Auf die Schnelle

Apple zeigt zur WWDC am 8. Juni 2026 die runderneuerte Siri, angetrieben von einem maßgeschneiderten Google-Gemini mit rund 1,2 Billionen Parametern. Apple zahlt dafür laut Berichten rund eine Milliarde Dollar pro Jahr. Fürs iPhone heißt das: ein Assistent, der Aufgaben erledigt statt nur den Wecker zu stellen.

Heute, am 8. Juni 2026, eröffnet Apple seine Entwicklerkonferenz WWDC. Das größte Thema ist eine Siri, die mit der alten kaum noch etwas zu tun hat. Den Antrieb liefert dabei nicht Apple selbst, sondern Google. Schon am 12. Januar 2026 haben beide Konzerne eine mehrjährige KI-Partnerschaft angekündigt. Apple zahlt Google laut übereinstimmenden Berichten rund eine Milliarde Dollar pro Jahr für ein eigens zugeschnittenes Gemini-Modell mit rund 1,2 Billionen Parametern.

Was an der neuen Siri anders ist

Die alte Siri konnte einen Timer stellen und das Wetter vorlesen. Beim Rest stieg sie schnell aus.

Das soll vorbei sein. Die neue Siri bekommt Zugriff auf deinen persönlichen Kontext, also Mails, Fotos, Nachrichten und Dateien. Sie erkennt, was gerade auf dem Bildschirm steht, und sie führt mehrstufige Aufgaben über mehrere Apps hinweg aus. Statt eine Antwort zu geben und sich zu verabschieden, zieht sie einen Vorgang von vorne bis hinten durch.

Ein Beispiel aus dem Alltag eines kleinen Betriebs. Du sagst dem Telefon, es soll die Rechnung aus der letzten Mail von Lieferant Meier heraussuchen, den Betrag mit dem Lieferschein abgleichen und dir den Unterschied nennen. Eine künstliche Intelligenz, die Kontext hat und mehrere Schritte gehen kann, schafft so etwas. Eine, die nur einzelne Befehle versteht, nicht. Genau dieser Sprung macht den Unterschied zwischen Spielerei und Werkzeug.

Warum Apple sich Google ins Haus holt

Apple hatte seine eigene KI-Siri zweimal verschoben und mit schwacher Technik gekämpft. Statt es ein drittes Mal allein zu versuchen, kauft Apple jetzt die Modell-Power ein. Das ist eine bemerkenswerte Kehrtwende für eine Firma, die sonst alles selbst baut.

Auf dem Gerät bleibt ein kleines Apple-Modell mit rund 3 Milliarden Parametern. Es erledigt einfache Anfragen direkt auf dem iPhone. Wird die Aufgabe größer, übernimmt das deutlich mächtigere Gemini. Apple hat also nicht ein Modell, sondern zwei, die je nach Schwere der Aufgabe zusammenspielen.

Für dich als Nutzer ist das unsichtbar. Du sprichst mit Siri, und im Hintergrund entscheidet das System, ob die kleine oder die große KI ran muss. Spannend ist der Nebeneffekt: Google liefert die KI, die in der Hosentasche von rund 1,4 Milliarden iPhones landet. Wer das beste Modell hat, gewinnt damit nicht automatisch den Endkunden. Den gewinnt, wer auf dem Gerät sitzt, das die Leute ohnehin in der Hand halten.

Bleiben deine Daten geschützt?

Das ist die Frage, die jeder Geschäftsführer zuerst stellt, und sie ist berechtigt. Eine Siri, die deine Mails und Dateien liest, sieht Geschäftsgeheimnisse.

Apple verspricht hier einen geschlossenen Kreislauf. Größere Anfragen laufen nicht über Googles Cloud, sondern über Apples eigene Private Cloud Compute auf Apple-Silicon-Servern. Das Gemini-Modell läuft also in Apples Infrastruktur. Laut Apple werden keine Nutzerdaten an Google weitergegeben, Google darf die Siri-Anfragen nicht für das Training künftiger Gemini-Modelle verwenden, und nach der Bearbeitung wird nichts gespeichert. Auf dem Papier ist das deutlich strenger als bei vielen frei zugänglichen Chatbots.

Dazu kommt ein Detail, das im Alltag mehr verändert als alle Marketing-Folien. Ein neues Panel namens Search or Ask, das du von oben in der Mitte herunterziehst, leitet deine Frage wahlweise an Siri, an ChatGPT oder an Google Gemini. Das iPhone wird damit zur Schaltzentrale, an der drei KI-Anbieter um deine Anfrage konkurrieren. Wer welche Antwort bekommt, entscheidet am Ende der Nutzer.

Wann kommt das alles?

Heute auf der Bühne ist die Premiere. Im Alltag landet die neue Siri erst später. Sie kommt mit iOS 27, das laut Apple im September 2026 zusammen mit dem iPhone 18 erscheint. Bis dahin bleibt es bei der alten Siri.

Für die Praxis bedeutet das ein ruhiges Sommerquartal. Du musst nichts überstürzt umstellen. Sinnvoll ist die Zeit aber trotzdem, um eine Sache zu klären, die mit dem iPhone gar nichts zu tun hat: Welche KI-Werkzeuge nutzt dein Team eigentlich schon, mit welchen Daten, und gibt es dafür Regeln? Denn ein Assistent, der auf Knopfdruck Mails und Dateien durchsucht, verschärft eine Frage, die viele Betriebe bisher vor sich herschieben.

Was das für KMU bedeutet

Die runderneuerte Siri ist ein gutes Beispiel für einen größeren Trend. KI wandert aus dem Chatfenster hinein in die Geräte und Programme, die du sowieso jeden Tag benutzt. Du musst sie bald nicht mehr suchen, sie ist einfach da.

Genau das ist die Chance und das Risiko zugleich. Wir sehen bei unseren Teilnehmern regelmäßig, dass die Technik selten das Problem ist. Das Problem ist, dass niemand im Betrieb gelernt hat, einem Assistenten eine Aufgabe so zu beschreiben, dass am Ende etwas Brauchbares herauskommt, und dass keiner sauber geklärt hat, welche Daten dieser Assistent überhaupt sehen darf. Ein Werkzeug auf dem Tisch nützt nichts, wenn keiner es führen kann.

Der nüchterne Weg ist immer derselbe. Such dir eine einzige wiederkehrende Aufgabe, die dich jede Woche Zeit kostet, etwa Termine vorbereiten, Anfragen sortieren, Angebote entwerfen. Probier dafür einen KI-Assistenten aus, miss, ob er wirklich hilft, und kläre vorher, welche Daten du hineingibst. Genau diese Schritt-für-Schritt-Logik, von der ersten Aufgabe bis zur sicheren Einbindung, vermittelt unser Vollkurs Digitalisierungsmanager.

Häufige Fragen

Welches Modell treibt die neue Siri an?

Die runderneuerte Siri läuft auf einem maßgeschneiderten Google-Gemini mit rund 1,2 Billionen Parametern. Apple zahlt dafür laut Berichten rund eine Milliarde Dollar pro Jahr. Auf dem iPhone bleibt zusätzlich ein kleines Apple-Modell mit rund 3 Milliarden Parametern für einfache Anfragen.

Bleiben meine Daten bei der neuen Siri geschützt?

Größere Anfragen laufen laut Apple nicht über Googles Cloud, sondern über Apples eigene Private Cloud Compute auf Apple-Silicon-Servern. Google darf die Siri-Anfragen nicht für sein Training nutzen, und nach der Bearbeitung wird nichts gespeichert. Für sensible Geschäftsdaten gilt trotzdem: vorher prüfen, was du der KI gibst.

Wann kommt die neue Siri?

Apple zeigt die runderneuerte Siri zur WWDC am 8. Juni 2026. Im Alltag kommt sie mit iOS 27, das laut Apple im September 2026 zusammen mit dem iPhone 18 erscheint. Bis dahin bleibt es bei der bisherigen Siri, du musst also nichts überstürzen.

Was ist das Search-or-Ask-Panel?

Ein neues Panel, das du von oben in der Mitte herunterziehst, leitet deine Frage wahlweise an Siri, ChatGPT oder Google Gemini. Das iPhone wird damit zur Schaltzentrale, an der mehrere KI-Anbieter um deine Anfrage konkurrieren. Wer welche Antwort bekommt, entscheidest du selbst.

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Zuletzt aktualisiert: 08.06.2026. Stand der Recherche: 08.06.2026.