Förderung Weiterbildung Schleswig-Holstein 2026 ist seit Februar so attraktiv wie nie. Der Weiterbildungsbonus SH wurde grundlegend überarbeitet: 60 Prozent Zuschuss, bis zu 5.000 EUR pro Weiterbildung, Bewilligungszeitraum bis Ende 2028. Zusammen mit Aufstiegs-BAföG, Qualifizierungschancengesetz und Bildungsgutschein bietet das nördlichste Bundesland einen starken Fördermix.
Weiterbildungsbonus Schleswig-Holstein
Der Weiterbildungsbonus SH ist das Landesprogramm für berufliche Weiterbildung in Schleswig-Holstein. Verwaltet von der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH), finanziert aus dem Landesprogramm Arbeit und EU-Mitteln. Zum 2. Februar 2026 sind mehrere Verbesserungen in Kraft getreten.
Die Förderquote beträgt 60 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtkosten. Höchstbetrag 5.000 EUR pro Weiterbildung. Mehrere Weiterbildungen pro Person und Jahr sind möglich. Bewilligungszeitraum vom 2. Februar 2026 bis spätestens 31. Dezember 2028.
Der Bonus richtet sich an Beschäftigte in Schleswig-Holstein. Der Arbeitgeber muss sich mit mindestens 40 Prozent an der Finanzierung beteiligen und zusätzlich die Differenz tragen, wenn die Kosten über 5.000 EUR liegen. Das Land fördert bevorzugt Weiterbildungen in Digitalisierung, Erneuerbaren Energien, Pflege und Handwerk. Andere Themen sind nicht ausgeschlossen, aber Anträge in diesen Schwerpunkten haben bessere Bewilligungschancen.
Der Antrag muss bei der IB.SH eingereicht werden, mindestens vier Kalenderwochen vor Beginn der Weiterbildung. Kontakt: IB.SH, 24091 Kiel, Telefon 0431 9905-2222.
Rechenbeispiel: Eine Weiterbildung kostet 4.000 EUR. Der Weiterbildungsbonus SH übernimmt 60 Prozent, also 2.400 EUR. Dein Arbeitgeber trägt die restlichen 40 Prozent, also 1.600 EUR. Für dich als Beschäftigten fallen null Euro an. Wenn der Arbeitgeber das QCG nutzt, bekommt er einen Teil seiner 1.600 EUR von der Agentur für Arbeit zurück.
Keine Meisterprämie
Schleswig-Holstein zahlt keine allgemeine Meisterprämie oder Aufstiegsprämie für bestandene Fortbildungsprüfungen. Anders als Bayern (3.000 EUR), Hessen (3.500 EUR) oder Thüringen (2.000 EUR) bekommst du hier kein Geld allein dafür, dass du die Prüfung bestanden hast.
Was es gibt: die Meistergründungsprämie. 7.500 EUR Basisförderung, wenn du nach bestandener Meisterprüfung einen Betrieb gründest oder übernimmst. Das ist ein anderes Programm mit anderen Voraussetzungen und richtet sich an Handwerksmeister, die einen eigenen Betrieb aufbauen.
Für Wirtschaftsfachwirte, die als Angestellte weiterarbeiten, ist die Meistergründungsprämie in der Regel nicht relevant. Dein zentrales Förderinstrument bleibt das Aufstiegs-BAföG. Wer also mit der Erwartung plant, nach der Prüfung wie in Bayern oder Hessen noch einen Landeszuschuss obendrauf zu bekommen, muss sich umgewöhnen.
Aufstiegs-BAföG
Das Aufstiegs-BAföG ist bundesweit verfügbar und die wichtigste Finanzierungsquelle für den Wirtschaftsfachwirt (IHK), Betriebswirt oder Fachwirt.
50 Prozent der Lehrgangsgebühren als Zuschuss. Rest als zinsgünstiges KfW-Darlehen. Bei bestandener Prüfung werden 50 Prozent des Darlehens erlassen.
Konkret am Wirtschaftsfachwirt: Kursgebühren 3.997 EUR. Zuschuss rund 1.999 EUR. Darlehen rund 1.998 EUR. Darlehenserlass bei Bestehen rund 999 EUR. Tatsächlicher Eigenanteil rund 1.000 EUR. Für einen IHK-Abschluss auf DQR-Niveau 6 (Bachelor-Äquivalent) zahlst du also effektiv 1.000 EUR. Kurs läuft 11 Monate, Di und Do abends, komplett online, Vollzeit-Job parallel möglich.
In Schleswig-Holstein ist das Amt für Ausbildungsförderung des jeweiligen Kreises oder der kreisfreien Stadt zuständig. Bearbeitungszeit 90 bis 120 Tage. Reiche deinen Antrag drei bis vier Monate vor Kursbeginn ein.
Qualifizierungschancengesetz
Das QCG ist das zentrale Bundesinstrument für die Weiterbildung von Beschäftigten während der Arbeitszeit. Es richtet sich an Arbeitgeber und Beschäftigte gemeinsam.
| Betriebsgröße | Lehrgangskosten | Lohnzuschuss |
|---|---|---|
| Unter 10 Beschäftigte | Bis zu 100 % | Bis zu 75 % |
| 10 bis 249 Beschäftigte | Bis zu 50 % | Bis zu 50 % |
| 250 bis 2.499 Beschäftigte | Bis zu 25 % | Bis zu 25 % |
| Ab 2.500 Beschäftigte | Bis zu 15 % | Bis zu 20 % |
Die Kombination aus QCG und Weiterbildungsbonus SH ist für Arbeitgeber sehr attraktiv. Der Weiterbildungsbonus deckt 60 Prozent der Kurskosten (bis 5.000 EUR), die restlichen 40 Prozent trägt der Arbeitgeber. Über das QCG kann der Arbeitgeber seinen Anteil teilweise erstattet bekommen und zusätzlich einen Lohnzuschuss erhalten.
Die Wirtschaft in Schleswig-Holstein ist stark mittelständisch geprägt. Viele Betriebe in Tourismus, Lebensmittelproduktion, Windenergie und maritimer Wirtschaft haben unter 250 Beschäftigte und profitieren von den hohen Förderquoten des QCG.
KI-Weiterbildungen werden im Rahmen des QCG bevorzugt bewilligt, weil Digitalisierung ein Schwerpunktthema der Arbeitsmarktpolitik ist. Wenn du als Arbeitgeber Mitarbeiter im Bereich KI und Automatisierung qualifizieren willst, lohnt sich ein Gespräch mit uns.
Bildungsgutschein
Der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit übernimmt 100 Prozent der Kosten bei AZAV-zertifizierten Weiterbildungen. Er richtet sich an Arbeitssuchende, von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen und Beschäftigte ohne Berufsabschluss.
Bezahlt werden Lehrgangskosten, Prüfungsgebühren, notwendige Fahrtkosten, gegebenenfalls Kinderbetreuungskosten. Bei einer zertifizierten Weiterbildung zum Digitalisierungsmanager (4 Monate, komplett online, DEKRA-zertifiziert) fallen null Euro für dich an.
Der Bildungsgutschein wird im Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter beantragt. Er bleibt eine Ermessensleistung. Bereite dich vor: Erkläre, warum die Weiterbildung deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessert, und bringe konkrete Stellenangebote im Zielberuf mit.
Weitere Angebote
Beschäftigte in Schleswig-Holstein haben nach dem Weiterbildungsgesetz Anspruch auf fünf Tage Bildungsfreistellung pro Kalenderjahr. Dein Arbeitgeber muss dich für anerkannte Weiterbildungen freistellen, du bekommst dein Gehalt weiter. Die Weiterbildung muss bei einem anerkannten Träger stattfinden.
Auch ohne Förderung kannst du Kosten als Werbungskosten absetzen. Kursgebühren, Prüfungsgebühren, Fahrtkosten, Arbeitsmittel. Bei einem Grenzsteuersatz von 35 Prozent bekommst du bei 3.997 EUR Kursgebühren rund 1.400 EUR über die Steuererklärung zurück.
Die Seite weiterbilden-sh.de bietet eine zentrale Anlaufstelle für Weiterbildungsinteressierte in Schleswig-Holstein. Dort findest du Informationen zu Fördermöglichkeiten, zugelassenen Trägern und dem Antragsverfahren für den Weiterbildungsbonus SH.
Drei Förder-Szenarien
Szenario eins, Wirtschaftsfachwirt als Beschäftigter in einem KMU: Aufstiegs-BAföG beantragen (Eigenanteil rund 1.000 EUR), optional Arbeitgeber-Beteiligung an den Restkosten, nach bestandener Prüfung Darlehenserlass von rund 999 EUR. IHK-Abschluss auf Bachelor-Niveau für rund 1.000 EUR.
Szenario zwei, Digitalisierungs-Weiterbildung über den Arbeitgeber: Arbeitgeber beantragt Weiterbildungsbonus SH (60 Prozent, bis zu 5.000 EUR), parallel QCG (weitere Erstattung und Lohnzuschuss). Der Beschäftigte bildet sich in KI und Automatisierung weiter, für ihn fallen null Euro an.
Szenario drei, KI-Weiterbildung als Arbeitssuchender: Bildungsgutschein beim Jobcenter oder der Agentur für Arbeit beantragen, AZAV-zertifizierte KI-Weiterbildung starten, 0 EUR Eigenanteil. Während der Maßnahme läuft weiter ALG I oder Bürgergeld.
Häufige Fragen
Gibt es 2026 eine Meisterprämie in Schleswig-Holstein?
Nein. Schleswig-Holstein zahlt keine Meisterprämie, Aufstiegsprämie oder vergleichbare Einmalzahlung für bestandene Fortbildungsprüfungen. Die Meistergründungsprämie von 7.500 EUR gibt es nur bei Betriebsgründung oder -übernahme nach bestandener Meisterprüfung im Handwerk.
Wie hoch ist der Weiterbildungsbonus SH 2026?
Seit dem 2. Februar 2026 beträgt der Zuschuss 60 Prozent der Weiterbildungskosten, maximal 5.000 EUR pro Weiterbildung. Mehrere Weiterbildungen pro Jahr sind möglich. Der Arbeitgeber muss mindestens 40 Prozent selbst tragen.
Kann ich den Weiterbildungsbonus SH als Privatperson beantragen?
Nein. Der Bonus richtet sich an Beschäftigte und deren Arbeitgeber. Als Privatperson ohne sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nutzt du stattdessen den Bildungsgutschein (Arbeitssuchende) oder das Aufstiegs-BAföG (Aufstiegsfortbildungen).
Wie lange vor der Weiterbildung muss ich den Antrag stellen?
Der Antrag bei der IB.SH muss mindestens vier Kalenderwochen vor Beginn der Weiterbildung eingereicht werden. Bei Aufstiegs-BAföG solltest du drei bis vier Monate Vorlauf einplanen.
Kann mein Arbeitgeber Weiterbildungsbonus SH und QCG gleichzeitig nutzen?
Grundsätzlich ja, allerdings darf die Gesamtförderung 100 Prozent der Kosten nicht übersteigen. Der Weiterbildungsbonus SH deckt bis zu 60 Prozent, der Arbeitgeber trägt mindestens 40 Prozent. Über das QCG kann der Arbeitgeber für seinen Eigenanteil eine teilweise Erstattung und einen Lohnzuschuss bekommen. Die genauen Kombinationsmöglichkeiten mit der IB.SH und der Agentur für Arbeit abstimmen.
Welche Weiterbildungen haben die besten Förderchancen beim Weiterbildungsbonus SH?
Das Land fördert bevorzugt die Schwerpunkte Digitalisierung, Erneuerbare Energien, Pflege und Handwerk. KI-Weiterbildungen und Automatisierung fallen in den Schwerpunkt Digitalisierung und haben gute Bewilligungschancen.
Bereit für deinen nächsten Karriereschritt?
Lass dich kostenlos beraten. Wir finden die passende Weiterbildung und Förderung für dich.