Ein Lokführer Quereinstieg bei der DB ist 2026 einer der schnellsten Wege in einen unbefristeten Job mit gutem Gehalt. Die Deutsche Bahn und private Bahnunternehmen suchen dringend Triebfahrzeugführer und bieten Quereinsteigern eine geförderte Umschulung in 9 bis 12 Monaten. Dieser Artikel zeigt dir Voraussetzungen, Ablauf, Gehalt und Förderwege.

Die DB Cargo, DB Regio und DB Fernverkehr suchen aktuell tausende Triebfahrzeugführer im Quereinstieg. Die Umschulung läuft 9 bis 12 Monate Vollzeit, Mindestalter 20, gesundheitlich tauglich, Schichtbereitschaft und sauberes Führungszeugnis sind Pflicht. Die Förderung kommt entweder als Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder als direkte Ausbildung beim Arbeitgeber. Einstieg nach Tarifangaben der EVG: rund 38.000 bis 45.000 Euro. Mit Erfahrung, Zulagen und Schichtarbeit sind 50.000 bis 60.000 Euro realistisch. Schichtdienst, Wochenende, Feiertage, manchmal auswärtige Übernachtungen gehören dazu. Dafür ist der Job unbefristet und sehr stabil.

Warum die DB Quereinsteiger sucht

Die deutsche Eisenbahn steckt mitten in einem doppelten Druck. Tausende Triebfahrzeugführer gehen in den nächsten Jahren in Rente. Gleichzeitig soll der Schienenverkehr massiv ausgebaut werden, sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr. Das Ergebnis: ein chronischer Personalmangel, den der klassische Ausbildungsweg über die dreijährige Lehre nicht mehr decken kann.

Die Antwort der DB und vieler privater Bahnunternehmen sind Quereinsteigerprogramme. Du bringst keine bahnspezifische Vorerfahrung mit, sondern lernst alles in einer komprimierten Umschulung. Ein realistisches Modell, das hunderten Quereinsteigern jedes Jahr den Wechsel ermöglicht, oft aus Berufen wie Lkw-Fahrer, Industriearbeiter, Pfleger oder Soldaten.

Für dich heißt das: Wenn du gesundheitlich tauglich bist, eine saubere Vita hast und Schichtarbeit nicht scheust, ist der Einstieg machbar. Die DB übernimmt dich nach der Umschulung in der Regel direkt unbefristet, weil sie dich braucht.

Voraussetzungen im Detail

Die DB Cargo, DB Regio und private Bahnunternehmen wie die GoAhead, Abellio oder Transdev haben ähnliche Mindestanforderungen:

Die gesundheitliche Eignung wird in einem ausführlichen Eignungstest geprüft, oft beim Bahnärztlichen Dienst der DB. Wer hier nicht besteht, hat das größte Hindernis. Es lohnt sich, vor der Bewerbung die eigene Gesundheit ehrlich einzuschätzen.

So läuft die Umschulung ab

Die Umschulung dauert je nach Anbieter zwischen 9 und 12 Monaten und besteht aus drei Blöcken:

Block Dauer Inhalt
Theorie 4 bis 6 Monate Eisenbahnbetrieb, Signale, Bremsen, Fahrzeugkunde, Vorschriften
Praxis 3 bis 4 Monate Begleitfahrten, Simulator, betriebliche Einweisungen
Prüfung und Übernahme 1 bis 2 Monate Theoretische und praktische Prüfung, dann selbstständige Fahrten

Während der Umschulung bekommst du entweder eine Ausbildungsvergütung (wenn die DB selbst dich umschult) oder lebst von deinem Arbeitslosengeld (wenn du über Bildungsgutschein bei einem externen Bildungsträger umgeschult wirst). In beiden Fällen entstehen für dich keine Lehrgangskosten, weil die Förderung das übernimmt.

Nach der bestandenen Prüfung bekommst du den Triebfahrzeugführerschein und bist offiziell Lokführer. Die DB übernimmt dich in der Regel sofort unbefristet, weil sie auf deine Arbeitskraft angewiesen ist.

Zwei Förderwege

Direktausbildung bei der DB. Du bewirbst dich direkt bei der DB Cargo, DB Regio oder DB Fernverkehr. Die DB stellt dich als Auszubildenden ein, zahlt dir eine Ausbildungsvergütung (oft 1.300 bis 1.800 Euro brutto) und übernimmt alle Kosten der Umschulung. Nach Abschluss bist du direkt Mitarbeiter der DB. Der Vorteil: Sicherheit von Anfang an, solides Gehalt während der Ausbildung. Der Nachteil: Du musst die Bewerbungsverfahren der DB durchlaufen.

Bildungsgutschein über die Agentur für Arbeit. Du bewirbst dich bei einem AZAV-zertifizierten Bildungsträger, der die Lokführer-Umschulung anbietet (zum Beispiel TÜV Rheinland Akademie, DEKRA Akademie, oder spezialisierte Bahn-Bildungsanbieter). Die Agentur für Arbeit übernimmt die kompletten Lehrgangskosten und du beziehst weiter Arbeitslosengeld während der Umschulung. Nach Abschluss bewirbst du dich bei einem Bahnunternehmen, oft wirst du schon während der Ausbildung übernommen. Den Antragsprozess haben wir im Bildungsgutschein-Leitfaden beschrieben.

Welcher Weg besser ist, hängt von deiner Situation ab. Wer arbeitssuchend ist, fährt mit dem Bildungsgutschein meist besser. Wer ein laufendes Einkommen braucht und sich bei der DB direkt bewerben kann, ist mit der Direktausbildung sicherer.

Realistische Gehälter

Beim Einstieg liegen die Gehälter laut Tarifangaben der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) bei rund 38.000 bis 45.000 Euro brutto im Jahr, abhängig vom Tarifvertrag und den Schichtzulagen. Bei der DB greift der Branchen-Tarifvertrag, private Bahnunternehmen haben eigene Tarife, die teilweise schlechter, teilweise besser sind.

Mit zwei bis drei Jahren Erfahrung, Zulagen für Schichten, Sonn- und Feiertagsarbeit sowie auswärtigen Übernachtungen sind 50.000 bis 60.000 Euro realistisch. Wer Wechselbereitschaft mitbringt und auch im Güterverkehr fährt, hat oft die höchsten Zulagen. Lokführer im Fernverkehr verdienen ähnlich, müssen aber mehr Wochenenden und Feiertage arbeiten.

Das Gehalt setzt sich aus Grundgehalt plus Zulagen zusammen. Wer auf maximale Verdienstoptimierung setzt, plant Schichten gezielt. Wer Familienleben braucht, akzeptiert oft etwas weniger und nimmt die regelmäßigeren Dienste.

Welche Tätigkeiten dich erwarten

Als Lokführer bist du für die Sicherheit aller Fahrgäste und der gesamten Ladung verantwortlich. Deine Aufgaben:

Im Personenverkehr kommunizierst du zudem mit den Fahrgästen über das Bordsystem, im Güterverkehr koordinierst du mit Rangierteams und Verladestellen. Die Arbeit ist anspruchsvoll, weil du permanent aufmerksam sein musst, aber auch oft monoton, weil viele Strecken Routine sind. Wer Konzentration halten kann, blüht auf. Wer schnell abgelenkt wird, ist hier falsch.

Was wir in der Praxis immer wieder sehen

Die Umschulung an sich ist machbar. Das echte Filter-Kriterium ist der gesundheitliche Eignungstest plus die Frage, ob jemand nach drei Monaten Schichtdienst noch dahinter steht. Wir erleben regelmäßig, dass Teilnehmer den Test beim Bahnärztlichen Dienst unterschätzen. Sehkraft, Farbtüchtigkeit, Konzentrationstests unter Zeitdruck. Wer schon als Kind Probleme mit der Reaktion hatte, sollte vorher mit dem Hausarzt sprechen. Und wer aus einem festen 9-17-Job kommt, sollte ehrlich prüfen, ob der eigene Körper Nachtschichten und Wochenendarbeit mitmacht. Das ist kein Punkt, den man nach vier Wochen nachbessert. Das entscheidet sich in den ersten zwei Jahren.

Vor- und Nachteile ehrlich

Vorteile:

Nachteile:

Wer mit Schichtdienst und gelegentlichen Übernachtungen leben kann, findet hier einen der stabilsten Berufswege Deutschlands. Wer feste Bürozeiten braucht, sollte sich andere Quereinstiegsberufe ansehen. Eine Alternative wäre zum Beispiel der Wirtschaftsfachwirt als Aufstieg in einen kaufmännischen Bürojob.

Bewerbungstipps für die DB

Wer sich direkt bei der DB bewirbt, durchläuft in der Regel ein mehrstufiges Auswahlverfahren: Online-Bewerbung, Online-Test (Logik, Konzentration, Reaktion), Vorstellungsgespräch, ärztliche Untersuchung, psychologische Eignung. Das dauert insgesamt 4 bis 8 Wochen. Wer im Online-Test gut abschneidet, hat den größten Hebel. Übungstests gibt es online kostenlos, eine systematische Vorbereitung lohnt sich.

Häufige Fragen

Wie alt darf ich höchstens sein für den Quereinstieg?

Die DB hat formal kein Höchstalter, in der Praxis werden Bewerber zwischen 20 und 50 Jahren bevorzugt. Wer älter ist, kann sich trotzdem bewerben, sollte aber damit rechnen, dass die gesundheitliche Prüfung strenger wird.

Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung bei der DB während der Umschulung?

Bei einer Direktausbildung bei der DB liegt die Vergütung erfahrungsgemäß zwischen 1.300 und 1.800 Euro brutto monatlich, je nach Tarif. Wer über Bildungsgutschein umgeschult wird, lebt während der Umschulung vom Arbeitslosengeld.

Welche gesundheitlichen Hürden gibt es?

Die wichtigsten sind Sehkraft, Hör- und Farbtüchtigkeit, Reaktionsvermögen und psychische Stabilität. Wer Brille trägt, wird nicht automatisch ausgeschlossen, muss aber bestimmte Sehleistungen erreichen. Diabetes, Epilepsie und Herzrhythmusstörungen sind oft Ausschlusskriterien.

Muss ich umziehen für den Job?

Du wirst einem Heimat-Bahnhof zugeteilt. Wenn du in der Nähe wohnst, ist Pendeln möglich. Bei großen Entfernungen erwartet die DB, dass du dich in Reichweite niederlässt. Vor allem im Fernverkehr ist Mobilität ein Vorteil.

Wird Lokführer durch autonome Züge ersetzt?

In den nächsten 10 bis 20 Jahren nicht. Autonomes Fahren auf der Schiene ist deutlich komplexer als auf der Straße, weil die Infrastruktur, die Signaltechnik und die rechtlichen Rahmenbedingungen erst angepasst werden müssen. Im Güterverkehr gibt es erste Pilotprojekte, im Personenverkehr ist der Mensch noch lange unverzichtbar.

Kann ich auch von Lkw-Fahrer zu Lokführer wechseln?

Ja, das ist sogar einer der häufigsten Quereinstiege. Lkw-Fahrer bringen Schichterfahrung, Selbstständigkeit und Verantwortungsgefühl mit, das die DB schätzt. Die Umschulung läuft genauso wie für andere Quereinsteiger.

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