Der WFW Präsentation Aufbau entscheidet über die Hälfte deiner Note in der mündlichen Prüfung. 30 Minuten Vortrag, drei Prüfer, ein Praxisprojekt und eine Foliensammlung, die entweder überzeugt oder dich aus dem Tritt bringt. Hier erfährst du, wie du Folien strukturierst, wie viele du brauchst und welche Kriterien die IHK bei der Bewertung anlegt.

Das Wichtigste in Kürze

Was die IHK von der Präsentation erwartet

Die mündliche Prüfung besteht aus zwei Teilen: einer 30-minütigen Präsentation eines Praxisprojekts und einem 30-minütigen Fachgespräch im Anschluss. Die Präsentation ist dein Solo. Hier zeigst du, dass du eine wirtschaftliche Entscheidungssituation analysieren, bewerten und entscheiden kannst.

Die IHK gibt dir vor:

Was du selbst entscheidest:

Diese Freiheit ist ein Geschenk und eine Falle zugleich. Wer sie nutzt, hebt sich ab. Wer sie ignoriert und ein Standardthema wählt, geht in der Masse unter.

Die klassische Gliederung in 6 Phasen

Bewährt hat sich diese Sechs-Phasen-Struktur. Sie passt auf fast jedes WFW-Thema und gibt den Prüfern eine vertraute Roadmap.

Phase 1: Einstieg (2-3 Minuten)

Hier öffnest du das Thema. Eine Anekdote, eine Kennzahl, ein Zitat aus der Geschäftsführung. Was hat dich auf das Problem gebracht? Wer ist betroffen? Warum lohnt es sich, jetzt darüber zu reden?

Beispiel: "Im Mai 2025 hat unser Kundendienst 340 Anrufe pro Tag entgegengenommen. Bis Dezember waren es 580. Niemand hat zusätzlich Personal eingestellt. Was passiert ist, schauen wir uns in den nächsten 28 Minuten an."

Phase 2: Ausgangslage (5-6 Minuten)

Beschreibe das Unternehmen, die Abteilung, die Zahlen. Wer ist beteiligt? Welche Ressourcen stehen zur Verfügung? Welche Restriktionen gibt es (Budget, Zeit, Personal, Recht)?

Hier kommen die ersten harten Fakten: Umsatz, Mitarbeiterzahl, Markt, Wettbewerber. Halte es kurz und konzentriert. Die Prüfer wollen die Bühne sehen, nicht eine Stadtführung.

Phase 3: Alternativen (6-8 Minuten)

Das Herzstück deiner Präsentation. Welche Lösungswege gibt es? Du brauchst mindestens drei Alternativen, sonst wird das Fachgespräch schmerzhaft.

Pro Alternative: Was kostet sie? Was bringt sie? Welche Risiken gibt es? Welche Stakeholder sind betroffen? Tabellen funktionieren hier hervorragend.

Phase 4: Entscheidung (5-6 Minuten)

Welche Alternative hast du gewählt und warum? Hier zeigst du dein wirtschaftliches Denken. Nutze konkrete Bewertungskriterien (Kosten, Zeit, Risiko, Strategiefit) und mache deine Abwägung transparent.

Achte darauf: Eine schlichte "Ich nehme A weil A am besten klingt"-Begründung reicht nicht. Du brauchst eine nachvollziehbare Logik.

Phase 5: Umsetzung (5-6 Minuten)

Wie würdest du die Entscheidung umsetzen? Wer macht was bis wann? Welche Meilensteine gibt es? Welche Risiken müssen überwacht werden?

Ein Gantt-Diagramm oder ein einfacher Zeitstrahl ist hier Gold wert. Die Prüfer sehen sofort, dass du nicht nur entschieden, sondern auch durchdacht hast.

Phase 6: Abschluss und Ausblick (2-3 Minuten)

Fass die Kernaussage zusammen, deute Risiken an und gib einen Ausblick. Wie wird sich die Situation in 12 Monaten entwickeln? Was lernst du daraus für vergleichbare Projekte?

Ein guter Abschluss bleibt im Kopf. Vermeide das schwache "Ja, das wäre dann meine Präsentation gewesen, vielen Dank fürs Zuhören". Besser: "Die Entscheidung für [Variante X] spart uns in den ersten 18 Monaten rund 120.000 Euro und positioniert uns für den nächsten Schritt: die vollständige Digitalisierung des Bestellprozesses. Vielen Dank, ich freue mich auf Ihre Fragen."

Foliengestaltung: Was funktioniert

Powerpoint ist Pflicht, aber nicht die Hauptsache. Die Folien sollen dich unterstützen, nicht ersetzen.

Regeln, die in der Praxis funktionieren:

Element Empfehlung
Titelfolie 1 Folie: Thema, dein Name, Datum, IHK
Agenda 1 Folie mit den 6 Phasen
Hauptteil 8-10 Folien
Tabelle/Vergleich 1-2 Folien
Diagramm 1-2 Folien
Backup 2-3 Folien für Rückfragen
Schluss 1 Folie mit Kernbotschaft

Was die Prüfer bewerten

Die Bewertung der Präsentation läuft nach festen Kriterien, die der Prüfungsausschuss in einem internen Bogen festhält. Bekannte Bewertungsdimensionen sind:

Punkteabzug gibt es typischerweise bei Überziehen, bei reinen Theorievorträgen ohne Praxis, bei wirren Folien, bei fehlenden Quellenangaben und bei einem schwachen Schlussbild.

Häufige Fehler im Aufbau

Die häufigsten Stolperfallen, die WFW-Absolventen im Nachhinein bereuen:

  1. Zu lange Ausgangslage: Wer 12 Minuten Unternehmensgeschichte erzählt, hat keine Zeit mehr für die Entscheidung. Halte Phase 1 und 2 kurz.
  2. Nur eine Alternative: Ohne Alternativen gibt es keine echte Entscheidung. Mindestens drei.
  3. Keine Zahlen: Wer kein Geld nennt, redet im Konjunktiv. "Das könnte effizient sein" ist keine Begründung.
  4. Zu viele Folien: 30 Folien für 30 Minuten ist eine Schlacht. Pro Folie eine Minute reicht nicht für Erklärung.
  5. Schwacher Schluss: "Vielen Dank fürs Zuhören" ist okay, aber ein starker Abschluss bleibt hängen. Nutze ihn.
  6. Folien als Skript: Wer abliest, klingt unsicher. Sprich frei und nutze die Folien als Stütze.

Mehr zur Vorbereitung in den 12 Wochen vor der Prüfung findest du in der [WFW Prüfungsvorbereitung 12 Wochen](PH0 Dort gibt es einen Lernplan, der die Präsentation als festen Baustein enthält.

Probedurchläufe sind Pflicht

Niemand hält eine 30-minütige Präsentation perfekt aus dem Stand. Plane mindestens fünf Probeläufe ein. Davon mindestens zwei vor einem echten Publikum. Familie, Lernpartner, Kollegen. Wer keinen Probelauf hat, geht blind in die Prüfung.

Was du im Probelauf checkst:

Das Feedback der Probehörer ist Gold wert. Frag konkret: "Was war für dich unklar?" und "Welche Folie war zu viel?". Die Antworten zeigen dir die Schwachstellen.

Im Wirtschaftsfachwirt-Kurs bei SkillSprinters gehören Probepräsentationen in den letzten Wochen vor der Prüfung zum festen Programm. Die Dozenten geben strukturiertes Feedback und helfen dir, die letzten Schwachstellen zu fixen.

Häufige Fragen

Wie viele Folien sollte die WFW-Präsentation haben?

12 bis 15 Folien für die 30 Minuten Vortrag plus 2 bis 3 Backup-Folien für erwartbare Rückfragen im Fachgespräch. Pro Folie etwa zwei Minuten Sprechzeit. Wer 30 Folien hat, hetzt durch und kann nichts mehr erklären.

Welches Programm sollte ich für die Folien nutzen?

PowerPoint ist Standard und wird von allen Prüfern erwartet. Keynote oder Google Slides funktionieren auch, aber speichere die Datei als PDF oder PPTX, falls du sie übergeben musst. Beim Online-Format reicht eine Bildschirmfreigabe.

Wie wähle ich ein gutes Präsentationsthema?

Wähl ein konkretes Praxisprojekt mit klarer Entscheidungssituation, verfügbaren Zahlen und Bezug zu mehreren WFW-Stoffgebieten. Beispiel: "Make or Buy für ein neues Warenwirtschaftssystem in einem Bayreuther Großhandel". Vermeide allgemeine Themen wie "Digitalisierung im Handel".

Darf ich Handouts an die Prüfer verteilen?

Ja, das ist sogar gern gesehen. Ein einseitiges Handout mit den Kernzahlen, deinem Bewertungsraster und einer Zusammenfassung deiner Empfehlung wirkt professionell. Achte darauf, dass das Handout nicht den gesamten Folieninhalt wiedergibt, sondern eine Ergänzung ist.

Wie viel Zeit sollte ich pro Phase einplanen?

Einstieg 2-3 Minuten, Ausgangslage 5-6 Minuten, Alternativen 6-8 Minuten, Entscheidung 5-6 Minuten, Umsetzung 5-6 Minuten, Abschluss 2-3 Minuten. Wenn du deutlich abweichst, verschiebt sich die Gewichtung der Inhalte und das fällt den Prüfern auf.

Was passiert, wenn ich überziehe?

Die Prüfer unterbrechen dich nach 30 Minuten. Wenn du am Ende noch wichtige Punkte offen hast, bist du gezwungen, sie wegzulassen. Das ist ärgerlich und kostet Note. Übe mit Stoppuhr und plane lieber Reserve ein, als an die Grenze zu gehen.

Fazit

Eine starke WFW-Präsentation lebt von einer klaren Struktur, konkreten Zahlen und einer nachvollziehbaren Entscheidung. Wer die Sechs-Phasen-Gliederung nutzt, mindestens drei Alternativen vergleicht und im Probelauf das Timing übt, hat schon viel gewonnen. Hier kannst du den Wirtschaftsfachwirt bei SkillSprinters starten, inklusive Foliencoaching und Probepräsentationen in den letzten Wochen vor dem Termin.

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