Das Wichtigste in Kürze
- Design Thinking lernen kannst du ohne Vorkenntnisse. Die Methode ist für alle gedacht, nicht nur für Designer.
- Der Prozess besteht aus 5 Phasen: Verstehen, Definieren, Ideen entwickeln, Prototyp bauen, Testen. Jede Phase hat klare Methoden und Tools.
- Laut einer HPI-Studie setzen Unternehmen wie SAP, BMW, Siemens und Deutsche Bahn Design Thinking erfolgreich ein. 71 % der befragten Organisationen berichten von einer verbesserten Teamkultur durch Design Thinking (Hasso-Plattner-Institut).
- Du brauchst kein Studium. In der Weiterbildung zum Digitalisierungsmanager/in (IHK) lernst du Design Thinking als Teil des Lehrplans. 4 Monate, komplett online, 100 % kostenlos mit Bildungsgutschein.
- Digitalisierungsmanager mit Design-Thinking-Kompetenz verdienen im Schnitt 48.000 bis 65.000 Euro brutto pro Jahr (laut Stepstone und Gehalt.de).
Du hast ein Problem im Unternehmen. Vielleicht beschweren sich Kunden. Vielleicht dauert ein Prozess zu lang. Vielleicht weiss niemand, welches Feature das Produkt wirklich braucht. Die übliche Reaktion: Brainstorming im Meetingraum. Jemand schlägt etwas vor. Der Chef sagt ja oder nein. Und drei Monate später stellt ihr fest: Das war die falsche Lösung.
Design Thinking lernen bedeutet, diesen Ablauf komplett umzudrehen. Statt mit Lösungen zu starten, startest du beim Nutzer. Du fragst: Was braucht der Mensch wirklich? Erst wenn du das verstanden hast, entwickelst du Ideen. Und die testest du, bevor du Geld investierst.
Klingt logisch. Ist es auch. Trotzdem machen es die wenigsten. In diesem Artikel zeige ich dir die 5 Phasen, konkrete Methoden für jede Phase und echte Praxisbeispiele. Am Ende weisst du, wie du Design Thinking sofort anwenden kannst.
Was ist Design Thinking?
Design Thinking ist eine strukturierte Methode zur Problemlösung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Sie wurde ab den 1960er-Jahren an der Stanford University entwickelt und durch die Innovationsagentur IDEO in den 1990ern weltweit bekannt gemacht. In Deutschland hat das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam die Methode etabliert.
Der Kern: Du löst Probleme nicht am Schreibtisch. Du beobachtest echte Nutzer, verstehst ihre Bedürfnisse und baust schnelle Prototypen, die du sofort testen kannst. So findest du Lösungen, die wirklich funktionieren.
Warum ist Design Thinking so gefragt?
Design Thinking ist keine Modeerscheinung. SAP, BMW, Siemens, Deutsche Bahn, Continental und Otto setzen die Methode aktiv ein (Quelle: HPI-Studie zur Anwendung von Design Thinking in Unternehmen). Laut derselben Studie berichten 71 % der befragten Organisationen von einer verbesserten Teamkultur durch Design Thinking.
Der Grund: Klassische Problemlösung scheitert oft, weil sie vom Problem ausgeht statt vom Nutzer. Design Thinking dreht diese Perspektive um. Das spart Geld, weil du früh erkennst, ob eine Idee funktioniert. Nicht erst nach Monaten Entwicklung.
Welche 5 Phasen hat der Design Thinking Prozess?
Der Design Thinking Prozess besteht aus 5 Phasen, die aufeinander aufbauen, aber nicht streng linear ablaufen. Du kannst jederzeit zurückspringen. Das ist gewollt.
| Phase | Name | Ziel | Typische Dauer |
|---|---|---|---|
| 1 | Empathize (Verstehen) | Nutzer und ihre Bedürfnisse verstehen | 1 bis 3 Tage |
| 2 | Define (Definieren) | Das echte Problem klar formulieren | 0,5 bis 1 Tag |
| 3 | Ideate (Ideen entwickeln) | Möglichst viele Lösungsideen generieren | 1 bis 2 Tage |
| 4 | Prototype (Prototyp bauen) | Ideen greifbar und testbar machen | 1 bis 2 Tage |
| 5 | Test (Testen) | Prototypen mit echten Nutzern überprüfen | 1 bis 2 Tage |
Ein vollständiger Design Thinking Workshop dauert typischerweise 3 bis 5 Tage. Aber auch in 2 Stunden kannst du die Methode im Kleinen anwenden. Entscheidend ist die Denkweise, nicht die Dauer.
Phase 1: Empathize (Verstehen)
In der ersten Phase geht es darum, den Nutzer wirklich zu verstehen. Nicht was du denkst, was er braucht. Sondern was er tatsächlich erlebt, fühlt und sich wünscht.
Methoden:
- Nutzer-Interviews: 5 bis 8 Gespräche mit echten Nutzern, jeweils 30 bis 45 Minuten. Offene Fragen stellen: "Erzähl mir von einem typischen Tag." Nicht: "Findest du Feature X gut?"
- Beobachtung (Shadowing): Nutzer bei ihrer Arbeit begleiten. Nicht fragen, sondern schauen. Menschen sagen oft etwas anderes als sie tun.
- Empathy Map: Ein einfaches Raster mit 4 Feldern: Was sagt der Nutzer? Was denkt er? Was fühlt er? Was tut er?
Praxisbeispiel: Ein mittelständisches Unternehmen will seinen Bewerbungsprozess verbessern. Statt intern zu diskutieren, interviewt das Team 8 Bewerber. Ergebnis: Das Hauptproblem ist nicht das Formular. Es ist die fehlende Rückmeldung nach dem Gespräch. Die Bewerber warten wochenlang und hören nichts.
Phase 2: Define (Definieren)
Jetzt verdichtest du alle Erkenntnisse aus Phase 1 zu einer klaren Problemstellung. Das klingt einfach, ist aber der schwierigste Schritt. Denn die meisten Teams lösen das falsche Problem.
Methoden:
- Point of View (POV): Eine Aussage im Format: "[Nutzer] braucht [Bedürfnis], weil [Erkenntnis]." Beispiel: "Bewerber brauchen zeitnahe Rückmeldung, weil Unsicherheit sie frustriert und sie sich bei anderen Firmen bewerben."
- How Might We (HMW): Die Problemstellung wird in eine offene Frage umgewandelt: "Wie könnten wir Bewerbern innerhalb von 48 Stunden Feedback geben?"
- Affinity Mapping: Alle Erkenntnisse auf Sticky Notes schreiben und in Gruppen sortieren. Muster erkennen.
Praxisbeispiel: Das Recruiting-Team clustert die Interview-Ergebnisse. Drei Themen tauchen immer wieder auf: Wartezeit, fehlende Transparenz, unpersönliche Kommunikation. Die HMW-Frage lautet: "Wie könnten wir den Bewerbungsprozess so transparent machen, dass Bewerber jederzeit wissen, wo sie stehen?"
Phase 3: Ideate (Ideen entwickeln)
Hier geht es um Quantität, nicht Qualität. Je mehr Ideen, desto besser. Bewerten kommt später. In einem Design Thinking Workshop entstehen in 30 Minuten oft 50 bis 100 Ideen.
Methoden:
- Brainstorming mit Regeln: Keine Kritik. Auf Ideen anderer aufbauen. Wilde Ideen ermutigen. Zeitlimit setzen (10 Minuten). Jede Idee auf einen eigenen Sticky Note.
- 6-3-5 Methode: 6 Personen schreiben je 3 Ideen in 5 Minuten auf ein Blatt. Dann wird das Blatt weitergereicht. Nach 6 Runden hast du 108 Ideen.
- Crazy 8s: Ein Blatt in 8 Felder falten. In 8 Minuten 8 verschiedene Lösungsskizzen zeichnen. Zwingt dich, schnell und ohne Selbstzensur zu denken.
- Dot Voting: Jeder bekommt 3 Klebepunkte. Alle kleben ihre Punkte auf die vielversprechendsten Ideen. Die Top 3 gehen weiter.
Praxisbeispiel: Das Team generiert 67 Ideen zum Thema Bewerber-Transparenz. Darunter: automatisierte Status-Updates per SMS, ein Bewerber-Dashboard mit Fortschrittsanzeige, ein persönlicher Video-Gruss vom Teamleiter nach dem Gespräch. Per Dot Voting gewinnt: das Bewerber-Dashboard.
Wenn du solche kreativen Prozesse professionell steuern willst, lohnt sich ein Blick auf die Weiterbildung zum Digitalisierungsmanager/in (IHK). Dort lernst du Design Thinking als festen Bestandteil des Curriculums.
Phase 4: Prototype (Prototyp bauen)
Jetzt wird es handfest. Du baust einen Prototyp. Aber nicht ein fertiges Produkt. Einen schnellen, günstigen, unfertigen Entwurf. Etwas, das du Nutzern zeigen kannst, um Feedback zu bekommen.
Methoden:
- Papier-Prototyp: Screens mit Stift und Papier zeichnen. Für Apps und Websites der schnellste Weg.
- Klick-Prototyp: Tools wie Figma, Canva oder PowerPoint nutzen, um klickbare Mockups zu bauen. Sieht echter aus, dauert aber nur 2 bis 4 Stunden.
- Rollenspiel: Einen Prozess durchspielen. Eine Person ist der Nutzer, die anderen sind das System. Funktioniert für Service-Design.
- Landing Page Test: Eine einfache Webseite bauen, die das Produkt beschreibt. Messen, ob Nutzer sich anmelden. Kein echtes Produkt nötig.
Wichtig: Der Prototyp muss nicht schön sein. Er muss eine Frage beantworten. Zum Beispiel: "Verstehen Bewerber die Fortschrittsanzeige?" oder "Klicken Nutzer auf den Status-Button?"
Praxisbeispiel: Das Team baut in 3 Stunden einen Klick-Prototyp des Bewerber-Dashboards in Figma. 4 Screens: Login, Bewerbungsübersicht, Status-Timeline, Kontakt zum Recruiter.
Phase 5: Test (Testen)
Du zeigst den Prototyp echten Nutzern. Nicht Kollegen. Nicht dem Chef. Echten Nutzern. Und du hörst zu, statt zu erklären.
Methoden:
- Usability Test: 5 Nutzer reichen statistisch aus, um 85 % der Probleme zu finden (Quelle: Jakob Nielsen, Nielsen Norman Group). Du gibst eine Aufgabe: "Finde heraus, in welchem Schritt deine Bewerbung ist." Und beobachtest.
- Think-Aloud-Methode: Der Nutzer spricht laut aus, was er denkt, während er den Prototyp nutzt. "Hmm, ich suche den Status, aber ich sehe nur diese drei Buttons."
- A/B-Test: Zwei Varianten des Prototyps zeigen. Welche funktioniert besser?
Praxisbeispiel: 5 Bewerber testen das Dashboard. Ergebnis: 4 von 5 verstehen die Timeline sofort. Aber alle suchen einen Kontakt-Button, der zu klein ist. Das Team geht zurück zu Phase 4, vergrössert den Button und testet erneut.
Das ist der iterative Kern von Design Thinking. Du springst zwischen den Phasen. Testen zeigt Probleme, die dich zurück zum Prototyp oder sogar zurück zum Verstehen bringen. Das ist kein Fehler. Das ist der Prozess.
Wo wird Design Thinking in der Praxis eingesetzt?
Design Thinking ist branchenübergreifend einsetzbar. Es funktioniert überall, wo Probleme aus Nutzersicht gelöst werden sollen.
| Branche | Anwendungsbeispiel | Ergebnis |
|---|---|---|
| Automobilindustrie | BMW nutzt Design Thinking für Fahrzeug-Innenraumgestaltung | Bedienkonzepte, die auf echtem Fahrerverhalten basieren |
| IT und Software | SAP entwickelt Software-Features mit Design Sprints | Schnellere Markteinführung, weniger Fehlentwicklungen |
| Gesundheitswesen | Krankenhaus optimiert Patientenaufnahme | Wartezeit von 45 auf 15 Minuten reduziert |
| HR und Recruiting | Mittelständler verbessert Bewerbungsprozess | Abbruchquote der Bewerber um 40 % gesenkt |
| Logistik | Deutsche Bahn testet neue Ticketautomaten | Bedienung für Senioren deutlich vereinfacht |
| Verwaltung | Stadtverwaltung digitalisiert Bürgerservices | Online-Anträge steigen um 60 % |
Design Thinking in der Digitalisierung
Für Digitalisierungsmanager ist Design Thinking eine Kernkompetenz. Warum? Weil Digitalisierung scheitert, wenn sie an den Nutzern vorbeigeht. Ein neues CRM-System bringt nichts, wenn die Mitarbeiter es nicht bedienen können. Eine App bringt nichts, wenn Kunden sie nicht verstehen.
Design Thinking stellt sicher, dass digitale Lösungen tatsächlich genutzt werden. Deshalb ist die Methode fester Bestandteil der Weiterbildung zum Digitalisierungsmanager/in (IHK) bei SkillSprinters.
Wie kann ich Design Thinking ohne Vorkenntnisse lernen?
Design Thinking lernen geht auf mehreren Wegen. Der beste hängt davon ab, wie tief du einsteigen willst und wofür du es brauchst.
Weg 1: Selbststudium (kostenlos)
- Bücher: "The Design Thinking Playbook" von Michael Lewrick oder "Sprint" von Jake Knapp
- Online-Kurse: Das HPI bietet einen kostenlosen openHPI-Kurs an
- YouTube: Tutorials von IDEO, Stanford d.school und dem HPI
Vorteil: Kostenfrei, flexibel.
Nachteil: Kein Feedback, keine echte Teamarbeit, kein Zertifikat.
Weg 2: Design Thinking Workshop (1 bis 5 Tage)
- Kosten: 500 bis 3.000 Euro pro Person
- Anbieter: HPI Academy, diverse Agenturen
- Du lernst alle 5 Phasen in einer Gruppenübung
Vorteil: Intensiv, praktisch, Teamerlebnis.
Nachteil: Teuer, meist kein anerkannter Abschluss.
Weg 3: Zertifizierte Weiterbildung (2 bis 4 Monate)
Design Thinking ist Teil umfassender Weiterbildungen, die dir einen anerkannten Abschluss geben. In der Weiterbildung zum Digitalisierungsmanager/in (IHK) bei SkillSprinters lernst du Design Thinking zusammen mit Prozessautomatisierung, KI-Tools und Projektmanagement. 4 Monate, komplett online, max. 18 Teilnehmer pro Kurs.
Vorteil: IHK-Zertifikat, umfassender Lehrplan, 100 % kostenlos mit Bildungsgutschein.
Nachteil: Zeitaufwand von 4 Monaten Vollzeit.
| Lernweg | Kosten | Dauer | Abschluss | Praxisanteil |
|---|---|---|---|---|
| Selbststudium | 0 bis 30 Euro | Flexibel | Keiner | Gering |
| Workshop | 500 bis 3.000 Euro | 1 bis 5 Tage | Teilnahme-Bescheinigung | Hoch |
| Weiterbildung (z.B. DigiMan IHK) | 0 Euro mit Bildungsgutschein | 4 Monate | IHK-Zertifikat | Sehr hoch |
In unserem Ratgeber zum Bildungsgutschein erfährst du Schritt für Schritt, wie du den Gutschein bei der Agentur für Arbeit beantragst.
Welche Methoden und Tools brauche ich für Design Thinking?
Für Design Thinking brauchst du kein teures Equipment. Die wichtigsten Tools sind analog. Für Remote-Workshops gibt es digitale Alternativen.
Analoge Tools
- Sticky Notes (Post-its): Das Hauptwerkzeug. Jede Idee, jede Erkenntnis kommt auf einen eigenen Zettel.
- Whiteboard oder grosse Papierrolle: Zum Clustern, Skizzieren und Visualisieren.
- Timer: Zeitlimits sind wichtig. Sie verhindern endlose Diskussionen.
- Klebepunkte (Dot Voting): Für schnelle, demokratische Entscheidungen.
- Bastelmaterial: Pappe, Schere, Klebeband, Lego. Für Prototypen.
Digitale Tools (für Remote-Workshops)
| Tool | Funktion | Kosten |
|---|---|---|
| Miro | Digitales Whiteboard, Sticky Notes, Templates | Kostenlos (Basis) |
| FigJam | Kollaboratives Whiteboard von Figma | Kostenlos |
| Figma | Klick-Prototypen, UI-Design | Kostenlos (Basis) |
| Notion | Dokumentation, Recherche-Ergebnisse sammeln | Kostenlos (Basis) |
| Loom | Video-Aufnahmen von Nutzer-Tests | Kostenlos (bis 25 Videos) |
Tipp: Für den Anfang reichen Sticky Notes, ein Whiteboard und ein Timer. Mehr brauchst du nicht.
Welche Fehler machen Einsteiger beim Design Thinking?
Die Methode ist einfach zu verstehen, aber nicht einfach anzuwenden. Hier die häufigsten Fehler:
1. Zu schnell Lösungen vorschlagen.
Die meisten Teams überspringen Phase 1 und 2. Sie haben schon eine Lösung im Kopf und suchen nur noch die Bestätigung. Das ist kein Design Thinking. Das ist Confirmation Bias.
2. Zu wenig Nutzer einbeziehen.
5 Interviews sind besser als 0. Aber die müssen mit echten Nutzern stattfinden. Nicht mit Kollegen, die "so tun als ob".
3. Den Prototyp zu perfekt machen.
Ein Prototyp soll Fragen beantworten, nicht beeindrucken. Wenn du 2 Wochen am Prototyp baust, hast du den Punkt verpasst. Maximal 1 Tag.
4. Feedback persönlich nehmen.
Wenn Nutzer den Prototyp nicht verstehen, ist das kein Misserfolg. Es ist ein Ergebnis. Genau dafür testest du.
5. Design Thinking nur einmal machen.
Design Thinking ist kein einmaliges Event. Es ist eine Denkweise. Die besten Teams wenden die Prinzipien in jeder Projektphase an. Bei jedem neuen Feature, bei jeder Prozessänderung.
Warum ist Design Thinking für Digitalisierungsmanager so wichtig?
Digitalisierung ohne Nutzerzentrierung scheitert. Laut einer Studie von McKinsey scheitern 70 % aller Digitalisierungsprojekte. Der häufigste Grund: Die Mitarbeiter nehmen die neue Lösung nicht an.
Design Thinking verhindert genau das. Als Digitalisierungsmanager/in (IHK) nutzt du die Methode, um:
- Prozesse zu analysieren, die digitalisiert werden sollen (Phase 1: Verstehen)
- Das echte Problem zu identifizieren, nicht nur das offensichtliche (Phase 2: Definieren)
- Lösungen zu entwickeln, die Mitarbeiter tatsächlich nutzen wollen (Phase 3: Ideen)
- Prototypen zu testen, bevor das Budget in Entwicklung fliesst (Phase 4 und 5)
Das Einstiegsgehalt als Digitalisierungsmanager liegt zwischen 48.000 und 65.000 Euro brutto pro Jahr (Quelle: Stepstone, Gehalt.de). Design-Thinking-Kompetenz ist dabei ein klarer Pluspunkt im Bewerbungsgespräch. Laut Glassdoor verdienen Fachkräfte mit Design-Thinking-Erfahrung im Schnitt 64.500 Euro brutto jährlich.
Design Thinking Workshop: So läuft ein typischer Tag ab
Ein Design Thinking Workshop folgt einer klaren Struktur. Hier ein Beispiel für einen eintägigen Mini-Workshop:
| Zeit | Phase | Aktivität |
|---|---|---|
| 09:00 bis 09:30 | Einführung | Methode erklären, Team aufteilen, Problem vorstellen |
| 09:30 bis 11:00 | Empathize | Nutzer-Interviews durchführen oder Personas erstellen |
| 11:00 bis 11:45 | Define | Erkenntnisse clustern, HMW-Frage formulieren |
| 11:45 bis 12:00 | Pause | |
| 12:00 bis 13:00 | Ideate | Brainstorming, Crazy 8s, Dot Voting |
| 13:00 bis 14:00 | Mittagspause | |
| 14:00 bis 15:30 | Prototype | Papier-Prototyp oder Klick-Mockup bauen |
| 15:30 bis 16:30 | Test | Prototyp mit 3 bis 5 Testpersonen durchspielen |
| 16:30 bis 17:00 | Wrap-up | Ergebnisse zusammenfassen, nächste Schritte festlegen |
Teilnehmer: 4 bis 8 Personen aus verschiedenen Abteilungen. Je diverser das Team, desto besser die Ergebnisse.
Raum: Grosser Raum mit viel Platz an den Wänden für Sticky Notes und Poster. Keine starre Bestuhlung. Steharbeit und Bewegung sind Teil der Methode.
3 echte Design Thinking Beispiele aus dem Unternehmensalltag
Beispiel 1: Onboarding neuer Mitarbeiter
Problem: Neue Mitarbeiter brauchen 3 Monate bis sie produktiv sind. Die Einarbeitung ist unstrukturiert, jede Abteilung macht es anders.
Design Thinking Ansatz:
- Empathize: 10 neue Mitarbeiter interviewt. Häufigste Aussage: "Ich wusste am ersten Tag nicht, an wen ich mich wenden soll."
- Define: "Neue Mitarbeiter brauchen einen festen Ansprechpartner und einen klaren Plan für die ersten 30 Tage."
- Ideate: 45 Ideen. Winner: Digitale Onboarding-Checkliste mit Buddy-System.
- Prototype: Notion-Template mit Checkliste und automatischen Erinnerungen.
- Test: 3 neue Mitarbeiter testen das System. Ergebnis: Produktivität nach 6 Wochen statt 3 Monaten.
Beispiel 2: Kundenservice verbessern
Problem: Kundenzufriedenheit bei 3,2 von 5 Sternen. Antwortzeiten zu lang.
Design Thinking Ansatz:
- Empathize: 8 Kunden-Interviews plus Analyse der letzten 200 Support-Tickets.
- Define: "Kunden wollen keine schnelle Antwort. Sie wollen eine Antwort, die ihr Problem löst. Ohne 3 Mal nachfragen zu müssen."
- Ideate: Lösungsansätze: FAQ-Chatbot, bessere Vorlagen, Callback-Service.
- Prototype: FAQ-Chatbot mit den 20 häufigsten Fragen (gebaut in 4 Stunden).
- Test: Chatbot löst 60 % der Anfragen ohne menschlichen Kontakt. Kundenzufriedenheit steigt auf 4,1 von 5.
Beispiel 3: Internes Reporting vereinfachen
Problem: Abteilungsleiter verbringen 5 Stunden pro Woche mit Excel-Reports, die niemand liest.
Design Thinking Ansatz:
- Empathize: 6 Abteilungsleiter und 4 Geschäftsführer interviewt. Die Geschäftsführer lesen die Reports nicht komplett. Sie wollen 3 Kennzahlen pro Abteilung.
- Define: "Geschäftsführer brauchen auf einen Blick die 3 wichtigsten Kennzahlen pro Abteilung."
- Ideate: Live-Dashboard statt Excel, automatische Datenabfrage, wöchentliche Slack-Zusammenfassung.
- Prototype: Google-Sheets-Dashboard mit 3 KPIs pro Abteilung, automatisch aktualisiert.
- Test: Geschäftsführer testen 2 Wochen. Ergebnis: Reporting-Zeit sinkt von 5 Stunden auf 30 Minuten pro Woche.
Diese Beispiele zeigen: Design Thinking funktioniert nicht nur bei Produktentwicklung. Es löst jedes Problem, bei dem Menschen im Mittelpunkt stehen. Genau diese Denkweise lernst du auch in der Weiterbildung zum Digitalisierungsmanager/in (IHK).
Häufige Fragen
Was ist Design Thinking einfach erklärt?
Design Thinking ist eine Methode, um Probleme aus der Sicht des Nutzers zu lösen. Du durchläufst 5 Phasen: Verstehen, Definieren, Ideen entwickeln, Prototyp bauen und Testen. Der Fokus liegt darauf, echte Bedürfnisse zu erkennen, bevor du Lösungen entwickelst.
Kann ich Design Thinking ohne Vorkenntnisse lernen?
Ja. Design Thinking ist für alle gedacht, nicht nur für Designer. Du brauchst keine technischen Kenntnisse. In einem Workshop oder einer zertifizierten Weiterbildung wie dem Digitalisierungsmanager/in (IHK) lernst du die Methode praxisnah.
Wie viele Phasen hat Design Thinking?
Der klassische Design Thinking Prozess der Stanford d.school hat 5 Phasen: Empathize, Define, Ideate, Prototype, Test. Das HPI in Potsdam arbeitet mit 6 Phasen (zusätzlich: Verstehen vor Beobachten). Die Grundlogik ist dieselbe.
Was kostet ein Design Thinking Workshop?
Ein 1- bis 2-tägiger Workshop kostet 500 bis 3.000 Euro pro Person. Inhouse-Workshops für Teams liegen bei 3.000 bis 10.000 Euro. Eine Alternative: Die Weiterbildung zum Digitalisierungsmanager/in (IHK) beinhaltet Design Thinking und ist mit Bildungsgutschein zu 100 % kostenlos.
Welche Berufe nutzen Design Thinking?
Design Thinking wird in vielen Berufen eingesetzt: Produktmanager, UX-Designer, Digitalisierungsmanager, Projektleiter, Marketing-Manager, HR-Spezialisten und Unternehmensberater. Grundsätzlich profitiert jeder Beruf, der Probleme lösen oder Prozesse verbessern muss.
Ist Design Thinking das Gleiche wie Agile?
Nein. Design Thinking fokussiert sich auf das Verstehen des Problems und die Ideenfindung. Agile Methoden wie Scrum konzentrieren sich auf die Umsetzung. In der Praxis ergänzen sich beide: Design Thinking für das "Was", Agile für das "Wie".
Wie lange dauert es, Design Thinking zu lernen?
Die Grundlagen verstehst du in einem Tag. Um die Methode sicher anzuwenden, brauchst du Übung. Nach 3 bis 5 Workshops oder einem strukturierten Kurs kannst du Design Thinking eigenständig in Projekten einsetzen.
Welches Gehalt kann ich mit Design-Thinking-Kompetenz erwarten?
Fachkräfte mit Design-Thinking-Erfahrung verdienen in Deutschland durchschnittlich 49.000 bis 65.000 Euro brutto pro Jahr (Quelle: Glassdoor, Stepstone). Das Einstiegsgehalt als Digitalisierungsmanager liegt bei 48.000 bis 65.000 Euro.
Du willst Design Thinking lernen und beruflich einsetzen? In der Weiterbildung zum Digitalisierungsmanager/in (IHK) bei SkillSprinters lernst du die Methode als Teil eines umfassenden Lehrplans. 4 Monate, komplett online, max. 18 Teilnehmer, 100 % kostenlos mit Bildungsgutschein. Keine Vorkenntnisse nötig. Jetzt informieren und Platz sichern.
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