Der Preis je Token bleibt, wie er war; sinken soll laut Anthropic die Zahl der Tokens, die eine Aufgabe verbraucht.
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Was Anthropic vorgestellt hat
Am Montag, 28. September 2026, hat Anthropic Claude Sonnet 5.5 vorgestellt. Es ist das zweite Modell der Claude-5.5-Familie, nach Opus 5.5, das laut SiliconANGLE am 22. September kam. Seine Stärken sieht der Hersteller bei klar abgegrenzten Alltagsaufgaben und beim Beheben von Fehlern. Dazu kommt das Erstellen von Dokumenten, Folien und Tabellen.
Bemerkenswert ist, was Anthropic gleich dazuschreibt: Bei komplexer, offener Arbeit, die anhaltendes Urteilsvermögen verlangt, bleibe Opus 5.5 klar stärker.
Gleicher Listenpreis, weniger Tokens je Aufgabe
Am Preis ändert sich nichts. Sonnet 5.5 kostet wie Sonnet 5 genau 2 US-Dollar je 1 Million Eingabetokens und 10 US-Dollar je 1 Million Ausgabetokens, das Lesen aus dem Cache 0,20 US-Dollar je 1 Million Tokens. Die Ersparnis soll an anderer Stelle entstehen. Nach Angaben von Anthropic braucht das Modell für dieselbe Arbeit weniger Tokens, und in den eigenen Tests des Herstellers sanken die Kosten je Aufgabe dadurch um bis zu 30 %. Die Ausgabe soll außerdem über 30 % schneller sein als bei Sonnet 5. Beide Werte sind Angaben von Anthropic, eine unabhängige Messung ist das nicht. Wie viel ein Betrieb tatsächlich spart, hängt von seinen Aufgaben ab und von der Denkstufe, auf der er das Modell laufen lässt. „Bis zu“ beschreibt dabei den günstigsten Fall aus den Tests des Herstellers.
Den Mechanismus zeigt eine einfache Beispielrechnung mit eigenen, frei gewählten Zahlen. Verbraucht eine Aufgabe 100.000 Ausgabetokens, kostet das zum Listenpreis 1 US-Dollar. Kommt das Modell für dieselbe Aufgabe mit 70.000 Ausgabetokens aus, sind es 0,70 US-Dollar, also 30 % weniger bei gleichem Preis je Token.
Wie sich Sonnet 5 preislich einordnet und wo es in kleinen Betrieben eingesetzt wird, steht im Artikel Was kostet Claude Sonnet 5?.
Auch eine Benchmarkzahl nennt Anthropic. Im Terminal-Bench 4.0 kommt Sonnet 5.5 nach Angaben des Herstellers auf 70,6 %, Sonnet 5 auf 10,3 %. Auf der Seite von Anthropic kommt außerdem Zendesk zu Wort: Tickets seien in den Tests des Unternehmens 20 % schneller bearbeitet worden.
Denkstufe, Umstieg und Verfügbarkeit
Wie viel das Modell vor einer Antwort nachdenkt, lässt sich einstellen, und davon hängt der Verbrauch mit ab. In Claude Code und den Claude-Apps steht der Denkaufwand standardmäßig auf Medium, auf der Claude Platform, also der Programmierschnittstelle (API), auf High. Niedrigere Stufen antworten schneller und verbrauchen weniger Tokens.
Wer Sonnet bisher mit ausgeschaltetem Denken betreibt, muss vor dem Wechsel auf die neue Einstellung between_tools umstellen.
Angeboten wird Sonnet 5.5 auf allen Plattformen, ausdrücklich genannt sind Amazon Web Services, Google Cloud und Microsoft Azure. Auf der Plattform heißt das Modell claude-sonnet-5-5. Zero Data Retention ist verfügbar. Laut der Anthropic-Seite erbringt Anthropic Ireland Limited die Dienste in der EU.
Eine Schutzvorkehrung gibt es bei riskanteren Aufgaben aus der Cybersicherheit: Solche Anfragen fallen sichtbar auf Sonnet 5 zurück. Normale Fehlerbehebung im eigenen Code bleibt laut Anthropic möglich. Für große Mengen und kostenempfindliche Anwendungen kündigt der Hersteller Claude Haiku 5.5 an, das in den kommenden Wochen folgen soll. Wann genau, ist offen.
Unsere Einschätzung
Für Betriebe, die Claude im Alltag für Angebote, Texte, Tabellen oder Auswertungen einsetzen, ist das die angenehme Sorte Update. Der Listenpreis bleibt, und der Verbrauch soll laut Anbieter sinken.
Die 30 % würden wir trotzdem nicht ungeprüft in eine Kalkulation übernehmen. Aus unserer Sicht reicht ein kleiner eigener Vergleich: fünf typische Aufgaben aus dem Betrieb, einmal mit Sonnet 5 und einmal mit Sonnet 5.5, danach Verbrauch und Ergebnis nebeneinanderlegen. Dann steht neben der Zahl des Anbieters eine eigene. Wichtig ist, dass beide Durchläufe unter gleichen Bedingungen laufen: dieselben Eingaben, dieselbe Denkstufe, und am Ende liest ein Mensch die Ergebnisse, der die Aufgabe auch selbst erledigen könnte. Ein Modell, das weniger Tokens braucht und dafür öfter nachgebessert werden muss, spart am Ende nichts. Wer über die API arbeitet, sollte dabei auch nachsehen, auf welcher Denkstufe er unterwegs ist, denn dort steht der Standard auf High. Und wenn irgendwo ausgeschaltetes Denken im Einsatz ist, gehört die Umstellung auf between_tools vor den Wechsel.
Opus 5.5 bleibt die Stufe für die Aufgaben, bei denen Anthropic selbst sagt, dass Sonnet nicht reicht. Diese Offenheit des Herstellers hilft bei der Auswahl mehr als jede Benchmarktabelle.
Wer sehr große Mengen gleichartiger Anfragen verarbeitet, kann mit einer Entscheidung auch warten, bis Haiku 5.5 erscheint. Einen Termin dafür gibt es noch nicht.
Quellen
Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 29. September 2026):
- Anthropic: Introducing Claude Sonnet 5.5
- SiliconANGLE: Anthropic debuts Claude Sonnet 5.5 running 30% faster than the previous-generation AI model
- Thurrott.com: Anthropic Releases Claude Sonnet 5.5
Häufige Fragen
Was kostet Claude Sonnet 5.5?
Der Listenpreis ist derselbe wie bei Sonnet 5: 2 US-Dollar je 1 Million Eingabetokens, 10 US-Dollar je 1 Million Ausgabetokens und 0,20 US-Dollar je 1 Million Tokens beim Lesen aus dem Cache. Günstiger je Token ist Sonnet 5.5 also nicht. Laut Anthropic braucht es aber für dieselbe Arbeit weniger Tokens.
Wie belastbar sind die 30 Prozent Ersparnis?
Die bis zu 30 % weniger Kosten je Aufgabe stammen aus eigenen Tests von Anthropic, eine unabhängige Messung ist das nicht. Dasselbe gilt für die Angabe, die Ausgabe sei über 30 % schneller als bei Sonnet 5. Wie viel ein Betrieb tatsächlich spart, hängt von seinen Aufgaben und vom eingestellten Denkaufwand ab.
Wann ist Opus 5.5 die bessere Wahl?
Laut Anthropic ist Sonnet 5.5 am stärksten bei klar abgegrenzten Alltagsaufgaben, beim Beheben von Fehlern und beim Erstellen von Dokumenten, Folien und Tabellen. Bei komplexer, offener Arbeit mit anhaltendem Urteilsvermögen bleibe Opus 5.5 nach Angaben des Herstellers klar stärker.
Was sollte ein Betrieb vor dem Wechsel regeln?
Wer die API nutzt, sollte die Denkstufe prüfen, denn auf der Claude Platform steht der Standard auf High, in Claude Code und den Apps auf Medium. Wer Sonnet mit ausgeschaltetem Denken betreibt, muss vor dem Wechsel auf die Einstellung „between_tools“ umstellen. Aus unserer Sicht lohnt sich zudem ein Vergleich mit einigen typischen Aufgaben aus dem eigenen Betrieb, bevor die Anbieterzahl in eine Kalkulation einfließt.
Welche fünf Aufgaben im Betrieb würden zeigen, ob sich der Wechsel auf Sonnet 5.5 lohnt?
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Zuletzt aktualisiert: 29. September 2026. Stand der Recherche: 29. September 2026.