OpenAI baut die Funktion Company Knowledge in ChatGPT aus. Sie verbindet ChatGPT mit den Werkzeugen, die eine Firma bereits nutzt, und zieht Antworten aus deren Inhalten, statt frei zu raten. Seit Juni 2026 lassen sich eigene Verbindungen einrichten, dazu kamen neue Anbindungen an Dienste wie Asana, GitLab und ClickUp. Verfügbar ist das in den Business-, Enterprise-, Edu-, Pro- und Plus-Tarifen. Für kleine Firmen ist das nützlich, wirft aber Datenschutzfragen auf.
Die häufigste Frage im Betrieb lautet oft: Wo steht das nochmal? In welcher Datei, in welchem Chat, in welcher Mail. Hier setzt eine Funktion an, die ChatGPT mit dem Wissen deiner eigenen Firma verbindet, statt nur aus allgemeinem Wissen zu antworten. Das klingt technisch, hat im Alltag aber einen sehr praktischen Nutzen, und ein paar Fallstricke, die du kennen solltest, bevor du deine Daten anbindest.
Was Company Knowledge macht
Standardmässig antwortet ein KI-Chat aus allgemeinem Wissen und weiss nichts über deine Firma. Company Knowledge ändert das. Die Funktion verbindet ChatGPT mit den Werkzeugen, die dein Betrieb bereits nutzt, und holt sich Inhalte daraus, wenn jemand eine Frage stellt. Die Antwort stützt sich dann auf deine Dokumente, deine Projekte, deine internen Informationen.
Seit Juni 2026 lassen sich dafür eigene Verbindungen über einen offenen Standard einrichten, mit einer Such- und Abruffunktion. OpenAI hat zudem neue Anbindungen an Dienste wie Asana, GitLab und ClickUp ergänzt. Diese Verbindungen holen Inhalte erst dann, wenn ein Nutzer eine passende Frage stellt. Verfügbar ist die Funktion in den Business-, Enterprise-, Edu-, Pro- und Plus-Tarifen, sofern die Verbindungen für den Arbeitsbereich freigeschaltet sind.
Warum das im Alltag hilft
Wissen in einem Betrieb ist verstreut. Es steckt in Dateien, in Mails, in Chats, in Projektwerkzeugen. Wenn jemand eine Antwort braucht, sucht er oft an mehreren Stellen oder fragt einen Kollegen. Eine Funktion, die diese Quellen gemeinsam durchsucht und eine Antwort mit Bezug auf die Fundstelle liefert, spart diese Sucherei.
Für einen kleinen Betrieb bedeutet das konkret: eine neue Mitarbeiterin findet die Antwort auf eine Standardfrage selbst, statt jemanden zu unterbrechen. Der Chef sieht den Stand eines Projekts, ohne drei Werkzeuge zu öffnen. Wer in einem Angebot auf eine frühere Vereinbarung Bezug nehmen will, findet sie schneller.
Der Zeitgewinn wirkt im Kleinen und summiert sich. Jede Frage, die jemand selbst beantwortet, statt einen Kollegen zu unterbrechen, spart zwei Mal Zeit. Gerade in kleinen Teams, in denen jeder mehrere Rollen hat, ist das spürbar. Wichtig bleibt, dass die Quelle stimmt und aktuell ist, denn eine Antwort aus einer veralteten Datei kann mehr schaden als nützen. Deshalb gehört zu jeder Anbindung ein kurzer Blick darauf, ob die verbundenen Inhalte noch stimmen.
Wo die Vorsicht anfängt
Sobald ChatGPT auf deine internen Werkzeuge zugreift, gibst du der KI Zugang zu Firmendaten. Damit stellen sich Fragen, die du vor der Einrichtung klären solltest. Welche Daten werden verbunden. Wer im Betrieb darf darauf zugreifen. Wird der Inhalt zum Training verwendet oder nicht. Und gibt es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung, der die Datenverarbeitung regelt.
In den Unternehmens-Tarifen bleiben solche Verbindungen im Auslieferungszustand oft ausgeschaltet und müssen bewusst freigegeben werden. Das ist sinnvoll, weil so nicht versehentlich sensible Quellen offen liegen. Prüfe vor der Freigabe, was in den verbundenen Werkzeugen steckt. Personaldaten, Kundendaten oder Geschäftsgeheimnisse gehören nicht ungeprüft in eine solche Verbindung.
Was das für kleine Firmen heisst
In unseren DigiMan-Kursen sehen wir, dass Betriebe an fehlender Ordnung im eigenen Wissen scheitern, nicht am Werkzeug. Eine Funktion, die dein Firmenwissen durchsucht, ist nur so gut wie das Wissen, das darin steckt. Sind Dokumente veraltet, widersprüchlich oder unvollständig, liefert auch die beste Suche schlechte Antworten. Der Aufräumeffekt kommt vor dem Werkzeugeffekt.
Und die KI kann sich irren. Sie kann eine falsche oder veraltete Fundstelle heranziehen und daraus eine überzeugend klingende, aber falsche Antwort bauen. Deshalb bleibt die Regel: Was in Angebote, Verträge oder Kundenschreiben fliesst, prüft ein Mensch. Die Funktion beschleunigt die Suche, sie ersetzt nicht das Urteil.
Ein Beispiel aus dem Betrieb
Denk an eine Firma, die ihre Angebote, Preislisten und häufigen Kundenfragen in wenigen, gepflegten Dokumenten sammelt. Verbindet sie diese Quelle mit ChatGPT, kann jeder im Team eine Frage stellen und bekommt eine Antwort mit Bezug auf die Fundstelle, ohne die Dateien selbst zu durchsuchen. Das spart bei jedem Nachschlagen ein paar Minuten, und über den Monat summiert sich das.
Denk zum Vergleich an eine Firma, deren Wissen in vielen veralteten Versionen über mehrere Werkzeuge verstreut liegt. Hier liefert dieselbe Funktion widersprüchliche oder falsche Antworten, weil sie aus schlechten Quellen zieht. Der Unterschied liegt in der Vorarbeit. Wer sein Wissen ordnet, bevor er es anbindet, holt aus der Funktion einen echten Nutzen. Wer eine Unordnung anbindet, verstärkt sie.
Was du jetzt tun kannst
Wenn du ChatGPT im Betrieb nutzt, prüfe, ob dein Tarif Company Knowledge unterstützt und welche deiner Werkzeuge sich anbinden lassen. Fang mit einer unkritischen Quelle an, etwa einer Sammlung von Handbüchern oder häufigen Fragen, bevor du sensible Daten verbindest. Kläre die Datenschutzfragen vor der Freigabe und lege fest, wer im Team welche Verbindung nutzen darf. So gewinnst du die Zeitersparnis, ohne die Kontrolle über deine Daten aus der Hand zu geben. Das ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung.
Lege ausserdem fest, wer im Team welche Quelle verbinden darf, und halte diese Regel schriftlich fest. So vermeidest du, dass sensible Daten unbemerkt offen liegen. Prüfe die verbundenen Inhalte in ruhigen Abständen auf Aktualität und trenne Quellen, die du nicht mehr brauchst. Eine gepflegte Anbindung bleibt nützlich, eine vergessene wird zum Risiko.
Quellen
Die genannten Angaben stützen sich auf folgende öffentlich zugängliche Quellen (Stand der Recherche: Juli 2026):
- OpenAI: Work smarter with your company knowledge in ChatGPT
- OpenAI Help Center: Company knowledge in ChatGPT (Business, Enterprise, and Edu)
Häufige Fragen
Was ist Company Knowledge in ChatGPT?
Eine Funktion, die ChatGPT mit den Werkzeugen deiner Firma verbindet und Antworten aus deren Inhalten zieht, statt frei zu raten. Seit Juni 2026 lassen sich eigene Verbindungen über einen offenen Standard einrichten, dazu kamen Anbindungen an Dienste wie Asana, GitLab und ClickUp. Verfügbar ist das in den Business-, Enterprise-, Edu-, Pro- und Plus-Tarifen, sofern die Verbindungen freigeschaltet sind.
Wobei hilft das im Betrieb?
Wissen ist verstreut, in Dateien, Mails, Chats und Projektwerkzeugen. Eine Funktion, die diese Quellen gemeinsam durchsucht und eine Antwort mit Bezug auf die Fundstelle liefert, spart die Sucherei. Eine neue Mitarbeiterin findet Standardantworten selbst, der Chef sieht einen Projektstand, ohne drei Werkzeuge zu öffnen.
Welche Datenschutzfragen sollte ich vorher klären?
Sobald ChatGPT auf interne Werkzeuge zugreift, gibst du der KI Zugang zu Firmendaten. Kläre, welche Daten verbunden werden, wer zugreifen darf, ob der Inhalt zum Training verwendet wird und ob ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung besteht. Fang mit einer unkritischen Quelle an. Personaldaten, Kundendaten oder Geschäftsgeheimnisse gehören nicht ungeprüft in eine solche Verbindung. Das ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung.
Kann ich mich auf die Antworten verlassen?
Die Funktion ist nur so gut wie das Wissen, das darin steckt. Sind Dokumente veraltet oder widersprüchlich, liefert auch die beste Suche schlechte Antworten. Und die KI kann eine falsche Fundstelle heranziehen und daraus eine überzeugend klingende, aber falsche Antwort bauen. Was in Angebote, Verträge oder Kundenschreiben fliesst, prüft ein Mensch.
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Zuletzt aktualisiert: 06. Juli 2026. Stand der Recherche: 06. Juli 2026.