Das Aufstiegs-BAföG fördert nach Angabe des Statistischen Bundesamts die Vorbereitung auf mehr als 700 Fortbildungsabschlüsse, und Destatis veröffentlicht dazu jedes Jahr Eckzahlen. Verstreut in zehn Pressemitteilungen stehen sie allerdings nirgends als Reihe. Wir haben die Meldungen für die Berichtsjahre 2016 bis 2025 zusammengeführt und die Zahlen nachgerechnet. Alle Werte stammen aus dem Rohtext der Destatis-Meldungen, die Rechenschritte stehen weiter unten.

Geförderte und Fördersumme 2016 bis 2025

186.100 Personen erhielten 2025 Förderleistungen nach dem AFBG. Das sind 3,3 Prozent weniger als im bisherigen Höchstjahr 2022 mit 192.400 Geförderten, aber 14,9 Prozent mehr als 2016. Die erste vollständige Erhebung liegt für 1997 vor: damals waren es 49.300 Personen, 2025 also das 3,8-Fache.

Tabelle 1: Aufstiegs-BAföG in Deutschland 2016 bis 2025. Quelle: Destatis, Pressemitteilungen zur Statistik nach dem AFBG; Frauenanteil 2016 bis 2018 aus der genannten Frauenzahl gerechnet.
JahrGeförderte (Förderfälle)Fördersumme in Mio. EuroFrauenanteil
2016162.00057633,3 %
2017165.00064135,2 %
2018167.00066637,1 %
2019167.00069437,7 %
2020178.20078340 %
2021192.00095243 %
2022192.4001.02744 %
2023190.1001.06444 %
2024189.7001.08343 %
2025186.1001.100 (laut Destatis „1,1 Milliarden“)42 %

Die Fördersumme wuchs deutlich schneller als die Zahl der Geförderten. Von 2016 bis 2024 stieg sie von 576 auf 1.083 Millionen Euro, ein Plus von 88,0 Prozent, während die Zahl der Geförderten im selben Zeitraum von 162.000 auf 189.700 stieg. Für 2025 meldet Destatis eine bewilligte Fördersumme von 1,1 Milliarden Euro, 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Rechnet man das auf die Vorjahressumme zurück, ergeben sich rund 1.104 Millionen Euro. Diesen Wert haben wir aus den Destatis-Angaben abgeleitet, er steht so nicht in der Meldung.

Was ein Förderfall im Schnitt kostet

Teilt man die Fördersumme durch die Zahl der Geförderten, ergibt sich ein rechnerischer Betrag je Förderfall. Er lag 2016 bei 3.556 Euro und 2024 bei 5.709 Euro. Destatis führt den Anstieg der Fördersumme 2017 auf die Leistungsverbesserungen durch das 3. AFBG-Änderungsgesetz vom 1. August 2016 zurück und den Sprung der Fördersumme 2021 unter anderem auf den Vollzuschuss beim Unterhalt in Vollzeit nach der vierten Änderung.

Tabelle 2: Fördersumme geteilt durch Geförderte, nur für Jahre mit genannter Fördersumme; 2016 und 2017 beruhen auf „knapp“-Angaben. Eigene Rechnung mit gerundeten Werten, keine amtliche Kennzahl.
JahrFördersumme je Förderfall (gerechnet)
20163.556 Euro
20173.885 Euro
20183.988 Euro
20194.156 Euro
20204.394 Euro
20214.958 Euro
20225.338 Euro
20235.597 Euro
20245.709 Euro

Die Zahl ist mit Vorsicht zu lesen. Geförderte werden als Förderfälle im Kalenderjahr gezählt, die Fördersumme nennt Destatis je nach Jahr bewilligt oder als „zur Verfügung stehende Förderleistungen“. Für Beträge je Person rechnet Destatis selbst mit dem durchschnittlichen Monatsbestand, dem Mittel aus den zwölf Monatsbeständen, und nicht mit der Zahl der Förderfälle (Qualitätsbericht). Tabelle 2 ist deshalb eine grobe Näherung. Für 2025 nennt Destatis zusätzlich Durchschnitte unter den jeweils Begünstigten: 5.200 Euro Zuschuss (100 Euro mehr als im Vorjahr) und 1.800 Euro Darlehen (ebenfalls 100 Euro mehr). Laut den methodischen Hinweisen der Meldung ist es jeweils der Mittelwert unter denjenigen Geförderten, denen ein Zuschuss beziehungsweise ein Darlehen bewilligt wurde. Die beiden Durchschnitte lassen sich deshalb nicht einfach addieren oder mit Tabelle 2 gleichsetzen.

Welche Fortbildungsberufe vorne liegen

In den Meldungen seit 2020 stehen die staatlich anerkannten Erzieher an erster Stelle, 2025 mit 52.000 Geförderten und einem Anteil von 27,9 %. Ihre Zahl stieg von 39.600 (2020) auf 56.800 (2023) und sank danach auf 52.000, das sind 8,5 Prozent weniger als 2023. In den Meldungen 2021 bis 2023 verweist Destatis darauf, dass Erzieher seit der vierten AFBG-Änderung 2020 beim Besuch einer Fachschule bessere Förderbedingungen haben als zuvor im Schüler-BAföG.

Tabelle 3: Die drei am häufigsten genannten Fortbildungsberufe 2020 bis 2025. Quelle: Destatis, Pressemitteilungen; Anteil gerechnet.
JahrErzieher (staatlich anerkannt)Industriemeister MetallWirtschaftsfachwirtErzieher-Anteil an allen Geförderten
202039.60010.800in der Meldung nicht genannt22,2 %
202150.10010.30010.50026,1 %
202255.4009.6009.50028,8 %
202356.8009.6008.90029,9 %
202455.20010.2009.00029,1 %
202552.0009.6009.10027,9 %

Rechnet man die Erzieher heraus, bleibt ein flacheres Bild: 2020 gab es 138.600 Geförderte in allen anderen Fortbildungsberufen zusammen, 2022 waren es 137.000 und 2025 noch 134.100. Gegenüber 2022 ist das ein Rückgang von 2,1 Prozent. Rechnerisch entfällt der gesamte Anstieg von 2020 bis 2022 auf die Erzieher: Die Gesamtzahl stieg um 14.200, die Zahl der Erzieher um 15.800.

Der Wirtschaftsfachwirt im Aufstiegs-BAföG

Der Wirtschaftsfachwirt liegt seit 2021 jedes Jahr unter den drei meistgeförderten Berufen: 2021 auf Platz 2 mit 10.500 Geförderten, seit 2022 auf Platz 3. 2025 waren es 9.100, ein Anteil von 4,9 % aller Geförderten. Gegenüber 2021 ist die Zahl um 13,3 Prozent gesunken, gegenüber dem Vorjahr 2024 um 1,1 Prozent gestiegen. Destatis rundet auf Hunderter. Der Rückgang gegenüber 2021 beträgt 1.400 Geförderte und liegt weit über dieser Rundung, der Anstieg gegenüber 2024 von 100 Geförderten liegt im Bereich der Rundung.

Tabelle 4: Wirtschaftsfachwirt im Aufstiegs-BAföG 2021 bis 2025. Anteil gerechnet (Wert geteilt durch Geförderte des Jahres).
JahrWirtschaftsfachwirt-GeförderteAnteil an allen Geförderten
202110.5005,5 %
20229.5004,9 %
20238.9004,7 %
20249.0004,7 %
20259.1004,9 %

Einordnung aus Sicht von SkillSprinters

Aus unserer Sicht zeigt die Reihe vor allem Stabilität: Seit 2021 liegt die Zahl der Geförderten zwischen 186.100 und 192.400 im Jahr, der Wirtschaftsfachwirt hält seinen Platz unter den ersten drei. Wer den Wirtschaftsfachwirt (IHK) berufsbegleitend machen will, bewegt sich damit in einem eingespielten Verfahren. SkillSprinters bietet den Lehrgang in 12 Monaten an, dienstags und donnerstags von 18 bis 21 Uhr, komplett online. Das Aufstiegs-BAföG beantragt der Teilnehmer selbst beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung. Wie es im Einzelnen aussieht, steht in unseren Ratgebern Was ist Aufstiegs-BAföG und Wer bekommt Aufstiegs-BAföG.

Methodik und Grenzen

Die Statistik nach dem AFBG ist eine jährliche Totalerhebung nach § 27 AFBG. Erhebungseinheit ist jede geförderte Person, erfasst wird das Kalenderjahr mit dem letzten Stand zum 31. Dezember, veröffentlicht wird etwa ein halbes Jahr später (Destatis, Qualitätsbericht 2024 bis 2025). Wir haben aus jeder Pressemitteilung die Zahlen für das Berichtsjahr gelesen und ausschließlich dort genannte Werte übernommen. Wo eine spätere Meldung dasselbe Jahr genauer nennt, gilt der genauere Wert: 2022 steht mit 192.400 Geförderten in der Tabelle, die Meldung von 2023 nannte auf Tausender gerundet 192.000. Revisionen finden laut Qualitätsbericht regulär nicht statt, weil nur endgültige Ergebnisse veröffentlicht werden. Die Werte für 2016 und 2017 nennt Destatis als „knapp 162.000“ und „knapp 165.000“, die Fördersumme für 2020 als „gut 783 Millionen Euro“.

Zahlen zu einzelnen Fortbildungsberufen nennt Destatis nur für die ersten Plätze und auf Hunderter gerundet. Für 2020 fehlt der Wirtschaftsfachwirt in der Meldung, für 2016 bis 2019 nennt Destatis Berufe nur getrennt nach Männern und Frauen, deshalb bleiben diese Jahre in den Tabellen 3 und 4 leer. Die Aufteilung nach Bundesländern liegt bei Destatis in der GENESIS-Tabelle 21421.

Rechenschritte: Veränderungen sind (neuer Wert geteilt durch alter Wert) minus 1, Anteile sind Berufswert geteilt durch Geförderte des Jahres, der Betrag je Förderfall ist Fördersumme in Millionen Euro mal 1.000.000 geteilt durch Geförderte. Alle Rechnungen sind mit den gerundeten Destatis-Werten durchgeführt.

Quellen

Alle Quellen wurden am 3. November 2026 abgerufen. Die Detaildaten liegen bei Destatis in der Datenbank GENESIS-Online, Tabelle 21421.

Häufige Fragen

Wie viele Menschen erhielten 2025 Aufstiegs-BAföG?

Laut Statistischem Bundesamt erhielten 2025 genau 186.100 Personen Förderleistungen nach dem AFBG. Das sind 3.600 oder 1,9 Prozent weniger als 2024 (189.700) und 3,3 Prozent weniger als im Höchstjahr 2022 (192.400).

Wie viel Geld wird beim Aufstiegs-BAföG bewilligt?

2024 waren es 1.083 Millionen Euro, für 2025 meldet Destatis eine bewilligte Fördersumme von 1,1 Milliarden Euro (plus 1,9 Prozent). 2016 lag die Summe bei 576 Millionen Euro.

Welcher Fortbildungsberuf wird am häufigsten gefördert?

Die staatlich anerkannten Erzieher mit 52.000 Geförderten im Jahr 2025, das sind 27,9 % aller Geförderten. Auf Platz 2 folgt der Industriemeister Metall mit 9.600, auf Platz 3 der Wirtschaftsfachwirt mit 9.100.

Wie hoch ist der Anteil der Frauen unter den Geförderten?

2025 lag er bei 42 Prozent. 1997 waren es 17 Prozent, der bisher höchste Wert lag bei 44 Prozent in den Jahren 2022 und 2023.

Woher stammen die Zahlen dieser Auswertung?

Aus den Pressemitteilungen des Statistischen Bundesamts zur Statistik nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz für die Berichtsjahre 2016 bis 2025. Die Statistik ist eine jährliche Totalerhebung nach § 27 AFBG. Abgerufen wurden die Quellen am 3. November 2026.

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