Wer nicht zu den ausgewählten Testern gehört, kann Gemini 4 Argon bislang nicht nutzen, obwohl Google den Preis schon genannt hat.

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Gestufter Start mit offenem Ende

Angekündigt hat Google das Modell am Mittwoch, 30. September 2026, um 20:00 Uhr UTC in einem Beitrag von Koray Kavukcuoglu, SVP bei Google DeepMind und Chief AI Architect. Laut The Decoder ist Argon das erste Frontier-Modell von Google seit mehr als sieben Monaten, zuletzt war es Gemini 3.1 Pro.

Die erste Runde ist klein. Nach Angaben von Google bekommen zunächst ausgewählte Cyberverteidiger im Programm Fairwind das Modell, dazu Googles interne Teams. Beide Gruppen arbeiten mit einer Fassung ohne Cyber-Schutzschranken. Google beschreibt das als schrittweises Vorgehen. Außerdem nimmt das Unternehmen am freiwilligen Verfahren der US-Regierung teil, über das Behörden vor einer Veröffentlichung Zugang zu neuen Modellen erhalten. Erst wenn die frühen Tester Rückmeldung gegeben haben und die Schutzmechanismen nachgebessert sind, will Google Argon für Entwickler, Unternehmen und Verbraucher öffnen. Den Anfang sollen zahlende API-Kunden und Abonnenten von Google AI Ultra machen. Ein festes Datum gibt es dafür nicht, Google spricht sinngemäß von so bald wie möglich, und auch Tech Times hält fest, dass der Konzern keinen Termin genannt hat.

Ein Preis mit Ablaufdatum

Beim Preis ist Google konkreter als beim Termin. Als Einführungspreis nennt der Anbieter 2 US-Dollar je 1 Million Eingabetokens und 10 US-Dollar je 1 Million Ausgabetokens. Zwischengespeicherte Eingabetokens sollen 95 Prozent weniger kosten als der Eingabepreis. Nach der Einführungsphase gelten 4 US-Dollar für Eingabe und 20 US-Dollar für Ausgabe, also jeweils das Doppelte.

Wie lange die Einführungsphase dauert, sagt Google nicht.

Technisch stellt Google vor allem das Ausgabelimit heraus. Es steigt laut Anbieter von 64.000 auf 1 Million Tokens, Google bezeichnet das als branchenführend. Das Eingabe-Kontextfenster bleibt laut The Decoder bei 1 Million Tokens. Argon verarbeitet Text, Bilder, Video und Sprache, ausgeben kann es nur Text. Empfohlen wird es von Google für lange Programmieraufgaben und für Wissensarbeit in Recht und Finanzen; einen weiteren Schwerpunkt sieht der Anbieter bei der Abwehr von Cyberangriffen.

Was die Messwerte von Artificial Analysis zeigen

Aus den Leistungsangaben von Google sei hier eine genannt. Auf AutomationBench, einem Benchmark von Zapier für durchgehende Geschäftsabläufe, liegt Argon laut Google mit 51,3 Prozent auf Platz 1. Das ist eine Angabe des Anbieters über sein eigenes Modell.

Einen Blick von außen liefert Artificial Analysis, über dessen Werte The Decoder berichtet. Im Artificial Analysis Intelligence Index erreicht Argon auf der Stufe „High“ 53 Punkte und liegt damit gleichauf mit GPT-6 Astra. Vorn bleiben Claude Opus 5.5 mit 58 und Claude Sonnet 5.5 mit 56 Punkten. Bei der Halluzinationsrate im Test AA-Omniscience kommt Argon laut The Decoder auf 15 Prozent, und das Modell räume häufiger ein, eine Antwort nicht zu kennen.

Für die Kosten zählt eine andere Zahl mehr. Argon braucht nach den Werten von Artificial Analysis im Schnitt 62.000 Ausgabetokens je Aufgabe, GPT-6 Astra 27.000. Unsere Rechnung dazu: 62.000 sind mehr als das Doppelte von 27.000. Den Preisvorteil erklärt The Decoder deshalb mit den niedrigeren Tokenpreisen; sparsamer im Verbrauch ist Argon nach diesen Werten nicht. Ein ähnliches Muster beschreibt unser Artikel darüber, wie Claude Opus 5.5 einen unabhängigen KI-Index anführt und dafür deutlich mehr Ausgabetokens braucht.

Offene Fragen für Betriebe in Deutschland

Zu Regionen macht Google keine Angabe, ebenso wenig zur EU oder zur Datenresidenz. Ob und wann ein Betrieb in Deutschland Argon über die API oder ein Abonnement buchen kann, ist damit offen.

Auch die Leistungszahlen lassen sich vorerst nicht am eigenen Alltag prüfen. Die Angaben von Google sind Anbieterangaben, die Indexwerte stammen von Artificial Analysis und sind über The Decoder berichtet. Wie gut Argon die Aufgaben eines bestimmten Betriebs erledigt, kann außerhalb der Testgruppen vor der Freigabe niemand ausprobieren.

Unsere Einschätzung

Für Betriebe ist Argon am 1. Oktober 2026 eine Ankündigung mit Preisschild.

Aus unserer Sicht wäre es ein Fehler, laufende KI-Vorhaben deshalb anzuhalten. Wir würden mit den Modellen weiterarbeiten, die heute buchbar sind, und die eigenen Testaufgaben so ablegen, dass ein späterer Vergleich wenig Aufwand macht, also mit festen Eingaben und schriftlich festgehaltenen Bewertungskriterien. Kommt die Freigabe, ist der Vergleich dann schnell gemacht.

Beim Vergleich gehört der Tokenverbrauch in die Rechnung. Ein niedriger Preis je Token hilft wenig, wenn ein Modell für dieselbe Aufgabe mehr als doppelt so viele Ausgabetokens erzeugt, und nach der Einführungsphase verdoppeln sich die Tokenpreise laut Google ohnehin. Wer Modelle vergleicht, sollte deshalb die Kosten je erledigter Aufgabe messen. Der Listenpreis allein sagt darüber wenig.

Quellen

Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 1. Oktober 2026):

Häufige Fragen

Wer kann Gemini 4 Argon derzeit nutzen?

Laut Google geht Argon zunächst an ausgewählte Cyberverteidiger im Fairwind-Programm und an Googles interne Teams. Für Entwickler, Unternehmen und Verbraucher will Google das Modell erst nach Rückmeldungen der frühen Tester und Nachbesserungen an den Schutzmechanismen freigeben, beginnend mit zahlenden API-Kunden und Abonnenten von Google AI Ultra. Einen Termin dafür nennt Google nicht.

Was kostet Gemini 4 Argon über die API?

Google nennt einen Einführungspreis von 2 US-Dollar je 1 Million Eingabetokens und 10 US-Dollar je 1 Million Ausgabetokens. Zwischengespeicherte Eingabetokens kosten laut Google 95 Prozent weniger als der Eingabepreis. Nach der Einführungsphase gelten 4 und 20 US-Dollar, wie lange diese Phase dauert, sagt Google nicht.

Wie schneidet Argon im Index von Artificial Analysis ab?

Laut The Decoder erreicht Argon im Artificial Analysis Intelligence Index auf der Stufe „High“ 53 Punkte, gleichauf mit GPT-6 Astra. Vorn liegen Claude Opus 5.5 mit 58 und Claude Sonnet 5.5 mit 56 Punkten. Argon braucht dort im Schnitt 62.000 Ausgabetokens je Aufgabe, GPT-6 Astra 27.000.

Sollte ein Betrieb mit KI-Projekten auf Gemini 4 Argon warten?

Aus unserer Sicht nicht, denn ob und wann Argon für Betriebe in Deutschland buchbar ist, ist offen; zu Regionen, zur EU und zur Datenresidenz macht Google keine Angabe. Wir würden mit verfügbaren Modellen weiterarbeiten und die eigenen Testaufgaben so festhalten, dass ein späterer Vergleich leicht fällt. Dabei zählen die Kosten je erledigter Aufgabe mit dem tatsächlichen Tokenverbrauch.

Was kostet im eigenen Betrieb eine erledigte KI-Aufgabe, wenn man die Tokens mitzählt?

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Zuletzt aktualisiert: 1. Oktober 2026. Stand der Recherche: 1. Oktober 2026.