren?

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Zuletzt aktualisiert: 25. September 2026. Stand der Recherche: 25. September 2026.