Die Zahl der Insolvenzen in der Photovoltaik-Branche steigt seit Anfang 2026 stark. Der Modulhersteller SoLuxTec, der rund 15 Jahre lang in Bitburg und Föhren in Rheinland-Pfalz Solarmodule produzierte, hat Insolvenz angemeldet. Das berichten agrarheute, pv magazine und das Handelsblatt. Wenn du in der Solarbranche arbeitest und von der Solarbranche Insolvenz 2026 betroffen bist, ordnet dieser Leitfaden deine nächsten Schritte.

Vorab: Dieser Text ersetzt keine arbeitsrechtliche Beratung. Bei Fragen zu Insolvenzgeld, deinem Arbeitsverhältnis oder einer Kündigung sind der Insolvenzverwalter, dein Betriebsrat, deine zuständige Gewerkschaft oder ein Fachanwalt für Arbeitsrecht die richtige Adresse. Eine Vermittlung in einen neuen Job kann niemand garantieren, die Förderwege stehen dir aber offen.

Auf einen Blick: Die Insolvenzen in der Photovoltaik steigen seit Anfang 2026 stark. Der Modulhersteller SoLuxTec (Bitburg und Föhren) hat Insolvenz angemeldet. Betroffen sind auch fünf Tochterfirmen der Sun-Contracting-Gruppe sowie Anbieter wie Eigensonne, Envoltec, Enersol, Wegatech und Solarmax. Beim Anbieter Otovo wurde rund die Hälfte der Arbeitsplätze gestrichen. Ursachen sind Preis- und Wettbewerbsdruck aus China, der Preisverfall bei Modulen und Solarstrom sowie ein Auftragsrückgang nach dem Boom.

Warum die Solarbranche 2026 unter Druck steht

Nach Jahren des Booms hat sich das Bild gedreht. Die Zahl der Insolvenzen in der Photovoltaik-Branche steigt seit Anfang 2026 stark. Der Modulhersteller SoLuxTec, der rund 15 Jahre lang an den Standorten Bitburg und Föhren in Rheinland-Pfalz Solarmodule produzierte, hat Insolvenz angemeldet und will sich neu ausrichten.

SoLuxTec ist kein Einzelfall. Betroffen sind auch fünf Tochterfirmen der Sun-Contracting-Gruppe sowie Anbieter wie Eigensonne, Envoltec, Enersol, Wegatech und Solarmax. Beim Anbieter Otovo wurde rund die Hälfte der Arbeitsplätze gestrichen. Die Liste zeigt, dass es nicht nur einen einzelnen Betrieb erwischt hat, sondern eine ganze Reihe von Herstellern und Installateuren.

Die Gründe hängen zusammen.

Günstigere Anbieter aus China setzen die Preise unter Druck, Module und Solarstrom sind im Preis verfallen, und nach dem Boom der Vorjahre sind die Aufträge zurückgegangen. Für die Beschäftigten ist das bitter, weil viele erst in den letzten Jahren in eine vermeintliche Zukunftsbranche gewechselt sind. Die gute Nachricht am Rande: Die Nachfrage nach Solarenergie verschwindet nicht, sie verteilt sich nur anders, und handwerkliches Können auf dem Dach bleibt gefragt.

Insolvenzgeld sichert deine offenen Löhne

Wenn dein Arbeitgeber insolvent ist, greift das Insolvenzgeld nach Paragraf 165 SGB III. Es sichert bis zu drei Monate rückständiges Nettoentgelt ab. Den Antrag stellst du bei der Agentur für Arbeit, innerhalb von zwei Monaten nach dem Insolvenzereignis. Der Insolvenzverwalter unterstützt bei den nötigen Bescheinigungen.

Diese Zwei-Monats-Frist wird leicht übersehen. Kümmere dich früh darum und kläre, bis wann dein reguläres Gehalt gesichert ist.

Nach der Kündigung

Sobald du von deinem Kündigungstermin erfährst, meldest du dich innerhalb von drei Tagen bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend, sonst droht eine Sperrzeit. Die kostenlose Hotline erreichst du unter 0800 4 5555 00. Das Arbeitslosengeld 1 beträgt rund 60 Prozent deines letzten Nettoentgelts, mit Kind sind es 67 Prozent.

Falls dir ein Aufhebungsvertrag angeboten wird, lass ihn vor der Unterschrift prüfen. Er kann eine Sperrzeit von bis zu zwölf Wochen auslösen. Betriebsrat, Gewerkschaft oder ein Fachanwalt sagen dir, ob die Konditionen fair sind.

Solar-Know-how in einem neuen Feld einsetzen

Solarteure, PV-Monteure, Elektriker und Leute aus dem Solarvertrieb haben mehr im Rucksack, als eine Insolvenz vermuten lässt. Elektrotechnisches Verständnis, Erfahrung mit Planung und Montage, der Umgang mit Kunden und Auftragsabwicklung: All das ist übertragbar. Der Energiesektor als Ganzes digitalisiert stark, von der Einspeisung über Speicher bis zur Steuerung ganzer Anlagen per Software.

Wer aus dem Vertrieb oder der Auftragsabwicklung kommt, kennt außerdem die Prozesse dahinter: Angebote, Kalkulation, Terminplanung, Dokumentation. Diese Abläufe werden gerade in vielen Firmen automatisiert, und dafür fehlen Leute, die den Betrieb verstehen und die Technik trotzdem nicht scheuen.

Der Digitalisierungsmanager macht daraus ein neues Berufsprofil.

Die Weiterbildung dauert vier Monate, umfasst 720 Unterrichtseinheiten und läuft komplett online, ohne Programmierkenntnisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prozessautomatisierung und dem praktischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Der Bildungsgutschein nach Paragraf 81 SGB III übernimmt bei Bewilligung die kompletten Lehrgangskosten, dein Eigenanteil liegt dann bei 0 Euro. Über die Bewilligung entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.

Während der Weiterbildung läuft dein Arbeitslosengeld 1 nach Paragraf 144 SGB III weiter. Dazu kommen 150 Euro Weiterbildungsgeld pro Monat plus 1.000 Euro bei der Zwischenprüfung und 1.500 Euro beim Abschluss (Paragraf 87a SGB III). Kinderbetreuung wird mit 160 Euro je Kind und Monat bezuschusst (Paragraf 87 SGB III).

Aus der Praxis ein realistischer Hinweis: Wer gern körperlich auf dem Bau oder dem Dach arbeitet, sollte ehrlich prüfen, ob ein Bürojob mit Bildschirm zu ihm passt. Für den einen ist es die ersehnte Abwechslung, für den anderen nicht. Diese Frage solltest du vor dem Kurs für dich klären, nicht danach.

So läuft der Bildungsgutschein

Der Bildungsgutschein ist eine Ermessensentscheidung deines Vermittlers bei der Agentur für Arbeit. Einen automatischen Anspruch gibt es nicht, jeder Fall wird einzeln geprüft. Deshalb kommt es darauf an, wie du dein Anliegen im Beratungsgespräch schilderst.

Bereite dich darauf vor. Erkläre, was du in der Solarbranche gemacht hast, welche Fähigkeiten du mitbringst und warum eine Weiterbildung im Bereich Digitalisierung zu deinem Werdegang passt. Wer als Elektriker oder Monteur seine Prozesskenntnis betont und zeigt, dass er offen für digitale Werkzeuge ist, hat eine gute Grundlage. Frag aktiv nach einer passenden, zugelassenen Maßnahme und lass dir den Ablauf erklären.

Eine Weiterbildung ist eine Option unter mehreren.

Elektrohandwerker werden derzeit vielerorts gesucht, und der Wechsel in einen anderen Betrieb im Bereich Elektro oder Energie kann für dich der schnellste Weg sein. Andere wollen die erzwungene Pause für einen größeren Schritt nutzen und sich neu ausrichten. Beides ist in Ordnung, und du entscheidest nach deiner Lebenssituation, ohne Druck von außen.

Im Digitalisierungsmanager geht es praktisch darum, wie sich wiederkehrende Abläufe mit Software verknüpfen lassen, wie Daten automatisch verarbeitet werden und wie du KI-Werkzeuge im Arbeitsalltag einsetzt. Für jemanden aus der Anlagen- und Energietechnik ist das anschlussfähig, weil dort Steuerung, Monitoring und Datenauswertung eine immer größere Rolle spielen. Wer die Technik draußen versteht, tut sich mit der Technik am Bildschirm oft leichter, als er anfangs denkt.

Häufige Fragen

Warum gehen 2026 so viele Solarfirmen pleite?

Die Ursachen sind Preis- und Wettbewerbsdruck durch günstigere Anbieter aus China, der Preisverfall bei Modulen und Solarstrom sowie ein Auftragsrückgang nach dem Boom der Vorjahre. Betroffen sind Hersteller wie SoLuxTec ebenso wie Installateure und Vertriebsanbieter.

Bekomme ich mein ausstehendes Gehalt?

Rückständiges Nettoentgelt ist bis zu drei Monate über das Insolvenzgeld nach Paragraf 165 SGB III gesichert. Den Antrag stellst du bei der Agentur für Arbeit innerhalb von zwei Monaten nach dem Insolvenzereignis. Der Insolvenzverwalter hilft bei den Bescheinigungen.

Ist mein Solar-Wissen woanders etwas wert?

Ja, denn elektrotechnisches Verständnis, Planungs- und Montageerfahrung sowie Kundenkontakt sind übertragbar. Der Energiesektor digitalisiert stark. Wer die Abläufe kennt und offen für Software ist, bringt gute Voraussetzungen für den Digitalisierungsmanager mit.

Was kostet mich der Digitalisierungsmanager?

Bei bewilligtem Bildungsgutschein nichts. Die Agentur für Arbeit übernimmt dann die Lehrgangskosten. Die Weiterbildung dauert vier Monate und läuft komplett online, ohne Programmierkenntnisse.

Quellen

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