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Fünf Tage Freistellung klingen nach einem Geschenk. Wer den ersten Bildungsurlaub plant, merkt schnell, dass nur ein Teil davon bezahlt ist: der Lohn. Kursgebühr, Fahrt und Übernachtung sind deine Sache, und bei einer Seminarwoche mit Hotel kommen schnell mehrere hundert Euro zusammen. Dieser Beitrag rechnet durch, wer in Nordrhein-Westfalen welche Kosten trägt und welche Förderung und welcher Steuervorteil die Rechnung kleiner machen. Anspruch, Fristen und den Antrag beim Arbeitgeber erklärt unser Beitrag zu Anspruch, Prüfungsvorbereitung und Antrag beim Bildungsurlaub in NRW.

Erst kostenlos reinschnuppern, dann entscheiden

Bevor du dich für eine Weiterbildung entscheidest, sieh dir kostenlos an, wie sie läuft, fünf Lektionen plus Live-Demo, ohne Verpflichtung. Passt es, ist der Digitalisierungsmanager bei bewilligtem Bildungsgutschein für dich kostenlos.

Kostenlos reinschnuppern

Der Schnupperkurs ist gratis. Ob die Weiterbildung über den Bildungsgutschein gefördert wird, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.

Was der Arbeitgeber bezahlt

Das Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz regelt die Kostenfrage knapp. Nach § 7 AWbG hat der Arbeitgeber für die Zeit der Arbeitnehmerweiterbildung das Arbeitsentgelt fortzuzahlen. Du bekommst also dein normales Gehalt, als hättest du gearbeitet, und verbrauchst keinen Erholungsurlaub. Der Anspruch umfasst fünf Arbeitstage im Kalenderjahr, zwei Jahre dürfen zusammengefasst werden (§ 3 Abs. 1 AWbG).

Mehr schuldet der Arbeitgeber nach dem Gesetz nicht.

Zwei Einschränkungen solltest du kennen, bevor du Geld für einen Kurs ausgibst. In Betrieben mit weniger als zehn Beschäftigten besteht kein Freistellungsanspruch (§ 3 Abs. 7 AWbG). Und der Anspruch entsteht erst, wenn dein Arbeitsverhältnis sechs Monate besteht (§ 3 Abs. 3 AWbG). Wer in dieser Zeit einen Kurs bucht, zahlt ihn und nimmt dafür normalen Urlaub.

Was du selbst zahlst

Kostenart Wer zahlt nach dem AWbG Was die Rechnung kleiner macht
Arbeitsentgelt während der Freistellung Arbeitgeber entfällt, läuft weiter
Kurs- oder Seminargebühr du Bildungsscheck 2.0, Arbeitgeberzuschuss, Werbungskosten
Anreise zum Kursort du Werbungskosten bei beruflicher Veranlassung
Übernachtung und Verpflegung du teilweise als Werbungskosten, Arbeitgeberzuschuss
Teilnahmebescheinigung kostenlos der Träger muss sie gebührenfrei ausstellen (§ 5 Abs. 6 AWbG)

Ein Online-Kurs spart Anreise und Hotel. Auf die Rechnung wirkt das oft stärker als jeder Zuschuss.

Bildungsscheck 2.0: bis zu 500 Euro vom Land

Seit Februar 2026 fördert das Land Nordrhein-Westfalen berufliche Weiterbildung wieder mit einem Bildungsscheck. Die Ausgabe der früheren Bildungsschecks für Beschäftigte hatte im Juni 2024 geendet. Nach Angaben des Arbeitsministeriums übernimmt der Bildungsscheck 2.0 die Hälfte der Weiterbildungsausgaben, höchstens 500 Euro, einmal pro Kalenderjahr. Voraussetzung sind ein Wohnsitz in NRW und ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von höchstens 50.000 Euro, bei gemeinsamer Veranlagung höchstens 100.000 Euro.

Der Ablauf ist digital. Du registrierst dich im Förderportal des ESF in NRW und meldest die Weiterbildung spätestens am Tag vor Kursbeginn an. Nach dem Kurs lädst du Rechnung und Nachweise hoch. Wer erst nach der Seminarwoche daran denkt, geht leer aus. Seit dem 1. September 2026 gilt ein überarbeitetes Verfahren: Im Antrag beschreibst du genauer, in welcher Branche du arbeitest, welches Ziel der Kurs hat und welche Kompetenzen er stärkt.

Achte auf eine Bedingung: Für dieselbe Weiterbildung darf keine andere Förderung beantragt werden. Die bezahlte Freistellung nach dem AWbG übernimmt keine Kurskosten. Ob dein konkreter Kurs mit Bildungsurlaub über den Bildungsscheck gefördert werden kann, klärst du vor der Anmeldung im Portal oder bei einer Beratungsstelle. Gefördert wird berufliche Weiterbildung, für politische Bildungsveranstaltungen ist der Bildungsscheck deshalb nicht gedacht.

Kosten von der Steuer absetzen

Eine Weiterbildung, die mit deinem Beruf zusammenhängt, ist steuerlich eine Ausgabe für den Job. Kursgebühr, Fahrtkosten, Übernachtung und ein Teil der Verpflegung zählen dann zu den Werbungskosten. Ein Haken bleibt: Das Finanzamt zieht ohnehin den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von derzeit 1.230 Euro ab (§ 9a EStG). Ein Vorteil entsteht erst, wenn deine gesamten Werbungskosten im Jahr darüber liegen, zum Beispiel weil du einen langen Arbeitsweg hast. Einen Zuschuss aus dem Bildungsscheck ziehst du von den Kosten ab, bevor du sie angibst.

Der Arbeitgeber als Geldgeber

Das Gesetz verpflichtet den Arbeitgeber nicht, die Kursgebühr zu übernehmen. Viele tun es trotzdem, wenn der Kurs dem Betrieb nützt, und die Frage lohnt sich. Für ihn ist das attraktiv, weil Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers, die die Beschäftigungsfähigkeit verbessern, nach § 3 Nr. 19 EStG steuerfrei sind. Für dich heißt das: kein geldwerter Vorteil, keine zusätzliche Lohnsteuer.

Wir empfehlen, das Gespräch nicht mit dem Antrag auf Freistellung zu verbinden. Wer zuerst die Freistellung durchsetzt und danach um Geld bittet, hat die bessere Verhandlungsposition, als wer beides in einer Mail fordert und dann über den Termin streitet. In unserer Beratung erleben wir oft, dass Arbeitgeber bei der Kursgebühr eher mitziehen, wenn der Beschäftigte konkret sagt, welches Problem im Betrieb er nach dem Kurs lösen kann. Ein Satz wie „Nach dem Excel-Kurs übernehme ich die Monatsauswertung selbst“ wirkt stärker als jede Broschüre. Ein zweites Argument ist die Anrechnung: Nach § 4 Abs. 2 AWbG kann der Arbeitgeber betriebliche Weiterbildung, die er selbst anbietet und bezahlt, mit bis zu zwei Tagen im Jahr auf den Anspruch anrechnen. Fragt er danach, weißt du, woher das kommt.

Wann andere Förderwege passen

Für eine Seminarwoche ist der Bildungsscheck das passende Instrument. Andere Programme zielen auf längere Vorhaben. Das Aufstiegs-BAföG setzt in der Regel Fortbildungen mit mindestens 400 Unterrichtsstunden voraus (§ 2 Abs. 3 AFBG) und kommt für einen Wochenkurs nicht infrage. Wer arbeitslos ist, hat keinen Bildungsurlaub, sondern spricht mit der Agentur für Arbeit über einen Bildungsgutschein. Einen Überblick über alle Programme gibt unsere Seite zu den Förderwegen für Weiterbildung.

Häufige Fragen

Muss mein Arbeitgeber die Kursgebühr für den Bildungsurlaub bezahlen?

Nein. Das AWbG verpflichtet ihn nur, das Arbeitsentgelt während der Freistellung weiterzuzahlen. Die Kursgebühr trägst du, sofern ihr nichts anderes vereinbart.

Kann ich den Bildungsscheck 2.0 nach dem Kurs noch beantragen?

Nein, die Weiterbildung muss spätestens am Tag vor Kursbeginn im Förderportal angemeldet sein. Rechnung und Nachweise reichst du nach dem Kurs nach.

Lohnt sich die Steuererklärung für einen Bildungsurlaub?

Das hängt von deinen übrigen Werbungskosten ab. Liegen sie zusammen mit dem Kurs über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro, senkt der Kurs deine Steuer.

Werden Fahrt und Hotel beim Bildungsurlaub erstattet?

Vom Arbeitgeber nur, wenn er es freiwillig zusagt. Bei einem beruflich veranlassten Kurs kannst du beides als Werbungskosten angeben.

Bereit für deinen nächsten Karriereschritt?

Lass dich kostenlos beraten. Wir finden die passende Weiterbildung und Förderung für dich.

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