Der Gastwirt, der bisher im Hotel-Karussell direkt auftauchte, steht in Googles europäischer Suche jetzt unter drei Vergleichsportalen, und die Preise, die den Klick brachten, stehen nicht mehr dabei.

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Der neue Aufbau der Ergebnisseite

Die Änderung betrifft Suchanfragen nach Hotels, Flügen und Restaurants. Ganz oben steht seit dem 8. September 2026 eine einzelne spezialisierte Suchmaschine, in Googles Sprachgebrauch ein „vertical search service", also ein Vergleichsportal. Darunter folgen zwei weitere Vergleichsportale mit weniger Details. Erst unter diesem Block liegt das Karussell mit den Hotels, Fluggesellschaften und Restaurants, und aus diesem Karussell hat Google Funktionen wie Echtzeitpreise entfernt.

Welche Portale die drei oberen Plätze bekommen, entscheidet weiterhin Googles Algorithmus.

Als Beispiele für die begünstigten Portale nennt Google Expedia und Booking.com. Zuerst berichtet hat Reuters, Google hat die Änderungen gegenüber der Agentur bestätigt. Die Berichte sprechen von „Europa" und „Europäern", ohne einzelne Länder zu nennen; der Digital Markets Act, kurz DMA, ist ein Gesetz der EU.

Zwei Geldbußen und eine Frist von 60 Tagen

Der Umbau hat eine kurze Vorgeschichte. Am Donnerstag, 23. Juli 2026, hat die EU-Kommission Google wegen Verstößen gegen den DMA mit zwei Geldbußen belegt. 460 Millionen Euro entfallen auf die Selbstbevorzugung in der Google-Suche, 430 Millionen Euro auf Beschränkungen für App-Entwickler bei Google Play, zusammen 890 Millionen Euro. Für die Suche stellte die Kommission fest, dass Google eigene Dienste in den Bereichen Shopping, Hotels, Verkehr und Sport bevorzugt dargestellt hatte, unter anderem ganz oben auf der Seite und mit erweiterten Bildern und Filtern, während vergleichbare Angebote Dritter weniger prominent erschienen. Nach dem Bußgeld hatte Google 60 Tage Zeit, die Verstöße abzustellen. Andernfalls drohten Zwangsgelder von bis zu 5 Prozent des weltweiten Umsatzes. Ob die Änderungen vom 8. September diese Vorgaben erfüllen, entscheidet die Kommission; geäußert hat sie sich bei Recherchestand noch nicht.

Stellungnahmen von Expedia, Booking.com oder von Hotelverbänden lagen ebenfalls nicht vor.

Drei Wirkungsaussagen, alle von Google

Nick Fox, Senior Vice President für Knowledge and Information bei Google, hat die Änderungen gegenüber Reuters kommentiert. Sinngemäß übersetzt sagte er, die Änderungen verschlechterten das Nutzererlebnis für Europäer, stärkten Online-Vermittler auf Kosten lokaler Betriebe und entfernten hilfreiche Funktionen, auf die sich Menschen täglich verließen. Ein Google-Vertreter sprach gegenüber Reuters von der größten Qualitätsminderung in der 29-jährigen Geschichte der Suchmaschine. Auch das ist eine Aussage von Google; eine Messung Dritter gibt es dazu nicht.

Dazu kommt eine Zahl. Nach Angaben von Google haben frühere Anpassungen an den DMA den kostenlosen, direkten Buchungsverkehr zu europäischen Betrieben um 30 Prozent gesenkt, und die neuen Änderungen würden diese Betriebe erneut treffen. Diese 30 Prozent stammen ausschließlich von Google. Eine Methodik dazu ist nicht veröffentlicht, Daten liegen nicht offen.

Alle drei Wirkungsaussagen haben damit denselben Absender. Eine zweite Quelle gibt es zu keiner von ihnen.

Was beim Betrieb mit eigener Website ankommt

Für ein Hotel oder ein Restaurant mit eigener Website heißt das: Wer bisher über das Karussell direkt gefunden wurde, steht jetzt unter drei Vergleichsportalen, und die Preise, die den Klick ausgelöst haben, fehlen dort.

Zwischenstufen vor der eigentlichen Website sind auf der Ergebnisseite nichts Neues. Wie KI-Antworten oben auf der Seite die Klicks auf kleine Betriebe verändern, steht im Artikel Wenn die KI antwortet: Sichtbarkeit ohne Klick im Jahr 2026. Bei Hotels und Restaurants kommt jetzt eine Schicht aus Vergleichsportalen hinzu.

Unsere Einschätzung

Ob Googles 30 Prozent stimmen, lässt sich von außen nicht prüfen. Die Richtung ist trotzdem plausibel, weil jede Zwischenstufe zwischen Suchanfrage und Buchungsseite Klicks kostet, und drei Portale über dem Karussell sind drei Zwischenstufen mehr.

Die praktische Folge ist unspektakulär. Das eigene Google-Unternehmensprofil gehört gepflegt. Die Preise auf der eigenen Website müssen aktuell sein, weil sie im Karussell nicht mehr stehen und der Gast sie jetzt erst nach dem Klick sieht. Und in den nächsten Wochen lohnt ein Blick in die Search Console, ob die Klicks auf die Buchungsseite einbrechen. Wer das nicht misst, merkt es erst an der Belegung. Wir sehen in unseren Kursen regelmäßig Betriebe, die ihre Buchungen zu einem großen Teil über Google bekommen und das erst bemerken, wenn der Kanal wackelt.

Wer den Vergleichsportalen nicht ausgeliefert sein will, braucht einen zweiten Weg zum Gast, der ohne Google auskommt: Stammkunden, ein Newsletter, ein direkter Buchungslink. Das ist Arbeit, die kein Umbau der Ergebnisseite wieder entwerten kann.

Quellen

Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 9. September 2026):

Häufige Fragen

Was hat Google am 8. September 2026 an der Suche in Europa geändert?

Bei Suchen nach Hotels, Flügen und Restaurants steht ganz oben jetzt ein Vergleichsportal, darunter zwei weitere mit weniger Details. Erst darunter liegt das Karussell mit den Hotels, Fluggesellschaften und Restaurants selbst, und daraus hat Google Funktionen wie Echtzeitpreise entfernt. Welche Portale oben stehen, bestimmt weiterhin Googles Algorithmus. Als Beispiele nennt Google Expedia und Booking.com.

Warum baut Google die Suchergebnisse in Europa um?

Google will damit Vorgaben der EU-Kommission nach dem Digital Markets Act erfüllen, einem Gesetz der EU. Die Kommission hatte Google am 23. Juli 2026 mit zwei Geldbußen über zusammen 890 Millionen Euro belegt, davon 460 Millionen Euro wegen Selbstbevorzugung in der Suche. Google hatte danach 60 Tage Zeit, die Verstöße abzustellen, sonst drohten Zwangsgelder von bis zu 5 Prozent des weltweiten Umsatzes. Ob der Umbau die Vorgaben erfüllt, entscheidet die Kommission.

Verlieren Hotels und Restaurants wirklich 30 Prozent ihrer Direktbuchungen?

Die Zahl stammt allein von Google. Nach Angaben des Unternehmens haben frühere Anpassungen an den DMA den kostenlosen, direkten Buchungsverkehr zu europäischen Betrieben um 30 Prozent gesenkt. Eine Methodik dazu ist nicht veröffentlicht, und weder die EU-Kommission noch Expedia, Booking.com oder Hotelverbände hatten sich bei Recherchestand dazu geäußert.

Was sollte ein Hotel oder Restaurant mit eigener Website jetzt tun?

Das eigene Google-Unternehmensprofil pflegen und die Preise auf der eigenen Website aktuell halten, weil sie im Karussell nicht mehr angezeigt werden. In den nächsten Wochen in der Search Console nachsehen, ob die Klicks auf die Buchungsseite zurückgehen. Wer von Vergleichsportalen unabhängiger werden will, braucht einen zweiten Weg zum Gast, etwa Stammkunden, einen Newsletter oder einen direkten Buchungslink.

Wer im Betrieb sieht, ob die Klicks auf die Buchungsseite seit dem 8. September zurückgehen?

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Zuletzt aktualisiert: 9. September 2026. Stand der Recherche: 9. September 2026.