Eine Frage in normaler Sprache, und Claude baut daraus ein Diagramm auf den Daten des Betriebs: So beschreibt Anthropic die Funktion, die seit dem 8. Oktober 2026 in der Beta läuft.

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Zwei Funktionen, beide in der Beta

Am Donnerstag, 8. Oktober 2026, hat Anthropic Claude Dashboards und Claude Motion in die Beta gegeben, Reuters meldete den Start am selben Tag. Dashboards ist nach Angaben des Anbieters für bezahlte Tarife freigeschaltet. Welche das im Einzelnen sind, zählt der Beitrag nicht auf, dort steht nur „paid plans“. Motion gibt es in der Beta nur für Team und Enterprise.

Einen Termin für die allgemeine Verfügbarkeit nennt Anthropic für keine der beiden Funktionen.

Dashboards funktioniert laut Anthropic so: Der Betrieb verbindet seine Datenplattform, genannt werden Amazon Redshift, BigQuery, ClickHouse, Databricks und Snowflake, und stellt eine Frage in normaler Sprache. Claude holt die Antwort aus den Daten, baut das Dashboard und hält es aktuell, wenn sich die Daten ändern. Auch mit anderen Connectoren soll das gehen; als Beispiel nennt die Firma ein Dashboard der Salesforce-Verkaufschancen.

Gedacht ist das nach Angaben des Anbieters für schnelle, erkundende Fragen, etwa wie sich die Anmeldungen dieser Woche zum Vormonat verhalten. Dashboards arbeite neben den vorhandenen BI- und Analysewerkzeugen, für tiefere Analysen lasse sich ein Dashboard an andere Werkzeuge weitergeben. The New Stack hält fest, dass Anthropic die Funktion nicht als Ersatz für BI-Werkzeuge positioniert. Das Fachmedium ordnet den Start außerdem ein: Einen Monat zuvor habe OpenAI ChatGPT Work einen Datenagenten gegeben, der Dashboards baut, die Richtung beider Anbieter sei im Kern dieselbe.

Abfrage sichtbar, Zugriff wie bisher

Ein Klick auf eine Zahl zeigt laut Anthropic die Abfrage dahinter, wahlweise erklärt Claude sie. Jedes Diagramm zeigt außerdem, wann seine Daten zuletzt aktualisiert wurden. Die Angaben zu den Zugriffsrechten stammen von einem Anthropic-Sprecher, den The New Stack wiedergibt. Dashboards nutzen demnach den Datenzugriff, den die Person ohnehin hat. Ein Dashboard ist zunächst privat. Wird es geteilt, laufen die Abfragen standardmäßig über die Verbindungen des jeweiligen Betrachters, sodass jeder nur Daten sieht, auf die er bereits Zugriff hat. In Team- und Enterprise-Tarifen bleiben Dashboards in der Organisation, solange kein Inhaber das Teilen nach außen einschaltet.

Zugesagt ist damit, dass sich jede Zahl nachvollziehen lässt. Eine Prüfung der Ergebnisse verspricht Anthropic nicht, und unabhängige Tests fehlen.

Für Enterprise-Admins gilt laut Anthropic: Dashboards und Motion sind standardmäßig aus und werden in den Organisationseinstellungen unter „Artifacts“ eingeschaltet. Folien, Entwürfe, Dashboards und Animationen lassen sich mit Personen außerhalb der Organisation oder per Link teilen, wenn der Admin es erlaubt. Artefakte unterstützen nach Angaben des Anbieters jetzt kundenverwaltete Schlüssel (CMEK), und Admins wählen die Vorlagen aus.

Motion, Docs und zwei Termine

Claude Motion baut laut Anthropic aus einer Anweisung eine Animation, die wie ein kurzes Video abläuft, zum Beispiel aus einem Quartalsbericht ein Erklärstück von 30 Sekunden. Ändern lässt sie sich im Editor oder per Anweisung, herunterladen als MP4-Datei. Claude schreibt dafür Code, der eigene Texte, Diagramme, Formen und Bilder animiert. Ein Videomodell kommt nach Angaben des Anbieters nicht zum Einsatz, es gibt also kein erzeugtes Filmmaterial und keine KI-erzeugten Personen.

Docs und Slides waren am 16. September in die Beta gegangen, darüber haben wir im Artikel Claude Docs und Slides: Anthropic legt Chat und Cowork zusammen berichtet. Jetzt verlassen Docs, Slides und Design die Beta und sind laut Anthropic in jedem Tarif verfügbar, auch im kostenlosen. Seit der Einführung seien mehr als 45 Millionen Dokumente, Präsentationen und Entwürfe in Claude entstanden, schreibt die Firma.

Zwei Termine nennt der Beitrag, und sie betreffen Verschiedenes. Am 15. Oktober sollen Docs, Slides und Design laut Anthropic für Enterprise-Organisationen standardmäßig eingeschaltet werden, Admins können das vorher tun. Der 14. Dezember gilt für Claude Design als eigenständige Website: Bis dahin bleibt sie nach Angaben des Anbieters erreichbar. Chats mit Claude und Kommentare zu Projekten bleiben laut Anthropic in der eigenständigen Version und sind nach der Schließung nicht mehr verfügbar; öffentliche Links zu dortigen Projekten funktionieren dann nicht mehr.

Wer dort Projekte öffentlich verlinkt hat, sollte sich das Datum aus unserer Sicht notieren.

Was der Beitrag offen lässt

Zu Regionen und zum Ort der Datenverarbeitung macht der Beitrag keine Aussage, also auch nicht zur EU oder zu Deutschland. Einen Aufpreis nennt er nicht, Mengenangaben ebenso wenig.

Für kleine Betriebe bleibt eine weitere Lücke. Als Quellen nennt Anthropic Datenplattformen und ein CRM. Ob und wie gut Dashboards mit einfachen Quellen wie einer Tabellendatei arbeitet, steht dort nicht.

Unsere Einschätzung

Aus unserer Sicht ist die sichtbare Abfrage hinter jeder Zahl der Teil, auf den es ankommt. Ein Diagramm, das auf Zuruf entsteht, sieht schnell fertig aus. Ob die Abfrage die richtige Tabelle und den richtigen Zeitraum trifft und ob sie unter „Anmeldung“ oder „Umsatz“ dasselbe versteht wie der Betrieb, muss jemand im Haus beurteilen können. Fehlt diese Person, hilft die offengelegte Abfrage wenig.

Wir würden vor dem Einschalten zwei Fragen klären: Mit wessen Zugriffsrechten wird die Datenquelle verbunden, und wer darf Dashboards nach außen teilen? Dass Dashboards und Motion in Enterprise-Organisationen zunächst ausgeschaltet sind, halten wir für die richtige Reihenfolge.

Motion sehen wir eher als Werkzeug für die interne Präsentation als für Werbung. Wer damit Zahlen zeigt, bleibt für diese Zahlen verantwortlich.

Bis unabhängige Tests vorliegen, bleiben die Beschreibungen der Funktionen Angaben des Anbieters.

Quellen

Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: 10. Oktober 2026):

Häufige Fragen

Was sind Claude Dashboards und Claude Motion?

Beides sind Funktionen für Claude, die Anthropic am 8. Oktober 2026 in die Beta gegeben hat. Dashboards beantwortet laut Anthropic Fragen in normaler Sprache aus einer angebundenen Datenplattform und baut daraus ein Dashboard, das sich mit den Daten aktualisiert. Motion erzeugt aus einer Anweisung eine Animation, die sich als MP4-Datei herunterladen lässt.

Wer kann Dashboards und Motion in der Beta nutzen?

Nach Angaben von Anthropic steht Dashboards in bezahlten Tarifen bereit, Motion nur in Team und Enterprise. Welche bezahlten Tarife im Einzelnen gemeint sind, zählt der Beitrag nicht auf. Einen Termin für die allgemeine Verfügbarkeit nennt Anthropic für keine der beiden Funktionen.

Wer sieht welche Daten, wenn ein Dashboard geteilt wird?

Laut einem Anthropic-Sprecher gegenüber The New Stack ist ein Dashboard zunächst privat. Wird es geteilt, laufen die Abfragen standardmäßig über die Verbindungen des jeweiligen Betrachters, sodass jeder nur Daten sieht, auf die er bereits Zugriff hat. In Team- und Enterprise-Tarifen bleiben Dashboards in der Organisation, solange kein Inhaber das Teilen nach außen einschaltet.

Was sollte ein Betrieb vor dem Einschalten klären?

Aus unserer Sicht zwei Dinge: mit wessen Zugriffsrechten die Datenquelle verbunden wird und wer Dashboards nach außen teilen darf. In Enterprise-Organisationen sind Dashboards und Motion laut Anthropic standardmäßig aus und werden in den Organisationseinstellungen unter „Artifacts“ eingeschaltet. Offen bleiben Angaben zu Regionen, zum Ort der Datenverarbeitung, zu einem Aufpreis und zu Mengen.

Wer im Betrieb kann beurteilen, ob die Abfrage hinter einem Diagramm die richtige ist?

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Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2026. Stand der Recherche: 10. Oktober 2026.